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Cover Sprachwitze

Sprachwitze

Die Formen. Die Techniken. Die jüdischen Wurzeln. Mit mehr als 500 Beispielen

Erschienen 2020 bei Haymon
Sprache: Deutsch
320 Seiten
ISBN 978-3-7099-3918-5

Kurztext / Annotation

VOM JÜDISCHEN HUMOR BIS ZUM WORTSPIEL: ROBERT SEDLACZEK FÜHLT DEM SPRACHWITZ AUF DEN ZAHN.

DIE SPRACHE ALS WITZEMATERIAL!
Sprachwitze gehören zu den intelligentesten Exemplaren in der VIELFÄLTIGEN WELT DER WITZE. Viele klassische Sprachwitze haben all das, was einen guten Witz ausmacht, aber sie sind mit einer ZUSÄTZLICHEN KOMPONENTE versehen: Sie schöpfen ihre Lachkraft nicht nur mit der Sprache, sondern zusätzlich auch aus der Sprache. Wir schmunzeln und lachen über absichtliche oder unabsichtliche MISSVERSTÄNDNISSE, über den unerwarteten DOPPELSINN von Wörtern, über das WÖRTLICHNEHMEN VON METAPHERN, über einen überraschenden BETONUNGSWECHSEL, schräge WORTMISCHUNGEN und vieles mehr. In BLONDINEN- ODER BURGENLÄNDERWITZEN, in den Witzen rund um GRAF BOBBY UND GRAF MIKOSCH und die FRAU POLLAK VON PARNEGG tauchen besonders viele Sprachwitze auf. Oft treffen in Witzen - und genauso im KABARETT - DER BLÖDE UND DER GESCHEITE aufeinander, aber wie sagte schon Karl Farkas? Manchmal stellt sich am Ende heraus, dass es genau umgekehrt ist.

DER NÄCHSTE STREICH VOM ÖSTERREICHISCHEN SPRACHEXPERTEN UND WÖRTERBUCHPAPST ROBERT SEDLACZEK
Anhand von MEHR ALS 500 BEISPIELEN analysiert Robert Sedlaczek, WIE SPRACHWITZE FUNKTIONIEREN und verfolgt eine ENTWICKLUNGSLINIE zurück: Von den DOPPELCONFÉRENCEN der 1950er und 1960er Jahre über die großen Kabarettisten der Zwischenkriegszeit und dem Jargonstück 'DIE KLABRIASPARTIE' bis zum Ende des 19. Jahrhunderts, wo aus den SCHWÄNKEN, ANEKDOTEN UND APHORISMEN jene Witze mit prononcierten Pointen entstanden, ÜBER DIE WIR HEUTE NOCH LACHEN. Auf der Suche nach den Wurzeln der Sprachwitze wendet er sich besonders dem JÜDISCHEN HUMOR zu. Robert Sedlaczek seziert MODERNE FLACHWITZE UND EWIG JUNGE JÜDISCHE WITZE, bringt Beispiele aus neuen Witzesammlungen und aus alten Kabarettprogrammen. Das ERSTE UMFASSENDE BUCH ÜBER SPRACHWITZE ist erheiternd und erhellend zugleich.

ROBERT SEDLACZEK wurde 1952 in Wien geboren, wo er noch heute lebt und arbeitet. Er studierte Publizistik, Germanistik und Anglistik, war später Journalist, Verlagsleiter, Publizist und Sachbuchautor zum Thema Sprache. Seit 2005 schreibt er wöchentlich eine Sprachkolumne in der Wiener Zeitung. Bei Haymon erschienen u. a. 'Wiener Wortgeschichten. Von Pflasterhirschen und Winterschwalben' (2012) und 'Die Tante
Jolesch und ihre Zeit'. Eine Recherche (2013).

Textauszug

"Nein, der Witz geht ganz anders!" - Ein Witz und viele Versionen

Ich habe für dieses Buch sowohl alte als auch neue Witze ausgewählt, wobei die alten Witze meist Klassiker sind und bereits viele Jahre auf dem Buckel haben. Aber: Es gibt Witze, die muss man einfach kennen.

