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Cover Leichte Böden

Leichte Böden

Roman

Erschienen 2020 bei Haymon Verlag
Sprache: Deutsch
208 Seiten; 205 mm x 147 mm
ISBN 978-3-7099-3492-0

Besprechung

"David Fuchs kennt sich nicht nur gut aus in der Welt, über die er schreibt, er versteht es auch, seinem Stoff durch gut dosierten Humor und eine unangestrengte Erzählsprache die Schwere zu nehmen." OÖNachrichten, Christian Schacherreiter

Langtext

ALT WERDEN IST NICHTS FÜR FEIGLINGE! - UNGESCHMINKT UND LIEBEVOLL ZUGLEICH ERZÄHLT DAVID FUCHS VOM SCHMALEN GRAT, DER DEN WUNSCH ZU HELFEN UND AUTONOMIE IM ALTER VERBINDET.

BESUCH IN DER ALTERS-WG
Schon vor Jahren hat Daniel sein LEBEN AUF DEM LAND hinter sich gelassen. Nun kehrt er für einen BESUCH BEI SEINEN VERWANDTEN zurück. Eigentlich will er nur kurz bleiben, um sein dort untergestelltes Auto abzuholen und sein Sabbatical anzutreten. Doch schon kurz nach der Ankunft tritt sein Vorhaben in den Hintergrund: ONKEL ALFRED IST DEMENT und ohne Unterstützung seiner Frau Klara zu kaum einem Schritt mehr fähig. Nachbar und Witwer Heinz ist mittlerweile bei den beiden eingezogen. Er kann nach einer Krebserkrankung NUR NOCH MIT HILFE EINES SPRACHCOMPUTERS KOMMUNIZIEREN. Der Alltag ist eine Bürde, nur am Laufen gehalten von DER RÜSTIGEN, ABER ÜBERFORDERTEN KLARA. Daniel ist erschüttert von den Verhältnissen in der Alters-WG. Anstatt sich ganz der AUFKEIMENDEN LIEBE zu seiner Kindheitsfreundin Maria zu widmen, versucht er ehrgeizig, seinen betagten Angehörigen das Leben zu erleichtern. Wie soll das bloß gutgehen?

ALLTAG ZWISCHEN VERANTWORTUNG UND ÜBERFORDERUNG
Daniel bricht in einen SENSIBLEN KOSMOS ein, in dem man sich daran gewöhnt hat KLARZUKOMMEN: MITEINANDER, MIT DEN TÄGLICHEN HERAUSFORDERUNGEN. Unterstützung nehmen die drei nur von Heinz' Tochter Maria an. Ratschläge, die nach Vorwürfen klingen, ungeschickte Hilfestellung, die sich als Eingriff in die Selbstbestimmung entpuppt - WAS VON DANIEL GUT GEMEINT WAR, GEHT NACH HINTEN LOS. Der KONFLIKT spitzt sich zu, als Daniel erkennen muss, dass vieles von dem, was er als Kind als IDYLLE wahrgenommen hat, in Wahrheit alles andere als idyllisch ist. Denn auch Maria trägt ein GEHEIMNIS in sich ...

WAS PASSIERT MIT UNS, WENN WIR ALT WERDEN?
Das Bedürfnis zu UNTERSTÜTZEN, SELBSTZWEIFEL, die Konfrontation mit körperlichem Verfall: David Fuchs nähert sich diesem emotionalen Drahtseilakt MUTIG IRONISCH, DABEI STETS BEHUTSAM an. In präziser Sprache und feinen Beobachtungen bringt er uns IN ABSURDEN MOMENTEN ZUM LACHEN, IN TRAGISCHEN ZUM INNEHALTEN, und fängt die belebende Magie einer jungen Liebe ein.

Biografische Anmerkung zu den Verfassern

DAVID FUCHS wurde 1981 in Linz geboren, wo er noch heute lebt und als Onkologe und Palliativmediziner arbeitet. Sein Debütroman "Bevor wir verschwinden" (2018) wurde mehrfach ausgezeichnet: 2016 mit dem FM4-Wortlaut für einen Auszug, 2018 stand er auf der Shortlist für den Österreichischen Buchpreis Debüt und errang den 2. Platz des Bloggerpreises "Das Debüt". Darüber hinaus erhielt David Fuchs 2018 den Feldkircher Lyrikpreis sowie den Alois Vogel Literaturpreis.

