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Rezensionen

Lars Kepler
6 Rezensionen



Spannung, Action und jede Menge Thrill! 23. April 2019
Jurek Walter ist zurück! Davon ist Kommissar Joona Linna überzeugt. Als er bei einem Fall Parallelen zu Jureks früheren Morden entdeckt, schrillen bei ihm die Alarmglocken und er versucht, seine Lieben in Sicherheit zu bringen. Hat der psychopathische Serienmörder der vergangenen Bände wirklich die Schüsse auf sich überlebt oder ist es vielleicht nur ein Nachahmungstäter? Keiner glaubt Joona zunächst – ein fataler Fehler…
„Lazarus“ ist der siebte Teil der Reihe um Kommissar Joona Linna des Autoren-Ehepaares Lars Kepler. Angegeben ist, dass das Buch ohne Vorkenntnisse der Reihe gelesen werden kann, und das kann ich bestätigen. Wobei natürlich an der ein oder anderen Stelle Anspielungen auf frühere Geschehnisse vorkommen, bei denen ich dachte, schade, dass ich nicht mehr darüber weiß. Dadurch, dass kleine Rück- und Einblicke zu den Personen eingebaut sind, ist aber alles gut verständlich.
Der Roman liest sich erstaunlich gut und ist frei von gängigen Klischees eines sozial inkompetenten, launischen Ermittlers mit Alkoholproblem. Im Gegenteil, Joona war mir recht sympathisch. Schwierigkeiten hatte ich hingegen mit seiner Kollegin Saga, welche in meinen Augen zu oft inkompetent agiert, so dass ich mich wiederholt fragte, wie sie zu ihrem Job gekommen ist.
Inhaltlich ist die Story durchweg spannend von Anfang bis Ende. Keine unnötig lange Einleitung, keine Durststrecken und kein ewig langes Ausfaden. Ein eindeutiger Pluspunkt! Stellenweise wird es diesmal ziemlich brutal, ohne, dass groß ins Detail gegangen wird. Wer jedoch beim Lesen sein Kopfkino mitlaufen lässt wird da um ein paar blutige Szenen nicht drum herum kommen. Gestört haben mich einige Szenen, welche für den Fortgang der Handlung wie konstruiert wirken, ebenso wie Joonas Alleingang zum Schluss, bei welchem er eine Schneise der Verwüstung hinterlässt. Das wird aber zum Glück durch ein paar sehr gute Ideen und viele spannende Szenen wieder wettgemacht.
Alles in allem ein hervorragend zu lesender Schwedenkrimi mit brutalen sowie emotional bewegenden Szenen, der durch Spannung und Action schon fast als Thriller durchgeht.
Schneller, härter, besser - das Ende? 18. April 2019
Auf dieses Buch des Autorenpaars Lars Kepler war ich schon sehr gespannt, weil ich die Vorgän-ger alle sehr mochte. Joona ist eigentlich eher ein Antiheld, aber gerade das mag ich so an ihm – seine Traurigkeit, seiner Düsternis. Die Reihe des schwedischen Ehepaars Alexandra und Alexan-der Ahndoril folgt der skandinavischen Tradition und passt herrlich in dieses Genre. Seit dem ers-ten Wallanderkrimi stehe ich auf diese nordischen Krimis und Thriller, die immer ein bisschen lako-nisch, melancholisch und trotzdem auch lebensfroh und vor allem so unterhaltsam und spannend sind.
