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Cover AFTERTASTE - Jenseits des guten Geschmacks

AFTERTASTE - Jenseits des guten Geschmacks

Roman

von Andrew Post; Übersetzt von: Andreas Schiffmann

Erschienen 2018 bei Luzifer Verlag
Sprache: Deutsch
412 Seiten
ISBN 978-3-95835-325-1

Kurztext / Annotation

AFTERTASTE liest sich so, als hätte man widerlichen Humor, schmieriges Fast-Food und psychedelische Amphibien in einen Mixer gestopft und bei höchster Stufe durchpüriert. Eine haarsträubende Mixtur aus Jim Butchers Dresden-Files und dem Zombie-Horror eines George A. Romero.

Inhalt:

Früher war Saelig Zilch ein Koch. Nun aber, nach seinem Tod, hat ihn eine geheimnisvolle Organisation rekrutiert, um jene Monster zu jagen, die die Welt der Lebenden bedrohen.
Also klettert Zilch in North Carolina im Körper eines frisch Verstorbenen aus einem Grab. Ihm bleibt nur wenig Zeit, seine Mission auszuführen, bevor sein Körper auseinanderfällt und er wieder ganz von vorn anfangen muss. Nach wenigen wackeligen Schritten prallt er auch schon gleich in Galavance ... beziehungsweise sie gegen ihn, mit ihrem pinkfarbenen Chevy.
Ein Zufall? Wohl eher nicht, denn besagtes Monster wurde in der Nähe des Trailerparks gesichtet, den Galavance ihr Zuhause nennt. Und ebenso wenig zufällig scheint zu sein, dass sich ihr Freund in letzter Zeit gern nachts draußen herumtreibt ...

'Eine groteske Südstaaten-Gothic-Mär, halb Evil Dead, halb Tucker and Dale vs. Evil ... mit einem Helden, dessen Einsamkeit nur noch von seiner Leblosigkeit getoppt wird.' [Kirkus Reviews]

Andrew Post, geboren 1984 in Erie, Pennsylvania, schreibt schon seit Schulzeiten in den Genres Science-Fiction und Horror.
Er lebt mit seiner Frau - ebenfalls einer Autorin - und zwei Hunden in der Metropolregion Minneapolis, Minnesota.

Textauszug

Kapitel 1

Der Geschmack erinnert an Kupfer und wird von Sekunde zu Sekunde intensiver. Es lässt sich mit Ertrinken in Kuchenmasse vergleichen, ist aber weder so schön noch so dekadent, wie sich das anhört. Als er partout nicht einatmen kann, wird ihm bewusst, dass er unter der Erde liegt, und er scharrt panisch, um an die Oberfläche zu gelangen.

Dass der Sarg aufgebrochen ist, erweist sich als Glücksfall wie Hindernis. Obwohl er sich die Hände aufschneidet, die erst wieder zu Kräften kommen, während er sich an dem zersplitterten Holz hochzieht, hätte es ihm größere Schmerzen bereitet, wenn der Deckel intakt gewesen wäre. Auch als er seine Beine befreit hat, lässt er nicht nach, sondern zieht weiter, obwohl sich die satingefütterte Kiste, in der er gerade noch lag, mit Erde füllt. Je länger er schaufelt und kratzt: Der Boden wird mit jedem Zoll wärmer, den er unter sich lässt ...

Schon riecht er frische Luft, und die ohrenbetäubende Stille der Isolation weicht dem Getöse der überirdischen Welt. Dort muten ein Flugzeug hoch oben am Himmel, brummende Insekten und selbst ein schwacher Sommerwind laut an. Verflucht laut.

Kaum dass er den Grund mit seinen Fäusten durchstößt, fällt ihm das Tageslicht so grellweiß ins Gesicht, dass die Schmerzen hinter seinen noch heilenden Augen unerträglich sind. Der Reanimierte lässt sich in dem schäbigen schwarzen Anzug, im dem seine geliehene Hülle beerdigt wurde, aufs Gras fallen und rupft daran. Das Geräusch, das beim Abreißen einer Handvoll frischgrüner Halme entsteht, lässt ihn immerzu an Haare denken, die mit der Wurzel herausgezogen werden. Die Grube liegt zwar hinter ihm, doch weil er Angst davor hat, wieder hineinzufallen - was nicht zum ersten Mal geschehen würde -, kriecht er weiter, bis seine Arme nachgeben. Gibt es etwas Schlimmeres, als sich aus einem Grab zu befreien? Ja, es zweimal tun zu müssen.

Nachdem er ein paar Meter sicheren Abstand gewonnen hat, sackt er zusammen und dreht sich auf den Rücken. Er streckt einen Mittelfinger gen Himmel - während er den Blick weiterhin abwendet, denn Gott, was tut diese Helligkeit weh -, und würgt "Geschafft, ihr Wichser" heraus. Die Confab kann ihn vermutlich nicht hören. Oder vielleicht doch?

Er lässt den Kopf zurückfallen, da er nach dieser Tortur zu schwach ist, um sich irgendwie zu rühren. Offen gestanden hatte er schon kaum genug Kraft, um den Stinkefinger zu zeigen.

Wo die Haut vom Kopf des ehemaligen Toten abgeschürft ist, schimmert stellenweise kalkweiß der Schädel durch. In seiner linken Augenhöhle steckt ein Klumpen Erde. Er blinzelt, bis sie hinausfällt. Statt sich herumzuwälzen, bleibt er so liegen, entspannt seine Lider langsam und schaut sich gleichmütig am Himmel um. Mit jedem angestrengten Atemzug, mit jedem Röcheln regenerieren sich seine Lungenflügel. Er hat diesem Vorgang - wenn sich die ausgeborgte organische Hülle an ihn schmiegt, die Zellen sich wieder zusammenfügen - in Anspielung auf Zurück in die Vergangenheit einen eigenen Namen gegeben: SBP oder Samuel-Beckett-Prozess. Man mag es Assimilation, Rekombination oder wie auch immer sonst nennen. Heilung? Neukonfigurierung? Wiederaufbau dessen, was zusammengehört; Nanobugs, die ihren Dienst tun. Das ist weder annähernd so spektakulär wie in jener Serie, wo es immer zischte und brutzelte wie nichts Gutes, noch nimmt er die Gestalt der Menschen an, deren Körper er annektiert, aber es handelt sich um das gleiche Prinzip. Ungeachtet der Unterschiede hat er diese Bezeichnung dafür verinnerlicht.

Was von den blond melierten Haaren seiner Hülle übrig geblieben ist, wird bald braun und fettig sein. Auch behält er die schmale Mundpartie nicht, sondern bekommt wieder hohle Wangen wie ursprünglich, als er, dieser Körperentleiher, ein neuer Springer und noch er selbst war - nicht tot , ihr wisst schon. Knochen knacken, die braun gewordenen Mineralstümpfe in seine

Beschreibung für Leser

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