Wir verwenden Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzererfahrung auf unserer Website zu bieten und erlauben das Setzen von Drittanbieter-Cookies. Durch die Nutzung unserer Website stimmen Sie zu, dass Cookies auf Ihrem Gerät gespeichert werden. Weitere Informationen zu den verwendeten Cookies und zu ihrer Deaktivierung finden Sie hier.
Cover Tod in den Karawanken

Tod in den Karawanken

Kriminalroman

Erschienen 2016 bei Emons
Sprache: Deutsch
224 Seiten
ISBN 978-3-96041-129-1

Kurztext / Annotation

language="ger">Kommissar Simon Rosner hat sich in eine Entzugsklinik zurückgezogen, um seine Alkoholsucht behandeln zu lassen. Sein Aufenthalt wird jedoch jäh unterbrochen, als ihn ein alter Schulfreund um Hilfe bittet. Dessen dreizehnjährige Tochter ist verschwunden; die Mutter des Kindes verhält sich seltsam unbeteiligt. Stück für Stück gewinnt Rosner Einblick in eine familiäre Katastrophe - und gerät in einen Strudel aus Erpressung und Mord.

Andrea Nagele ist mit Krimi-Literatur aufgewachsen und leitete über ein Jahrzehnt lang ein psychotherapeutisches Ambulatorium. Neben dem Schreiben betreibt sie eine psychotherapeutische Praxis. Sie lebt mit ihrer Familie in Klagenfurt am Wörthersee und in Grado in Italien.

Textauszug

language="ger">1



Ein Handy schrillt.

Ich schrecke hoch.

Das muss Lena sein.

Verdammt, ich habe verschlafen!

Wo liegt das Telefon?

Die Balken vor den Fenstern haben alles Licht ausgesperrt und den Raum in eine Höhle verwandelt. Zwischen den Büchern auf dem Boden blinkt es grün.

"Lena?"

Statt meiner dreizehnjährigen Tochter antwortet Hanno: "Ich dachte, du meldest dich, sobald sie angekommen ist?" Seine Stimme klingt kratzig und vorwurfsvoll.

"Ja, ja", murmle ich und fische das T-Shirt vom Bettrand.

Das Handy ans Ohr gepresst, schlüpfe ich in meine Jeans. Ich muss zum Busbahnhof. Lena verzeiht es mir nicht, wenn ich sie warten lasse.

" Ja, ja? Ist sie noch nicht da, oder was? Sag schon", fährt Hanno mich an, so wie er es seit der Trennung häufig tut.

Seine Stimme, die mich früher verzauberte, löst nur noch Ärger in mir aus.

"Gleich. Ich rufe zurück." Schnell unterbreche ich die Verbindung.

Ungeduldiger Hanno. Zornige Lena. Schlaftrunkene Lilo.

Die Flip-Flops stehen im Vorzimmer. Prompt stoße ich in der Dunkelheit gegen die Zimmertür. Verschlafen kann ich die Entfernungen noch nicht richtig einschätzen.

Es riecht nach frischer Wandfarbe - nach Essig und Kalk. Die Wohnung ist neu.

Und sie gehört mir.

Schon fünf.

Warum hat der Wecker nicht geklingelt?

Ich erinnere mich ganz genau, ihn auf sechzehn Uhr dreißig programmiert zu haben, als ich mich nach der Pasta und dem Glas Ribolla Gialla für ein Stündchen aufs Ohr legen wollte.

Der Autobus aus Udine soll um sechzehn Uhr fünfundfünfzig hier in Grado ankommen. Na ja, beruhige ich mich und springe das schummrige Stiegenhaus hinunter - meistens verspätet er sich ohnehin. Ich beschließe, Lena nicht anzurufen, da ich mir ihr wütendes Schimpfen ersparen will. Wenn ich mich beeile, bin ich in drei Minuten ohnehin bei ihr.

Draußen schlägt mir dieselbe bleierne Hitze entgegen, die mich vorhin so müde gemacht hat. Kaum dass meine Gummisohlen den Gehsteig berühren, krümmen sich meine Zehen. Der heiße Asphalt dampft mir entgegen. Unbeeindruckt scheuert Giorgio, der Pizzabäcker, den Gehsteig vor seiner Take-away-Bude. "Salve!", rufe ich ihm vorbeieilend zu, doch er schaut nicht hoch.

Ach Giorgio, denke ich, wie viele Pizzen haben wir schon bei dir geholt? Trotzdem bin ich dir noch immer keinen Gruß wert.

Ich schaue nach links zu Salvatores Bar. Dort trinke ich gern meinen Espresso. Die Schirme über dem Sitzgarten lassen mich einen Moment an Schatten denken, an wohltuend kühlenden Schatten. Doch unter den aufgespannten Stoffen sammelt sich bloß feuchte Hitze.

Salvatore winkt mir zu und zieht dabei seine dunklen Augenbrauen in die Höhe. So als wolle er mich fragen, warum ich bei dieser Temperatur, um diese Zeit, so schnell unterwegs bin.

Nickend fächle ich mit der Hand unter meiner Nase. Er soll nicht glauben, dass die dumme österreichische Touristin zur Siesta-Zeit freiwillig joggt.

Ich überquere die Straße und laufe durch die schmale Gasse zum großen Platz.

Vor mir die vielen leeren Haltestellen. Dann biegt ein Autobus ein, und ich atme auf. Zum Glück hat der Bus auch heute Verspätung. Sofort drossle ich das Tempo. Lena soll nicht bemerken, wie spät ich dran bin.

Obwohl sie sich in einer heftigen Pubertätsphase befindet und die Trennung ihrer Eltern sie noch zusätzlich in ihrer Auflehnung bestärkt, freue ich mich von Herzen auf mein widerspenstiges Kind. Diesmal, beschließe ich, wird Lena es nicht verhindern können, dass ich sie in die Arme nehme. Ich werde sie so fest drücken, dass sie nicht die geringste Chance hat, mir zu entkommen.

Lächelnd nehme ich mir vor, geduldiger zu sein, ihre Launen liebevoll zu ertragen. Leicht wird das nicht.

Die Türen schwingen auf, und zwei ältere Frauen mit

Beschreibung für Leser

Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Biografische Anmerkung zu den Verfassern

language="ger">Andrea Nagele ist mit Krimi-Literatur aufgewachsen und leitete über ein Jahrzehnt ein psychotherapeutisches Ambulatorium. Neben dem Schreiben betreibt sie eine psychotherapeutische Praxis. Sie lebt mit ihrer Familie in Klagenfurt am Wörthersee.

Drucken

Kundenbewertungen

8,49 €
(inkl. MwSt.)
EPUB (mit DRM) sofort downloaden
Downloads sind nur in Österreich möglich!