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Cover Bildung als Provokation

Bildung als Provokation

Erschienen 2017 bei Zsolnay
Sprache: Deutsch
240 Seiten; 209 mm x 132 mm
ISBN 978-3-552-05824-8

Besprechung

"Eine Brandrede gegen Kompetenzen und für klassische Bildung." Kirstin Breitenfellner, Falter, 11.10.17

"Liessmanns kurzweiliges und brillant formuliertes Buch ist ein Plädoyer für sperriges Denken und gegen "rigide Reinheitsgebote"." Marc Tribelhorn, Neue Zürcher Zeitung, 19.10.17

"Liessmann formuliert mit messerschafter Klarheit." Rolf App, St. Galler Tagblatt, 20.10.17

Kurztext / Annotation

Warum wird Bildung als Provokation angesehen? Konrad Paul Liessmanns treffende Diagnose über das Dilemma unseres Bildungssystems

Langtext

Alle reden von Bildung. Sie wurde zu einer säkularen Heilslehre für die Lösung aller Probleme - von der Bekämpfung der Armut bis zur Integration von Migranten, vom Klimawandel bis zum Kampf gegen den Terror. Während aber "Bildung" als Schlagwort in unserer Gesellschaft omnipräsent geworden ist, ist der Gebildete, ja jeder ernsthafte Bildungsanspruch zur Provokation geworden. Die Gründe dafür nennt Konrad Paul Liessmann in seinem neuen Buch. Dafür begibt er sich sowohl in die Niederungen der Parteienlandschaft als auch in die Untiefen der sozialen Netzwerke, er denkt über den moralischen Diskurs des Zeitgeists nach und darüber, warum es so unangenehm ist, gebildeten Menschen zu begegnen.

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Kundenbewertungen

Eine konservative Position provoziert zum Widerspruch 24. März 2018
Der Autor beklagt, dass Bildung zwar in aller Munde sei, man aber den Gebildeten selbst nicht mehr antreffe. Er führt das darauf zurück, dass unter Bildung heute fast ausschließlich Ausbildung bzw. berufliche Bildung verstanden werde, während für ihn die eigentliche Bildung gerade darin bestehe, dass sie keinem anderen Zweck diene als der persönlichen Entwicklung. Einmal abgesehen davon, dass auch in der beruflichen Bildung die Persönlichkeit geformt werden kann, so ist doch Skepsis angebracht, wenn Liessmann für eine ?echte? Bildung noch zusätzlich genau definierte literarische Werke vorschlägt, die zu lesen unabdingbar seien, um als gebildet gelten zu können (unnötig zu erwähnen, dass der Autor diese Werke bereits gelesen hat). Man kann ja der Meinung zustimmen, dass Bildung in einer persönlichen Auseinandersetzung - und zwar nicht nur mit Texten und Kunstwerken wie der Autor offenbar voraussetzt - und in individuellen Erfahrungen gründet, aber dafür ganz bestimmte Werke zu postulieren, weil anscheinend nur in diesen die gewünschten Bildungserlebnisse zu erwerben seien, scheint doch abwegig, um nicht zu sagen elitär zu sein. Bildung im engeren Sinn wird übrigens nur im ersten Kapitel behandelt, während es im Kapitel über Kultur und Politik nur sehr sporadisch angesprochen wird. Ein weiterer Kritikpunkt betrifft die pauschale Verunglimpfung von Religion, die für den Autor prinzipiell nicht mit der Vernunft vereinbar scheint. Er vertritt hier eine kulturkämpferische Auffassung, die im 18. und 19. Jh. vertreten wurde, aber nicht den aktuellen Diskurs widerspiegelt. Insgesamt ein zwar flüssig zu lesendes, manche interessante Gedanken enthaltendes, inhaltlich aber enttäuschendes Buch.
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