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Cover DINNER IN THE DARK

DINNER IN THE DARK

18 Crime Storys, von Krimi-Satire bis Psycho-Thriller

Erschienen 2019 bei Luzifer Verlag
Sprache: Deutsch
372 Seiten
ISBN 978-3-95835-407-4

Kurztext / Annotation

Gruber erzählt Geschichten über die gefährliche Diskette eines russischen Wissenschaftlers, abartigen Sex für einen guten Zweck und den Plan eines raffinierten Auftragskillers, der selbst zum Opfer wird.

Entdecken Sie eine James-Bond-Hommage und den ersten Kurz-Krimi mit dem niederländischen Profiler Maarten S. Sneijder.

Gruber entführt Sie außerdem in die Wüste Nevadas, ins Wien des Jahres 1953 und nach Miami an Bord des größten Kreuzfahrtschiffs aller Zeiten.

18 CRIME STORYS, VON KRIMI-SATIRE BIS PSYCHO-THRILLER.

'Andreas Gruber kann absurd, finster, charmant, humorvoll und nervenzerfetzend schreiben - und das alles in einem Buch.' [Marc Elsberg]

Andreas Gruber, geboren 1968 in Wien, studierte an der dortigen Wirtschaftsuniversität und lebt als freier Autor mit seiner Familie und fünf Katzen in Grillenberg in Niederösterreich. Mittlerweile erschienen seine Kurzgeschichten in über hundert Anthologien, liegen als Hörspiel vor oder wurden als Theaterstück adaptiert. Seine Romane erschienen als Übersetzung in Frankreich, Italien, Türkei, Brasilien, Japan und Korea. Dreifacher Gewinner des Vincent Preises und dreifacher Gewinner des Deutschen Phantastik Preises. Arbeitsstipendium Literatur 2006, 2008, 2009, 2010, 2012, 2013 und 2014, Bundesministerium für Unterricht, Kunst und Kultur. Gruber spielt leidenschaftlich gern Schlagzeug und wartet bis heute auf einen Anruf der Rolling Stones.

Textauszug

Vorwort

Im Januar dieses Jahres fuhr ich mit dem Zug nach Berlin zur 21. Internationalen Tattoo-Convention. Ich selbst habe keine Tätowierungen, dafür bin ich viel zu feige, aber ich musste beruflich dorthin.

In der Arena Berlin tagte eine Messe wie jede andere, nur dass hier schrillere Vögel als sonst herumliefen, mit Brandings am Körper, Piercings in den Schläfen und bunten Tattoos auf Schultern und Schädeln. Dort sollte ich meinen jüngsten Erzählband Die letzte Fahrt der Enora Time präsentieren. Das war der sechste Band meiner Werkausgabe mit sämtlichen Kurzgeschichten aus dem Luzifer Verlag. Der Raum, in dem ich die Lesung hielt, die mir der Luzifer-Verlagsleiter Steffen Janssen organisiert hatte, lag über eine enge Treppe erreichbar im Keller, war klein und bot gerade mal Platz für zwanzig Personen. Anwesend waren jedoch nur drei.

Toll , dachte ich.

Im Stock darüber barst die große Halle förmlich unter dem Zustrom der Besucher. Vermutlich lag es daran, dass meine Lesung nirgends angekündigt worden war und mein Podest nur aus einer wackeligen Holzpalette bestand, über die bloß ein schwarzes Samttuch gelegt worden war. Dank des schmalen Oberlichts war es so dunkel wie in einem Bärenarsch, und das einzig Funktionierende an dem Mikrofon waren die Rückkopplungen.

Honorar für die Lesung gab es wie üblich keines - im Gegenteil, die Veranstalter hatten mir sogar vierzig Euro für den Eintritt abgeknöpft! Das kannte ich bereits seit Jahren. Also nichts, was mich sonderlich schockierte.

Während ich aus der Titelstory Die letzte Fahrt der Enora Time las und das Publikum meine Bemühungen mit stoischer Miene honorierte, kam ein vierter Besucher die Treppe herunter und betrat den Raum. Ich schielte kurz zur Tür.

Scheiße!

Es war Steffen Janssen höchstpersönlich!

Er zog den schwarzen Hut vom kahl geschorenen Schädel und strich sich den Schnee von den Schultern seines bodenlangen Ledermantels. Murmelnd in ein Selbstgespräch vertieft ging er mit schweren Stiefeln und einem Stock mit weißem verknöchertem Knauf, der einem Totenschädel ähnelte, nach vorne. Plötzlich roch es nach Tod. Als er sich in der ersten Reihe in einen Sitz fallen ließ, erhoben sich die anderen drei Besucher und verließen den Raum. Profi, der ich war, las ich unbeirrt weiter. Zwar innerlich verkrampft, aber vielleicht würden die drei Zuhörer ja wiederkommen.

Ein Irrtum!

Steffen Janssen führte seinen etwas merkwürdigen Verlag in Schleswig-Holstein. Merkwürdig deshalb, weil die Cover seiner Bücher allesamt aussahen, als hätte sie ein Geisteskranker in einer psychiatrischen Anstalt nach einer Elektroschock-Therapie entworfen. Und sein Lektor und Setzer war ein verrückter Tattergreis, der offenbar direkt aus der Hölle entsprungen war - zumindest klangen die E-Mails danach.

Steffen zahlte seine Honorare an die Autoren bar in abgegriffenen Banknoten, die nach Moder rochen, als hortete er sie bündelweise, umgeben von Nebel und Sumpf, in einer tiefen Gruft. Außerdem ließ er seine Bücher in einer Druckerei in den rumänischen Karpaten auf seltsam ledrigem Papier drucken, sodass die Seiten beim Umblättern ein erschrecktes Quäken von sich gaben.

Er brachte jedes Jahr nur genau 13 Bücher heraus. All diese Werke erschienen stets am 6. Juni und wurden pünktlich um 6 Uhr früh ausgeliefert. Ein magisches Datum , wie er behauptete.

Er signierte seine E-Mails stets mit "Der Lord" und seine Webseite lag auf einem Server des Darknets. Soviel hatte ich bereits herausgefunden. Außerdem schrieb er wöchentlich Kommentare in diversen Internet-Foren, die man besser nicht aufsuchte. Einer Person wie Steffen ging man sowieso lieber aus dem Weg, es sei de

Beschreibung für Leser

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