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Cover Der Private Abendtisch

Der Private Abendtisch

Roman

Erschienen 2014 bei Heyn, Kl.
Sprache: Deutsch
208 Seiten; 210 mm x 120 mm
ISBN 978-3-7084-0495-0

Langtext

Beeindruckend unaufdringlich und ohne laute Skandalrufe schildert Simone Schönett, wie nicht erinnerte sexuelle Gewalt seine zerstörerische Kraft erst nach einem halben Leben entfaltet, wie vermeintliche Sicherheiten in sich zusammenfallen, wenn verborgene Machtmechanismen mit leiser Wucht ihr Werk tun.

Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Schönett, Simone
Geboren 1972, lebt als freischaffende Schriftstellerin bei Villach/Österreich. Der Roman "Der Private Abendtisch" ist ihr fünfter Prosaband, Lyrik und Kurzprosa sind in diversen Anthologien und Zeitschriften erschienen. Die Autorin verfasst auch Hörspiele und Theaterstücke (etwa Zala. Drama in sieben Bildern / Drama v sedmih slikah, 2011, gemeinsam mit Harald Schwinger). Simone Schönett erhielt bereits zahlreiche Literaturpreise und Anerkennungen, zuletzt 2014 den Kärntner Lyrikpreis, und ist Kolumnistin von Liga, dem österreichischen Magazin für Menschenrechte, Mitbegründerin des Kunstkollektivs WORT-WERK und Mitglied der IG Autorinnen/Autoren sowie der Grazer Autorinnen/Autorenversammlung.

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Buchtipp von Tanja Zwiener

Wertung:

Simone Schönett traut sich etwas mit ihrem neuen Roman: Sie greift ein
Thema auf, dass wir alle gerne verdrängen möchten, weil die
Vorstellung so grauenvoll ist - sexueller Mißbrauch von Babys und die
schrecklichen Folgen für ein ganzes Leben.
Mari, der Hauptfigur, ist ES widerfahren, und nur ihr Körper erinnert
sich noch daran. Schönett beschreibt, wie Mari sich irgendwann diesen
Körpererinnerungen und der Vergangenheit stellen muss, um
weiterzuleben, auch wenn sie erst eine Vorstellung davon entwickeln
muss, wie das gehen soll - mit dieser verhängnisvollen Erfahrung, dem
Riß, der durch ihr Leben geht, weiterleben.
Schönett erzählt konsequent aus der Opferperspektive und lässt die
LeserInnen teilhaben an Maris Lebensweg: Leise, vorsichtig, subtil,
eindringlich und niemals effekthascherisch. Ein Roman, der (natürlich)
unter die Haut geht und all jenen zum Lesen empfohlen, die sich davon
nicht abschrecken lassen.

Buchtipp von Claudia Saxer-Gstättner

Wertung:

Rattenfängerhaft zieht einen die schöne Sprache in die Hölle der Ohnmacht, deren Bedrohung wir lieber ausblenden. Es reicht ja, wenn sie eigenmächtig über uns kommt - niemand kann Interesse daran haben, sich da freiwillig hinein zu begeben, verständlich das Tabu, das über ihr schwebt.
Janosch schreibt in seinem "Wörterbuch der Lebenskunstgriffe" Folgendes zum Begriff "Hölle": "Die Hölle ist gar nicht so weit weg, wie sie sagen. Sie fängt schon in der Wiege an. Du brauchst nicht einmal aus der Stube zu gehen. Und verdienen muß sie sich auch keiner, man bekommt sie schon mit der Geburt geschenkt."
Ich gehöre zu denen, die das nicht hören wollen.

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