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Cover ROCKERBLUT

ROCKERBLUT

Nordsee-Krimi

Erschienen 2019 bei Luzifer Verlag
Sprache: Deutsch
324 Seiten
ISBN 978-3-95835-453-1

Kurztext / Annotation

Geköpfte Rocker auf den Landstraßen um Nordhaven. Der Mörder schlägt nachts zu und lässt die Köpfe der Opfer verschwinden. Der enthauptete Torso bleibt zurück. Keine Mordwaffe. Keine Spuren. Kein erkennbares Motiv. Bandenrivalität? Revierkämpfe? Tagstedt ermittelt, verliert vorübergehend den Verstand und fast sein Leben. Seine Kollegin Helen Terry hat eine Theorie - und Erfolg. Leider nicht auf der ganzen Linie. Tagstedt wartet auf die Stimme seiner Intuition und hört stattdessen den Wahn.

Verliese des Grauens. Vision oder Realität? Und die Zeit läuft ...

Hanno Tagstedt und Helen Terry von der Kripo Nordhaven sind mit ihrem brutalsten und gleichzeitig rätselhaftesten Fall konfrontiert, der sie an ihre Grenzen und ein ganzes Stück darüber hinaus führt.

Chris Trautmann, in Oberhausen geboren, lebt mit Frau und zwei Töchtern an der Nordsee. Er arbeitet als Autor und Übersetzer.

Textauszug

Kapitel 1

Tagstedt fluchte und trat hart auf die Bremse, um den kopflosen Körper auf dem Asphalt nicht zu überfahren. Er war in dieser frühen Morgenstunde gerade auf dem Heimweg von einer Party bei seinem Freund Arno Uferberg und bis zu diesem Zeitpunkt ziemlich zufrieden mit sich und der Welt gewesen. Er war in schläfriger Ruhe gefahren, während die Scheinwerfer seines Wagens die von Gebüschen und Bäumen gesäumte Landstraße gewissenhaft ausleuchteten. Kein Tier, kein Mensch und kein anderes Auto war ihm begegnet, nur leise Musik im Radio, irgendein Klassiksender. Tagstedt fühlte sich für einen flüchtigen Moment zurückversetzt in seine Studienzeit, als er an den Wochenenden in Nordhaven, Nachtschichten als Taxifahrer gefahren war, hektisch meistens, ohne die langen Kreuzworträtsel- und Zeitungslektüreminuten der Kollegen von der Tagschicht, und frühmorgens war er dann aus der Stadt heimwärts gefahren, in genau dieser beginnenden Dämmerung, eine Dose Bier zwischen den Beinen unter dem Lenkrad, gegen den Nachhall des nächtlichen Stresses. Zuhause hatte er dann seine Einnahmen gezählt, seinen prozentualen Anteil von der Summe abgezogen, noch ein Bier getrunken und war ins Bett gegangen.

Wie viele von dem Partyvolk heute Nacht hatten wohl während des Studiums Taxi fahren oder kellnern müssen? Sofort tadelte er sich für diesen Gedanken, denn dieser entsprang irgendeinem Minderwertigkeitsgefühl, das die Gesellschaft von Künstlern und Professoren, und sei sie noch so vorübergehend, augenblicklich bei ihm auslöste. Dabei wollte er gar nichts anderes sein als das, was er war, und auch kein vermeintlich besseres Leben haben. Ganz im Gegensatz zu seiner Kollegin, deren Ehrgeiz sie unter Dauerdruck setzte und die dort, wo sie war, tatsächlich litt.

Tagstedt wusste natürlich, dass er nicht so klein war, wie er sich unter diesen Menschen fühlte, und dass diese bei Weitem nicht so groß und überlegen waren, wie er dachte. Sie machten sich einfach nur schon immer über andere Dinge im Leben Gedanken, und das war der Punkt. Es war ihnen gegeben worden. Unaufgeregtheit im Profanen. Hanno Tagstedt war vierundvierzig und Kriminalkommissar bei der Polizei in Nordhaven. Er war nur eine Randfigur auf der mondänen Fete seines Freundes Arno Uferbergs gewesen. Der international renommierte, erfolgreiche Klangkünstler hatte alle eingeladen. Ein lockerer Haufen Freunde ... oder hatte er gesagt, ein Haufen lockerer Freunde? Es war kein besonderer Anlass gewesen, nur ein neuer Lehrauftrag in der Schweiz, irgendein Projekt, Tagstedt hatte vergessen, um was es dabei genau es ging ... und gerade dieses Banausige unterschied ihn von all den Kunst- und Kulturmenschen. Er wäre wirklich gern feingeistiger. Als Kind hatte er Astronom werden wollen. Doch auch als solcher hätte er sich auf dieser Fete vielleicht als Außenseiter gefühlt und sich bei der Heimfahrt daran erinnert, dass er als Kind davon geträumt hatte, Polizeikommissar zu werden.

Tagstedt hatte seinem Freund Arno Uferberg eigentlich einen Grill schenken wollen, es dann aber doch nicht getan. Es handelte sich dabei um ein schweres Eisending, das ihm jemand aus der Nachbarschaft gebaut hatte und das jetzt unter Tagstedts Carport stand. Der Besitz dieses Monstrums, das mit richtigen Rädern anstatt mit kleinen Rollen ausgestattet war und aussah wie ein Kampfgefährt aus einem Mad-Max -Film, ging auf ein Missverständnis zurück; eines für Tagstedt typischen Überrumpelungsmissverständnissen. Die passierten ihm immer dann, wenn er über ein Angebot, erst einmal nachdenken musste, bei dem andere sofort einschlugen oder ablehnten. Er hingegen schaffte es ausgerechnet in solchen Momenten nicht, sich zu entscheiden. Während er dann etwas ebenso Unverbindliches wie Unverständliches murmelte, begann er, sich sein Leben nach der Umsetzung des Vorschlags in die Tat vorzustellen und das war absolut falsch.

In diesem Fall hatte ihm ein

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