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Cover Der letzte Rock hat keine Taschen

Der letzte Rock hat keine Taschen

Ein Kärnten-Krimi

Erschienen 2015 bei Haymon Verlag
Sprache: Deutsch
304 Seiten
ISBN 978-3-7099-3626-9

Kurztext / Annotation

EIN TOTER MÖNCH. EIN ERZÜRNTER KÄRNTNER LANDESHAUPTMANN. EIN HARTNÄCKIGER ERMITTLER. ERNESTO VALENTI DECKT AUF! Sturz in den Tod im Kärntner Hüttenberg In Hüttenberg in Kärnten stürzt ein Mönch über den Gebetspfad des Tibet-Zentrums in den Tod - und versetzt damit die Landespolitik in Unruhe. Man befürchtet schlechte Publicity für das Bergdorf und ein Zerwürfnis mit dem Dalai Lama. Dementsprechend erpicht ist der Pressesprecher des Landeshauptmanns darauf, die Angelegenheit rasch als Unfall abzutun und kein großes Aufhebens um den Todesfall zu machen. Journalist Ernesto Valenti hat allerdings seine Zweifel. Er beginnt zu recherchieren und stößt schnell auf viele mögliche Motive für einen Mord an dem Mönch und damit auch auf Tatverdächtige: ein verbitterter Biobauer, eine verliebte Pfarrersköchin, religiöse Fanatiker und ein russischer Oligarch, der mit den Kärntner Politikern in einem seltsamen Naheverhältnis steht ... Ein Spiel mit den Abgründen Kärntens Wilhelm Kuehs spielt ein teuflisches Spiel mit Abgründen: den Abgründen der Kärntner Landespolitik, den Abgründen der menschlichen Seele und den ganz realen Abgründen der Alpen. Schonungslos nimmt sein Ermittler Ernesto Valenti die Verstrickungen der Buberl-Gesellschaft auseinander, wo immer er Kriminalität und Korruption wittert. Sein Krimi ist ebenso gesellschaftskritisch wie spannend - wo Ernesto Valenti aufdeckt, bleibt nichts im Verborgenen! - rasant, spannend und kritisch: ein Kärnten-Krimi der besonderen Art - ein neuer Stern am Ermittler-Himmel: Ernesto Valenti spielt in einer Liga mit Mikael Blomqvist und Carl Mørck 'Ernesto Valenti ist brillant und trifft den Nagel immer auf den Kopf - bitte mehr von ihm!' 'Bis zur letzten Seite weiß man nicht, was wirklich geschehen ist. Man kann das Buch nicht mehr aus der Hand legen!'

Wilhelm Kuehs, geboren 1972 in Wolfsberg/Kärnten, studierte Germanistik und Komparatistik an der Universität Klagenfurt und arbeitete bereits während des Studiums für mehrere Zeitungen. Lebt als Schriftsteller und Kulturwissenschaftler mit seiner Familie in Völkermarkt. Zahlreiche literarische und wissenschaftliche Veröffentlichungen. 'Der letzte Rock hat keine Taschen' ist der erste Band seiner Krimireihe rund um den Kärntner Journalisten Ernesto Valenti.

Textauszug

Kapitel 1

1

Ernesto Valenti legte das Buch aufgeschlagen auf seinen Bauch, lehnte sich in der Hängematte zurück und betrachtete durch die Zweige des Apfelbaums den Himmel. Dort oben striegelte der Wind die Federwolken. In den Blättern der Bäume flüsterte er, und die Amsel im Fliederbusch flötete ein Regenlied.

Ernesto versuchte sich zu konzentrieren. Nach einer schlaflosen Nacht dümpelten seine Gedanken vor sich hin. Seit er vor zwei Wochen aus Kroatien geflüchtet war, hatte er kaum ein Auge zugetan. Hier in Kärnten bist du sicher, dachte er sich. Keine Polizisten, die dich verfolgen, keine Leute, die an Straßenecken mit Maschinenpistolen warten, keine Minen.

Zwei Wochen waren vergangen, und es wurde immer schlimmer. Seine Gedanken hafteten weder an den Wolken noch an dem Buch, sie drängten zurück nach Kroatien. Er war dem Bösen entkommen. Wenn es das Böse überhaupt gibt. Selbst als er ihm gegenüberstand, dem, was man als das Böse bezeichnet, zweifelte Ernesto noch.

