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Cover Faule Marillen

Faule Marillen

Ein Wachau-Krimi

Erschienen 2015 bei Haymon Verlag
Sprache: Deutsch
272 Seiten
ISBN 978-3-7099-3652-8

Kurztext / Annotation

DER PFARRER - EIN SKELETT?
Ein schauerlicher Knochenfund reißt die friedliche Wachauer Gemeinde Klein Dürnspitz aus dem besinnlichen Advent. Schon bald ist klar, dass es sich bei dem Skelett um die Überreste des ehemaligen Ortspfarrers handelt. Der ist nämlich vor mehr als einem Jahrzehnt auf mysteriöse Weise verschwunden. Was wurde dem umtriebigen und weltoffenen Pfarrer zum Verhängnis?

EINE MAUER DES SCHWEIGENS
Major Paul Eigner soll als erfahrener Kriminalist Licht in die Angelegenheit bringen. Keine leichte Aufgabe, stößt er doch bei seinen Ermittlungen auf eine eisige Mauer des Schweigens. Als diese langsam zu bröckeln beginnt, bekommt die ländliche Idylle tiefe Risse: Gerüchte über ein uneheliches Kind des Pfarrers, der seinen weiblichen Schäfchen offenbar mehr als nur ein guter Hirte war, ein gewalttätiger Ehemann und die Anhänger einer katholischen Sekte halten den Major bei seiner Spurensuche enorm auf Trab.

SCHWARZER HUMOR VOM FEINSTEN UND VIEL LOKALKOLORIT
Es gärt heftig hinter den Kulissen der friedlichen Wachau! Und Lisa Lercher spinnt rund um den charakterstarken Major Paul Eigner einen äußerst spannenden und schwarzhumorigen Krimi.


'Wer hätte gedacht, dass es in der schönen Wachau so kracht im Gebälk. Lisa Lercher fängt die düster-nebelige Stimmung der Wachauer Vorweihnachtszeit perfekt ein. Krimi-Genuss pur!'

'Krimi-Unterhaltung vom Feinsten! Authentische Figuren, eine Geschichte, die bis zum Schluss spannend angelegt und sprachlich exzellent erzählt ist - absolute Leseempfehlung!'

Lisa Lercher, geboren 1965 in Hartberg/Steiermark. Studium der Erziehungswissenschaften in Graz, lebt seit 1989 in Wien. Neben ihrer Tätigkeit als Referentin im Bundesministerium schreibt sie seit 2001 Kriminalromane und Kurzkrimis, u.a. 'Die Mutprobe' (2006), der für den ORF/MDR verfilmt wurde. Zuletzt erschien 'Mord im besten Alter' (2013) bei HAYMONtb.

Textauszug


Es gab aufgeschnittenes Geselchtes und die Reste des Krautstrudels vom Mittagessen. "Wir haben ohne dich angefangen", sagte Hanni, als ihr Bruder, Major Paul Eigner, die Küche betrat.

"Ich bin aufgehalten worden, und dann war da auch noch ein Unfall auf der Autobahn und ich bin im Stau gesteckt."

Jackie begrüßte den Major mit Freudengeheul und versuchte, an ihm hoch zu springen. "Gib Ruh, du Flohbeutel", wehrte er ab. Sein Verhältnis zu Tieren war von seiner Seite her ein klares: Man hielt Abstand und ließ sich gegenseitig in Ruhe. Warum sich die meisten Hunde und Katzen nicht daran hielten, war ihm schleierhaft. Er schob Jackie mit dem Schuh zur Seite und setzte sich zu Hanni und seinem Enkel Simon an den Tisch. Der Bub war in ein Spiel auf seinem Nintendo vertieft. Das Gerät piepste in unregelmäßigen Intervallen. Eigner wuschelte dem Kleinen durchs Haar.

"Nicht!", wehrte sich das Kind. "Ich muss das vierte Level ..." Simon war dermaßen in sein Spiel vertieft, dass er nicht einmal den Satz zu Ende sprach.

"Der Vater hat sich schon niedergelegt. Dem tut der Fuß wieder so weh. Wahrscheinlich spürt er den Wetterumschwung", berichtete Hanni. Die Eltern der Geschwister hatten im oberen Stockwerk des Hauses gewohnt. Die Mutter war vor einigen Jahren gestorben. Der Vater, der schon ein Stück über achtzig war, hatte nur das Schlafzimmer behalten und hielt sich sonst im Haushalt seiner Tochter und des Schwiegersohns auf.

Eigner belegte eine Scheibe Schwarzbrot mit Fleisch. Er hatte in der Autobahnraststätte einen kleinen Kaffee getrunken und spürte nun ein leichtes Brennen in der Speiseröhre. Das Geselchte würde es bestimmt nicht besser machen. Er nahm sich vor, nachher einen Löffel Zucker zu essen. Das half meistens gegen sein Sodbrennen.

"Willst ein Mineral oder lieber einen G'spritzten dazu?"

"Hast ein Bier?" Er machte Anstalten aufzustehen. Jackie hockte neben dem Tisch und sah sehnsüchtig zu ihm auf. Ab und zu winselte sie fordernd.

"Lass nur", sagte Hanni und ging zum Kühlschrank. Der Hund folgte ihr. "Jackie, aus! Platz!" Hanni zog den Hund am Halsband zu dem Korb, den sie ihm als Schlafplatz eingerichtet hatte. "Noch einen Marillensaft, Simon?"

Der Bub reagierte nicht. Eigner stieß seinen Enkel mit dem Ellenbogen an. "Die Tante Hanni fragt dich was!"

"Nein, danke", antwortete das Kind wohlerzogen.

"Na, was hast heut angestellt?"

Hanni stellte Flasche und Glas auf den Tisch. "Mit den Buben war er wieder unterwegs. Ich glaub nicht, dass die die richtige Gesellschaft für deinen Enkel sind. Da sind ziemliche Rotzlöffel darunter, und die bringen unserem Simon sicher nichts G'scheites bei."

Eigner klopfte seinem Enkel auf die Schulter. "Ist es dir lieber, wenn er den ganzen Tag daheim vor dem Fernsehkastl hockt? Sind wir doch froh, dass er Freunde hat."

"Die Verena hat angerufen", wechselte Hanni das Thema. "Sie holt den Buben am Sonntag am Abend und wollte wissen, ob er nächstes Wochenende hier sein kann. Sie hat momentan so viel zu tun und muss auch am Feiertag arbeiten."

Eigner zuckte die Achseln. "Von mir aus", sagte er mit vollem Mund. "Ich hab meinen Resturlaub genommen und bin sowieso die meiste Zeit da." Im Grunde freute er sich, dass Simon so oft in seiner Nähe war. Als Verena, die Mutter des Buben, ein Kind gewesen war, hatte er wenig Zeit für die Familie gehabt. Vor allem, wenn ein Fall zu klären war, war er oft nächtelang im Büro geblieben und hatte seine Frau mit der Organisation des Familienalltags allein gelassen. Eigner hatte sich vorgenommen, es bei Simon besser zu machen, zumindest ein guter Großvater zu sein.

"Ich hab gesagt, dass ich dich erst fragen muss, ob du Zeit hast. Ich helfe nämlich am Feiertag bei den Vorbereitungen für den Weihnachtsbasar. Den Vater nehm ich mit. Der soll Holzperlen für die Rosenkränze auffädeln, dann ist er wenigstens beschäftigt. Außerdem müssen wir

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