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Cover MATTHEW CORBETT und die Königin der Verdammten (Band 1)

MATTHEW CORBETT und die Königin der Verdammten (Band 1)

Roman

von Robert McCammon; Übersetzt von: Nicole Lischewski

Erschienen 2018 bei Luzifer Verlag
Sprache: Deutsch
426 Seiten
ISBN 978-3-95835-327-5

Kurztext / Annotation

Sandra Brown hat sein episches Meisterwerk 'Matthew Corbett und die Hexe von Fount Royal' über die Hexenjagd in einer amerikanischen Koloniestadt begeistert als 'zutiefst überzeugend ... mit unvergleichlicher Kenntnis der menschlichen Seele erzählt' charakterisiert. Nun bringt Robert McCammon seinen Helden Matthew Corbett ins New York des frühen achtzehnten Jahrhunderts: Ein Mörder übt über die geschäftige Stadt, die ihre unverwechselbare Identität noch entwickelt, eine blutige und entsetzliche Macht aus - und auch über Matthews eigene unsichere Zukunft.

Inhalt:

Der ungelöste Mordfall an einem angesehenen Arzt versetzt die Bewohner der noch jungen Stadt New York in Angst und Schrecken. Wer hat das Leben des respektablen Mannes mit einem Messerschnitt auf mitternächtlicher Straße ausgelöscht? Der Herausgeber von New Yorks erster und einziger Zeitung tauft das Monster 'Den Maskenschnitzer' und gießt damit nur noch mehr Öl auf die Flammen des ungelösten Rätsels. Als der Maskenschnitzer ein neues Opfer fordert, wird der junge Gerichtsdiener Matthew Corbett in einen Irrgarten aus forensischen Anhaltspunkten und gefährlichen Nachforschungen gelockt, die sowohl sein Talent für Ermittlungen als auch seinen Gerechtigkeitssinn wecken.
Am seltsamsten ist aber, dass die Informationen zur Enttarnung des Maskenschnitzers womöglich in einem Tollhaus zu finden sind, in dem die 'Königin der Verdammten' regiert - und nur jemand mit Matthews Verstand und Einfühlsamkeit hat eine Chance, ihre Geheimnisse aufzudecken. Matthews Ehrgeiz führt ihn vom Hafen bis zur Wall Street, von vornehmen Herrenhäusern bis zu den mit Blut beschmierten Rinnsteinen ... und zu Antworten, vor denen niemand entkommen kann.

Robert McCammon ist der Autor der New York Times Bestseller Boy's Life und Gone South, sowie zahlreicher anderer von Kritikern hochgelobter Romane. Mehrere Millionen Exemplare seiner Bücher befinden sich im Umlauf. Robert McCammon ist für sein Lebenswerk mit dem Bram Stoker Lifetime Achievement Award ausgezeichnet worden und hat außerdem den Grand Master Award der World Horror Convention und den World Fantasy Award erhalten.
Er lebt in Alabama.

Textauszug

EINS

Es heißt, dass es besser sei, eine Kerze anzuzünden als die Dunkelheit zu verfluchen. Im Sommer 1702 war man in der Stadt New York allerdings geneigt, beides zu tun - denn die Kerzen waren klein und die Dunkelheit war groß. Wohl wahr; es gab die städtischen Wachtmeister und Schutzmänner. Zwischen der Dock Street und dem Broad Way jedoch verloren diese Helden der Nacht ihren Mut nur allzu oft an eine Flasche John Barleycorn und all die anderen Verlockungen, die die Abendbrise so schamlos mit sich brachte, seien es vergnügte Töne aus den Hafenpinten oder der betörende Parfümgeruch aus Polly Blossoms rosafarbenem Haus.

Das Nachtleben war, um es mit einem einzigen Wort zu beschreiben, lebhaft. Obwohl die Stadt bereits vor Sonnenaufgang zum fleißigen Arbeitslärm der Kaufleute und Bauern erwachte, gab es viele, die ihre Stunden des Schlafs lieber Zerstreuungen wie dem Saufen und Spielen widmeten, sowie auch dem Schindluder, das diese lästigen Zwillingssünden oft mit sich zogen. Jeden Morgen ging mit Sicherheit die Sonne auf - aber der Abend blieb eine einzige Versuchung. Warum sonst sollte diese draufgängerische und gierige, von Niederländern aufgebaute und jetzt den Engländern übernommene Stadt mehr als ein Dutzend Schänken ihr eigen nennen, wenn nicht aus Freude an ausschweifender, fröhlicher Runde?

Der junge Mann, der im Hinterzimmer des Old Admiral allein an einem Tisch saß, suchte jedoch nicht Gesellschaft - weder die von Menschen noch die von Bierhefe. Er hatte zwar einen Humpen dunkles Starkbier vor sich stehen, an dem er ab und zu nippte, aber das war lediglich ein Requisit, um sich der Szene anzupassen. Einem Beobachter wäre aufgefallen, wie er beim Trinken das Gesicht verzog, denn um den Schiffsreiniger des Old Admiral herunterzuwürgen zu können, musste man ein geübter Trinker sein. Es handelte sich hier nicht um sein übliches Lokal. Im Trot Then Gallop, oben in der Crown Street, kannte man ihn gut. Hier jedoch war er nur einen Steinwurf vom Great Dock am East River entfernt, wo die Segelschiffe auf den nächtlichen Strömungen und im Tidenhub flüsterten und seufzten und die Fackeln der Fischerboote rot in der Nebenströmung flackerten. Im Old Admiral trieb der blaue Rauch der Tonpfeifen durchs Lampenlicht, während die Männer nach mehr Bier oder Wein brüllten und das Klackern der Würfel auf den Tischen widerhallte wie Pistolenschüsse vieler kleiner Kriege. Das Geräusch erinnerte Matthew Corbett stets an den Schuss, der das Gehirn von ... nun, das war vor drei Jahren gewesen, und es war besser, sich dieses längst verblichene Bild nicht wieder ins Gedächtnis zu rufen.

Er war erst dreiundzwanzig Jahre alt, aber irgendetwas an ihm wirkte wesentlich älter. Vielleicht war es sein bedachter Ernst, sein nüchternes Auftreten oder auch die Tatsache, dass er bevorstehenden Regen anhand der Schmerzen in seinen Knochen ebenso gut vorhersagen konnte wie ein zahnlos über seinen Brei grummelnder Greis. Um ganz genau zu sein: Er wusste es dank der schmerzenden Rippen unter seinem Herz sowie seiner linken Schulter; Knochenbrüche, die ihm ein als Jack One Eye verrufener Bär zugefügt hatte. Dem Bären hatte Matthew auch die sichelförmige Narbe zu verdanken, die gleich über seiner rechten Augenbraue begann und sich zum Haaransatz nach oben bog. In der Carolina-Kolonie hatte ihm einst ein Arzt gesagt, dass der Damenwelt ein Mann mit einer kühnen Narbe gefiele. Diese Narbe schien die Damen jedoch zu warnen, dass er Schnitter Tod nur knapp von der Klinge gesprungen war; vielleicht haftete seiner Seele immer noch die Kälte der Gruft an. Fast ein ganzes Jahr lang war sein linker Arm nach dem Zwischenfall gefühllos geblieben. Er hatte damit gerechnet, für den Rest seines Lebens einarmig zurechtkommen zu müssen, bis ihm hier in New York ein guter, wenn auch recht unkonventioneller Arzt Armübungen verschrieben hatte - eine masochistische Folter mit einer Eisenstange, an deren Enden Huf

Beschreibung für Leser

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