Wie bereits in den Vorgänger geht es auch hier direkt in die Vollen. Zartbesaitete sollten besser nicht zu Lars Keplers Büchern greifen. Hier muss man einiges vertragen können, um weiterlesen zu können. Die Grausamkeit ist nicht immer leicht auszuhalten – vor dem Schlafengehen sollte man eher was anderes lesen. Gleichzeitig ist dieses Buch aber schneller, härter und besser als die anderen sechs Bände um Joona Linna. Er wächst hier über sich hinaus, um seinen verhassten Gegner endlich zur Strecke zu bringen. Gut gefallen hat mir an diesem Buch auch, dass Saga Bauer, seine Kollegin und Mitstreiterin, einen deutlich größeren Anteil im Buch bekam. Sie ist eine unglaublich tolle Romanfigur, die mich immer wieder beeindruckt. Zugleich stark und schwach, mutig und traumatisiert, ein Mensch, der gegen das Böse und für die Guten kämpft. Genau wie Joona.
Wer die Vorgänger mochte, wird hier begeistert sein. Wer die anderen Bücher noch nicht kennt, sollte diese vielleicht besser zuerst lesen, um die Hintergründe und auch Joonas Handeln besser zu verstehen. Lesenswert ist dieses Buch aber auf jeden Fall! Aber Achtung! Es ist sehr düster, gerade im letzten Drittel und die Ereignisse werden auch nicht jeden erfreuen. Ich persönlich habe mich gefragt, ob das das Ende der Reihe war.
Lebt Jurek Walter noch? 08. März 2019
Dieses Buch ist nun schon das 7. der Reihe um Joona Linna. Joona steht kurz vor dem Ende seiner Rehabilitierung und darf dann wieder bei der Kriminalpolizei arbeiten. Mit Valeria läuft es auch ganz gut. Eigentlich eine gute Ausgangsposition. Doch dann holt ihn die Vergangenheit ein. In einer Wohnung in Norwegen ist ein bestialischer Mord geschehen und in der Tiefkühltruhe findet man Leichenteile, auch den Schädel von Joonas verstorbener Frau. Es geschehen weitere Morde über Europa verteilt, die an die Vorgehensweise von Jurek Walter denken lassen, doch der ist tot; Saga hat ihn erschossen und man hat seinen Fingerabdruck identifizieren können. Joona traut der Sache nicht und bringt sich und seine Tochter Lumi in Sicherheit, doch Valeria weigert sich, mit ihm zu kommen und auch Saga glaubt nicht, dass es sich um Jurek handelt. Wie auch die anderen Bücher der Reihe ist dem Autorenpaar wieder einmal ein sehr spannender Thriller mit viel Action und Brutalität gelungen, der für mich ein wahrer Pageturner war. Joona erinnert zwar manches Mal an einen "Superhelden" und manch eine Aktion ist nicht ganz realistisch, aber es geht hier um eine spannende Geschichte, die in sich schlüssig ist und das ist gelungen. Das Ende bietet mal wieder einen "Öffner" für die Fortsetzung, auf die ich schon warte.
Spannung ja, aber leider dem übernatürlichen Bösen untergeordnet 07. März 2019
Zum bereits siebten Mal darf Super-Ermittler und Wunder-Hirn Joona Linna die (schwedische) Menschheit vor dem Bösen retten. Jemand bisher totgeglaubtes läuft ihm in “Lazarus” über den Weg. Doch zu Beginn sind es nur Taten, die Ähnlichkeit aufweisen und merkwürdige Vorkommnisse. Ist hier also tatsächlich Joonas langjähriger “persönlicher” Freund am Werk?