Besonders die älteren existieren oft in verschiedenen Versionen, und dann taucht die Frage auf: "Welche ist die bessere?" Leidenschaftliche Witzeerzähler lassen in dieser Hinsicht keine Kompromisse gelten. Sie warten, bis die Pointe fertig ist, und sagen dann: "Nein, der Witz geht ganz anders!" - und beginnen ihn neu zu erzählen.

Wenn man die äußerst umfangreiche wissenschaftliche Literatur über Witze und die Witzesammlungen durchsieht, fällt auf, dass einzelne Witze immer wieder in verschiedenen Abwandlungen auftauchen. Aber schon kleine Änderungen können einen Witz beschädigen oder völlig zerstören. In diesem Buch werden Sie einige Beispiele dafür finden.

Oft ist auch das subjektive Empfinden ganz entscheidend. Ich meine, dass sich Witze durch Kürze und Zielstrebigkeit auszeichnen sollen. Hans-Martin Gauger, ein langjähriger Professor für Romanistik an der Universität Freiburg im Breisgau und der einzige Wissenschafter, der sich in den letzten Jahrzehnten mit Sprachwitzen befasst hat, verlangt in seinem Buch Das ist bei uns nicht Ouzo von einem Witz folgende Eigenschaften: "Ein Witz sollte um des Hörers oder Lesers willen schnell sein Ziel erreichen. Andererseits muss alles - dann aber wiederum nur das - gesagt werden, was zur Realisierung der Pointe nötig ist. Es ist der Witz selbst, der Kürze will. Genauer: Nicht er selbst, sondern unser Bewusstsein von ihm. Metaphorisch aber ist es in der Tat 'er selbst'. Er will also möglichst schnell zur Pointe und - mit ihr und durch sie - zu der kleinen Explosion kommen, die das Lachen oder das Lächeln des Hörers sind." Gauger vertritt daher das Prinzip: "so lang wie nötig, so kurz wie möglich", schränkt jedoch anschließend ein: "Zur nötigen Länge gehört aber auch (rien n'est simple) eine gewisse Farbigkeit, eine gewisse andeutend situierende Ausgestaltung, also durchaus nicht nur das rein logisch oder intellektuell Notwendige." (Gauger, 2006, S. 14-15)

"Witze, sind die kürzeste und präziseste Form erzählter Literatur", meinte einmal Hellmuth Karasek, er war einer der vier Diskussionsteilnehmer des Literarischen Quartetts . Gute Witze unter Literatur einzureihen, wird nicht falsch sein - in einem gut erzählten Witz muss jedes Wort "sitzen". Und manche Sprachwitze, die sich der Dialogform bedienen, sind eigentlich allerkürzeste Minidramen. Situationswitze sind allerkürzeste Kurzgeschichten.

Mit dem Satz "Nein, der Witz geht ganz anders" könnte man auch die viel beachtete Polemik Friedrich Torbergs gegen Salcia Landmann und ihr 1960 im Schweizer Walter Verlag erschienenes Buch Der jüdische Witz überschreiben. Salcia Landmann, geboren in ólkiew, damals Galizien, heute Ukraine, war die Tochter des Ehepaares Israel Passweg und Regina Passweg, geborene Gottesmann. Während des Ersten Weltkriegs übersiedelte sie mit ihrer Familie in die Schweiz nach St. Gallen. Sie promovierte in Philosophie und heiratete den Philosophen Michael Landmann. Ihre schriftstellerische Arbeit verstand sie als "stilles Requiem auf die untergegangene ostjüdische Kulturwelt".

Das erinnert ein wenig an Friedrich Torbergs Bestreben, der jüdischen Kultur, die durch die Schoah vernichtet wurde, ein Denkmal zu setzen. Sein erfolgreichstes Buch, Die Tante Jolesch , trägt den Untertitel "Der Untergang des Abendlandes in Anekdoten".

Im Oktober 1961 erschien in der Zeitschrift Der Monat jene Polemik Torbergs, die in der Folge hohe Wellen schlagen sollte. Ihr Titel: "Wai geschrien!" oder Salcia Landmann ermordet den jüdischen Witz. Anmerkungen zu einem beunruhigen

Beschreibung für Leser

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