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Cover Wittgenstein

Wittgenstein

Eine Familie in Briefen

von Brian McGuinness; Radmila Schweitzer; Sonstiger Urheber: Maria Concetta Ascher

Erschienen 2018 bei Haymon
Sprache: Deutsch
350 Seiten
ISBN 978-3-7099-3861-4

Kurztext / Annotation

language="ger">INTIME EINBLICKE: LUDWIG WITTGENSTEIN UND SEINE FAMILIE. WAGEN SIE EINEN BLICK HINTER DIE SALONTÜREN DER FAMILIE WITTGENSTEIN! Die Familie Wittgenstein zählte zu den GESELLSCHAFTLICH BEDEUTENDSTEN FAMILIEN DES 20. JAHRHUNDERTS. Aus der wohlhabenden Industriellenfamilie ging etwa der PHILOSOPH LUDWIG WITTGENSTEIN hervor, sein Bruder Paul wurde - trotz des Verlusts seines rechten Armes im Krieg - zum gefeierten Pianisten. Familienvater Karl Wittgenstein förderte als engagierter und großzügiger Mäzen unter anderem die Künstler der WIENER SECESSION und der WIENER WERKSTÄTTE. Im Palais Wittgenstein verkehrte die INTELLEKTUELLE UND KÜNSTLERISCHE ELITE EUROPAS. Bekannte Namen wie PAUL ENGELMANN, LUDWIG HÄNSEL und RUDOLF KODER gehörten zum engeren Freundeskreis. EINTAUCHEN IN DEN KOSMOS VON LUDWIG WITTGENSTEIN In diesem philosophisch und künstlerisch anregenden Klima wuchs Ludwig Wittgenstein auf. Später wurde er zu EINEM DER BEDEUTENDSTEN PHILOSOPHEN SEINES JAHRHUNDERTS. Sein 'Tractatus logico-philosophicus' und seine 'Philosophischen Untersuchungen' prägen bis heute ganze Denkschulen. Welche GEDANKEN LUDWIG WITTGENSTEINS begannen im Kreise seiner Familie zu sprießen und wurden LEIDENSCHAFTLICH DISKUTIERT? Was brachte ihn schließlich dazu, dem GLANZ SEINER REICHEN FAMILIE DEN RÜCKEN ZU KEHREN und sich dem 'einfachen Leben' als Volksschullehrer in der österreichischen Provinz zuzuwenden? EINE AUßERGEWÖHNLICHE FAMILIEN- UND IDEENGESCHICHTE IN BRIEFEN Ein vertrauliches Zeugnis von Ludwigs Werden als Mensch und Philosoph geben die TEILS ERSTMALS VERÖFFENTLICHTEN BRIEFE UND FOTOGRAFIEN der Wittgensteins. Der Briefwechsel zwischen Ludwig und seinen Geschwistern zeigt DIE MANCHMAL ERBARMUNGSLOS EHRLICHE ART DES PHILOSOPHEN und gibt Aufschluss über den FAMILIÄREN EINFLUSS AUF LUDWIG WITTGENSTEINS PHILOSOPHIE. Darüber hinaus führt er die tiefgreifenden Auswirkungen der UMBRÜCHE DES 20. JAHRHUNDERTS auf das Haus Wittgenstein lebendig vor Augen. Mit einem AUSFÜHRLICHEN VORWORT von Wittgenstein-Biograf Brian McGuinness und EXKLUSIVEN AUSZÜGEN AUS DER UNTERHALTSAMEN 'NONSENSE COLLECTION' DER BRÜDER LUDWIG UND PAUL.

BRIAN McGUINNESS, geboren 1927 in Wales, ist Philosoph und Wittgenstein-Experte. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Geschichte der Analytischen Philosophie und der Wissenschaftlichen Philosophie sowie die österreichische Kulturgeschichte des 19. und 20. Jahrhunderts. Er übersetzte Ludwig Wittgensteins 'Tractatus logico-philosophicus' und 'Prototractatus' (beide gemeinsam mit David Pears) und schrieb die Biografie 'Wittgenstein. A Life. Young Ludwig. 1889-1921' (1988). Er ist Herausgeber mehrerer Publikationen zu Ludwig Wittgenstein. RADMILA SCHWEITZER, geboren in Ruse/Bulgarien, studierte Musikwissenschaft und Philosophie an den Universitäten von Prag und Kopenhagen. 2014 gründete sie gemeinsam mit weltweit führenden Wittgenstein-Forschern und Mitgliedern der Familie Wittgenstein die Wittgenstein Initiative in Wien.

