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Cover Azzurro

Azzurro

Ein Tschonnie-Tschenett-Krimi

Erschienen 2016 bei Haymon Verlag
Sprache: Deutsch
208 Seiten
ISBN 978-3-7099-7681-4

Kurztext / Annotation

'Übrigens, Kollege: Die Wetten stehen 6:2 für Krieg. Und für die Nacht erwartet man noch Großes von Albanien. Auch wenn die Welt nichts davon hat, weil keines der Handys nach draußen durchkommt.'

Kurt Lanthaler, geboren 1960 in Bozen, lebt als freier Schriftsteller in Berlin. Schreibt Erzählungen, Romane, Drehbücher, Hörspiele und Theaterstücke. Installationen. Libretto und Video zu der Oper 'Rasura' von M. Kerer. Diverse Preise und Stipendien. Übersetzer aus dem Italienischen, darunter Romane von Peppe Lanzetta und Roberto Alajmo. Bei Haymon: Fünf Romane um Tschonnie Tschenett: Der Tote im Fels, Grobes Foul (beide 1993), Herzsprung (1995), Azzurro (1998) und Napule (2002); Heiße Hunde. Hirnrissige Geschichten und ein Stück Karibik (1997), Offene Rechnungen. Anoichtoi Logariasmoi. Zwölf Gedichte und vier Geschichten (deutsch/italienisch/neugriechisch, 2000), Südtiroler Wein Lesen. Beschreibungen, Fotografien, Literatur (gem. mit Wolfgang Maier und Jochen Wermann, 2003), himmel & hoell (fuer fuszleser & daumenschauer) 84 strofen & 84 bilder fuer 84 stufen (gem. mit Peter Kaser, 2003), Das Delta. Roman (2007) und Goldfishs reisen um die halbe welt. Gedichte (2011). Bei HAYMONtb: Grobes Foul. Ein Tschonnie-Tschenett-Roman (2010) und Der Tote im Fels. Ein Tschonnie-Tschenett-Roman (2011).

Textauszug

2

Die Brasse in Salz,
kalt bis ins Zahnfleisch hinein,
im Fischladen dort.
(Matsuo Bashô)

Schütteln. Jeder Zentimeter, jeder Muskel, jeder Knochen bewegt sich, zerrt, reißt, rüttelt am Körper, jeder in eine andere Richtung. Und stößt an eine Grenze, ist wie festgehalten. Schüttelt sich wieder. Ein schwarzes, kaltes Loch. Frieren. Und heiß. Wasser. Ich ertrinke an heißem Wasser.

"Los, nimm schon."

Schmerzen.

"Komm, mach hinne."

Wieder Schmerzen. Kalt. Schütteln. Licht. Rechts oben, Licht.

Und dann sah ich in dem Licht einen grauen Umriß. Etwas, das sich bewegte. Und mir eine Ohrfeige gab. Wieder. Licht jetzt auch links oben. Ich hatte meine Augen geöffnet. Sehr viel mehr als verschwommene Flecken konnte ich aber nicht sehen.

"Wird auch langsam Zeit."

Mir lief wieder heißes Wasser übers Gesicht. Ich schnappte nach Luft.

"Los, trink den Scheißtee, ich muß auf Wache."

Die Stimme war mir fremd.

Als ich das nächste Mal zu mir kam, war es stockfinster um mich herum. Ich versuchte, mich zu orientieren, zu verstehen, wo ich war. Es gelang mir nicht. Außerdem hatte ich einen verzweifelten Durst, der Hals schmerzte, die Zunge klebte vertrocknet im Mund, und bei jedem Atemzug zog mir ein Stich durch die Brust. Ich zitterte am ganzen Körper vor Kälte, Schweiß rann mir in die Augen. Ich konnte meine Arme nicht bewegen, mich nicht aufrichten. Es war, als ob mich irgendwer zurückhielt. Ich versuchte es noch einmal, schaffte ein paar Zentimeter, hörte meinen rasselnden Atem, spürte das Pochen in meinem Kopf und ein Gewicht, das mir auf die Brust drückte. Mit letzter Kraft stemmte ich mich dagegen, aber mehr als ein paar Zentimeter Spielraum waren da nicht. Ich gab es auf und ließ mich, vor Schmerz stöhnend und völlig entkräftet, zurückfallen. Und fiel in nassen Gestank, ohne mich daraus befreien zu können.

Ich versuchte zu begreifen, woher ich den Geruch kannte, konnte mich aber zuerst nicht erinnern. Dann, als mir ein Würgen hochkam, verstand ich. Ich lag in Erbrochenem.

Noch etwas fiel mir auf. Ich bewegte mich, auch wenn ich mich nicht rührte. Und ich hörte ein Hämmern, das nicht das Hämmern in meinem Kopf war. Ein Pfeifen, das nicht aus meinen Ohren kam. Ein Surren, dessen Ton plötzlich anstieg, höher und lauter wurde, um dann schlagartig wieder in seinen monotonen Ausgang zurückzufallen. Und dann war mir, als ob ich zwei Worte gehört hätte. Zwei Worte, die mir nichts sagten. Aber bekannt vorkamen.

" Hiev up ."

Ich konnte mir auf das alles, so sehr ich mich auch anstrengte und darüber nachdachte, keinen Reim machen. Vielleicht muß es so sein, dachte ich und blieb still liegen. Vielleicht ist das immer so.

Ich wurde von einem Geräusch wach.

Es war immer noch völlig dunkel, nur kurz war etwas graues Licht in einem Spalt sichtbar geworden. Durch das Hämmern und Surren und Pfeifen hörte ich rechts von mir etwas, ohne zu wissen, was es war. Dann ein Quietschen über mir.

"Ha..."

Das mußte meine Stimme gewesen sein. Ich wußte zwar nicht, wie sie sich anhörte, aber ich hatte sie gespürt.

"Hall..."

Dann kam mir ein Husten hoch, die Schmerzen in meiner Brust wurden unerträglich, ich wollte mit den Händen danach greifen, aber sie lagen wie festgebunden links und rechts an meinem Körper, der sich schüttelte.

Als ich endlich wieder bei Atem war, flach schnaufend, um den Schmerzen zu entgehen, versuchte ich es noch einmal.

"Hallo ..."

So also hörte ich mich an. Ich erkannte mich nicht wieder.

"He."

Ich hatte, über mir, wieder etwas gehört, ein Geräusch, das ich nicht identifizieren konnte. Ich wollte endlich wissen, was los war.

"Ist da jemand?" sagte ich, und für das letzte Wort hatte ich den Rest meiner Atemluft hergeben müssen, was zur Folge hatte, daß mich wieder ein Husten anfiel. Ich würde mir also in Zukunft jedes

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