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Cover DAS HAUS DER MONSTER

DAS HAUS DER MONSTER

Gruselroman

von Danny King; Übersetzt von: Heike Schrapper

Erschienen 2017 bei Luzifer Verlag
Sprache: Deutsch
328 Seiten
ISBN 978-3-95835-184-4

Kurztext / Annotation

Es gibt ihn in jeder Kleinstadt: Den verrückten alten Sonderling, der allein in einem unheimlichen Haus lebt, das fast so heruntergekommen ist wie er selbst.
In dem englischen Städtchen Thetford ist sein Name John Coal. Aber als die Jungen aus der Nachbarschaft anfangen, dem eigenbrötlerischen Alten immer dreistere Streiche zu spielen, müssen sie feststellen, dass sie sich mit dem Falschen angelegt haben. Denn John Coal hat mehr als eine Leiche im Keller. Zu den dunklen Geheimnissen, die er bewahrt, zählen seine Abenteuer mit Serienmördern, Werwölfen, Dämonen, Geistern und manisch-depressiven Vampiren. Und es wäre ein Fehler, einen Mann zu unterschätzen, der all dies überlebt hat ...

Der britische Autor Danny King erzählt John Coals geheimnisvolle Lebensgeschichte in vier Episoden: düster, spannend und mit viel schwarzem Humor.

Danny King wurde 1969 in Slough, Berkshire, geboren und lebt heute mit seiner Frau und vier Kindern in Chichester, West Sussex. 2001 erschien sein erster Roman The Burglar Diaries, dem bis heute zwölf weitere folgten. Danny King schreibt auch für Film, Fernsehen und Bühne. The Burglar Diaries wurde von der BBC als sechsteilige Fernsehserie Thieves Like Us ausgestrahlt, sein vierter Roman The Pornographer Diaries 2007 als Theaterstück beim Edinburgh Fringe Festival aufgeführt. Zusammen mit Dexter Fletcher schrieb er das Drehbuch zum Film Wild Bill, das 2013 für den BAFTA nominiert wurde. Die Dreharbeiten zu dem britischen Vampirfilm Eat Local nach dem neuesten Drehbuch von Danny King wurden gerade im Herbst 2016 abgeschlossen.

The Monster Man of Horror House ist der erste ins Deutsche übersetzte Roman von Danny King.

Textauszug

TEIL 1 WIE DER VATER, SO DER SOHN

I

Mein Vater, Reginald Coal, war ein außergewöhnlicher Mann; umso mehr, wenn man seinen außerordentlich schwierigen Start ins Leben bedachte. Von seiner unverheirateten Mutter ausgesetzt und sich selbst überlassen in den blutgetränkten Laken, in die er geboren worden war, grenzte es an ein Wunder, dass man ihn überhaupt gefunden hatte, bevor die Kälte des Winters seinem kurzen Leben ein Ende setzen konnte.

Die Haushälterin der Lloyds hatte sich gerade zur Nachtruhe fertig gemacht, als sie von draußen aus der Gasse die Schreie einer Katze zu hören glaubte. Damit die gnädige Frau nicht gestört wurde, stand sie auf, um das Tier zu verscheuchen - und bekam den Schreck ihres Lebens.

Ich nehme an, die Absicht meiner Großmutter - mal abgesehen davon, dass sie nicht mit der Schande leben wollte, als die ein Kind der Liebe in solch ungnädigen Zeiten nun einmal galt - war es gewesen, meinen Vater bei einer wohlhabenden Familie unterzubringen. Und eine solche waren die Lloyds. Sie rühmten sich einer langen, illustren Ahnenreihe, besaßen ihre eigene Loge in Ascot und einen Haufen Aktien, der sie bis zum Börsencrash 1929 finanziell in trockenen Tüchern hielt. Leider erhalten Familien wie die Lloyds ihre erlesene Ahnenreihe nicht dadurch, dass sie jedes hergelaufene Waisenkind adoptieren, das ihnen irgendjemand in den Kohlenschuppen legt.

"Nehmen Sie es mit", verfügte Mr. Lloyd knapp, als der Arzt ihm mitteilte, dass der kleine Reginald außer Gefahr sei.

"Natürlich", buckelte der Doktor. "Ganz wie Sie wünschen."

Anstatt in privilegiertem Luxus verbrachte Reginald seine ersten zehn Jahre deshalb im örtlichen Waisenhaus, chronisch unterversorgt mit Liebe und Vitamin D. Von hier aus hätte alles auch ganz anders kommen können, aber eines Tages, im Frühling des Jahres 1932, erbarmte der Reverend Charles Eckett sich des schlaksigsten Waisenjungen im Heim St Mary's of the Blessed Salvation (und ganz Norwich). Er bot ihm an, wovon alle Waisenkinder der Welt bei Tag und Nacht träumen: ein Zuhause und eine Familie ganz für sich allein.

Wisst ihr, der gute Reverend und seine Frau konnten nämlich keine eigenen Kinder bekommen, also taten sie ein Werk christlicher Nächstenliebe und holten sich ein Kind von der Müllkippe des Lebens. Je elender und bedauernswerter dieses Kind war, so meinten sie, umso heller strahlte dadurch das Licht ihrer noblen Geste.

Reginald Coal erhielt zum ersten Mal in seinem kurzen Leben saubere Bettwäsche und warme Umarmungen, und er gewöhnte sich sehr schnell daran. Die Rachitis, die seine frühen Jahre überschattet hatte, verschwand und er wuchs mit der Zeit zu einem stattlichen jungen Mann heran. Wenn Reichskanzler Hitler die Laufbahn meines Vaters nicht durch seinen Einmarsch in Polen abgelenkt hätte, wer weiß, ob er unter anderen Umständen nicht nach Oxford oder Cambridge gegangen wäre? Unter den gegebenen Umständen ging er nach Nordafrika.

Wie so viele Kriegsveteranen sprach mein Vater selten von seinen Erlebnissen, aber er muss sich wohl in der Schlacht bewährt haben, denn er begann als einfacher Gefreiter in Tobruk und kam als Captain in Rom an. Als Reiseandenken hatte er die Brust voller Medaillen, darunter auch das Victoria-Kreuz.

Jetzt hätten Oma Coal und die Lloyds sich bestimmt nur zu gerne mit Reginald sehen lassen.

Er machte allerdings nie viel Aufhebens um seine Auszeichnungen. Sie waren nichts anderes als Sinnbilder dafür, dass er seine Pflicht getan hatte. Er hatte zu viele Kameraden verloren, als dass er Lust gehabt hätte, mit seinen Medaillen anzugeben, also legte er sie nach seiner Heimkehr in eine Blechdose, tauschte sein Schiffchen gegen eine Melone und kümmerte sich um seine Ausbildung.

Und so kam es, dass zwei Jahre (und tausend während nächtlichen Lernens abgebrannte Kerzen) später Reginald Coal schließlich doch noch in Oxford angenommen wurde.

Beschreibung für Leser

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