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Cover RUN - Sein letzter Deal

RUN - Sein letzter Deal

Thriller

von Douglas E. Winter; Übersetzt von: Peter Mehler

Erschienen 2018 bei Luzifer Verlag
Sprache: Deutsch
438 Seiten
ISBN 978-3-95835-285-8

Kurztext / Annotation

Douglas E. Winters wahnwitziger Höllenritt RUN - SEIN LETZTER DEAL ist eine Verbeugung vor den Cop-Thrillern der 80er- und 90er Jahre und dem Actionkino eines John Woo.

Inhalt:

Ein illegaler Waffendeal.
Ein Attentat.
Und ein Bauernopfer, das zwischen alle Fronten gerät.

Burdon Lane lebt den Amerikanischen Traum. Sein Job ist es, regelmäßig Waffen dorthin zu liefern, wo sie gebraucht werden - in jene amerikanischen Problemviertel, in denen sich die Bewohner mit besonderer Regelmäßigkeit gegenseitig erschießen und wo die Behörden gern eine Auge zudrücken. Ziel seiner jüngsten Lieferung ist es, zwei verfeindete Straßengangs in Harlem zu bewaffnen. Das System ist erprobt und todsicher. Was Burdon jedoch nicht weiß: Die Regierung hat bei diesem Deal ihre Hände im Spiel. Und was die Behörden nicht wissen: Der Deal ist nur ein Vorwand für einen weitaus perfideren Plan.

Als der Deal platzt, bricht die Hölle los. Plötzlich erschießen die Waffenhändler ihre eigenen Leute, die Cops scheinen keine echten Cops zu sein, und als sich der Pulverdampf verzieht, ist Burdon Lane plötzlich auf der Flucht - vor seinen Auftraggebern, den Feds, und so ziemlich jedem Cop entlang der Ostküste. Mit zwei Millionen Dollar, einem ungewöhnlichen Verbündeten, und jeder Menge Waffen.

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'Ein einzigartiger Roman, der das Hard-Boiled-Genre meilenweit hinter sich lässt ... Winters gekonnter Erzählstil schafft ein unnachgiebiges Tempo, ergänzt von einem zielsicheren Gespür für Waffenfetischismus und Popkultur. Als das Debüt des Jahres hat dieses Buch alle Zutaten, ein künftiger Klassiker zu werden.' [The Guardian]

'Brillant ausgearbeitet ... allein das schiere Tempo von Douglas E. Winters Roman RUN ist atemberaubend. Eine aussergewöhnliche Leistung.' [Clive Barker]

'RUN ist jeder Hinsicht originell und eine meisterhafte Neuinterpretation eines Krimi-Thrillers.' [Peter Straub]

Douglas E. Winter arbeitet als Anwalt in Washington D.C. Er ist Mitglied des National Book Critics Circle und Herausgeber von PRIME EVIL, einer erfolgreichen Kurzgeschichtensammlung. RUN ist sein erster Roman.

Textauszug

EIN UHR MORGENS

Renny Two Hand sitzt quasi mitten auf dem Tablett, trinkt Bud Light aus einer Flasche und fischt sich eine neue Zigarette aus einem zerknautschten Päckchen auf der Bar. Irgendein Rock-and-Roller, mit gebrochener Stimme und längst tot, kräht monoton vor sich hin und hält noch nicht mal die gleiche Tonhöhe wie diese Zahnarztbohrer-Gitarren. Fünf Ein-Dollar-Scheine stehen wie kleine Zelte auf der Bar, und Two Hand starrt geradewegs auf die Fotze von dieser Tänzerin, als gäbe es kein Morgen.

Betest du manchmal?, fragt er.

Wofür?, frage ich ihn, und er schaut einfach durch mich hindurch und fragt:

Betest du manchmal?

Shawnee, so heißt die Tänzerin, haha, lässt ihre verrucht wirkenden Haare herunterhängen, und sie kommt zu mir rüber, und sie will mich. Ich weiß, dass sie mich will, weil sie lächelt, ein kleines verschlagenes Lächeln, und dann dieses kleine Zwinkern, als sie an mir vorbei stiefelt und ihre High Heels im Takt zur Musik klackern. Also will sie mich. Ja, klar. Sie will, dass ich noch ein paar grüne Scheine mehr auf die Bar lege, und wenn ich das tue, kriege ich den guten alten Hippy-Hippy-Shake, und dann wandert sie weiter zu dem nächsten Typen, und dann zum nächsten und zum nächsten, immer noch lächelnd, immer noch zwinkernd, immer noch mit den Hüften wackelnd und immer noch so, als würde sie einen wollen. Süßes Ding, studiert wahrscheinlich Psychologie oder Soziologie an der George Mason Universität und geht mit einem der männlichen Studenten von dort, wenn sie nicht gerade hinten in der Gasse Blowjobs verteilt.

