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Cover Der König der Schweine

Der König der Schweine

Ein Kitty-Muhr-Krimi

Erschienen 2016 bei Haymon Verlag
Sprache: Deutsch
220 Seiten
ISBN 978-3-7099-3745-7

Kurztext / Annotation

VORSICHT, DIESE FRAU KANN JUDO! JUDO, NICHT YOGA Kitty Muhr wiegt ein bisschen mehr als ein durchschnittliches Magermodel, und sie ist auch sonst aus gröberem Holz geschnitzt. Sie raucht und trinkt und flucht, und sie mag Kerle. Richtige Kerle. Solche mit Haaren und keine Sackrasierer. Mit ihrer Polizeikarriere geht anfangs ebenso wenig weiter wie mit der lange ersehnten großen Liebe. Barkeeper Johnny aus der Bingobongobar, wo sie nahezu ihre gesamte Freizeit verbringt, ist es jedenfalls nicht. Dabei ist er groß, stark behaart und extrem männlich. EIN ERMITTLERDUO WIE KEBAB UND VEGGIE-BURGER Blöd nur, dass Kitty ausgerechnet einen Zwerg als Partner zugewiesen bekommt, als endlich ihre Beförderung durchgeht. Einen zugewanderten Kurden namens Ali Khan Kurtalan, der sein Heil in vollständiger Assimilierung sucht. Die beiden passen zusammen wie Kebab und Veggie-Burger: Sie fährt einen alten Benz, er fährt Rad; sie tritt Türen ein, er hält sie ihr auf. MORD IM VORSTADTWEIBER-MILIEU Als hintereinander die Leichen von drei jungen, gut aussehenden Afrikanern gefunden werden, tauchen Kitty und Ali ein in ein Milieu, das ihnen beiden gar nicht schmeckt. Alle drei Opfer wurden in einer Flüchtlingsunterkunft von ein paar gut situierten Vorstadtweibern der Wiener Gesellschaft betreut: verwöhnte, überforderte Frauen in der Mitte ihres Leben, die sich langweilen und sich lieber mit schwarzen 'Toyboys' amüsieren, anstatt sich um ihre eigene missratene Brut zu kümmern ... 'Manfred Rebhandl rockt. Im Grunde kenn ich keinen, der so unverblümt schreibt, ehrlich, mutig, grad raus -?und irrsinnig komisch! Rebhandl war für mich schon Kult, da hab ich noch gar nicht selber ans Schreiben gedacht, und ich kann nur sagen: LESEN!' THOMAS RAAB

Manfred Rebhandl, geboren 1966, lebt als Autor in Wien. Er schreibt Krimis, Drehbücher, Theaterstücke und Reportagen, u. a. für den WIENER und den Standard. Seine Biermösel-Krimis rund um einen kriminalistisch ziemlich unbegabten Ausseer Gendarmen sind Kult. Zuletzt trieb Rebhandls schräger Ermittler Rock Rockenschaub am Wiener Brunnenmarkt sein Unwesen. 'Das Schwert des Ostens', der erste Teil der Rockenschaub-Serie, wurde 2012 mit dem Leo-Perutz-Preis ausgezeichnet und mit Gregor Seberg auf die Theaterbühne gebracht. 'Der König der Schweine' ist der Auftakt zu einer brandneuen Krimireihe, in der die sympathisch grob gestrickte Sonderermittlerin Kitty Muhr mit Unterstützung ihres kurdischen Partners Ali Khan Kurtalan auf die Jagd geht: nach Mördern und nach der großen Liebe.

