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Cover Der Mitteleuropäische Reinigungskult

Der Mitteleuropäische Reinigungskult

Erschienen 2020 bei Milena Verlag
Sprache: Deutsch
280 Seiten; 215 mm x 148 mm
ISBN 978-3-903184-49-7

Kurztext / Annotation

Anton Wagenbach, der eben noch preisgekrönte Musikkritiker, zieht sich nach der
Trennung von seiner Freundin Barbara nach Brighton, England, zurück, um den
Untergrundnazi Julius Aschmann ausfindig zu machen. Ein blitzgescheiter Roman über das Leben, die Liebe und das Streben nach Sinn.

Textauszug

"Das Ideal der wahren, reinen und bedingungslosen Liebe ist im Grunde nichts wert. Die Liebe muss relativiert werden, wenn der Mensch nicht an ihr zugrunde gehen will. Die Vorstellung von Liebe, der wir seit tausend Jahren hinterherlaufen, hat uns in den Abgrund geführt. Das wissen wir doch, Schatz."
"Ja, aber was heißt das jetzt?"
"Keine Ahnung."
"Aber es muss doch etwas bedeuten. Was machen wir mit dieser Erkenntnis?"
"Gar nichts. Wir haben es durchschaut, das muss genügen. Es gibt nur uns beide und kein Zurück. Wir machen einfach weiter."

Langtext

Julius Aschmann gründet nach einer mystischen Erscheinung den Mitteleuropäischen Reinigungskult und ist nun um seine eigene Erfolgsgeschichte bemüht. Sein dubioser Weg durch politischen und sektiererischen Staub und Lärm scheint über Esoterikmessen und
Gasthaushinterzimmer nicht hinauszuführen - bis er auf die charismatische Julia Mantz trifft, mit der er eine unheilvolle Beziehung eingeht.
Hans Tellar, Performancekünstler und Freund Wagenbachs, wird nach einem Auftritt in einem Linzer Nazischuppen von allen Seiten geächtet und landet schließlich im Gefängnis.

Ein sprachgewaltiger, kluger und leidenschaftlicher Roman, angesiedelt mitten im freien Spiel der Kräfte unserer Zeit, die er beleuchtet, durchmisst und durcheinanderwürfelt, weil man nur kraft Selbstkritik der Wirklichkeit näherkommen kann. Moshammers Figur des Wagenbach überzeugt mit seiner Selbstkritik, bricht Schubladen auf, schaut genau hin und denkt quer. Ein wichtiges Buch.

Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Moshammer, Bernhard
Geb. 1968 in St. Pölten, schreibt Romane und Musik für Theaterstücke (u. a. "Hotel Strindberg", 2018 sowie "John Gabriel Borkman", 2015, Regie: Simon Stone, oder "Die Stühle", Regie: Claus Peymann/Leander Haußmann, 2019 Akademietheater Wien), einmal sang er im Wiener Burgtheater mit Patti Smith "I'm so lonesome I could cry". Er produziert CDs. Der Mitteleuropäische Reinigungskult ist sein fünfter Roman, sein erster seit Alles über Mr. Davis (Milena, 2014). Bernhard Moshammer lebt in Wien.

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