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Rezensionen




Mörderische 60iger Jahre 25. März 2019
Eine Melange für den Schah
Sabina Naber

Kommissar Fodor und seine Assistenten werden im Wien des Jahres 1965 mit mehreren Morden an Mitgliedern einer linken Studentengruppe konfrontiert. Ein politisches Motiv? Oder ist der Mörder doch im privaten Umfeld zu suchen? Und welche Rolle spielt der Besuch des Schahs in Österreich?

Es wurde eine sehr spannende und abwechslungsreiche Mörderjagd und ich gebe gerne zu, dass ich bis zum Schluss völlig ahnungslos war, was den Täter angeht. Die Autorin versteht es, den Leser immer wieder auf falsche Spuren zu führen und zu verwirren. Die Ermittler selber sind keineswegs coole Superhelden, sie haben Ecken und Kanten und an vielen Aussagen merkt man deutlich, dass sie Kinder ihrer Zeit sind.

Der Stil ist sehr angenehm zu lesen. Mit typisch wienerischem Witz und Charme zeichnet Sabina Naber nämlich einüberaus interessantes Bild der 60iger Jahre: bunte Mode und lange Haare waren in Wiens Straßen keineswegs üblich, sondern eher ein Skandal. Geraucht wurde immer und überall, Handys gab es noch keine – beim Telefon musste man sich mit einem Viertelanschluss begnügen, im Radio hörte man Beatles oder Drafi Deutscher und Fernsehprogramm gab es noch lange nicht rund um die Uhr. Nationalistisches Gedankengut war allerdings noch immer weit verbreitet und im Alltag durchaus toleriert, die Gleichberechtigung der Frau noch weit, weit entfernt. Es ist nicht immer ein angenehmes Bild, das die Autorin uns präsentiert – die 60iger Jahre sind in vielen Bereichen ein unbekanntes Jahrzehnt! Also Zeitgeschichte in einen spannenden Krimi verpackt.

Fazit: ein lesenswerter Krimi mit Tiefgang und viel historischen Informationen und ich hoffe, bald wieder von diesem Ermittlerteam zu lesen!