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Cover Abgebrüht

Abgebrüht

von Dick Francis; Felix Francis; Übersetzt von: Malte Krutzsch

Erschienen 2012 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
432 Seiten
ISBN 978-3-257-60006-3

Kurztext / Annotation

Max Moreton ist der jüngste Stern an Englands Sternekoch-Himmel. Doch sein Ruf ist gefährdet: Lebensmittelvergiftung nach einem Galadiner - das könnte das Ende seiner Karriere bedeuten. Der Meisterkoch kämpft um seinen Namen - und um sein Leben.

Dick Francis, geboren 1920, war viele Jahre Englands erfolgreichster Jockey, bis ein mysteriöser Sturz 1956 seine Karriere beendete. Fast 50 Jahre lang schrieb er Thriller, die das Pferderenn- und Wettmilieu als Hintergrund haben. Seine 42 Romane wurden alle Bestseller. Dick Francis starb 2010.

Textauszug

[7] 1

Ich dachte, ich sterbe. Ich hatte keine Angst zu sterben, sondern so starke Bauchschmerzen, dass ich den Tod herbeiwünschte.

Es war nicht meine erste Lebensmittelvergiftung, aber diesmal hatte es mich besonders schlimm erwischt, mit quälenden Krämpfen und anhaltendem Würgen und Erbrechen. Fast den ganzen Freitagabend kniete ich schon in meinem Bad auf dem Boden, den Kopf in der Kloschüssel, so dass ich allen Ernstes befürchtete, die heftigen Krämpfe könnten meine Magenschleimhaut zerstören.

Zweimal kam ich auf die Idee, mich zum Telefon zu schleppen und Hilfe zu holen, mit dem Erfolg, dass ich mich nur wieder unter einem neuen Würgeanfall krümmte. Begriffen meine blöden Muskeln nicht, dass mein Magen schon seit einer Ewigkeit leer war? Warum ging diese Tortur immer noch weiter, obwohl mir gar nichts mehr hochkommen konnte?

Zwischen den Anfällen saß ich schwitzend auf dem Fußboden, lehnte mich gegen die Badewanne und versuchte mir zu erklären, wie es zu dieser Misere gekommen war.

Am Freitagabend war ich auf einem Galadiner im Eclipse-Zelt auf der Rennbahn von Newmarket gewesen. Als Vorspeise hatte ich ein Trio von kalt geräuchertem Fisch in einer [8] Knoblauch-Senf-Dill-Sauce verzehrt, als Hauptgang ein mit Süßkirschen gefülltes Hühnchenbrustfilet im Pancettamantel an einer Wildpilzsauce von Pfifferlingen und Trüffeln, serviert mit gerösteten Frühkartoffeln und gedämpften Zuckererbsen, und zum Dessert eine Crème brûlée. Ich kannte die Zutaten des Menüs genau. Denn ich war nicht etwa einer der geladenen Gäste gewesen, sondern der Küchenchef.

Als im dämmernden Morgen mein schwarzes Badezimmerfenster schließlich grau wurde, begann der straffe Knoten in meinem Bauch sich zu lösen, und das feuchtkalte, klebrige Gefühl auf meiner Haut ließ langsam nach.

Aber die Feuerprobe war noch nicht vorbei, denn jetzt wurden die in meinem Verdauungstrakt verbliebenen Reste mit Macht am anderen Ende ausgestoßen.

Zur gegebenen Zeit kroch ich die Treppe meines Cottage hinauf ins Bett und legte mich völlig erschöpft hin: ausgelaugt, dehydriert, aber lebendig. Der Uhr auf dem Nachttisch nach war es zehn nach sieben in der Früh, und um acht sollte ich wieder auf der Arbeit sein. Das hatte mir gerade noch gefehlt.

Ich lag da und redete mir ein, bald werde alles in Ordnung sein und auf fünf Minuten komme es nicht an. Ich nickte halb ein, doch das Klingeln des Telefons, das neben der Uhr auf dem Nachttisch stand, brachte mich voll zur Besinnung. Zwanzig nach sieben.

Wer klingelt mich denn um zwanzig nach sieben wach?, überlegte ich. Haut ab. Lasst mich schlafen.

Das Telefon verstummte. Schon besser.

Es klingelte wieder. Verdammt. Ich drehte mich auf die andere Seite und nahm den Hörer ab.

[9] "Ja", meldete ich mich in einem Ton, aus dem die ganze Strapaze der Nacht klang.

"Max?", sagte eine Männerstimme. "Bist du das?"

"Ganz und gar", erwiderte ich in etwas normalerem Ton.

"War dir auch schlecht?", fragte der Mann. Das betonte auch gab mir zu denken.

Ich fuhr aus dem Bett auf. "Ja", sagte ich. "Dir etwa auch?"

"Furchtbar, was? Es ging allen so, mit denen ich gesprochen habe." Carl Walsh war offiziell mein Stellvertreter. Tatsächlich führte er die Küche neuerdings genauso oft wie ich. Während ich am Abend zuvor von Tisch zu Tisch gegangen war, um mir den Applaus abzuholen, hatte Carl im Küchenzelt die Teller fertiggemacht und das Personal herumgebrüllt. Jetzt sah es aus, als gäbe es statt Applaus nur noch Vorwürfe.

"Mit wem hast du denn gesprochen?", fragte ich.

"Julie, Richard, Ray und Jean", antwortete er. "Sie alle haben mich angerufen und gesagt, dass sie heute nicht kommen. Und Martin, sagt Jean, ging es so schlecht, dass sie einen Krankenwagen rufen mussten und ihn ins Krankenhaus gebracht haben."

Ich konnte es mir vorstell

Langtext

Max Moreton ist der jüngste Stern an Englands Sternekoch-Himmel. Doch sein Ruf ist gefährdet: Lebensmittelvergiftung nach einem Galadiner das könnte das Ende seiner Karriere bedeuten. Der Meisterkoch kämpft um seinen Namen und um sein Leben.

Beschreibung für Leser

Unterstützte Lesegerätegruppen: PC/MAC/eReader/Tablet

Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Malte Krutzsch lebt und arbeitet in der Eifel. Er übersetzte u.a. Werke von Bill Clegg, Josh Bazell und Charles Bukowski.

Felix Francis, geboren 1963 als jüngerer Sohn des Bestsellerautors und Ex-Jockeys Dick Francis. Er firmierte bei vier Büchern als Co-Autor seines Vaters und leistete die Recherchearbeit für viele weitere. Bevor er eigene Thriller in der Tradition seines Vaters zu schreiben begann, arbeitete er als Physiklehrer. Felix Francis lebt in England.

Dick Francis, geb. 1920, war viele Jahre Englands erfolgreichster Jockey, bis ein mysteriöser Sturz 1956 seine Karriere beendete. Er schrieb über dreißig Jahre lang Thriller, die mehr oder weniger das Pferderenn- und Wettmilieu als Hintergrund haben. Dick Francis lebte mit seiner Frau auf den Cayman-Inseln, wo er 2010 verstarb.

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