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Cover Alles außer fern

Alles außer fern

Wie ich mich (fast unfallfrei) integriert habe - und die anderen auch

Erschienen 2019 bei Haymon
Sprache: Deutsch
208 Seiten
ISBN 978-3-7099-3896-6

Kurztext / Annotation

EINE RUSSIN ALS DEUTSCHTRAINERIN IN DEN BERGEN: DER INSPIRIEREND-HEITERE ERFAHRUNGSBERICHT EINER ENGAGIERTEN FRAU.

RAUS AUS DER PULSIERENDEN METROPOLE MOSKAU, HINEIN IN DIE BESCHAULICHE TIROLER PROVINZ
Diesen Schritt wagte die russische Germanistin Ksenia Konrad. Wie es ist, sich AN EINEM FREMDEN ORT ZURECHTZUFINDEN, exotisch anmutende Gepflogenheiten richtig deuten zu lernen und den anfangs unverständlichen Dialekt zu enträtseln - davon kann Ksenia Konrad ein Lied mit vielen Höhen und Tiefen singen. Hinter jeder Ecke lauert eine neue AUSNAHME VON DER REGEL. Und heißt es jetzt eigentlich PLUSQUAMPERFEKT oder MINUSQUAMPERFEKT? Alles halb so schlimm, beweist Ksenia Konrad: Heute arbeitet sie selbst als DEUTSCHTRAINERIN FÜR MIGRANTINNEN und hilft anderen dabei, SPRACHE ALS SCHLÜSSEL FÜR DIE TÜR ZUR NEUEN HEIMAT zu entdecken.

ERFOLGSREZEPT HERZ UND HUMOR: MIT EINER NEUEN SPRACHE IN EIN NEUES LEBEN FINDEN
Unkonventionell und ermutigend: Ksenia Konrad ist EINE TATKRÄFTIGE FRAU, DIE ETWAS ZU ERZÄHLEN HAT - schließlich kennt sie die Gefühlsskala beim Transfer in eine neue Kultur selbst nur zu gut. Mit viel HERZ UND HUMOR entlockt sie selbst aussichtslos scheinenden Situationen EINE PORTION HEITERE UND MOTIVIERENDE LEBENSPHILOSOPHIE. In ihrem INSPIRIERENDEN BUCH berichtet sie schwungvoll und erhellend von ihrer eigenen Lebensgeschichte und von ihrer Arbeit mit MigrantInnen.

KSENIA KONRAD wurde 1981 in Ryazan/Russland geboren, studierte Germanistik und Philologie und lebte lange Zeit in Moskau. Vor 11 Jahren zog sie nach Tirol und musste lernen, sich in einer völlig fremden Umgebung zurechtzufinden. Den Kopf in den Sand zu stecken, kam nicht in Frage, Willensstärke und Humor hingegen ließen Ksenia Konrad in der neuen Heimat Fuß fassen. Mittlerweile ist sie es, die schwungvoll und engagiert MigrantInnen und Menschen auf dem zweiten Bildungsweg hin zum (fast) perfekten Deutsch begleitet.

Textauszug

Dativ, die Zweite. Oder: Internationaler Frauentag

Der Dativ übt sich am effektivsten, wenn man etwas mit jemandem teilt, am besten Freude oder positive Emotionen. Und wenn es die nicht gibt, dann ein Stück Kuchen.

Heute ist der 8. März, der Internationale Frauentag. Dieser Feiertag entstand als Initiative sozialistischer Organisationen in der Zeit um den Ersten Weltkrieg im Kampf um die Gleichberechtigung. Auf Vorschlag der deutschen Sozialistin Clara Zetkin wurde der erste Frauentag am 19. März 1911 gefeiert. Am 8. März des Jahres 1917 kam es in Sankt Petersburg (dem damaligen Petrograd) zur Revolution, die aufgrund des zu diesem Zeitpunkt im Zarenreich noch verwendeten julianischen Kalenders auf den 23. Februar fiel und deshalb Februarrevolution heißt. Ein paar Jahre später wurde in Moskau der 8. März als internationaler Gedenktag ausgerufen, um die Rolle der Frauen in der Februarrevolution zu würdigen. Seitdem wird dieser Tag in Russland groß gefeiert: Erstens hat man an dem Tag frei, zweitens bilden die Frauen laut Statistik die Mehrheit der russischen Bevölkerung, drittens kann jeder, der einen Blumenladen besitzt, ausgerechnet an dem Tag seinen Jahresumsatz machen. Jeder Mann, der an diesem Tag ohne Blumenstrauß nach Hause kommt, verurteilt sich selbst zum Tode. Schon im Kindergarten üben die Jungen fleißig die Lieder und Gedichte für ihre Mütter und alle Mädchen, ihre potenziellen Ehefrauen. Sie wissen ganz genau, dass sie nicht nur etwas vorsingen, sondern etwas für sie basteln und ihnen Blumen schenken müssen. Ab der Volksschule wird der Staffelstab vom weiblichen Lehrpersonal übernommen, um den Jungs die Gewohnheit, Blumen zu schenken, weiter anzutrainieren. Spätestens im Alter von sechzehn Jahren ist das Blumen-schenken-Gen beim männlichen Teil der russischen Bevölkerung so gut programmiert, dass keine Steuerung von außen mehr nötig ist: Der Selbstschutzinstinkt führt alle Männer am 8. März ins Blumengeschäft. Dieser Tag wird bei den Männern genauso groß gefeiert wie bei den Frauen. Meistens fangen die Groß- und Kleinbetriebe schon einen Tag vor dem eigentlichen Feiertag und noch vor Arbeitsbeginn an zu feiern, damit man sich am Feiertag vom Feiern erholen kann.

Am 8. März geht es heutzutage ums Schenken: Man schenkt Blumen und Aufmerksamkeit. Schenken ist wie geben , geben entspricht dem lateinischen dare und der Dativ kommt von diesem dare . Im Russischen entspringen das Wort für Geschenk - podarok - und das Verb schenken - darit' - der lateinischen Sprache.

Info für die Muttersprachler:

Der Dativ gehört in der Grammatik zu den Kasus. Die Funktion des Dativs ist es, den Empfänger des Gegebenen zu bezeichnen. Den Dativ verwenden wir nach bestimmten Verben und Präpositionen. Die Kontrollfragen lauten Wem? oder Was? Wenn wir die Begriffe Gabe oder Begabung näher betrachten, dann wird uns klar, dass es bei diesen Wörtern ums geben geht.

Blumen gehören in Russland zum 8. März wie das Bier zum Oktoberfest, der Krampus zum Nikolausumzug, die Ziachkiachl mit Kraut zum Weihnachtmarkt in Tirol, der Stau zum autofreien Tag im Außerfern - und selbstgebackener Kuchen zu jedem anderen Anlass, zumindest in unserer Ortschaft. Ob zum Geburtstag, auf dem Flohmarkt oder am Elternsprechtag in der Schule: Ein selbstgebackener Kuchen gehört einfach dazu. Wenn Ausländer hier Teil der Kultur und Gesellschaft werden wollen, dann sollten sie selbst einen Kuchen backen und ihn mitnehmen, egal wo sie hingehen. Kuchen bedeutet für mich feiern und sich freuen. Was wohl am Elternsprechtag gefeiert wird, ist mir immer noch ein Rätsel. Es ist wahrscheinlich so: Wenn du ein braves Kind hast, mit dem das System zufrieden ist, dann kaufst du dir ein Stück Kuchen als

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