Wir verwenden Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzererfahrung auf unserer Website zu bieten und erlauben das Setzen von Drittanbieter-Cookies. Durch die Nutzung unserer Website stimmen Sie zu, dass Cookies auf Ihrem Gerät gespeichert werden. Weitere Informationen zu den verwendeten Cookies und zu ihrer Deaktivierung finden Sie hier.
Cover Ein wenig Glaube

Ein wenig Glaube

Roman

von Nickolas Butler; Übersetzt von: Dorothee Merkel

Erschienen 2020 bei Klett-Cotta
Sprache: Deutsch
382 Seiten; 205 mm x 125 mm
ISBN 978-3-608-96434-9

Besprechung

"Ein wenig Glaube [...] erzählt vom individuellen und gesellschaftlichen Spagat zwischen der Erinnerung eingeschönter Vergangenheit und der Antizipation prekärer Zukunft im ländlichen Amerika. Der Ton des Romans ist beinahe zärtlich. Und gerade weil der Name Trump

Kurztext / Annotation

"'Ein wenig Glaube' ist Nickolas Butlers bislang bestes Buch." Wall Street Journal

Ein schmerzhaft-schöner Familienroman, der die Macht und die Grenzen des Glaubens mit besonderem Feingefühl erkundet: Lyle und Peg Hovde empfinden es als großes Glück, dass ihre Tochter Shiloh samt Enkelsohn wieder nach Hause zurückgekehrt ist. Doch bald treibt Shilohs neue Glaubensgemeinschaft einen Keil in das harmonische Familienleben. Als sich abzeichnet, dass auch der fünfjährige Isaac in die Fänge der Sekte geraten könnte, müssen die Großeltern eine folgenschwere Entscheidung treffen, die die Familie vollends entzweien könnte.

Langtext

Ein schmerzhaft-schöner Familienroman, der die Macht und die Grenzen des Glaubens mit besonderem Feingefühl erkundet: Lyle und Peg Hovde empfinden es als großes Glück, dass ihre Tochter Shiloh samt Enkelsohn wieder nach Hause zurückgekehrt ist. Doch bald treibt Shilohs neue Glaubensgemeinschaft einen Keil in das harmonische Familienleben. Als sich abzeichnet, dass auch der fünfjährige Isaac in die Fänge der Sekte geraten könnte, müssen die Großeltern eine folgenschwere Entscheidung treffen, die die Familie vollends entzweien könnte.

Lyle und Peg Hovde genießen im ländlichen Wisconsin ihr Großelternglück. Gerade ist ihre alleinerziehende Adoptivtochter Shiloh mit dem fünfjährigen Isaac nach Wisconsin zurückgekehrt, und die Familie zum ersten Mal seit Jahren wieder vereint. Doch es gibt einen Wermutstropfen, denn während ihrer Abwesenheit hat sich Shiloh einer radikalen Glaubensgemeinschaft angenähert. Lyle beobachtet Shilohs Entwicklung mit Skepsis, vor allem als deutlich wird, welche Rolle der Enkelsohn Isaac in der religiösen Gemeinde spielt. Doch je stärker er sein Unbehagen zum Ausdruck bringt, umso heftiger reagiert Shiloh. Lyle versucht alles, um das Vertrauen seiner Tochter wieder zurückzugewinnen, doch als das Glaubensdogma der Sekte Isaacs Sicherheit bedroht, ist Lyle gezwungen, eine folgenschwere Entscheidung zu treffen. Nickolas Butler widmet sich mit großem Einfühlungsvermögen einem hoch sensiblen Thema. Was darf der Glaube und welche Macht kann er entfalten? Wann muss man Menschen vor ihrem Glauben beschützen und kann das überhaupt gelingen?

Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Nickolas Butler, geboren 1979 in Allentown, Pennsylvania, wuchs in Eau Claire, Wisconsin auf. Er studierte an der University of Wisconsin und beim University of Iowa Writers' Workshop. Er ist verheiratet und hat zwei Kinder.