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Kundenbewertungen

Alt und krank 24. März 2020
von renate
Der Lehrer Daniel kehrt nach vielen Jahren wieder aufs Land zurück. Eigentlich wollte er nur sein altes Auto holen, das er bei seinen Verwandten Klara und Alfred abgestellt hatte. Doch schon bald muss er erkennen, dass sich vieles geändert hat. Nicht nur, dass Alfred dement ist und auf ständige Hilfe seiner Frau Klara angewiesen ist, wohnt auch der Nachbar Heinz bei ihnen, der nur mit Hilfe eines Sprachcomputers kommunizieren kann. Daniel trifft auch auf seine Kindheitsfreundin Maria wieder mit der er gerne seine Zeit verbringen würde, doch sein ehrgeiziges Ziel ist,seinen Angehörigen um jeden Preis zu helfen. Dass das nicht so leicht ist, wie er es sich vorgestellt hat und auf wie viele Widerstände er dabei stoßen würde, hätte er zu Beginn nie gedacht. Und schon bald muss Daniel erkennen, dass seine Hilfe bei einigen gar nicht erwünscht ist. Der Autor David Fuchs greift in seinem Roman ,,Leichte Böden? ein sehr wichtiges Thema auf. Was passiert, wenn man alt wird und man nicht mehr für sich selbst sorgen kann und ein Angehöriger bis zur Selbstaufopferung sich um diese Person kümmern will? Die Geschichte rund um Klara, Alfred und Heinz zeigt, wie schwierig es sein kann, wenn eine Person für alles zuständig ist. Klara wirkt zwar manchmal stur und hart und will sich nicht immer helfen lassen, aber sie ist eine Frau, die genau weiß was sie will. Dabei zeigt der Autor sehr schön und auch emotional, wie die Verbindung zwischen ihr und ihrem schwer dement kranken Mann Alfred ist. Hautnah erlebt der Leser dabei mit, wie sie psychisch und physisch immer wieder an ihre Grenzen gerät. Auch wenn Daniel helfen will und mit guten Ratschlägen kommt, möchte Klara selbst bestimmen, was sie für richtig hält. Auch wenn es ein ernstes Thema ist hat es der Autor geschafft selbst in berührenden Szenen einen feinen Humor hinein zu bringen, sodass man einfach schmunzeln musste und die Tragik leichter zu ertragen war. Nach und nach erfährt man auch, was in der Vergangenheit passiert ist und warum das Verhältnis zwischen Heinz und seiner Tochter Maria so unterkühlt ist. Besonders witzig und sympathisch beschreibt der Autor immer wieder die Szenen zwischen Daniel und Maria, wenn sie sie ihre Kindheitserinnerungen auffrischen oder sich gegenseitig necken. Da steckt so viel Lebensfreude darinnen, dass diese Momente eine willkommenen Abwechslung sind. Eine spannende Geschichte, wo man als Leser selber nicht weiß, was richtig und was falsch ist. Wie weit kann und soll man sich in ein anderes Leben einmischen? Wann ist der richtige Zeitpunkt um Hilfe anzunehmen? Viele Fragen also, die nicht leicht zu beantworten sind. ,,Leichte Böden? ist ein wunderschöner, berührender Roman der zu Herzen geht.
olles Buch, tolle Geschichte und sehr interessant Charaktere 18. März 2020
Die Handlung ist schnell erzählt: Daniel ist ein Lehrer, der nicht unbedingt einer sein will und hat ungewollt ein Jahr frei. Er besucht seine Tante, deren dementen Mann und den ehemaligen Nachbarn und jetzt Mitbewohner der beiden, der ebenfalls Unterstützung im Alltag braucht. Eine Jugendfreundin von Daniel gibt es in der Konstellation auch noch. Er fühlt sich sehr schnell verantwortlich und macht sich daran, das Leben der Alten umzukrempeln und aus seiner Sicht zu verbessern...mit verheerenden Folgen. Soviel zur Handlung, aber was sich dazwischen abspielt, ist viel mehr. Das Buch lässt sich in einem Ruck durchlesen, wobei es empfehlenswert ist, hin und wieder innezuhalten und die ganzen Gefühle zwischen den Zeilen bewusst wahrzunehmen. David Fuchs hat eine sehr gute Beobachtungsgabe und schafft es, kurz und knapp in Worten zu beschreiben, was sich zwischenmenschlich abspielt.
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