Wir verwenden Cookies, um Ihnen die bestmögliche Nutzererfahrung auf unserer Website zu bieten und erlauben das Setzen von Drittanbieter-Cookies. Durch die Nutzung unserer Website stimmen Sie zu, dass Cookies auf Ihrem Gerät gespeichert werden. Weitere Informationen zu den verwendeten Cookies und zu ihrer Deaktivierung finden Sie hier.
Cover DIE VERSCHWÖRUNG DER SCHATTEN

DIE VERSCHWÖRUNG DER SCHATTEN

Mystery-Thriller

Erschienen 2017 bei Luzifer Verlag
Sprache: Deutsch
256 Seiten
ISBN 978-3-95835-289-6

Kurztext / Annotation

Rechtsmediziner Nathaniel Jackson ist ein vom Leben gezeichneter Mann, der einfach nur seine Ruhe haben will.
Das ändert sich, als ihm ein offensichtlich verwirrter Mann vors Auto läuft und von dunklen Männern faselt, die ihn angeblich verfolgen.
Nathaniel hält alles für ausgemachten Blödsinn, bis die beiden von eben diesen Wesen verfolgt werden. Plötzlich tauchen überall in der Stadt merkwürdige Graffiti auf, Bomben detonieren und generell scheint alles immer mehr zum Teufel zu gehen. Zudem erhält Nathaniel geheimnisvolle Botschaften, die nur er hören kann.
Wird er langsam ebenfalls verrückt?
Oder steckt eine andere, sehr viel schlimmere Wahrheit dahinter?

Sören Prescher wurde am 9. August 1978 in Bautzen geboren, ist verheiratet und wohnt mit seiner Familie in Nürnberg.

Er veröffentlichte mehrere Kurzgeschichten in verschiedenen phantastischen Anthologien, sowie einiger Romane, die sich dem Mystery- oder Horror-Genre zurechnen lassen.

Textauszug

1 - Joes Bar

Laut meiner Definition bedeutete Leben den Übergang von einer Katastrophe zur nächsten. Ganz egal, ob Job oder Privatleben, du hast den einen Schlagabtausch noch nicht richtig überwunden, schon ertönt der Gong zur nächsten Runde. Mittlerweile gab es jedoch nicht mehr viel, was mir noch zusetzen konnte.

Dachte ich zumindest. Ich wohnte allein und von Frauengeschichten hielt ich mich fern. Mein Job als Gerichtsmediziner war übel, aber ich machte ihn lang genug, um zu wissen, wie ich damit umgehen musste.

Ich lebte meinen üblichen Trott und hätte nie gedacht, dass sich innerhalb einer Woche schlichtweg alles für mich verändern könnte. Doch war genau das der Fall.

Alles begann in der Kneipe meines Freundes Joe, als ich über ein weiteres Bier nachdachte. Joe war in den Fünfzigern und einer meiner treuesten Freunde. Ich kannte ihn seit Ewigkeiten. Sein faltiges Gesicht mit den grauen Haaren und dem dicken Schnauzer erinnerte mich immer an ein Walross. Außerdem schien er über übersinnliche Fähigkeiten zu verfügen, denn er schob mir das volle Glas zu, bevor ich auch nur den Mund aufgemacht hatte.

"Danke. Hast du eine Ahnung, wo Lennie heute Abend steckt?"

Joe zuckte mit den Schultern. "Der war länger nicht mehr hier. Irgendwie lässt das alles nach. Schau dich doch um. Früher war die Kneipe so voll, dass man kaum treten konnte. Jetzt wagt sich gerade mal eine Handvoll Stammgäste hierher."

Ich ließ meinen Blick durchs Lokal schweifen und nickte. In den Achtzigern war Joes Kneipe einer der angesagtesten Schuppen überhaupt gewesen. Guns n' Roses waren hier aufgetreten, bevor sie berühmt wurden und Stadien füllten. Einmal spielte Bob Dylan ein Geheimkonzert. An den alten Glanz erinnerten nur noch blasse Fotos an der Wand rechts neben dem Eingang. Der Großteil der hier anwesenden Gäste waren arme Schlucker, die sich freuten, wenn es zum Monatsersten Geld gab. Früher war es ein Tummelplatz für Rockfans und Groupies gewesen, heute lag der Altersdurchschnitt weit jenseits der vierzig und die meisten Gäste schimpften über unfähige Politiker, gierige Banker und nervige Exfrauen. Stimmung kam - wenn überhaupt - nur an den zwei Billardtischen im hinteren Teil der Kneipe auf.

"Vielleicht stellst du ein paar junge Bedienungen ein und legst aktuelle Musik auf." Im Moment dudelte Eric Clapton aus den Boxen, was jedoch außer Joe und mir niemand zu bemerken schien.

"Na toll, und dann mach ich auf Studentenkneipe oder was? Nee, lass mal gut sein. Ich hab ehrlich gesagt darüber nachgedacht, hier mehr auf Blues und Jazz zu setzen. Wieder mehr Livebands einzuladen."

"Und wo sollen die spielen?"

"Da hinten, wo die Billardtische spielen."

Ich versuchte mir auszumalen, wie die Kneipe dann aussehen würde. Einfach war es nicht, da sich in Sachen Inventar und Anordnung in den letzten zehn Jahren kaum etwas verändert hätte. Die Kneipe war definitiv nicht der schönste Ort der Welt, aber es war mein Ort und ich wusste keinen anderen, an dem ich mich lieber aufhielt.

"Wie läuft's mit deinem Job?", fragte Joe nach einer Weile. "Immer noch so öde?"

Ich winkte ab. "Heute Morgen untersuchten wir einen Typen, der drei Monate lang tot in seiner Wohnung lag, ohne dass ihn jemand vermisst hat. Sein Körper war mumifiziert und die Organe verfault."

"Igitt. Erspar mir bitte weitere Details."

"Im Grunde genommen war es nicht mal so spektakulär. Er war bloß einer, um den sich niemand gekümmert hat. Da gibt es andere Sachen, die dich viel mehr den Kopf schütteln lassen. Doch glaub mir, so lang du über den ganzen Scheiß nicht groß nachdenkst und die Arbeit dort lässt, wo sie hingehört, ist alles im grünen Bereich. Trotzdem wünsche ich mir an manchen Tagen, ich hätte meinen Facharzt lieber in einer anderen Studienrichtung gemacht. Plastische Chirurgie zum Beispiel. Dann könnte ich jetzt einen fetten BMW fahren und nach Feie

Beschreibung für Leser

Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Drucken

Kundenbewertungen

3,99 €
(inkl. MwSt.)
EPUB sofort downloaden
Downloads sind nur in Österreich möglich!