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Cover The Drop - Bargeld

The Drop - Bargeld

von Dennis Lehane; Übersetzt von: Steffen Jacobs

Erschienen 2014 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
224 Seiten
ISBN 978-3-257-60451-1

Kurztext / Annotation

Ein Überfall auf eine zwielichtige Bar, die Beute: Mafiageld. Die Täter sind schnell gefasst, doch wer steckt wirklich hinter dieser selbstmörderischen Aktion? Ein übereifriger Polizist, ein aufgebrachter Mafiaboss, ein psychopathischer Gangster, und plötzlich sieht der stille Barkeeper Bob Saginowski ein Geheimnis ans Licht gezerrt, das er jahrzehntelang gehütet hat.

Dennis Lehane, irischer Abstammung, geboren 1965 in Dorchester, Massachusetts, arbeitete als therapeutischer Berater für geistig behinderte und sexuell missbrauchte Kinder, als Kellner, Limousinenchauffeur, Parkplatzwächter, in Buchläden und als Erntehelfer, bevor er Creative Writing an der Florida International University studierte. Seine erfolgreich verfilmten Bücher Mystic River Shutter Island In der Nacht

Textauszug

[7] 1

Tierrettung

Bob fand den Hund zwei Tage nach Weihnachten. Das Viertel lag still in der Kälte, verkatert und aufgebläht. Er kam gerade von seiner üblichen Vier-bis-zwei-Schicht in Cousin Marvs Kneipe in den Flats, wo er seit fast zwei Jahrzehnten als Barkeeper arbeitete. An diesem Abend war nicht viel los gewesen. Millie saß wie immer auf dem Barhocker in der Ecke, nippte von Zeit zu Zeit an ihrem Tom Collins, sprach gelegentlich im Flüsterton mit sich selbst oder tat so, als ob sie fernsehen würde - Hauptsache, sie musste nicht in das Altersheim an der Edison Green zurück. Cousin Marv kam auch vorbei und lungerte eine Weile herum. Er behauptete, die Einnahmen mit der Kasse abgleichen zu wollen, aber die meiste Zeit saß er hinten, las das Rennprogramm und tippte SMS an seine Schwester Dottie.

Sie hätten vermutlich früh dichtgemacht, wären da nicht die Freunde von Richie Whelan gewesen, die das Millie gegenüberliegende Ende des Tresens in Beschlag genommen hatten und den ganzen Abend Trinksprüche auf ihren seit langem vermissten und wahrscheinlich toten Freund ausbrachten.

Auf den Tag genau zehn Jahre zuvor hatte Richie Whelan Cousin Marvs Kneipe verlassen, entweder um Gras [8] aufzutreiben oder ein paar Quaaludes (das war unter seinen Freunden Gegenstand mancher Debatte), und war nie wieder gesehen worden. Zu den Hinterbliebenen zählten neben seiner Freundin eine kleine Tochter, um die er sich nie gekümmert hatte und die bei ihrer Mutter in New Hampshire lebte, und ein Auto, das in der Werkstatt auf einen neuen Spoiler wartete. Deshalb waren sich auch alle so sicher, dass er tot war: Richie hätte dieses Auto nie zurückgelassen; er liebte den verdammten Wagen.

Sehr wenige Menschen nannten Richie bei seinem richtigen Vornamen. Alle kannten ihn als "Glory Days", weil er andauernd von den ruhmreichen Tagen erzählte, in denen er als Quarterback für die East Buckingham High gespielt hatte. Er hatte die Mannschaft zu dem Rekordergebnis von 7 : 6 geführt, was kaum erwähnenswert schien, bis man sich ihre Ergebnisse zuvor und seitdem anschaute.

Und so versammelten sich in jener Nacht die Kumpel des seit langem vermissten und wahrscheinlich toten "Glory Days" in Cousin Marvs Kneipe - Sully, Donnie, Paul, Stevie, Sean und Jimmy - und schauten sich im Fernsehen an, wie die Celts von den Heat über das Spielfeld gescheucht wurden. Bob brachte ihnen gerade ungefragt die fünfte Runde - sie ging aufs Haus -, als in dem Spiel etwas geschah, das alle dazu brachte, die Arme in die Höhe zu werfen und laut aufzustöhnen oder zu rufen.

"Scheiße noch mal, ihr seid zu alt ", brüllte Sean in Richtung Bildschirm.

Paul sagte: "So alt sind die gar nicht."

"Rondo hat LeBron gerade mit seinem beschissenen Rollator geblockt", sagte Sean. "Und wie heißt dieses [9] Arschloch da, Bogans? Der hat doch einen Werbevertrag für Erwachsenenwindeln."

Bob stellte die Drinks vor Jimmy ab, dem Schulbusfahrer.

"Hast du dazu auch 'ne Meinung?", fragte Jimmy ihn.

Bob spürte, dass er errötete, wie oft, wenn Menschen ihn so direkt ansahen, dass er sich genötigt fühlte, ihren Blick zu erwidern. "Ich interessiere mich nicht so für Basketball."

Sully, der in einer Zahlstelle an der Interstate 90 arbeitete, sagte: "Interessiert dich überhaupt irgendwas, Bob? Liest du gern? Schaust du dir The Bachelorette an?"

Die Jungs grinsten und glucksten, und Bob lächelte entschuldigend.

"Die Drinks gehen aufs Haus", sagte er.

Er ging weg und ignorierte das Gequatsche hinter seinem Rücken.

Paul sagte: "Ich hab schon Tussis gesehen - echt geile Bräute -, die haben den Typen anzubaggern versucht. Keine Reaktion."

"Vielleicht steht er auf Männer", sagte Sully.

"Der Typ steht auf

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