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Cover Liebe ist die beste Therapie

Liebe ist die beste Therapie

von John Jay Osborn; Übersetzt von: Jenny Merling

Erschienen 2018 bei Diogenes
Sprache: Deutsch
288 Seiten
ISBN 978-3-257-60922-6

Kurztext / Annotation

Alles spielt sich in einem Raum mit vier Stühlen ab. Auf denen sitzen: eine Frau und ein Mann Mitte 30 sowie eine Paartherapeutin mit unorthodoxen Methoden. Der vierte Stuhl bleibt leer, er steht für die Ehe, die die beiden aufgebaut haben. Und von der die Therapeutin zu Anfang sagt, die Chance, sie zu retten, sei höchstens 1:1000.

John Jay Osborn, geboren 1945, ist ein US-amerikanischer Anwalt, Jura-Professor und Autor. Während seines Studiums an der Harvard Law School schrieb er seinen ersten Roman, der unter dem Titel Zeit der Prüfungen

Textauszug

{5} 1

" G ibt es organisatorische Dinge, um die wir uns vielleicht als Erstes kümmern sollten?", fragte Sandy.

Charlotte hob die Hand wie eine Studentin in einem Seminar.

Es war lange her, dass bei Sandy jemand die Hand gehoben hatte, um etwas zu sagen.

"Bitte."

"Ich mache mir Sorgen, wie lange das Geld noch reicht", sagte Charlotte. "Seitdem ich ausgezogen bin, muss ich Miete zahlen, ich musste Möbel kaufen, und ich muss den Kindergarten bezahlen."

"Wie viel Geld haben Sie denn?"

"Keine Ahnung", antwortete Charlotte. "Auf meinem Konto habe ich im Moment dreitausend Dollar. Was den Rest angeht, also unser gemeinsames Geld, darum hat sich Steve immer gekümmert."

Sandy drehte sich zu Steve um, Charlottes Mann. Er saß in sich zusammengesunken im Sessel, seiner Frau gegenüber.

{6} "Also, Steve", sagte Sandy. "Wie sieht denn die finanzielle Situation aus?"

"Ich bin gerade Teilhaber bei Simpson Weaver geworden. Ich musste dafür Eigenkapital in die Firma investieren. Dafür ist alles draufgegangen, was wir flüssig hatten."

"Wollen Sie damit sagen, dass Sie und Charlotte kein Geld mehr haben?"

"Nein, natürlich haben wir noch was", antwortete Steve. "Soweit ich weiß, haben wir noch etwa zwanzigtausend in unserem Geldmarkt-Fonds. Und es gibt eh kein echtes Problem. Als Teilhaber kann ich mir so viel Geld von der Firma leihen, wie ich will."

Du musstest dir die Teilhaberschaft erkaufen, aber kannst dir jetzt so viel Geld leihen, wie du willst?, ergänzte Sandy im Kopf.

"Sagten Sie nicht, Sie hätten gerade ein Haus in Ross verkauft? Wo ist denn das Geld hin?"

"Der Vertragsabschluss kam heute Morgen gerade zustande", sagte Steve. "Wir haben zweihunderttausend Dollar bekommen."

Sandys Mutter war eine Maklerlegende und ein Fuchs auf ihrem Gebiet gewesen. Das Gebäude, in dem sich Sandys Praxis befand, war beispielsweise ein Geschenk von ihr. Sandy kannte sich also bei dem Thema etwas aus.

{7} "Sie haben ein Haus in Ross verkauft und nur zweihunderttausend Dollar dafür bekommen?", hakte sie nach.

"Ich hatte eine Hypothek auf das Haus aufnehmen müssen", erklärte Steve. "Ich brauchte wirklich jeden Cent."

"Damit Sie Teilhaber in der Firma werden konnten?"

"Ja, das klingt verrückt, das weiß ich. Aber so funktioniert das nun mal." Steve beugte sich ein Stück vor. "Sie halten das für Blödsinn, stimmt's? Sie denken, ich würde Charlotte über den Tisch ziehen oder so."

"Ich kenne Sie ja erst seit einer halben Stunde", gab Sandy ruhig zurück. "Ich habe überhaupt keine Ahnung, was Sie mit Charlotte anstellen. Ich weiß lediglich, dass sie sich Sorgen ums Geld macht."

"Dann teilen wir uns einfach das Geld vom Hausverkauf."

"Machen Sie sich gar keine Sorgen um Geld?"

"Eigentlich nicht, nein. In einem halben Jahr bekomme ich meine erste Gewinnbeteiligung ausgezahlt."

"Und bis dahin können Sie sich etwas leihen, wenn Sie es brauchen."

"Genau."

{8} "Dann finde ich, Sie sollten Charlotte die kompletten zweihunderttausend geben."

Treffer, versenkt. Steve wäre fast aufgesprungen, das sah man ihm an, er riss sich aber zusammen.

"Hm, interessanter Vorschlag", sagte er nur. Damit hatte Sandy nicht gerechnet. Sie wartete, ob noch etwas kommen würde.

"Die kompletten zweihunderttausend?", fragte Steve.

"Ja, alles", erwiderte Sandy. "Charlotte hat ganz schön viel auf sich genommen, indem sie mit den Kindern ausgezogen ist. Soll sie sich jetzt etwa auch noch Sorgen machen, wie sie finanziell über die Runden kommt?"

Ganz genau, Steve, dachte Sandy. Sie hat dich verlassen, und ich will trotzdem, dass du ihr die ganzen zweihunderttausend gibst. Verstehst du, warum?

"Aber die Hälfte davon gehört doch ihm", wandte Charlotte ein. Sie sah so ehrlich aus, so

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