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Cover KOPFLOS IM KURHOTEL

KOPFLOS IM KURHOTEL

Regionalkrimi aus Österreich

Erschienen 2019 bei Luzifer Verlag
Sprache: Deutsch
300 Seiten
ISBN 978-3-95835-469-2

Kurztext / Annotation

Auf der steirischen Bio-und-Wellness-Alm ist die Hölle los: Im besten Kurhotel der Region geht ein Serienmörder um und köpft scheinbar beliebig Kurgäste. Nun liegt es an Chefinspektor Arcan Yilmaz und seiner jungen Kollegin Pauline Wenzel, in einem Biotop von Egozentrikern, in dem mit der Zeit jeder jeden verdächtigt, nach einem Mörder zu fischen. Nur der vierundachtzigjährige Opa Lutz scheint als einziger den Durchblick zu behalten - und seinen Kopf ...

Die gelernte Kartografin Christina Unger zog es schon immer in die Welt. Sie lebte mehrere Jahre in Afrika und reiste von Feuerland bis nach Alaska. Ihre Erlebnisse verarbeitete sie in zahlreichen alternativen Reiseführern sowie in Krimis und romantischen Thrillern. Neben ihrer Arbeit als Übersetzerin gründete sie zudem noch einen kartographischen Verlag, in dem sie bis heute tätig ist. Christina Unger wohnt im südlichen Niederösterreich.

Textauszug

Die Bio-und-Wellness-Alm

Die Bio-und-Wellness-Alm thronte auf einem sanften Hügel wie eine moderne Burg. Umgeben von den Obstgärten und Weinbergen der Südsteiermark erwartete den Gast ein Vier-Sterne-Hotel mit einem großen Panoramapool und einer fantastischen Aussicht. In der Ferne konnte man das Massiv des Hochwechselgebirges erkennen. Da der Winter bis in den April hinein gedauert hatte, funkelte auf einzelnen Bergkuppen noch immer Schnee. Eine Übergangszeit gab es längst keine mehr - vom Winter direkt in den Sommer.

Das Hotel warb mit Bio- und Vollwertkost sowie der Zusicherung: Wir sprechen Ihre Sprache - was immer das heißen mochte. Die zahlreichen Gäste kamen aus dem In- und Ausland, und jene, die sich die sündteuren Preise leisten konnten, quartierten sich gleich für mehrere nachhaltige Wochen ein. Das Hotel beherbergte jedoch auch solche Kurgäste, die von ihren Krankenkassen geschickt worden waren und einen lächerlich kleinen Anteil zu ihrem Aufenthalt zuschießen mussten. Das sorgte öfters für böses Blut zwischen den privaten Gästen und den anderen .

Samstag war An- und Abreisetag, und heute war wieder Samstag. Familie Schneider aus Wien rückte bereits um neun Uhr mit vier Personen an: Opa Lutz, Sohn Walter, Schwiegertochter Beate und Enkel Tommy. Opa stützte sich neuerdings auf einen Rollator, den ihm seine Schwiegertochter vor der Abreise gekauft hatte, damit er während seines Aufenthalts unabhängiger von ihrer Hilfe war. Ihre Zimmer lagen deshalb auch im Erdgeschoss und Opa teilte sich seines mit Tommy.

Sein Enkel mit dem blonden Wuschelhaar und den strahlend blauen Augen sah seinen Eltern gar nicht ähnlich, die beide braune Augen und brünette Haare hatten, wenn auch jetzt schon ein wenig angegraut. Sein Aussehen hatte Tommy eindeutig von Opa geerbt, als dieser jung gewesen war - also noch während des Dreißigjährigen Krieges, wie Tommy gern scherzte, der Geschichte studierte. Er liebte seinen Opa, denn Opa machte bei jedem Blödsinn mit. Im Gegensatz zu seinen Eltern war es Tommy nämlich komplett wurscht, ob Opa sich daneben benahm, obszöne Ausdrücke gebrauchte, sich vollkleckerte, in die Hose pinkelte oder heimlich rauchte. Opa seinerseits war es völlig wurscht, ob Tommy mit seinen fünfundzwanzig Jahren noch weitere zehn Jahre auf Kosten seiner Eltern studierte, mehr Zeit mit dem Smartphone verbrachte als im Hörsaal, sich ab und zu einen Joint genehmigte und die Freundinnen wechselte wie andere die Unterwäsche - Opa und Tommy waren ein zusammengeschweißtes Gespann.

In Wien teilte sich die Familie ein Einfamilienhaus in Döbling. "Drei Generationen unter einem Dach ist einfach nicht gut", hatte Beate in der Vergangenheit immer wieder zu Walter gesagt. "Noch dazu mit einem Vater wie dem deinigen."

"Ich kümmere mich wenigstens um meinen Vater!", hatte Walter daraufhin immer geantwortet und auf Beates Vater angespielt, den sie längst an ein Seniorenheim losgeworden war. Beate hingegen empfand es als Zumutung, sich mit dem alten Herrn sogar im Urlaub zu belasten.

"Stell dir vor, ich würde auch noch meinen Vater pflegen müssen! Dann hätte ich zwei senile Witwer am Hals. Du bist damit ja nicht belastet. Du gehst am Morgen aus dem Haus und abends, wenn du heimkommst, liegt Opa gefüttert und gewindelt in seinem Bett. Zusätzlich habe ich noch deinen faulen Sohn zu versorgen ..."

" Unseren Sohn! Außerdem lebt ihr von meinem Geld", betonte Walter, der seine Brötchen in einem großen Versicherungsunternehmen verdiente. "Da kann ich auch ein wenig Engagement erwarten."

Walter, der Ernährer! Wer das Geld heimbrachte, schaffte an. Dass sie ihre Arbeit in einer Anwaltskanzlei aufgegeben hatte, um für seinen Vater zu sorgen, sah er als selbstverständlich an, denn Walter war noch ein Überbleibsel aus einer Zeit, wo Frauen am Herd ihre Erfüllung fanden, und das, obwohl

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