Das Böse ist ein Konstrukt der Menschen, sagte sich Ernesto jetzt, da er in seiner Hängematte lag. Ein Mantra, dazu bestimmt, die Gedanken zu beruhigen. Doch das gelang Ernesto nicht. Die Bilder drängten sich vor. Sogar die Erinnerung an den Geruch kam zurück. Der Geschmack von Verwesung legte sich auf seine Zunge.

Ernesto Valenti war dem Schrecken entkommen, den Massengräbern von Vukovar, den zerschossenen Häusern und den Toten in den unterirdischen Gängen. Ernesto war zurück in Kärnten, in Sicherheit. Seit zwei Wochen hatte er das Grundstück nur verlassen, um einzukaufen. Er sprach mit niemandem.

Jetzt nahm er das Buch wieder auf. Er sah auf die Seiten, ohne zu lesen. Die Sätze verschwammen vor seinen Augen, die Buchstaben konnte er nicht entziffern. Zeichen, die einmal etwas bedeutet hatten, einmal wieder etwas bedeuten würden.

Gleich nach seiner Ankunft in Wolfsberg hatte Ernesto Primarius Thorwald Baumgartner angerufen. Der Psychiater riet Ernesto zur Abklärung seiner Beschwerden, wie er es nannte. Er wollte keine Ferndiagnose stellen und lud Ernesto zu sich nach Klagenfurt ein. Sie führten ein langes Gespräch über alte und neue Erinnerungen.

Baumgartner diagnostizierte eine posttraumatische Belastungsstörung. "Ich werde Ihnen etwas verschreiben", sagte er. "Vor allem aber sollten Sie umgehend mit einer Therapie beginnen. Die Bilder werden nicht von selbst verschwinden."

Nein, die Bilder würden nicht verschwinden. Um das zu erkennen, brauchte Ernesto keinen Psychiater. Diese Schrecknisse häuften sich auf andere. Seine Erinnerungen erschienen Ernesto wie eine Ruinenlandschaft, in der das Unheil auf ihn lauerte. Er konnte sich nicht entspannen. Selbst hier in der Hängematte spürte er die verkrampften Muskeln. Seine Hände zitterten, wenn er sie nicht fest um das Buch schloss. Es wird vorbeigehen. Das Schlimmste habe ich schon überstanden. Ich bin aus Kroatien entkommen. In meiner Hängematte ...

Ernesto klappte das Buch zu, schlug es wieder auf und sah auf die Titelseite. Das Buch sollte ihn ablenken. Aber er sah das zerbombte Kloster von Vukovar immer noch vor sich. Die Kirche, bis auf die Ziegelwände ausgeschlachtet, und an der Stirnseite ein grob gefügtes Kreuz aus den Dachbalken eines zerschossenen Hauses.

Das Gefühl, dem Unheil ausgeliefert zu sein, spürte Ernesto in Kärnten nicht so deutlich. Trotzdem musste er sich erst daran gewöhnen, dass die Wälder hier nicht vermint waren.

Noch hatte er nur eine vage Vorstellung, wie er weitermachen sollte. In der Kulturredaktion der Kärntner Tagespost würde sich ein Schreibtisch für ihn finden, da war er sich sicher. Certov, der Kulturchef, vermutete Ernesto, würde ihm zumindest den Posten eines freien Mitarbeiters anbieten. Das musste zum Überleben vorerst reichen. Die Lokalredaktion mit den Unfällen und Verbrechen, den Berichten über Landtagssitzungen und dem täglichen Strom an Wortsondermüll wollte e

Beschreibung für Leser

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Kundenbewertungen

Mord & Co. in Kärnten 29. Juni 2015
Ein toter Mönch, wirtschaftliche, politische und ideologische Verstrickungen und ein neugieriger Journalist mit posttraumatischem Syndrom sind die Zutaten für diesen fantastisch geschriebenen, gut recherchierten und hochinteressanten Krimi aus Kärnten und über Kärnten. An alle KärntnerInnen und Nicht-KärntnerInnen: UNBEDINGT LESEN BITTE!
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