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Cover Der Korb

Der Korb

von Otar Tschiladse; Übersetzt von: Kristiane Lichtenfeld

Erschienen 2018 bei Matthes & Seitz Berlin
Sprache: Deutsch
464 Seiten; 220 mm x 147 mm
ISBN 978-3-95757-531-9

Besprechung

"Indem Otar Tschiladse die psychologischen Ambivalenzen - je figurengebunden einzeln sowie in deren Wechselwirkungen - minutiös bis in feinste Sprachfasern und gekoppelt an atmosphärische Natursymbole auslotet, gelangt er zum Paradox, dass man wahrscheinlich den Gipfel des Tiefpunkts erreichen muss, um neu aufzuerstehen." - Hans-Dieter Grünefeld, Buchkultur Hans-Dieter Grünefeld Buchkultur 20180628

Langtext

Das Idyll des einfachen Hirten an einem Bergeshang des Kaukasus trügt: Der Hirte ist in Not, er weiß, dass sich derweil der russische Chef des Militärpostens lustvoll mit seiner Frau vergnügt. Doch als er zur Ehrenrettung der Familie erst sie erschlägt und sich dann selbst ersticht, ahnt der Hirte nicht, dass seine Tat ein Ungeheuer gebiert: Der zweijähige Sohn, aufmerksamer Zeuge all dieser Szenen, wächst zum furchtbaren Gewalttäter heran: Er ist der erste Rashden Kascheli, Stammvater einer neuen Gattung, die mehrere Generationen hindurch die Geschicke Georgiens bestimmt. Die Vernichtung der georgischen Republik, die Sowjetisierung des Landes, Schauprozesse und Intelligenzlermorde nehmen fortan ihren Lauf. Bis in die Gegenwart fasziniert ein immer noch machtvoller Rashden Kascheli die jungen Aufmüpfigen, hier fesselt er sie in einer inzestartigen Beziehung innerhalb der für Tschiladse typischen Großfamilie. Die Folge - noch ein Mord. Nur ein gedachter? Der Leichnam fehlt. Die Sühne wird im Abchasienkrieg erbracht.
Otar Tschiladses letzter Roman zeichnet virtuos ein Zeitbild seines in schwierigem Umbruch befindlichen Landes, das sich nach der Loslösung vom Imperium erst selbst finden muss.

Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Tschiladse, Otar
Otar Tschiladse, 1933 im georgischen Sighnaghi geboren, gilt als der bedeutendste georgische Schriftsteller des 20. Jahrhunderts. Zeitlebens engagierte sich der Lyriker, Dramatiker und Romancier für die Eigenständigkeit Georgiens und gegen die fast zweihundertjährige Übermacht russischen, später sowjetischen Einflusses. Tschiladse starb 2009.

Ebanoidse, Alexander
Alexander Ebanoidse, geb. 1939 in Tbilissi, lebt in Moskau. Schriftsteller, Drehbuchautor, Kritiker, Publizist, langjähriger Redakteur und von 1995 bis 2015 Chefredakteur der Literaturzeitschrift »Druschba narodow« (dt. Völkerfreundschaft), die früher die Nationalliteraturen der Sowjetunion in russischer Übersetzung vorstellte, heute mit entsprechend ähnlichem Profil.

Lichtenfeld, Kristiane
Kristiane Lichtenfeld, 1944 geboren, studierte Slawistik in Berlin und Warschau. Seit 1980 ist sie freie Übersetzerin aus dem Polnischen, Russischen und Georgischen. 1999 erhielt sie den Matschabeli-Übersetzerpreis, 2015 den georgischen Literaturpreis Saba für die Übersetzung von Otar Tschiladses Roman »Der Garten der Dariatschangi«.

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