Textauszug

language="ger">Einleitung

Vielen gilt Ludwig Wittgenstein selbst als Rätsel - nicht zuletzt, wenn er sagt: " Das Rätsel [der Welt] gibt es nicht" ( Tractatus 6.5). Der Schlüssel zu wenigstens einem der Schlösser an diesem Rätsel findet sich in einem Begriff, an dem Wittgenstein nicht zufällig viel lag, nämlich in dem Begriff der Familienähnlichkeiten. Man versteht ihn besser, wenn man gar nicht erst versucht, die Schnittmenge der ihn definierenden Klassen ausfindig zu machen, sondern eine Reihe von Merkmalen bestimmt, die - unterschiedlich verknüpft - im Rahmen einer ganzen Gruppe vorkommen, im gegenwärtigen Fall exakt im Rahmen seiner Familie, insbesondere seiner Brüder und Schwestern. Dabei handelt es sich um eine Familie, der es aufgrund ihres Reichtums, aber auch aufgrund ihres Selbstvertrauens als Gruppe gelang, ihre eigene Welt zu schaffen mitsamt eigenem Versorgungssystem, eigenen Werten und eigener Klientel (im altrömischen Sinn der clientela ). Dabei wurden Personen jeden Standes - Maler, Musiker, Studenten, Freunde und Bekannte jeglicher Couleur - eingeladen, beschützt, angestellt, unterstützt, mit einem Wort: einverleibt. Wittgenstein führte seine Freunde - unter anderem Engelmann, Hänsel und Koder - in diesen Kreis ein, und im Regelfall wurden sie zu Freunden und Schützlingen aller Angehörigen. Er selbst schloss dort Freundschaften, die sozusagen bereits angebahnt waren, und wenigstens einmal fand er in diesem Kreis eine geliebte Freundin. Er war zwar kein Anhänger eines bestimmten Glaubens, wohl aber ein Wittgenstein. Hier stieß er auf das von ihm selbst mitentwickelte Ethos des Immer-den-schwierigsten-Weg-Wählens, die (im Fall naher Verwandter besonders ausgeprägte) Unduldsamkeit gegenüber allem, was als moralische Schwäche wahrgenommen wurde. Einer von Wittgensteins Neffen formulierte es im Gespräch mit dem Autor so: "Die ältere Generation machte nicht einmal vor dem Gewissen der anderen Person Halt." Potenzielle Schwächen mochten zwar anerkannt werden, aber es fiel diesen Wittgensteins schwer, einzusehen, dass die Klarstellung der Defizite des anderen womöglich nicht ausreichte, um ihn zur Besserung zu bewegen. Von dieser Art war auch das "Kopfwaschen", das Margarete Stonborough (bzw. Gretl - um den von Ludwig gebrauchten Namen zu verwenden) ihrem Bruder Paul und zweifellos vielen anderen angedeihen ließ. Wenn man schließlich doch mit jemandem brechen musste, weil er sich für den leichten - den bequemen, eigennützigen oder auch nur einleuchtenden - Weg entschieden hatte, gab es darüber nichts weiter zu sagen als ein gewisses "Ach ja".

Eine strenge Welt also, über deren Eingangstor ein Schwert schwebte, aber dennoch war es ein Garten Eden, der sich durch Wärme, Zuneigung, Vertrauen und Teilnahme auszeichnete. Das waren die positiven Aspekte der manchmal verletzenden Direktheit. Außerdem wirkte alles ungezwungen und natürlich, oder es wurde entsprechend arrangiert. (Schlichtheit war das Ideal.) Das war ein erlesenes moralisches Universum, aber daneben war es auch noch vieles andere, und wer zugelassen wurde, war normalerweise sofort davon fasziniert. Wie viele wurden - wie etwa Frank Ramsey - zu Bewunderern Gretls! Wie viele fanden - wie Desmond Lee - auf dem Familiengut Hochreit eine Gastfreundschaft, die an viktorianische Zeiten erinnerte! In die gleiche Kategorie gehört, dass eine zufällige, bei einer Eisenbahnfahrt erfolgte Begegnung mit Wittgenstein Gilbert Pattisson zu der Überzeugung brachte, er sei einem ungewöhnlichen Menschen begegnet.

Die moralische Grundlage dieses Universums war nichts vom Geistigen, Kulturellen, Künstlerischen Verschiedenes. Der Geschmack kam nicht nach dem moralischen Empfinden, sondern er gehörte wesentlich dazu. Gemälde, Möbel, Zeichnungen und vor allem die Musik waren Äußerungen eines einzigen Ideals. Zeichnungen konnten ehrlich, Gemälde ethisch sein; da

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