Drucken

Kundenbewertungen

Wie weit darf der Glaube gehen? 11. März 2020
?Ein wenig Glaube? von Nickolas Butler verfasst ist 2020 im Klett Cotta Verlag erschienen und umfasst 382 Seiten. Dieser Roman beruht auf einer wahren Begebenheit aus dem Jahr 2008. Lyle und Pegs Leben ist still geworden und umso mehr freuen sie sich, als sie erfahren, dass ihre Adoptivtochter Shiloh mit ihrem sechsjährigen Sohn Isaac wieder bei ihnen einziehen möchte. Das Leben wird wieder quirlig und voller Kinderlachen. Doch bald schon bemerken sie, dass Shiloh sich einer Sektengemeinschaft angeschlossen hat und auch ihr Enkelsohn Isaac wird von der Sekte immer mehr in Beschlag genommen. Lyle und Peg machen sich große Sorgen und wissen, dass sie handeln müssen. Nickolas Butler hat seinen Roman mit einer sprachlichen und emotionalen Wucht geschrieben ? anders kann ich es nicht beschreiben und ich bin davon sehr beeindruckt. Er schreibt bildhaft, flüssig, genau und sehr berührend. Besonders gut hat mir auch gefallen, dass Nickolas Butler sich tiefgründig mit den Fragen auseinandersetzt ?Wie weit darf der Glaube gehen??, ?Darf ich mich als Außenstehender in das Leben anderer einmischen??, ?Ab wann ist eine Ideologie gefährlich??, ?Ist mein Lebensstil der richtige? Und darf ich diesen anderen aufzwingen??. Butler zeigt auf, wie gefährlich Sekten sein können und wie sehr sie Menschen manipulieren können und er macht deutlich, wie schwierig es sein kann, wenn man mit Menschen umgeht ? sie im besten Sinne beschützen will -, die Teil einer Sekte sind, allem voran, wenn es Menschen aus der eigenen Familie sind bzw. solche, denen man sich sehr verbunden fühlt. Fazit: Ich empfehle dieses Buch sehr gerne weiter. Es hat mich sehr gut unterhalten und mich im positiven Sinn nachdenklich zurückgelassen. Dieses Buch wirkt sicherlich noch lange in mir nach.
Wo endet der Glaube und beginnt der Aberglaube? 09. März 2020
von Petris
Lyle und Peg Hovde blicken auf ein erfülltes, aber nicht einfaches Leben zurück. Sie sind liebevolle Eltern und Großeltern, ihrem Umfeld gute Freunde, klug, freundlich und fleißig. Seit einer Weile lebt ihre Adoptivtochter Shiloh mit ihrem Sohn Isaac wieder bei ihnen. Sie vergöttern ihren Enkelsohn und unterstützen die Tochter, wo es nur geht. Shiloh ist während ihres Studiums gläubig geworden und auch hier bei den Eltern schließt sie sich einer evangelikalen Kirche rund um den Pastor Steven an. Ihr zu Liebe gehen auch die Eltern mit zum Gottesdienst, sie sind skeptisch, auch wenn Steven eine wirklich außergewöhnliche Person zu sein scheint. Sorgen macht ihnen besonders, dass auch ihr Enkel Isaac in die Fänge der Sekte gerät. Der Pastor behauptet, Isaac hätte heilende Kräfte, die Großeltern sind nicht sicher, ob Isaacs Diabetes, die früh festgestellt wird, auch ordentlich medizinisch behandelt wird. Sie versuchen alles, um Shiloh und Isaac nicht ganz zu verlieren. Wird ihre Liebe reichen? Doch es geht nicht nur um die tragisch-schöne Familiengeschichte, sondern auch um ihr ganzes Umfeld. Liebevoll, einfühlsam, ohne die Menschen zu Heiligen zu machen, er lässt ihnen ihre Fehler, Ecken und Kanten, erzählt Butler das Umfeld von Lyle und Peg. Da ist einmal Lyles bester Freund Hoot, ein liebenswerter Einzelgänger und wirklich guter Freund. Als er an Lungenkrebs erkrankt sind sie für ihn da und nützen die Zeit, die ihnen noch bleibt. Eine Figur, die mich sehr berührt hat, ist der Pastor Charlie, er ist