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Cover Die Schattenuhr

Die Schattenuhr

Roman

Erschienen 2012 bei Haymon Verlag
Sprache: Deutsch
208 Seiten
ISBN 978-3-7099-7431-5

Kurztext / Annotation

Der ehemalige Chefredakteur Daniel Käfer geht nach schönen und erkenntnisreichen Wochen im Ausseerland (nachzulesen in 'Die Villen der Frau Hürsch') schweren Herzens daran, das Salzkammergut zu verlassen, um sich in Wien wieder ernsthaft seinem Berufsleben zu widmen. Doch schon in Hallstatt ist die Reise zu Ende. Er trifft auf Bernd Gamsjäger, der mit poetischen wie auch abenteuerlichen Ideen für neue Akzente im Tourismus sorgt.
Die Bekanntschaft mit dem jungen Mann und seiner Mutter führt zu dramatischen Ereignissen, die Daniel Käfer immer tiefer in die einzigartige Atmosphäre dieser engen, dunklen Welt am See hineinziehen. Auch in deren berühmte Vergangenheit rund um die urzeitliche Salzgewinnung. In der Tiefe der Zeit und in der Tiefe des Salzberges vollzieht sich eine spannende Geschichte zwischen archäologischen Abenteuern, Männerritualen und Frauen, die beschädigte Helden pflegen ...

Alfred Komarek, geboren 1945 in Bad Aussee, lebt als freier Schriftsteller in Wien, schreibt u.a. Reisereportagen, Essays und Erzählungen sowie Arbeiten für Hörfunk und TV (ORF, BR, HR). Zahlreiche Bücher, darunter mehrere Landschaftsbände, u.a. über das Salzkammergut, das Ausseerland, das Weinviertel, das Ötztal, die Lagune von Venedig. Kinderbücher und vier inzwischen verfilmte Kriminalromane um Inspektor Simon Polt. Zahlreiche Auszeichnungen, u.a. Glauser-Preis für den besten Krimi 1998 und Romy für das beste Drehbuch 2002 (gemeinsam mit Julian Pölsler) für 'Polt muß weinen'. Bei Haymon zuletzt erschienen: Die Daniel-Käfer-Romane 'Die Villen der Frau Hürsch'. Roman (2004), 'Die Schattenuhr'. Roman (2005), 'Narrenwinter'. Roman (2006), 'Spätlese'. Texte aus vier Jahrzehnten (2007), 'Doppelblick'. Roman (2008), 'Polt.' Kriminalroman (2009, ausgezeichnet mit dem Goldenen Buch für über 25.000 verkaufte Exemplare), 'Zwölf mal Polt' (2011), 'Polt - Die Klassiker in einem Band' (2012) sowie der Band 'Semmering' in seiner neuen Reihe 'Österreich von innen' (2012).

Textauszug

1

Die Nacht wusste nichts mehr anzufangen mit Daniel Käfer, doch der Tag wollte ihn noch nicht haben. So fand er sich in brüchiger Dunkelheit wieder, umgeben von Gerüchen, Geräuschen und Bildern, die er nicht deuten konnte.

Er wollte zurück in den Schlaf, verkroch sich in der Wärme des Bettes. Vom offenen Fenster her strich kühle Luft über sein Gesicht, Herbstluft. Aber es war doch eben erst Sommer gewesen, Sommer und noch einmal Sommer ...

Käfer fröstelte und wachte nun, ohne die Augen zu öffnen, wirklich auf. Er dachte daran, dass dies für lange Zeit sein letzter Morgen im Salzkammergut war. Es gab für ihn keinen vernünftigen Grund, hier zu bleiben, nicht einmal einen unvernünftigen. "Sabine", murmelte er in den Polster, "Sabine, du unerbittliche Hüterin meines Fortkommens und meines Wohlergehens. Ich werde es schon noch lernen, dich dafür zu hassen." Er drehte sich auf den Rücken, öffnete die Augen und erkannte im Halbdunkel vertraute Konturen. Für mehr als sieben Wochen hatte er das kleine Zimmer im Bauernhaus der Familie Schlömmer in Sarstein bewohnt. Wie eine freundliche Höhle war es um ihn gewesen.

"Zu freundlich", hatte Sabine eines Tages gesagt, "das wahre Leben sieht anders aus. Und wer sich ihm nicht stellt, ist ein Versager. Hinaus in die Welt mit dir, Daniel!" Dann hatte sie ihn mit energischer Sorgfalt geküsst und in ihren Augen war jener Ausdruck liebevollen Tadels gewesen, den Käfer nur zu gut kannte und der ihn so sehr ärgerte, dass er immer wieder darauf vergaß, sich zu wehren.