“Lazarus” vereint zwei Dinge meisterlich: Grundlegende Spannung durch kurze Kapitel und regelmäßige Einsprengsel an Brutalität sowie die schon fast “Lars-Kepler-übliche” Ungenauigkeit in manchen Bereichen.

Bei dem Autorenduo gibt es zunehmend nicht mehr einfach einen bösen Gegenspieler, sondern gerne den allwissenden und übermächtigen Bösewicht. Das gibt zwar viel Spannung her, wird aber immer wieder davon getrübt, dass die Geschichte stark ins Unrealistische abdriftet.

Auch manche Charaktere handeln stark wider dem was man erwarten könnte, alles zugute des Storyverlaufs. Wenn man nicht zu tief ins Detail analysiert was passiert, sondern sich nur durch die Seiten treiben und unterhalten lässt, funktioniert der Thriller aber ganz gut. Diesen Effekt noch verstärkt hätte wohl die eine oder andere Straffung im Mittelteil.

So ist “Lazarus” eine nicht optimal ausgewogene Mischung zwischen Tempo, Spannung, Brutalität sowie detailreicher Erzählung mit Längen und unrealistischen Abschnitten und Wendungen.
Spannend aber unglaubwürdig 06. März 2019
Von den Toten auferstanden oder nicht?
Eine Mordserie erschüttert Stockholm. Joona Linna vermutet, dass Jurek Walter doch nicht tot ist und flieht mit seiner Tochter aus dem Land. Keiner glaubt ihm zu Anfang, doch dann wird ein Grab gefunden und allen ist klar: Das kann nur eins bedeuten!
Nun beginnt eine Heztjagd, die ihresgleichen sucht. Jurek und sein neuer Helfer sind grausamer als je zuvor und schrecken auch vor perfiden Tricks nicht zurück. So fand ich zum Beispiel die Szene im Steinbruch hammerhart!
Mit dem „Biber“ führen die Autoren einen neuen, mehr als brutalen, Killer ein, von dem man sich noch einiges an Grausamkeiten erwarten darf. Sehr witzig die Szene im Krankenhaus, als er plötzlich durch seine Gabe an einem Mord gehindert wird.
Ein wenig unglaubwürdig und weit hergeholt fand ich die Handlung ja teilweise schon! Jurek weiß immer alles, ist immer bestens informiert – nur woher? Das hat mir die Freude am Lesen stellenweise etwas verdorben, hier hätte ich mir eine ausführlichere Beschreibung gewünscht, wie er z.B. das Safe House findet.
Für mich als Thrillerleser hätten auch die Szenen der Personen in den Gräbern etwas mehr ausgebaut werden dürfen, das hätte das Ganze noch etwas spannender gemacht.
Ansonsten recht spannend geschrieben, aber am Ende auch etwas schnell abgehandelt. Und den Tod einiger Personen nehme ich den Autoren persönlich übel 
Spannender Pageturner! 03. März 2019
von Anja
Joona Linnas hartnäckigster und gefährlichster Gegner, der Serienmörder Jurek Walter, wurde vor Jahren für tot erklärt. Er stürzte damals, von mehreren Kugeln getroffen, in einen Fluss. Seine Leiche wurde zwar nie gefunden, doch mittlerweile hofft Joona, dass es Saga damals wirklich gelungen ist, den Killer zur Strecke zu bringen. Joona und seine Tochter Lumi versuchen nun, endlich ein normales Leben zu führen, ohne dass sie ständig fürchten müssen, dass Jurek zurückkehrt, um sie zu töten. Doch dann weckt eine grausame Mordserie, die sich durch ganz Europa zieht, Joonas Misstrauen. Als dann auch noch der Kopf seiner verstorbenen Frau in der Wohnung eines vermeintlichen Grabschänders auftaucht, ist für Joona klar, dass die Gefahr noch nicht vorüber ist. Joona ist sich sicher, dass Jurek Walter lebt und dass er sein Werk vollenden wird. Hals über Kopf bricht er alles hinter sich ab und macht sich auf den Weg, um Lumi zu schützen. Vorher warnt er Saga eindringlich davor, dass sie und ihre Familie ebenfalls in tödlicher Gefahr schweben und dass sie Schutzmaßnahmen ergreifen und Jurek aufspüren muss. Doch Saga glaubt fest daran, dass Joona sich irrt. Ein tödlicher Irrtum?

