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Cover Der Zopf

Der Zopf

Roman

von Laetitia Colombani; Übersetzt von: Claudia Marquardt

Erschienen 2018 bei S. FISCHER
Sprache: Deutsch
288 Seiten; 210 mm x 130 mm
ISBN 978-3-10-397351-8

Besprechung

In ihrem Debüt 'Der Zopf' verknüpft die Französin Laetitia Colombani drei starke Frauenporträts mit so federleichten Strichen, dass sich trotz aller Schicksalswidrigkeiten ständig Glücksmomente einstellen. Cornelia Camen BuchMarkt 20180306

Langtext

Der SPIEGEL-Bestseller - Drei Frauen, drei Leben, drei Kontinente - dieselbe Sehnsucht nach Freiheit

Die Lebenswege von Smita, Giulia und Sarah könnten unterschiedlicher nicht sein. In Indien setzt Smita alles daran, damit ihre Tochter lesen und schreiben lernt. In Sizilien entdeckt Giulia nach dem Unfall ihres Vaters, dass das Familienunternehmen, die letzte Perückenfabrik Palermos, ruiniert ist. Und in Montreal soll die erfolgreiche Anwältin Sarah Partnerin der Kanzlei werden, da erfährt sie von ihrer schweren Erkrankung.
Ergreifend und kunstvoll flicht Laetitia Colombani aus den drei außergewöhnlichen Geschichten einen prachtvollen Zopf.

Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Colombani, Laetitia
Laetitia Colombani wurde 1975 in Bordeaux geboren, sie ist Filmschauspielerin und Regisseurin. 'Der Zopf' ist ihr erster Roman und steht seit Erscheinen auf der SPIEGEL-Bestsellerliste. Die Filmrechte sind bereits vergeben, das Drehbuch hat Laetitia Colombani geschrieben. Die Autorin lebt in Paris.

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Kundenbewertungen

3 Frauen, 3 Kulturen, 3 Kontinente, verknüpft durch den Haarzopf 02. April 2018
von PFIFF
Das Schicksal dreier Frauen auf drei verschiedenen Kontinenten, aus drei verschiedenen Kulturkreisen, drei verschiedenen Gesellschaftsschichten, drei verschiedenen Berufen, verbindet der Zopf, das menschliche Haar, das aus einem indischen Tempel an eine sizlianische Manufaktur für Perücken verkauft wird und schließlich in Kanada landet, um einer krebskranken Frau wieder Selbstbewußtsein zu schenken. Die Verflechtung der drei Schicksale ist wunderbar beschrieben. Die Inderin, eine Unberührbare aus der untersten Kaste, möchte für ihre Tochter ein besseres Leben und bricht aus aus ihrem bedrückenden, erniedrigenden Umfeld, ohne Rücksicht auf ihren Ehemann. Die junge Sizilianerin kämpft um das Weiterbestehen des Familienbetriebs und erhält unerwartete Hilfe von ihrem indischen Freund. Die alleinerziehende kanadische Rechtanwältin kämpft sich durch in einer Männerdomäne, von ihrem Ehemann im Stich gelassen, den neidischen Kolleginnen gemobt, ihrer Krankheit in die Defensive geworfen. Das Opfer der indischen Frau, das Durchhaltevermögen und die Liebe zu einem Inder der Sizilianerin gipfeln in der Produktion einer Perücke, die der vom Schicksal gebeutelten Kanadierin wieder auf die Sprünge hilft, ihr wieder Lebenswillen gibt. Eine wunderbare Geschichte über Opfer, Lebenswillen, Liebe und den ewigen Kampf der Frauen, egal in welcher Kultur und Lebenslage.
Schicksale, die zum Nachdenken anregen 27. März 2018
von Anja
Drei vollkommen unterschiedliche Frauenschicksale verknüpfen sich in "Der Zopf" auf ganz besondere Art. Zunächst kann man sich nur schwer vorstellen, welche Verbindung sich zwischen der kastenlosen Inderin Smita, die alles daran setzt, dass ihre Tochter einmal ein besseres Leben hat, der Sizilianerin Giulia, die unerwartet feststellen muss, dass das traditionsreiche Familienunternehmen kurz vor der Pleite steht, und der erfolgreichen Kanadierin Sarah, die plötzlich schwer erkrankt, ergeben könnte. Die Geschichte ist, genau wie ein Zopf, in drei unterschiedliche Teile gegliedert, die abwechselnd ins Zentrum rücken. In jedem der drei Handlungsstränge lernt man die jeweilige Hauptprotagonistin kennen und darf sie ein Stück auf ihrem Lebensweg begleiten. Die drei Frauen sind sehr unterschiedlich, doch sie zeichnen sich alle durch Stärke und Willenskraft aus, verlieren nicht die Hoffnung und stellen sich den Herausforderungen, die das Schicksal für sie bereithält. In jedem Strang wird man zum Nachdenken angeregt, sodass diese Geschichte noch lange nachwirkt. Der Schreibstil ist angenehm zu lesen. Er wirkt einfach, überrascht dann allerdings oft durch anspruchsvolle und beinahe poetische Zeilen. Die Frauen werden sehr lebendig und authentisch dargestellt. Man kann ihre Gedanken und Handlungen glaubhaft nachvollziehen und sich deshalb ganz auf die Geschichten einlassen, die sich am Ende verbinden. Ich habe mich beim Lesen dieses Debütromans außerordentlich gut unterhalten, da ich mich auf die Schicksale der drei unterschiedlichen Frauen einlassen konnte und sie gespannt verfolgt habe. Diese wunderbare Erzählung hat mich zum Nachdenken angeregt und wird mir noch lange in Erinnerung bleiben.
Drei Kontinete, drei Schicksale, drei starke Frauen 21. März 2018
Smita lebt als Dalit, somit Kastenlose im ländlichen Gebiet vom Indien. Sie möchte ihrer 6jährigen Tochter diesen Lebensweg ersparen und ist bereit dafür zu kämpfen. Die 20jährige Giulia lebt mit ihrer Familie in Sizilien, wo ihr Vater eine Perückenmanufaktur leitet. Als dieser das Leben übel mitspielt, beschließt sie es selbst in die Hand zu nehmen. Sarah in Kanada ist Mutter dreier Kinder und nebenbei noch sehr erfolgreiche Anwältin. Doch auch diese ist vor Lebenskrisen nicht gefeit. Sie scheinen nichts miteinander gemein zu haben, doch diese drei Frauen verbindet abgesehen von ihrer Stärke, ihrem Mut und der lebensbejahenden Einstellung noch ein ganz anderes Band! Bei diesen Roman handelt es sich um ganz große Erzählkunst! Die Autorin schafft es eine derartige Spannung aufzubauen, dass man das Buch gar nicht aus der Hand geben kann. Die Sprache ist direkt, schnörkellos, aber bezaubernd und wirken die Charaktere aufgrund dieser Offenheit sehr authentisch. Die Geschichte und die darin behandelten Themen werden auch keineswegs beschönigt oder optimiert. Sie werden ehrlich und den Tatsachen entsprechend behandelt und zeichnet genau das dieses Buch aus! Abgesehen davon ist das Konzept dieser Erzählung ganz toll ausgearbeitet und überlegt, sodass sich alles ineinander zusammenfügt. Dieser Roman hat mich sehr berührt und bewegt sowie auch jedenfalls zum Nachdenken und zum dankbar sein angeregt. Ein ganz tolles Buch, dass mich voll überzeugt hat und welches ich uneingeschränkt empfehlen kann!

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