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Cover Die dunklen Jahre

Die dunklen Jahre

Roman

Erschienen 2019 bei Edition Atelier
Sprache: Deutsch
424 Seiten; 211 mm x 128 mm
ISBN 978-3-99065-008-0

Besprechung

"Friederike Manners Roman 'Die dunklen Jahre' ist vieles in einem: Roman der Selbstfindung und Selbstbehauptung einer Frau, Roman von Verfolgung, Flucht und Widerstand, Exilroman, Politthriller, Tagebuch einer Mutter, Chronik der laufenden Ereignisse. Ein Roman auch über das Versäumnis - und die Folgen dieses Versäumnisses -, nicht rechtzeitig für, sondern nur gegen etwas gekämpft zu haben. Also einer über uns und unsere Gegenwart. Einer der besten Romane überhaupt." (Erich Hackl)

Kurztext / Annotation

Friederike Manners schonungsloser Exilroman ist ein beispielloses Stück Erinnerungsliteratur über eine starke, kämpferische Frau in einer unmenschlichen Zeit.

Langtext

An Stellas Schule hängt eine riesengroße Hakenkreuzfahne. Wo sie die bloß herhaben - so schnell über Nacht? Und ein Mann mit Hakenkreuzarmbinde davor, ein SA.-Mann! Das ist nun aber schnell gegangen, schneller, als sonst etwas in Österreich zu gehen pflegt; alle Achtung!
Eine Patientin von Ernst kommt des Weges, sieht mich und geht rasch auf die andere Straßenseite; das fängt ja gut an. Ich muß an der Papierhandlung vorbei, der Inhaber schiebt gerade den Rollbalken hoch, dreht sich um und grüßt mit Schwung: "Heil Hitler!" - Und er hat immer so sehr auf die Vaterländischen geschimpft - ich habe geglaubt, er ist ein Roter. Wie kommt es, daß er den Laden schon öffnet - ach ja, er ist in SA.-Verkleidung, und er schmückt das Schaufenster mit Hakenkreuzen!

Biografische Anmerkung zu den Verfassern

Manner, Friederike
Friederike Manner (1904-1956 in Wien). Studium an der Universität Wien, verheiratet mit dem Arzt Hans Brauchbar, zwei Kinder. Erste Gedichtveröffentlichung im Februar 1938, kurz vor der Emigration nach Jugoslawien. Nach 1945 arbeitete sie als Literaturkritikerin und Lektorin. 1948 veröffentlichte sie unter dem Pseudonym Martha Florian ihren autobiografischen Roman »Die dunklen Jahre«, der nun erstmals wiederaufgelegt wird. Mit dem Schweigekonsens der Wiederaufbauzeit konnte sie sich nicht abfinden und setzte am 6. Februar 1956 ihrem Leben ein Ende.

Polt-Heinzl, Evelyne
Evelyne Polt-Heinzl wurde 2017 mit dem Österreichischen Staatspreis für Literaturkritik ausgezeichnet. Sie ist seit 1990 Mitarbeiterin der Dokumentationsstelle für neuere österreichische Literatur im Literaturhaus Wien.

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