Oberhaupt der heimischen Kirchen, ein gläubiger, aber bodenständiger Mann und guter Freund von Lyle. Was er über Glauben zu sagen hat, wie unaufdringlich er seinen Glauben lebt, das ist sehr schön erzählt. Er ist so etwas wie das Gegenteil des Blenders Steven. Butler gelingt es hervorragend zu vermitteln, was die Faszination des Sektenführers ausmacht. Er ist attraktiv, charismatisch, kann begeistern und vor allem blenden. Selbst als LeserIn, die ja weiß, dass es nicht gut enden wird, hofft man zwischendurch, dass er tatsächlich so etwas wie ein Heiliger ist. Fast hat er einen um den Finger gewickelt. Und freut sich richtig, wenn dann die Fassade Löcher bekommt. Ein wenig Glauben habe ich sehr nachdenklich beendet. Wo ist die Grenze zwischen Glauben und Aberglauben? Wie stark ist die Macht der Familie wirklich, wenn die Kinder in die Hände von Scharlatanen gelangen? Eine tragisch schöne Familiengeschichte, die ich mit großer Freude gelesen habe und die noch lange nachwirken wird.
Wenn Glaube fanatisch wird 26. Februar 2020
von Miro76
Gleich in der ersten Szene begleiten wir Lyle und seinen Enkel Isaac auf den Friedhof, wo sie ein Grab säubern. Es handelt sich um die letzte Ruhestätte von Lyles Sohn, der in seinem ersten Lebensjahr verstorben ist. Die Stimmung zwischen Opa und Enkel ist innig und ungetrübt. Das Kind wird bedingungslos geliebt und es scheint, als könnte nichts daran rühren. Doch Tochter Shiloh gerät in die Fänge einer christlichen Freikirche, verliebt sich in den etwas dubiosen Prediger und ist der festen Überzeugung, dass ihr Sohn ein Heiler ist. Die Großeltern bemühen sich aus ganzem Herzen, den Kontakt zu ihrer Tochter und ihrem Enkelsohn aufrecht zu halten, auch wenn das bedeutet, dass sie sonntäglich in dieser Kirche beten müssen. Leider reichen ihre Bemühungen nicht aus, Shiloh ist überzeugt, dass ihr Vater nicht wirklich glaubt und so Satan in die Familie bringt, denn ihr Sohn erkrankt. Es stellt sich heraus, dass er an Diabetes leidet, was unbehandelt dramatische Folgen haben kann. Für mich als Österreicherin ist dieses Thema brandaktuell, denn wir hatten erst im Herbst so einen Fall. Ein Kind ist gestorben, weil es aus Glaubensgründen keine medizinische Hilfe bekommen hat. Diese massive Verblendung ist schwer zu begreifen. Lyle und seine Frau Peg versuchen mit Engelsgeduld die Unstimmigkeiten zwischen ihnen und ihrer Tochter zu überbrücken. Mit der Lebensweisheit des Alters und der unbegrenzten großelterlichen Liebe versuchen sie Unmögliches. Der Autor lässt dieses liebenswerte Paar äußert emphatisch auftreten; nicht nur ihrer Tochter gegenüber, auch Freunden und Fremden. Sie stellen sich ihren Zweifeln, verlieren nie die Geduld und kaum den Mut. "Ein wenig Glauben" ist ein ruhige, unaufgeregte Geschichte über eine Tragödie, die sich mehrmals im Jahr in Amerika abspielt. Fanatischer Glaube ersetzt jede Rationalität. Allerdings gelingt es dem Autor sensibel mit dem Thema umzugehen. Er verurteilt Glaube und Gott nicht generell. Er möchte nur dessen Grenzen aufzeigen. Er erzählt uns auch, wie hilfreich und tröstlich Glaube sein kann, wenn man ihm nicht blind folgt. Ich habe diesen Roman unheimlich gerne gelesen und mit Lyle und Peg in ihrer Hilflosigkeit mitgelitten. Es ist eine berührende Geschichte, die mich als Leserinn betroffen und traurig zurücklässt, auch wenn sie mit einem Hoffnungsschimmer endet.

18,50 €
(inkl. MwSt.)
Versandfertig in 3-4 Werktagen