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Cover AUF HÖLLENKURS

AUF HÖLLENKURS

Endzeit-Thriller

von Nicholas Th. Wright; Übersetzt von: Andreas Schiffmann

Erschienen 2018 bei Luzifer Verlag
Sprache: Deutsch
300 Seiten
ISBN 978-3-95835-316-9

Kurztext / Annotation

Eine abgelegene tropische Insel mit einem geheimen Raketentestgelände mitten im Pazifik - das ist der Ort, an dem Matt Anderssen arbeitet, als eines Tages der Kontakt zur Außenwelt abbricht. Die letzten Nachrichten, die ihn noch erreichten, sprachen von einem Terrorakt und einer Seuche, welche die Welt an den Rand der Zerstörung bringen könnte. Nun trennen ihn fünftausend Meilen Ozean von seiner Frau und seinen Kindern, und Matt muss zu ihnen zurückkehren, koste es, was es wolle. Zusammen mit zwei Freunden begibt er sich auf eine Odyssee über das Meer, wo nicht nur Stürme und Piraten, sondern auch Hoffnungslosigkeit und Selbstzweifel lauern ...

Textauszug

Kapitel 2

09:19 Uhr - Kwajalein, Marshallinseln

Als wir mit unserem Boston Whaler an einem Segelboot vorbeirauschten, sah ich einen bedauernswerten Jungen zur Backbordseite stürzen und sich ins Meer übergeben. Nachdem er sich erbrochen hatte, fuhr er sich mit dem Handrücken über den Mund und sackte dann auf dem Deck zusammen. Den linken Arm ließ er über die Bordwand hängen, sodass seine Finger das klare Wasser streiften, als das Boot schaukelte.

Mir fiel plötzlich die Rot-Pest ein - Gedanken aus einem Winkel meines Oberstübchens, über den ich keine Kontrolle hatte, doch ich verdrängte sie sofort. Der Kleine war einfach nur seekrank. Seine Eltern gingen zu ihm hinüber, um ihn zu trösten und ihm etwas hinzuhalten, bestimmt Tabletten gegen Reiseübelkeit. Aber dafür war es längst zu spät.

Ich konnte mich nicht in ihn hineinversetzen, da ich nur zwei Mal in meinem ganzen Leben seekrank gewesen war, wenn auch jeweils ebenfalls auf einem Segelschiff. Selbst schwacher Wind entwickelt eine große Kraft, wenn er auf die gesamte Angriffsfläche von Tuch und Rumpf trifft, weshalb man bei entgegengesetzter Strömung glaubt, gleichzeitig in alle Richtungen zu schlingern. Das hatte mir bereits genügt - und diesem Jungen anscheinend auch. Kein Zweifel, er würde für den Rest des Segeltörns an genau diesem Platz kauern.

Ich heiße übrigens Matthew Anderssen, und zwar wegen des Apostels Matthäus, worauf ich mir aber niemals etwas eingebildet habe. Da ich auf keinen anderen Rufnamen höre außer auf Matt, nennen mich alle so. Ich war leitender Meteorologe des RTS und jetzt auf Kwajalein stationiert - Kwaj, wie man die größte Formation des gleichnamigen Korallenrings gerne abkürzte.

Nachdem meine Freunde und ich das Segelboot auf Steuerbord hinter uns gelassen hatten, nahmen wir Kurs auf Bigej - "Bidschi" ausgesprochen -, eine andere Insel des Atolls. Wir wollten ein paar Stunden in der dortigen Lagune ausspannen, weil an dieser Stelle das warme Wasser ideal zum Baden war, anschließend schnorcheln und ein paar kalte Coronas trinken. Auf dem Rückweg nach Kwaj entlang des Ostriffs hatten wir außerdem vor, ein paar Fische zu fangen. Den Sonntag - für uns der Anfang vom Wochenende - so zu verbringen, war einfach wunderbar. Auf hundertsiebenundsechzig Grad östlicher Länge - dreizehn Grad westlich der internationalen Datumsgrenze - hatten wir der USA fast einen ganzen Tag voraus, also verabschiedeten wir uns immer zeitversetzt ins Wochenende, um uns den Werktagen auf dem Festland anzugleichen.

Mein Kumpel Jeff Riggins steuerte das Boot. Da er der Hauptsicherheitsbeauftragter unserer Gruppe und absolut technikbegeistert war, haftete ihm stets etwas Spleeniges an, doch dem Klischee des Computerfreaks entsprach er dennoch nicht, denn ob Außenborder oder Motherboard - er kam mit beidem fantastisch zurecht. Als ausgebildeter Segler, der obendrein auch noch zu den Wenigen auf Kwaj gehörte, die ein eigenes Boot besaßen, war er ruppig und sah auch so aus. Jeff zählte zu jenem Schlag Mensch, der einen sowieso schon entspannten Bootstrip am Wochenende allein durch sein Fachwissen und seine Verlässlichkeit zu einem regelrechten Erholungsausflug für die übrigen Teilnehmer machen konnte. Komme, was wolle: Er wusste immer genau, was zu tun war und auch wie.

Ich beobachtete Jeff jetzt am Ruder, weil ich mir ein paar seiner Kniffe abschauen wollte.

Die schulterlangen, blonden Haare unter seiner Milwaukee-Brewers-Baseballmütze flatterten im Wind, und die Sonnenbrille trug er, als wenn er Lesen wollte auf der Nasenspitze. Sein schlabbriges T-Shirt spannte sich vor der Brust, während sich der Stoff am Rücken aufblähte und wie eine ausschlagende Flagge schnalzte. Er war ein klein wenig größer als ich und hatte einen sehr dunklen Teint, der von den vielen Stunden auf hoher See zeugte. Ich schaute ihm dabei zu, wie er sich nach vorne lehnte, wenn wir über

Beschreibung für Leser

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