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Cover Polt - Die Klassiker in einem Band

Polt - Die Klassiker in einem Band

Erschienen 2012 bei Haymon Verlag
Sprache: Deutsch
552 Seiten
ISBN 978-3-7099-7407-0

Kurztext / Annotation

Mit seinen Romanen rund um Simon Polt hat Alfred Komarek österreichische Krimi-Geschichte geschrieben. Nun liegen die ersten vier Polt-Krimis gesammelt in einem Band vor - von Polt muß weinen, dem ersten Fall des Weinviertler Kult-Gendarmen, bis zu seinem Abschied aus dem Gendarmeriedienst in Polterabend. Zudem gibt es im Buch einen Weinviertel-Reiseführer auf den Spuren der Polt-Verfilmungen. Und nicht nur das: Als Draufgabe darf man auf eine neue, bislang unveröffent-lichte Polt-Kurz-geschichte von Alfred Komarek gespannt sein. Ein Muss für alle Polt-Fans und jene, die es noch werden wollen!

Alfred Komarek, geboren 1945 in Bad Aussee, lebt in Wien. Zahlreiche Bücher, u.a. fünf Kriminalromane um Inspektor Simon Polt (vier davon verfilmt). Vielfach ausgezeichnet, u.a. mit dem Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels (2011). Bei Haymon zuletzt: Zwölf mal Polt (2011). www.alfred-komarek.at

Textauszug


Die Leiche im Keller

Albert Hahn lag da, als wolle er im Toten Meer den toten Mann spielen. Die Dunkelheit des unbeleuchteten Weinkellers trug sachte den schweren Körper, und nur die Wölbung eines sehr dicken Bauches ragte ins diffuse Licht, das von der Kellerstiege kam.

Gendarmerieinspektor Polt sah auf den ersten Blick, wer da unten lag. Das Tote Meer hingegen kannte er nur vom Hörensagen. In einer Illustrierten hatte er einmal ein Foto gesehen, das einen älteren Mann in schwarzer Badehose zeigte, der sich, auf dem Rücken liegend und offensichtlich schalkhaft aufgelegt, vom salzigen Wasser tragen ließ. Inspektor Polt lächelte unwillkürlich, als er sich an die Bildunterschrift erinnerte: Wahrscheinlich kann er auch mit den Ohren wackeln und andere Dinge, die Enkel erfreuen. Energisch wischte er sich die ungehörige Heiterkeit aus dem Gesicht, ließ die Stablampe aufleuchten und entzauberte die Szene. Plötzlich war der dicke Mann da unten einfach tot, schrecklich tot.

Dr. Eichhorn, der alte Gemeindearzt, war da, zwei Kellernachbarn standen stumm und hölzern neben ihm, und eine Dunstwinde blies surrend durch einen dicken Schlauch die angesaugte Kellerluft ins Freie.

"Gärgas?" fragte der Inspektor.

Der Gemeindearzt hob ein wenig die kurzen Arme und drehte die fleischigen Handflächen nach oben, dann ließ er sie fallen. "In unserer Gegend der Vierte seit Mitte September", sagte er verdrossen. "Leichtsinn, verdammter. Es gibt keine Unklarheiten. Habe den Totenschein schon ausgestellt." Der Arzt schaute ernst und irgendwie zornig zur Kellertür. "Diesmal hat es allerdings den Richtigen erwischt."

Inspektor Polt hob den Kopf und warf dem Doktor einen verweisenden Blick zu. Er sagte aber nichts, weil er nur zu gut wußte, was gemeint war.

"Ich habe ihn gefunden", erzählte der eine Kellernachbar ungefragt, ein langer, dürrer, faltiger Mensch, der irgendwann um die siebzig aufgehört hatte, noch älter zu werden. "Ich bin hinübergegangen, weil ich mich gewundert habe, was er so lange im Keller treibt. Er war ja sonst immer nur ein paar Minuten unten, hat ein paar Flaschen geholt und war auch schon wieder weg."

"Und heute?" fragte der Inspektor beiläufig.

Der Nachbar putzte umständlich die Gläser seiner klobigen Krankenkassenbrille. "Vielleicht zehn Minuten", sagte er dann. "Ich habe erst noch zugewartet, weil ich nichts mit ihm zu tun haben wollte, du weißt ja, Simon."

Simon Polt, der mit Friedrich Kurzbacher seit Ewigkeiten befreundet war, nickte wortlos.

"Dann bin ich in den Keller, ohne viel aufzupassen, weil ja keine Fässer unten liegen. Da habe ich schon das Gärgas gespürt, bin gerade noch heraufgekommen, bin zum Karl gerannt, mit angehaltener Luft sind wir beide noch einmal hinunter, haben den Albert ein Stück zum Ausgang geschleift und ihn dann liegen lassen, weil wir nicht mehr konnten. Dann habe ich den Dr. Eichhorn angerufen, aus der Telefonzelle im Dorf, und der Karl hat einstweilen seine Dunstwinde herübergebracht, damit man hinunter kann."

"Ja", fügte der Angesprochene trocken hinzu, "aber es war alles zu spät."

"Und das Gärgas? Von einem Nachbarkeller?" fragte Inspektor Polt.

"Ja, wahrscheinlich", sagte Karl sachlich und schaute seinem Nachbarn ins Gesicht. "Von einem von uns."

Der Gendarm, an die zwei Meter groß, doch ein wenig dicklich, als wäre es ihm nie gelungen, den Babyspeck loszuwerden, fühlte ein lästiges, fast schmerzhaftes Unbehagen in sich hochsteigen, obwohl er auch daran dachte, daß dieser Todesfall in Brunndorf, nein, in der ganzen Gegend, tiefe Befriedigung auslösen würde. Schweigend schaute er sich um. An sich mochte er Preßhäuser, und Weinkeller mochte er noch mehr: eine karge, archaische Arbeitswelt und glei

Beschreibung für Leser

Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Alfred Komarek, geboren 1945 in Bad Aussee. Autor zahlreicher Bücher, in denen er sich als literarischer Wegbegleiter durch österreichische und europäische Kulturlandschaften erweist, aber auch als Essayist und Erzähler. Gestaltung von Features und Feuilletons, Drehbüchern und Dokumentationen fürs Fernsehen. Seine Krimis der Polt-Serie schafften alle den Sprung in die Bestseller-Listen und wurden für das Fernsehen verfilmt, ebenso seine Roman-Tetralogie, die im Salzkammergut spielt. 2011 wurde Alfred Komarek mit dem "Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln" ausgezeichnet.
Der Autor lebt als freier Schriftsteller in Wien, Bad Aussee und Niederösterreich.

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