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Cover Teufelskoller

Teufelskoller

Ein dämonischer Kriminalroman

Erschienen 2014 bei Haymon Verlag
Sprache: Deutsch
416 Seiten
ISBN 978-3-7099-3598-9

Kurztext / Annotation

Mord in der Lungauer Almidylle: Das passt Wotan Perkowitz gar nicht, immerhin sitzt er in der Almhütte seiner Tante, um endlich Ruhe für seine Abschlussarbeit zu haben. Doch anstatt sich seinen Studien zu widmen, kramt Wotan nun lieber in der Vergangenheit der Gegend herum. Dabei stößt er auf die Hinrichtung einer Hexe, die denselben Namen wie die Ermordete trug. Und bekommt es direkt mit dem Teufel zu tun. Mit trockenem Charme und Schlagfertigkeit begegnet der Städter Wotan Perkowitz den eigenwilligen Dorfbewohnern - ein Krimi voller Spannung und Humor, gewürzt mit einer ordentlichen Prise Dämonie!

Peter Wehle, 1967 in Wien geboren, ist der Sohn des 1986 verstorbenen Komponisten, Autors und Kabarettisten Peter Wehle. Der Musikwissenschafter und Psychologe stand von seinem fünften Lebensjahr an auf verschiedenen Konzertbühnen. Daneben zahlreiche Radio- und Fernsehaufnahmen sowie mehrere Veröffentlichungen als Autor. Bei HAYMONtb erschien im Frühjahr 2014 sein Wien-Krimi Kommt Zeit, kommt Mord.

Textauszug

Sonntag, 13. Juli 2008, 9.45 Uhr

Langsam begann Wotan wirklich an Wunder zu glauben, denn anders schien es ihm nicht erklärbar, dass er an einem Sonntagvormittag in unmittelbarer Nähe der Kirche auf Anhieb einen großen und sogar legalen Parkplatz fand.

"Guten Morgen, Wotan. Hast du dich wieder etwas erholt?"

"Jaja, Tante Agathe. Danke der Nachfrage. Und grüß Gott, lieber Herr Furm... oh, entschuldigen Sie vielmals, ich hab Sie mit jemandem verwechselt."

"Macht nix! Trotzdem auch grüß Gott."

"Ja, danke, ebenfalls."

Wotan wandte sich verdattert seiner Tante zu.

"Tante Agathe, ich hätte gedacht, dass ..."

"Wotan, ich bitte dich! Erstens würde der Bertl hier auf der wöchentlichen Dorftratschbörse mich - und auch sich - nie so in Verlegenheit bringen und demonstrativ neben mir stehen. Und zweitens dient der Bertl an einem Sonntagvormittag im Juli in seiner Küche und nicht dem Herrn in der Kirche, wobei manche Feinschmecker durchaus die Meinung vertreten, dass er in der Küche dem Herrn viel mehr dienen würde, so gut, wie er kocht! Aber das war jetzt blasphemisch! Entschuldige, mein lieber Neffe."

"Gerne, Tante Agathe. Und jetzt verrate mir noch, warum du wolltest, dass wir einander schon um 10 Uhr hier treffen, obwohl die Messe doch erst um 11 Uhr beginnt? Noch dazu sind so viele Leute hier, da können wir uns doch gar nicht miteinander ..."

"Eben deshalb, Wotan, eben deshalb! Wie schon gesagt, du siehst hier die örtliche Kommunikationszentrale - Sonntagvormittag, Kirchenplatz. Und nach der Messe geht's beim Frühschoppen in der Post weiter, aber für dich als befristeten Neo-Einheimischen reicht die Kirchenplatz-Einheit vollkommen. Also, wirf dich ins pralle Sankt Nepomuker Leben ... noch dazu, wo doch eh jeder auf dich neugierig ist. Ach übrigens, noch etwas ... ein Schulfreund von dir, ein gewisser Schurli, hat angerufen. So genau habe ich seinen Bericht nicht verstanden, aber er kommt dich auf jeden Fall besuchen. So, und jetzt ... ab mit dir in das Sankt Nepomuker Gesellschaftsleben!"

Auf den Schurli freute er sich, vielleicht würde der ihn wirklich besuchen. "Man wird sehen! - sprach der Blinde zum Tauben" ... das war einer ihrer Lieblingssprüche gewesen. Vor allem bei Professor Meyerer hatten sie ihn oft laut durch die Klasse gezischt, denn der Herr Professor hatte nicht nur zwölf Dioptrien, er konnte infolge einer Explosion, die ein blödsinniger Schüler im Chemielabor der Schule verursacht hatte, auch nur mehr sehr schlecht hören.

Aber lange hielt die Schurli-Vorfreude nicht an. "Da wär ich jetzt lieber beim Furmaier - dem Herrn, der mir Gerichte macht, als hier bei der Gerüchteschlacht", reimte Wotan mürrisch vor sich hin. Seine Laune sank mit jedem Schritt mehr in die Niederungen beginnender Depressionen, da er, kaum dass er sich von seiner Tante abgewandt hatte, von mehreren Seiten mit geflüsterten und mitten in der Formulierung abgebrochenen Bosheiten misshandelt wurde.

Doch plötzlich ... Ruhe!

Er musste lächeln. Offenbar war seine katholische Erziehung so tief in ihm verankert, dass er automatisch in das Innere der Kirche geflohen war. Und ganz falsch lag er mit diesem Fluchtreflex ja nicht, denn als sich seine Augen an die Dunkelheit gewöhnt hatten, sah er ... niemanden.

Himmlische Stille.

"Herr Perkowitz."

Wotan zuckte so erschrocken zusammen, dass sein Gegenüber ebenfalls unkontrolliert zurückwich.

"Na, des hab i jo net woll'n, Sie erschrecken! Na, wirklich net ... tuat ma lad! I wollt jo nur ... oiso ... griaß Gott sog'n."

"Aber nein, Sie haben mich nicht erschreckt ..." - Wotan blickte in ein zutiefst skeptisches Gesicht, "also, ja, gut, doch, ich geb's ja zu, ich bin halt sehr schreckhaft. Aber Sie können wirklich nichts dafür, Herr ..."

"I bin's do, der Kindsbauer! Vom Mohinger! Sie wer'n mi nimma kennan woll'n, wäu i wor ... oiso, mir wor'n jo wirklich net

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