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Cover DIE STADT DES LICHTS (The Shine 2)

DIE STADT DES LICHTS (The Shine 2)

dystopischer Thriller

Erschienen 2017 bei Luzifer Verlag
Sprache: Deutsch
388 Seiten
ISBN 978-3-95835-229-2

Kurztext / Annotation

'Für alle, die auch gerne mal eine Dystopie lesen möchten, die in Russland angesiedelt ist, kann ich dieses Buch nur wärmstens empfehlen. Ein spannendes Buch, welches Lust auf mehr macht.' [Lesermeinung]

Inhalt:

Russland 2071.
Nach einem verheerenden Atomkrieg in den 2020er Jahren liegt über der Welt noch immer ein Schatten der Verwüstung. Eine amerikanische Privatarmee fällt in andere Länder ein und betreibt Ressourcenraub. Doch damit dient sie lediglich als Deckmantel einer fundamental-christlichen Organisation, die monströse Experimente am Menschen durchführt, um ein künstliches Paradies zu erschaffen: The Shine.

Textauszug

Kapitel 1

Sie saß da und starrte in die Stadt. In die Stadt, die sie vor drei Tagen hatten verlassen wollen. Die Stadt, über der heute schwere Wolken hingen, betongrau wie die Häuser.

Sie hatte seit vierundzwanzig Stunden nichts gegessen und zwang sich, auf einem dick belegten Brot herumzukauen. Kurze Übelkeit überkam sie; sie spürte Angst, sich erbrechen zu müssen. Als die Übelkeit verflogen war, spürte sie gar nichts mehr.

Henry und Yuri hatten gestern ihre Therapieversuche aufgegeben. Einmal, weil nichts durch Tarjas eisernen Mantel des Schweigens drang. Zum anderen, weil es den beiden selbst kaum besser ging.

Tarjas Gefühle waren eine im Verhältnis variierende Mischung aus Verzweiflung, Trauer, Hass und Ausweglosigkeit. Sie hatte die Orientierung verloren.

Sie hatten keinen Pavel Kirov mehr. Wohin sollten sie jetzt gehen? Nach Novosibirsk, wo angeblich Blaydow war?

Allein weitermachen?

Ja. Aber noch nicht jetzt. Momentan war Tarja nicht einmal in der Lage, zu essen oder zu schlafen. Gestern hatte sie für einen Moment gehofft, die Spürhunde würden seine Leiche finden. So, wie sie inzwischen acht weitere Leichen gefunden hatten. Doch Kirov war nicht darunter. Noch immer war sie froh darüber; andererseits glaubte sie dennoch an seinen Tod. Nach drei Tagen lautete die traurige Bilanz: Drei Überlebende, drei Tote und drei Verschollene auf GEISTs Seite.

Dreck.

Wieder donnerte sie den Kopf gegen die nackte Wand. Ihren Freunden im Nebenzimmer war der dumpfe Knall sicher nicht entgangen, und vielleicht kam gleich wieder jemand herüber, um sie zu bändigen. Doch dieser Ausbruch war es wert. Denn in diesen herrlichen Sekunden, in denen der Schädel dröhnte, sie bloß Schmerz spürte, waren alle anderen Empfindungen weg. Aber sobald in marternder Wucht die Klarheit zurückkehrte, glaubte Tarja, dass der Alkohol nicht nur die länger währende, sondern sogar die gesündere Alternative war.

Kurz zuckten ihre Muskeln in der Entschlossenheit, sich eine Spirituose zu suchen. Dann erschlaffte ihr Körper wieder. Es machte keinen Sinn. Besoffen oder nüchtern, Kirov war tot.

"Tot, tot, tot."

Nicht das erste Mal murmelte sie dieses Wort vor sich hin. Doch der Schmerz darüber ließ nicht nach. So oft sie sich auch vor Augen hielt, dass ihr einstiger Kommandant, Pavel Anatoljewitsch Kirov, einer der schönsten und gutmütigsten Menschen, die sie je kennengelernt hatte, eines frühen und grausamen Todes gestorben war, so unnachgiebig blieb die Pein. Kein betäubender Überdruss, keine Leere nahmen ihr auch nur einen Bruchteil des Schmerzes ab.

Und dennoch brachte Tarja es nicht mehr zustande, auch nur eine einzige Träne zu vergießen, nachdem sie auf dem Schlachtfeld so offen geweint hatte. Vielleicht sollte sie gar nicht erst damit beginnen ...

Es musste Abend werden, bis sie doch noch zum Alkohol griff. Reiner russischer Wodka rann brennend durch ihre Kehle und entfachte in ihrem leeren Magen ein Feuer. Sie trank hastig und mit Brechreiz. Lethargisch erwartete sie die Wirkung.

Die anderen beobachteten ihr Trinkverhalten mit Skepsis, aber keiner mischte sich ein. Man hatte sich in einem Aufenthaltsraum der GEIST-Basis versammelt, ein Kartenspiel ausgegeben und eine Partie begonnen. Obwohl keiner ernsthaft Spaß empfand, spürte Tarja, wie sie wütend wurde.

"Wie könnt ihr so vergnügt spielen, wenn Kirov abgekratzt ist?!"

Erschrocken hielt sie inne. Hatte sie das gerade gedacht oder gesagt? Benommen rieb sie sich die Augen, um festzustellen, dass man sie ansah. Dass der Wodka so schnell sein Werk tat ... hatte sie dann doch nicht erwartet. Fast musste Tarja über die Absurdität der Situation lachen und bemerkte, dass es um ihre Mundwinkel zuckte. Ehe irgendwer reagierte, schob Kalinina die Karten zusammen und packte sie zurück.

"Hast recht, das war dumm", murmelte Henry betreten.

Die R

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