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Schade, eine wirklich gute Idee wurde leider mit Mitteln umgesetzt, die dem Thema nicht gerecht werden konnten.
von Hirsch Barbara, 22. Mai 2013

Angesiedelt in Wien beschreibt der Autor einen Berufsstand – den Antiquitätenhandel – mit dem teils zwielichtigen Hintergrund, der wohl auch in der Realität ähnlich mitschwingt. Artur, der Protagonist mit eigener jüdischer Vergangenheit, wird mit seiner Liebe zu seinem Beruf und seiner Berufung – in verblassenden Leben anderer Menschen deren Geschichten und Spuren zu lesen, sich darauf einzulassen und diese aufzulösen – beschrieben. Leider wird er unklar und verwirrend dargestellt. Sein Zugang zu seinem Beruf, die Beschreibung seiner eigenen Geschichte und Lehre, passen nicht mit seinem Alter von 44 Jahren und seiner Lebensform zusammen. Es gibt zu viele Brüche und Unwahrscheinlichkeiten, die die Geschichte nur schwer in Fluss kommen lassen. Sie wirkt abgehackt und irgendwie zu lose aneinander gereiht und die sich entwickelnde Dynamik wirkt platt. In meinen Augen passt die Welt des Antiquitätenhandels, und wie sie der Autor durchaus stimmig und nachvollziehbar beschreibt, überhaupt nicht mit den abgehackten Sequenzen und Sprüngen überein. Die langjährige berufliche Tätigkeit des Autors im IT Bereich scheint sich zu sehr in den Aufbau und die Abhandlung des Inhaltes eingeschlichen zu haben. Für mich passt dieser Stil wenig mit dem interessanten und wichtigen Thema zusammen und nimmt dem Buch viel von seinem Reiz – schade!

Rezension zu:
'Ein ungeheuer ausgeklügeltes Buch!'
von Hirsch Barbara, 24. April 2013

Schon der Titel kündigt den Inhalt an. Ungeheuer ist die Verworrenheit der Lebensgeschichten der Protagonisten, ungeheuer sind die Tragik und der Sprachwitz in diesem Buch.

Mit Leichtigkeit und Unaufdringlichkeit, beinahe spielerisch gelingt es der Autorin, eine Geschichte aufzubauen, die vollgestopft mit schwierigen Schicksalen, negativen Prägungen und biographischen Stolpersteinen ist. Sie verknüpft schier unglaubliche Geschichten miteinander und webt daraus ein Ganzes, das die Leserin in einer Mischung aus Unglauben, Heiterkeit und Betroffenheit zurücklässt. Die Schicksale sind so grandios entwickelt, dass für die einzelnen Protagonisten, wenn nicht Sympathie, so doch wenigstens Verständnis entstehen kann. Die Charaktere verfestigen sich aus der Notwendigkeit des Überlebens heraus, Aufbegehren verläuft in Sprachlosigkeit und findet sich in Handlungen wieder, die lebensfeindlich bis tödlich enden.
Die Erzählperson in der benachteiligten Rolle, wird zum „Gutmensch“, bleibt in der beobachtenden Position und im Mittelmaß gefangen und hoffnungslos liebend.

Elsa, die in den Vordergrund geschobene Hauptperson, ist Symbol für Unschuld, Elend und Hoffnungslosigkeit. Ihr gelingt der Sprung in eine Form von Freiheit - jedoch ebenso hoffnungslos liebend, wie auch der Dritte im Bunde. Dieser scheitert auch am Versuch, Prägendes übereinander zu schieben - die Ewigkeit malerisch darzustellen - scheitert an der Unumkehrbarkeit falsch getroffener Entscheidungen.
Ein ungeheuer ausgeklügeltes Buch!

Rezension zu:
'Ein ungeheuer ausgeklügeltes Buch!'

Elsa ungeheuer

von Josef Brainin Allgemeine Handelsware Zum Buch
Ein mittelmäßiges Buch, jedoch verlockend genug, um es doch bis zu Ende zu lesen.
von Hirsch Barbara, 21. März 2013

Courtney Sullivans 'Sommer in Maine' verspricht viel und hält wenig. Die Autorin spannt einen weiten Bogen von irischen Einwanderern bis zur modernen New Yorker Frau, von katholischer Enge, Kriegszeit und Alkoholismus durch 4 Generationen bis hin zu biologischer Düngung. Diese Vielfältigkeit und das bloße Anreißen der unterschiedlichen Themen erweist sich in Summe als mühsam. Die Protagonisten wechseln in kurzen Abständen, die unterschiedlichen Erzählstränge machen das Buch für mich anstrengend.
Alice, Tochter irischer Einwanderer, gelingt es in der Zeit des 2. Weltkrieges nicht, ihre Begabung und Begeisterung für die Malerei zu entfalten. Die Dramaturgie des Buches baut sich rund um ein Unglück auf, das ihrer Schwester das Leben kostet - aus Alices Schuldhaftigkeit - oder doch nur einem unglücklichen Zufall? Daraus entwickeln sich für die unterschiedlichen Personen schwierige und widrige Bedingungen, unglückliche Beziehungs- und Kommunikationsmuster in der Familie, die sich durch die Generationen ziehen.
Der Handlungsaufbau wirkt zäh. Es bedarf zu vieler Jahrzehnte, um das Geschehen von einigen wenigen hochturbulenten Sommerwochen aufzubauen, und dann in einem plötzlichen 'Es wird ja alles gut' abzuebben.
Ein mittelmäßiges Buch, jedoch verlockend genug, um es doch bis zu Ende zu lesen.

Rezension zu: