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Cover Am Ende einer Welt

Am Ende einer Welt

von Dennis Lehane; Übersetzt von: Steffen Jacobs

Erschienen 2015 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
400 Seiten
ISBN 978-3-257-60704-8

Kurztext / Annotation

Joe Coughlin, geachteter Bürger von Tampa, Florida, und Consigliere des Bartolo-Syndikats, hat seine kriminelle Vergangenheit hinter sich gelassen wie Amerika die Prohibition. Bis eines Tages aus heiterem Himmel ein Kopfgeld auf ihn ausgesetzt wird und auf dem Spiel steht, was ihm am wichtigsten ist: sein Sohn - und der einzige Freund, den er hat. Die atemlose Geschichte von In der Nacht Mystic River Shutter Island In der Nacht

Textauszug

[5] Prolog

Dezember 1942

EHE DER KLEINE KRIEG SIE auseinanderriss, versammelten sie sich alle zur Unterstützung des großen Krieges. Pearl Harbor lag ein Jahr zurück, und sie kamen im Ballsaal "Versailles" des Palace Hotels am Bayshore Drive in Tampa, Florida, zusammen, um Geld für die Soldaten aufzubringen, die in dem großen europäischen Theater mitspielten. Es gab ein Büfett, man trug Abendgarderobe, und draußen war es mild und trocken.

Sechs Monate später, an einem schwülen Abend Anfang Mai, stieß ein Gerichtsreporter der Tampa Tribune auf Fotografien der Wohltätigkeitsveranstaltung. Er war sehr erstaunt darüber, wie viele von denen, die daran teilgenommen hatten, seitdem in den Lokalnachrichten erwähnt worden waren, weil sie entweder jemanden umgebracht hatten oder umgebracht worden waren.

Er glaubte, dass sich eine Story daraus machen ließe, aber sein vorgesetzter Redakteur war anderer Meinung. Aber sieh doch, sagte der Reporter, sieh doch. Das ist Dion Bartolo, der mit Rico DiGiacomo an der Bar steht. Und da drüben? Ich bin mir ziemlich sicher, dass der kleine Bursche mit Hut Meyer Lansky persönlich ist. Hier - siehst du den Kerl, der mit der schwangeren Frau spricht? Der ist im März im Leichenschauhaus gelandet. Und da - das sind der Bürgermeister und seine Frau im Gespräch mit Joe Coughlin. Auf [6] dem hier ist auch wieder Joe Coughlin drauf, er schüttelt gerade diesem Negergangster die Hand, Montooth Dix. Boston Joe ist in seinem ganzen Leben kaum jemals fotografiert worden, aber an diesem Abend gleich zwei Mal. Der Bursche, der neben der Dame in Weiß steht? Der ist tot. Und der da auch. Der Kerl im weißen Smoking auf der Tanzfläche? Der ist jetzt ein Krüppel.

Chef, sagte der Reporter, die waren dort alle zusammen.

Der Redakteur erklärte, dass Tampa eine Kleinstadt sei, die sich als mittlere Großstadt tarne. Alle möglichen Menschen liefen sich ständig über den Weg. Es habe sich um eine Wohltätigkeitsveranstaltung zugunsten der kriegführenden Truppen gehandelt, dergleichen sei de rigueur für reiche Müßiggänger und zöge jeden an, der jemand sei. Er wies seinen jungen, begeisterungsfähigen Reporter darauf hin, dass viele andere, die an jenem Abend teilgenommen hatten - zwei berühmte Sänger, ein Baseballspieler, drei Sprecher, die in den beliebtesten Radioseifenopern der Stadt mitwirkten, der Präsident der First Florida Bank, der Generaldirektor von Gramercy Pewter und P. Edson Haffe, der Herausgeber ebendieser Zeitung -, allesamt überhaupt nichts mit dem Blutbad zu tun hatten, das es im März in der Stadt gegeben und das ihren guten Namen besudelt hatte.

Es ging noch eine Weile hin und her, aber der Redakteur zeigte sich in dieser Angelegenheit unzugänglich, und so nahm der Reporter seine ursprüngliche Recherche wieder auf: Er ging einem Gerücht nach, demzufolge deutsche Spione das Hafenviertel von Tampa infiltriert haben sollten. Einen Monat später wurde er zur Armee eingezogen. Die Fotos verblieben im Archiv der Tampa Tribune, noch [7] lange nachdem jeder der darauf Abgebildeten diese Erde verlassen hatte.

Der Reporter starb zwei Jahre später am Strand von Anzio, ohne je zu erfahren, dass sein Redakteur - der ihn um dreißig Jahre überlebte, ehe er einer Herzerkrankung erlag - die strikte Anweisung hatte, alle Beiträge über das Bartolo-Syndikat zu unterbinden, ebenso über Joseph Coughlin und den Bürgermeister von Tampa - ein angesehener junger Mann aus einer angesehenen Familie. Der Ruf der Stadt, so hieß es, sei bereits über Gebühr in den Schmutz gezogen worden.

Die Gäste jener Party waren ihrem Verständnis nach ausschließlich zur völlig harmlosen Unterstützung der in Übersee stationierten Soldaten zusammengekomm

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