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Cover Die letzte Fahrt der Enora Time

Die letzte Fahrt der Enora Time

elf utopische Geschichten - von Dystopie und Space Opera bis Science Fiction

Erschienen 2018 bei Luzifer Verlag
Sprache: Deutsch
360 Seiten
ISBN 978-3-95835-344-2

Kurztext / Annotation

Andreas Gruber erzählt über eine Zeit, in der Menschen mit Computern verschmelzen, Raumschiffe vom Radar verschwinden, Mitbürger sich mit Downloads konditionieren lassen müssen, Duelle mit defekten Decipher-Handfeuerwaffen verboten sind und niemand ohne weiteres ein Angebot der Regierung ablehnt. Erfahren Sie, was am Rande des Universums existiert und warum ein Penner mit einem Notebook am Würstelstand die Zukunft der Menschheit kennt. Entdecken Sie ein mysteriöses Motel an der Autobahn, das gar nicht existieren dürfte, und eine seltsame Firma, die bereits seit 1939 Zeitreisen anbietet - allerdings ohne Rücktrittsklausel. --------------------------------------------------------------- 'Wer in Grubers Science-Fiction-Welten vordringt, wird niemals mehr wieder umkehren wollen. Nehmt euch in Acht!' [Michael Marcus Thurner]

Andreas Gruber, geboren 1968 in Wien, studierte an der dortigen Wirtschaftsuniversität und lebt als freier Autor mit seiner Frau und fünf Katzen in Grillenberg in Niederösterreich. Seine Romane wurden in neun Sprachen übersetzt. Er wurde für den Friedrich-Glauser-Krimi-Preis des Syndikats nominiert, ist Preisträger des Skoutz-Awards, des Leo-Perutz-Krimi-Preises der Stadt Wien, der Herzogenrather Handschelle, dreifacher Gewinner des Vincent Preises und dreifacher Gewinner des Deutschen Phantastik Preises. Gruber spielt leidenschaftlich gern Klavier und wartet bis heute auf einen Anruf von Pete Mallick an the Sputniks. STORYKOLLEKTIONEN: NORTHERN GOTHIC, Horror-Erzählungen, Luzifer, 2015 APOCALYPSE MARSEILLE, SF-Erzählungen, Luzifer, 2016 JAKOB RUBINSTEIN, Krimi-Erzählungen, Luzifer, 2017 DER FÜNFTE ERZENGEL, Horror-Storys, Luzifer, 2017 GHOST WRITER, Horror-Erzählungen, Luzifer, 2018 DIE LETZTE FAHRT DER ENORA TIME, SF, Luzifer, 2018 ROMANE: WALTER PULASKI REIHE: RACHESOMMER, Thriller, Goldmann, 2011 RACHEHERBST, Thriller, Goldmann, 2015 RACHEWINTER, Thriller, Goldmann, 2018 MAARTEN S. SNEIJDER REIHE: TODESFRIST, Thriller, Goldmann, 2013 TODESURTEIL, Thriller, Goldmann, 2015 TODESMÄRCHEN, Thriller, Goldmann, 2016 TODESREIGEN, Thriller, Goldmann, 2017

Textauszug

ECKE 57TH STREET

Von jeher haben mich so genannte Locked-Room-Szenarien fasziniert, wenn sich die Handlung in einem geschlossenen System abspielt, wie beispielsweise bei Mord im Orient-Express im Zug , Stirb Langsam in einem Wolkenkratzer , Alarmstufe Rot auf einem Schiff oder Air Force One in einem Flugzeug. Wenn die Handlung wie in einem Kammerspiel in einem Ort zusammengedampft wird, bin ich wie gefesselt. Je klaustrophobischer, desto besser .

Vermutlich ist aus dieser Faszination heraus Ecke 57th Street entstanden, das ich Ende der 90er Jahre geschrieben habe. Ich hoffe, Sie können diesem Thema etwas abgewinnen und es wird Ihnen nicht zu eng ...

"Margarit Jenan?", wiederholte der Portier nuschelnd, stützte sich mit den Ellbogen auf das Pult und blinzelte mich aus misstrauisch zusammengekniffenen Augen an. "Die wohnt im einundzwanzigsten Stock, Zimmer 2163." Er deutete mit einem Kopfnicken zum Lift.

Seine Stirn erstarrte zu einer Fassade aus tiefen Furchen und sah aus, als wäre ihm das Muster ins Gesicht gemeißelt worden. Es fehlte noch, dass er sein Kauderwelsch mit dem obligatorischen Yeah! beendete, doch diesen Gefallen tat er mir nicht. Er justierte sein Steckmikro im Ohr und nestelte an dem Kabel, das an seinem Hals entlang verlief und unter dem Kragen der dunkelblauen Uniform verschwand.

"Ist sie zu Hause?", fragte ich auf Englisch. Falls sie arbeiten ging, müsste sie zu dieser Zeit eigentlich schon da sein.

Der Portier warf einen Blick auf die Digitalanzeige über dem Halleneingang. 18.35 Uhr. Er zuckte mit den Achseln und lächelte nachsichtig, als läge ihm ein schnippischer Kommentar auf den Lippen. Woher-soll-ich-das-wissen-Bursche-sehe-ich-aus-wie-der-liebe-Gott? Geringschätzig blickte er über den Rand des Pults und musterte meine Schnürschuhe, die Bauchtasche, die über den Knien abgeschnittenen Jeans, meine Ray Ban Sonnenbrille, die im Ausschnitt steckte, und mein Bill geht's- T-Shirt, dessen Wortwitz er sowieso nicht verstand.

"Name?", murrte er.

Verständnislos starrte ich ihn an. Mein Gott, was will der von mir? "Margarit Jenan", wiederholte ich automatisch.

Er blähte seine Nasenflügel und sog die Luft scharf ein, sodass sich sein Brustkorb hob. "Nein, dein Name, Junge!"

Ach so! "Markus Breitler", antwortete ich.

Wie ein Habicht fixierte er mich.

"Yeah!" , murrte er schließlich und klapperte mit den Fingern auf der Tastatur des Laptops, ohne den Blick von mir zu nehmen.

Arrogantes Arschloch , dachte ich. Wahrscheinlich konnte er meinen Namen nicht richtig schreiben und würde stattdessen eine amerikanische Version, wie Marcus Brightler, erfinden. Neugierig spähte ich auf den Bildschirm. Im nächsten Augenblick stand Markus Breitler in dunkelblauen Lettern auf dem Crystaldisplay des Monitors zu lesen.

"Aha!" Ich betrachtete ihn überrascht. Schließlich fügte ich ein duckmäuserisches "Vielen Dank" hinzu, stemmte meinen Tramper-Rucksack hoch, schwang den Riemen über die Schulter und ging zur Liftanlage.

Meine Schuhsohlen quietschten über die blau gesprenkelten Marmorplatten der Eingangshalle. In der Spiegelung einer Glaswand sah ich, dass in der Lasche des Rucksacks immer noch die Handtücher hingen, heute Morgen klitschnass hinein gestopft, bevor ich die Jugendherberge verlassen hatte. Mittlerweile hatte die Sonne sie jedoch getrocknet und sie waren so steif wie Bretter.

Der Zeiger des Fahrstuhls pendelte sich soeben zwischen dem achten und neunten Stockwerk ein. Ich drückte den Sensor und wartete. Auf der blankpolierten Messingverkleidung

Beschreibung für Leser

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