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Cover Mord im besten Alter

Mord im besten Alter

Kriminalroman

Erschienen 2013 bei Haymon Verlag
Sprache: Deutsch
208 Seiten
ISBN 978-3-7099-7653-1

Kurztext / Annotation

In der Idylle von 'Haus Waldesruh' soll sich Maja von den Folgen eines Unfalls erholen. Doch schon bald häufen sich mysteriöse Todesfälle, Wertsachen verschwinden spurlos und das Personal geht auch nicht gerade zimperlich mit den Bewohnern um. Maja befürchtet Schlimmes: Werden hier alte Leute systematisch zu Tode gepflegt?
Lisa Lercher legt endlich wieder einen hervorragenden Krimi vor - ein brisantes gesellschaftspolitisches Dauerthema, gewürzt mit stimmigen Bildern und trockenem Humor.

Lisa Lercher, geboren 1965 in Hartberg/Steiermark. Studium der Erziehungswissenschaften in Graz, lebt seit 1989 in Wien. Neben ihrer Tätigkeit in der Bundesverwaltung schreibt sie seit 2001 Kriminalromane und Kurzkrimis, u.a. Die Mutprobe (2006), der für den ORF/MDR verfilmt wurde.

Textauszug

Drei Wochen später

Maja hatte erstaunliche Fortschritte gemacht. Ihre Blessuren waren zur Gänze verheilt. Sie hatte sich die Haare frisch gefärbt und spürte den Frühling in den Knochen. Es ging wieder aufwärts, davon war sie überzeugt. Schon zum zweiten Mal war sie mit nur einer Krücke zum Pavillon im Park des Altersheims unterwegs.

Das Wetter kam ihr dabei entgegen. Nach einer längeren Regenperiode ließ sich endlich wieder die Sonne blicken.

Vorne bei den Heimgebäuden waren Wiesen mit einzelnen Baumgruppen und Sträuchern angelegt. Auch Blumenbeete gab es dort und Bänke, auf denen man es sich gemütlich machen konnte. Weiter hinten grenzte der weitläufige Park an einen für die Gegend typischen Mischwald. Die Mauer, von der das Areal umgeben war, war stellenweise baufällig. Das Tor zum Wald hin blieb meistens versperrt. Neben der Forsythie legte Maja eine Pause ein. Bei ihrem letzten Besuch waren nur vereinzelt Knospen sichtbar gewesen. Nun leuchteten die goldgelben Blüten des Strauchs mit der Sonne um die Wette. Am Wegrand neben dem Zaun wuchs Scharbockskraut. Die Blätter hatte sie oft für ihren Wildkräutersalat verwendet. Sie waren jedoch nur vor der ersten Blüte genießbar, danach schmeckten sie scharf und enthielten auch Giftstoffe.

Sie versuchte sich an einer Tadasana. Viel zu lange hatte sie ihre Yogaübungen schon vernachlässigt. Sie nahm die Berg-Haltung ein und versuchte, die Stärke, Ruhe und Stabilität, die ihr diese Übung geben sollte, zu spüren. Sie atmete ruhig und gleichmäßig. Ein Rascheln, das von weiter drüben bei den hohen Fichten kam, zog ihre Aufmerksamkeit auf sich. Sie legte den Kopf ein wenig schief, um die Sehschwäche, unter der sie in Folge ihrer Makuladegeneration auf dem rechten Auge litt, auszugleichen.

Dieser Teil des Parks wirkte verwildert. Äste und vermodertes Laub lagen unter den Bäumen, um deren Stämme sich Efeu rankte. Auf den Zweigen einer mächtigen Buche wucherten Misteln. Neben einem der Sträucher bewegte sich etwas. Ein Tier? Es hüpfte rhythmisch vor und zurück. Maja erstarrte, als ihr bewusst wurde, dass das Tier ein Penis war und zu einem onanierenden Mann gehörte. Offenbar genoss er es, Publikum zu haben. Sein Gesicht war von einer Hutkrempe oder Kapuze verdeckt. Er hielt sein Geschlechtsteil demonstrativ in Majas Richtung. Angewidert wandte sie sich ab. Dann spürte sie, wie sich Ärger in ihr breit machte. Was fiel diesem Kerl ein? Was, wenn eine schreckhaftere Frau, als sie es war, oder gar ein Kind hier entlangkam? Sie hob drohend ihre Krücke. "Verschwinde!" Der Unhold im Gebüsch unterbrach sein Tun - aber nur für einen Augenblick. Majas Drohung hatte ihn anscheinend angespornt. Wäre Maja fit wie früher gewesen, hätte sie ihn vertrieben. In Anbetracht ihrer körperlichen Verfassung blieb ihr jedoch nichts anderes übrig, als ihn zu ignorieren, um ihn nicht weiter zu ermutigen. Sie nahm sich vor, den Vorfall später zu melden.

Ihre Hüfte schmerzte und sie hätte sich gern hingesetzt. Die Strecke zum Salettl war kürzer als die zurück zum Heim, überlegte sie und entschloss sich, ihren Weg fortzusetzen. Zwar war von einem Exhibitionisten im Allgemeinen keine direkte Bedrohung zu erwarten. Sollte er aber dennoch auf dumme Ideen kommen, hatte sie für den Fall der Fälle immer noch ihre Krücke. Für eine ordentliche Beule würde es schon reichen, schreien konnte sie notfalls auch.

Maja ließ sich Zeit beim Gehen und legte alle paar Schritte eine Pause ein. Immer wieder drehte sie sich um, um nachzuschauen, ob ihr jemand folgte. Nach der nächsten Wegbiegung war das überdachte Gartenhaus endlich in Sicht. Majas Herz schlug augenblicklich schneller, als sie feststellte, dass die Bank, die innen entlang der halbhohen Wand des Salettls verlief, besetzt war. Auf diese Entfernung konnte sie nicht ausmachen, wer dort saß. Sie umklammerte den Griff ihrer Krücke. Gern hätte sie auf der Stelle kehrtgemacht. Doch schmerzte ihre

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