Ich beuge meinen Kopf zu Renny Two Hand hinüber, versuche mir auszumalen, was er mir eigentlich in dieser Nacht voller Zigarettenrauch, billigen Aftershave, Gossenrock-Gitarren und dem Gebrabbel im Dauphine Steak House zu sagen versucht, und dann höre ich dieses Bellen. Es ist ein fieses Bellen, die Art von Bellen, das irgendwie plötzlich aufsteht und sagt: Ich bin eine Glock.

Da sitze ich so auf meinem gemütlichen Stuhl, nicke mit dem Kopf zu der Musik von der Band mit dem toten Typen, kümmere mich um meinen eigenen Kram und um die nackte Dame, die oben auf der Bar herumstolziert, versuche sehr angestrengt, über Bud Light anstatt den morgigen Tag nachzudenken, und mit diesem Bellen in meinem Ohr wird mir klar, dass ich einer simplen Tatsache nicht entfliehen kann:

Waffen sind mein Leben.

Also ziehe ich mechanisch Rennys Chesterfield hervor und drehe mich auf dem Barhocker herum, und da ist dieser verdammte Idiot, der von einem der Tische an der Tanzfläche zurücktaumelt. Sein Stuhl kippt nach hinten um, und mit der einen Hand schiebt er eine Kellnerin im knackengen Spandex beiseite, während er mit einer Glock 19 in der anderen herumwedelt. Dieses Arschloch.

Nicht, dass ich was gegen die Glock 19 hätte. Ist meine Lieblingswaffe. Jetzt im Moment habe ich zwei von denen dabei: Eine draußen im Handschuhfach meines Mustang, die andere eng an meinem Rücken, hübsch verstaut in einem Bianchi-Holster.

Seine Version ist nett. Es ist das Originalmodell aus Polymer, von der manche Leute - die dummen Leute - glauben, dass man damit durch die Flughafensicherheit spazieren könnte. Die G19 ist kompakt, wiegt mit einem Fünfzehn-Schuss-Magazin achthundertfünfzig Gramm, und der Abzug geht butterweich. Vielleicht ist es nur das Bellen, das mich stört. Es zu hören, wenn es nicht aus meiner eigenen Waffe kommt. Das ärgert mich. So wie wenn man eine Beretta 80 abfeuert, diese kleinen .22er, die irgendwie britzeln, wenn man abdrückt. Oder die MAC-10. Auf Automatik hört die sich an wie eine pissende Katze.

Ich mag meine Waffen gern laut. Sind wir mal ehrlich, wenn einem die Scheiße bis zum Hals steht, so hoch, dass es Zeit zu Schießen ist - na ja, dann sollte man eine klare Ansage machen. Die alte Springfield 1911A1, .45er Standardmodell der Army, brüllte wie ein Ochse los und jagte alles und jedem einen Höll

Beschreibung für Leser

Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

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Kundenbewertungen

Hardboiled 24. Juni 2018
Wer wie ich in den 90ziger Jahren viele US-amerikanische Crime/Horror-Anthologien gelesen hat, dem wird Douglas E. Winter ein Begriff sein. Das sein einziger Roman aus dem Jahr 2000 jetzt in Deutsch erscheint ist sehr erfreulich und zeigt den guten Riecher des findigen Luziferverlags, denn Run ist wirklich eine Perle des Genres! Burdon Lane ist Waffenhändler. Bei einem Deal jedoch eskaliert alles, er wurde reingelegt und er muss sehen, wie er überlebt. Dazu schließt er sich sogar mit Jinx zusammen, einem schwarzen Gangster, der eigentlich zur Konkurrenz gehört, sich aber in derselben Situation befindet. Bald wird es noch mehr Überraschungen geben, der Roman wird nie langweilig. Die Stimme des Icherzählers prägt den Roman stark. Sein Erzählstil ist beeinflusst von einem Philipp Marlowe. Markig, spöttisch, illusionslos, manchmal selbstgerecht und zynisch. Was für eine Litanei! Was für ein Antiheld! Für den Leser ist das natürlich ein Genuß! Der Roman hat einen druckvollen Drive, nimmt immer mehr Tempo auf. Im Verlaufe der Handlung wird mehr geballert als in 10 anderen Krimis zusammen. Es steuert auf ein grandioses Finale zu!
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