Textauszug

3

Mein Boss war letzten Winter achtundfünfzig geworden. Er war Asket, aber nicht, was Zigaretten und Whiskey anging. Er rauchte ständig, obwohl man in Amtsgebäuden nicht mehr rauchen durfte, aber ihm war das scheißegal. Ich hatte ihn sogar im Verdacht, dass er mit einer Zigarette im Mund duschte. Allerdings duschte er nicht besonders oft, diesen Verdacht hatte ich auch. Er war sehnig und dürr. Seine braune Anzughose, die alt und verknittert war, hing ihm ohne Gürtel an der schmalen Taille. Wie jeder schwere Alkoholiker hatte er keinen Arsch in der Hose, alles an ihm war nur noch klapprig. Sein Gesicht? Jemand musste einer alten Elefantenkuh den Arsch abgezogen und ihm dort hingeklebt haben. An guten Tagen sah das gar nicht mal schlecht aus, an schlechten aber schon. Die schlechten Tage häuften sich, auch bei ihm. Sein Wesen war das eines grummeligen, schlecht gelaunten, stark behaarten Arschlochs. Leider hatte ich ein Faible für Arschlöcher, nur die vielen Haare in den Ohren mochte ich auch bei Arschlöchern gar nicht. Es gab Tage, da hätte ich mich von ihm besteigen lassen, gleich bei ihm im Büro, zwischen Tür und Angel. Und weil ich ein nettes Mädchen war, hätte ich ihm sogar dabei geholfen, denn Hilfe würde er dabei sicher brauchen.

Weil er mal bei dieser Sondereinsatztruppe war, die mit voller Schutzbekleidung und Helm am Kopf eine Hauswand hinaufklettern und herunterlaufen konnte, je nachdem, sah er sich selbst als harten Kerl. Diese Truppe befehligte er sogar mal, bis ihm einer ins Knie schoss, der übrigens kein Ausländer war. Wie das passieren konnte, das versteht er bis heute nicht. Seither humpelt er, wenn er geht, und wenn er sitzt, dann trinkt er sich in seinem Büro den Frust von der Seele. Dabei betrachtet er meistens ein Foto an seiner Wand, das eine kniende, gefesselte schwarze Frau zeigt, die vollkommen nackt ist und dabei so aussieht, als wäre sie ein Tisch. Ein weißer Typ in Uniform steht hinter ihr und stellt sein Whiskeyglas auf ihren Arsch, während er ihr die Peitsche gibt. In vielen einsamen Stunden träumte er wohl davon, dass dieser Typ er sein könnte. Und manchmal träumte ich davon, dass dieser Tisch ich wäre.

Ich wollte zusammenpacken und noch das Grab meines Vaters besuchen, denn ich war schon länger nicht mehr dort gewesen. Mein Vater hatte mich bei der Polizei untergebracht, nachdem ich lange genug darum gebettelt hatte. Er soff am meisten von allen Bullen, was meine Mutter hasste, und er hatte ständig andere Frauen, was sie noch mehr hasste. Irgendwann zog er bei uns zu Hause aus und in eine kleine Wohnung, dort soff er weiter und traf seine Frauen, die meine Mutter Nutten nannte. Vor einem Jahr sagte ihm ein Arzt, dass er Zucker habe, und wenn er so weiter trinke, dann müsse er ihm ein Bein abschneiden. Vor sechs Monaten war es dann so weit und er säbelte ihm ein Bein ab, denn er wollte nicht damit aufhören, und wahrscheinlich konnte er auch nicht mehr. "Dann brauchst du mir wenigstens nur noch alle zwei Jahre ein Paar Socken zu Weihnachten schenken!" Das war es, was ihm dazu einfiel, nachdem mir zu Weihnachten nie etwas anderes eingefallen war, als ihm Socken zu schenken. Drei Monate später war er tot, und ich konnte ihm nie wieder etwas schenken. Ich habe in meinem Leben keinen Mann öfter betrunken gesehen als meinen Vater, und keiner behandelte Frauen schlechter als er. Sobald eine Gefühle für ihn zeigte, wollte er nichts mehr von ihr wissen. Aber er sah dabei auch verdammt gut aus. Kann also sein, dass ich da ein Problem habe. Ich suchte ein dauerbetrunkenes, immer lächelndes, verdammt gut aussehendes Arschloch, das meinem Vater ähnlich war. Meine Zukunft sah also, was das anging, nicht sehr rosig aus. Meine Gegenwart war allerdings auch nicht so prickelnd.

Ich stand schon in der Türe zu meinem Büro, als Bonner zurückkam und mich in Empfang nahm. Er war überraschend gut gelaunt und fragte: "Muhr! Wie alt bist du eigentlich? Nächstes Jahr vier

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