Außerdem war es wohl wirklich klüger, endlich aktiv zu werden, statt Träumen und Erinnerungen nachzuhängen. Er brauchte neue Aufgaben, Herausforderungen, denen er sich einigermaßen lustvoll stellen konnte, eine berufliche Zukunft, die zu ihm passte.

Unwillig verließ er das Bett, ging zum Spiegel, schaute in sein zerknittertes Morgengesicht und fuhr mit den Fingern durchs Haar. Er seufzte und ließ die Schultern hängen. Dann öffnete er die Zimmertür. Unten, in der Küche, waren Geräusche zu hören, in den Geruch des alten Bauernhauses mischte sich Kaffeeduft.

"Ganz schön früh dran, unser Zimmergast!" Frau Schlömmer wies einladend auf die Küchenbank. "Er kann's nicht erwarten wegzukommen, wie?"

"Ach was, im Gegenteil!" Käfer schob einen Stapel Zeitschriften zur Seite und nahm Platz. "Ich hab nicht mehr schlafen können."

Statt zu antworten, machte sich die junge Bäuerin am Herd zu schaffen. Sie trug Jeans und eine karierte Bluse. Die Morgensonne ließ ihre rotblonden Haare leuchten. Käfer sah keinen Grund, einer sentimentalen Regung nicht nachzugeben. Er stand auf, trat hinter sie und legte die Hände auf ihre Schultern.

"Danke für alles!"

Er spürte, wie Frau Schlömmer zusammenzuckte, als wäre sie erschrocken.

"Hab ich was Falsches gesagt?"

Sie wandte sich ihm zu. "Nein. Es ist nur so: Ich vertrag es heute nicht, wenn jemand freundlich zu mir ist."

"Gibt's was mit Ihrem Mann?"

"Mit dem Hubert gibt's immer was. Da kommt er übrigens."

Käfer folgte ihrem Blick und sah die hagere Gestalt Schlömmers in der Tür stehen. Das Gesicht war ausdruckslos, der Hut saß noch ein wenig schräger auf dem Kopf als sonst.

Seine Frau musterte ihn schweigend. Er musterte schweigend seine Frau. Endlich machte er doch den Mund auf. "Hast lang auf mich gewartet in der Nacht?"

Käfer spürte, wie Maria Schlömmer sich an ihn lehnte und ihre Hand über seinen Rücken strich, tiefer und tiefer.

"Mir war nicht fad, Hubert."

"Ach so." Er kratzte sich kurz am Nasenrücken, ging langsam auf die Küchenbank zu und setzte sich.

Als dann das Frühstück a

Langtext

Der ehemalige Chefredakteur Daniel Käfer geht nach schönen und erkenntnisreichen Wochen im Ausseerland (nachzulesen in "Die Villen der Frau Hürsch") schweren Herzens daran, das Salzkammergut zu verlassen, um sich in Wien wieder ernsthaft seinem Berufsleben zu widmen. Doch schon in Hallstatt ist die Reise zu Ende. Er trifft auf Bernd Gamsjäger, der mit poetischen wie auch abenteuerlichen Ideen für neue Akzente im Tourismus sorgt.
Die Bekanntschaft mit dem jungen Mann und seiner Mutter führt zu dramatischen Ereignissen, die Daniel Käfer immer tiefer in die einzigartige Atmosphäre dieser engen, dunklen Welt am See hineinziehen. Auch in deren berühmte Vergangenheit rund um die urzeitliche Salzgewinnung. In der Tiefe der Zeit und in der Tiefe des Salzberges vollzieht sich eine spannende Geschichte zwischen archäologischen Abenteuern, Männerritualen und Frauen, die beschädigte Helden pflegen ...

Beschreibung für Leser

Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Alfred Komarek, geboren 1945 in Bad Aussee. Autor zahlreicher Bücher, in denen er sich als literarischer Wegbegleiter durch österreichische und europäische Kulturlandschaften erweist, aber auch als Essayist und Erzähler. Gestaltung von Features und Feuilletons, Drehbüchern und Dokumentationen fürs Fernsehen. Seine Krimis der Polt-Serie schafften alle den Sprung in die Bestseller-Listen und wurden für das Fernsehen verfilmt, ebenso seine Roman-Tetralogie, die im Salzkammergut spielt. 2011 wurde Alfred Komarek mit dem "Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln" ausgezeichnet.
Der Autor lebt als freier Schriftsteller in Wien, Bad Aussee und Niederösterreich.

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