"Lazarus" ist bereits der siebte Fall für Joona Linna. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, kann man den aktuellen Ermittlungen aber auch dann folgen, wenn man noch keine Vorkenntnisse hat. Um die privaten und beruflichen Nebenhandlungen der Hauptcharaktere und ihre Weiterentwicklung zu verfolgen, empfiehlt sich allerdings, wie bei jeder anderen Bücherserie auch, die Einhaltung der Reihenfolge. Wichtige Hintergrundinformationen werden allerdings so in die Handlung eingestreut, dass man auch als Quereinsteiger einen guten Überblick bekommt und dem aktuellen Geschehen problemlos folgen kann.

Der Einstieg in den aktuellen Fall gelingt wieder mühelos, denn unterschiedliche Perspektiven, die sofort durch Spannung oder das Gefühl einer unterschwelligen Bedrohung überzeugen, sorgen dafür, dass man von Anfang an in den Sog der Handlung gerät. Das Autorenduo Lars Kepler spannt ein Netz aus variierenden Strängen, die zunächst nicht richtig in Verbindung gebracht werden können, dadurch aber das Interesse wecken und außerdem eine äußerst bedrohliche Atmosphäre entwickeln. Diese Bedrohung wirkt so glaubhaft, dass man förmlich spürt, mit welcher akribischen Genauigkeit Jurek Walter die Schlinge knüpft, die er um Joona Linna und alle die ihm lieb sind, legen will, um sie dann präzise zuzuziehen. Die Anspannung ist dadurch hoch und schwebt ständig zwischen den Zeilen, da man sich fragt, ob es Joona gelingen wird, den Kopf aus dieser Schlinge zu ziehen.

Doch schnell wird klar, dass die perfiden Pläne des Killers so kalkuliert sind, dass er den Ermittlern immer einen Schritt voraus ist und alle Eventualitäten bedacht hat. Es geht Schlag auf Schlag, sodass man beim Lesen kaum Zeit zum Luftholen hat. Man verfolgt geradezu atemlos die spannenden Szenen und mag manchmal kaum glauben, was passiert. Die häufig wechselnden Perspektiven, die oft an entscheidenden Stellen stoppen, um sich dann dem nächsten Handlungsstrang zuzuwenden, sorgen für ein rasantes Tempo, dem man sich nur schwer entziehen kann. Das Buch entwickelt sich damit früh zu einem echten Pageturner. Die Spannung ist enorm. Allerdings stellt man sich beim Lesen oft die Frage, wie es eigentlich sein kann, dass Jurek Walter scheinbar alles weiß und entsprechend reagieren kann. Das wirkt zuweilen ein wenig unglaubwürdig und arg konstruiert. Da die Spannung aber konsequent gehalten wird, verdrängt man dieses Manko und genießt die Anspannung und den Gänsehauteffekt.

Der Schreibstil ist wieder sehr flüssig und angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen mühelos vorstellen und ganz in die Handlung eintauchen. Allzu zartbesaitet sollte man beim Lesen allerdings nicht sein, da die Opfer nicht mit Samthandschuhen angefasst werden. Außerdem wird schnell klar, dass man sich in diesem Band wohl von einigen bekannten Charakteren verabschieden muss, da Jurek Walter gnadenlos zuschlägt. Dieser Fall gipfelt in einem spannenden Showdown, wobei die Frage, wie alles enden wird, erst ganz am Ende beantwortet wird.

Ich habe bisher alle Bände der Reihe gelesen und war auch von diesem Fall wieder begeistert. Denn ich war vom ersten Moment an mitten im Geschehen und konnte mich ganz auf das spannende Katz- und Mausspiel einlassen. Die Spannung war für mich sofort spürbar, sodass ich früh in den Sog der Ereignisse geriet und den Thriller am liebsten in einem Rutsch beendet hätte. Obwohl ich zugeben muss, dass es mich etwas gestört hat, dass Jurek Walter scheinbar alles wusste und einkalkulieren konnte, vergebe ich alle fünf Bewertungssternchen. Denn der durchgehenden Hochspannung konnte ich mich einfach nicht entziehen.