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Cover The Story of John Nightly

The Story of John Nightly

Roman

von Tot Taylor; Übersetzt von: Ingo Herzke

Erschienen 2019 bei Heyne
Sprache: Deutsch
960 Seiten
ISBN 978-3-641-24259-6

Kurztext / Annotation

London 1966. John Nightly, ein achtzehnjähriges Songwritertalent, betritt in der Carnaby Street ein Verlagshaus. Er hat eine frisch gepresste Single dabei, die er dem dortigen Musikverleger vorspielt. Dem gefällt die Musik, vor allem aber gefällt ihm das gute Aussehen des Achtzehnjährigen. Und er sieht Vermarktungschancen. Wenige Jahre später ist John Nightly einer der gefeiertsten Songwriter seiner Generation. Doch der Erfolg und seine Schattenseiten stürzen ihn in eine schwere Krise, und er entsagt dem Leben im Rampenlicht komplett. Bis er viele Jahre später von einem jungen Nachwuchsproduzenten in Cornwall (wieder)entdeckt wird, der ihn darin bestärkt, sein Lebenswerk zu vollenden.
Ein einzigartiger Roman über Ruhm & Träume, Musik & Kunst, das Leben & das Universum.

Tot Taylor ist Autor, Komponist, Songwriter, Galerist und Plattenproduzent. Er arbeitet in den Bereichen Musik, Film, Theater und visuelle Kunst. Für das National Theatre führte er mit Brian McAvera das achtstündige Stück "Picasso's Women" auf. Neben 13 Soloalben veröffentlichte er auf seinem Label Compact Künstler wie die Soulsängerin Mari Wilson oder das Model Virna Lindt. Viele Jahre war er zudem bei der BBC beschäftigt. In London leitet er die Riflemaker Galerie, in der er u.a. Werke von William S. Burroughs oder Yoko Ono ausstellte. Seit 2007 kuratiert er zudem ein internationales Programm für feministische Kunst.
Nach diversen Kunstbüchern ist "The Story of John Nightly" sein Debüt als Romanautor.

Textauszug


Büro von JC Enterprises, Carnaby Street, London W1.

Montag, 12. Januar 1966, 10.30 Uhr.

Über You Are Here! - Londons angesagtester Boutique - hat sich JC Enterprises einquartiert, eine der vielen jungen Firmen in der glänzenden neuen Musikszene der Hauptstadt. Ihr heißestes Eisen sind The Gloom aus Stanmore, die mit ihrer Debütsingle "Bethnal Green" auf EMIs neuem Label Mosaic hoch in den Charts stehen. Der Song, in dem es nach Aussage der Band "um die Gegend, in der wir aufgewachsen sind, das East End von London" geht, ist diese Woche auf Platz 39 in die Hitparade eingestiegen, nachdem der Piratensender Radio Caroline ihn fast nonstop gespielt hat.

Im schmalen Flur wartet ein junger Mann mit strohblondem Haar, einem blau-weiß gestreiften Schal und braunen Ledersandalen. Er steht im Begriff, in den Weltraum katapultiert zu werden. Kerzengerade aufgerichtet, die Arme verschränkt, während ein Fuß rasend wie ein Presslufthammer tappt, wirkt er angespannt; wie ein Schulabgänger, der auf seine Prüfungsergebnisse wartet. Schräg gegenüber klappert eine junge Aushilfssekretärin im wild gemusterten, meergrünen Minikleid auf einer der neuen Memo-Schreibmaschinen herum. Cornelias Aufgabe ist es, Tee zu kochen, so zu tun, als könnte sie tippen, und dekorativ zu sein. In der anderen Ecke frischt Sandra, oder "Sand", wie alle bei JCE sie nennen, lässig ihren rosa Nagellack auf.

"Bisschen wie beim Zahnarzt, oder?"

Der junge Mann blickte auf.

"Schon eine Tasse Tee bekommen?"

"... oh ... ja ... klar ... danke."

"Und ... möchten Sie noch eine?" Beiden Frauen war aufgetragen worden, sich gut um den potenziellen neuen Kunden zu kümmern.

"... im Augenblick ... brauche ich nichts, danke." Der Junge stellte die Beine nebeneinander und faltete seinen Schal neu.

Dies ist London. Swinging oder auch Stinging London, je nach Blickwinkel. Wenn man mit einem Blick zufrieden ist. Denn um es zu begreifen - es wirklich zu erfassen , London genau jetzt, in genau diesem Augenblick -, musst du es wirklich erfahren. Hier sein. Denn hier sein heißt glücklich sein. Das Glück ist überall. Auf dem Kopfsteinpflaster der Straßen und Höfe, in den Läden, die in sind, in den abgefahrenen Schaufenstern. In den tiefen Samtsitzen der neuen Nachtclubs von Chelsea, an den weiß gekalkten Wänden der schicksten Galerien von Mayfair. Selbst an alten, antiquierten Orten wie den Docks der Themse, dem Londoner Hafen, Westminster, der City und dem Zeitungszentrum Fleet Street. Wo die Zeitungen gedruckt werden, die uns jeden Tag erzählen, in was für einer fabelhaften Stadt wir leben. Die Menschen, die Uhren aufziehen und Geldscheine zählen, die Hafenarbeiter, Gepäckträger und Fahrer, die Schriftsetzer und die Vorpolierer in den Druckereien - sie alle gehören auch zu dieser swingenden Stadt.

Doch London ist nicht bloß das Wirtschaftszentrum der Welt; es ist jetzt auch das kulturelle Zentrum. Angesagt, cool. In London spielt die Musik. London ist "das Ding", der Zeitgeist, der Gedankengang, der Groove. Das, was du haben musst, was du packen oder schnallen oder checken musst. Um es wirklich zu begreifen. Wirklich . Um wirklich weiterzukommen.

Du musst dich nur einklinken. Und das tun die Leute. Denn im Augenblick ist anscheinend jeder, die ganze weite Welt, das Universum, vielleicht sogar der gesamte Kosmos auf dem Weg nach Swinging London.

"Dauert nicht mehr lange ..."

Cornelia tippte beim Reden weiter und hob den Blick kaum von den Tasten. Der Junge griff nach einer abgewetzten Ledertasche, machte sich zum Eintreten bereit.

"... okay ..."

Heutzutage sind die Menschen in der Hauptstadt groovy, ihre Klamotten sind groovy, ihre Einstellung ist groovy. Se

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