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Cover DAS URTEIL

DAS URTEIL

Roman

von Daphne Niko; Übersetzt von: Madeleine Seither

Erschienen 2018 bei Luzifer Verlag
Sprache: Deutsch
416 Seiten
ISBN 978-3-95835-321-3

Kurztext / Annotation

Eine Geschichte über Leidenschaft und Verrat, Glaube und Opfer, und über den Fall eines Imperiums im zehnten Jahrhundert v. Chr. in Israel und Ägypten.

965 v. Chr.
Nach dem Tod seines Vaters wurde Salomon zum Herrscher über das vereinte Königreich Israel und Juda ernannt und mit dem Bau des Tempels des Herrn in Jerusalem beauftragt. Er reist nach Ägypten, um mit Pharao Psusennes II. über das benötige Gold für diesen Tempel zu verhandeln und um die Beziehung zwischen den beiden Nationen zu verbessern. Dort verliebt er sich in die schöne Tochter des Pharaos, Nikali, und die beiden Könige stimmen einer arrangierten Ehe zu. Gegen ihren Willen, da sie einen anderen liebt, folgt Nikali ihrem neuen Ehemann nach Israel.

Vierzig Jahre später steht Salomons Reich am Rand des Zusammenbruchs. Die Macht ließ ihn arrogant werden, nachgiebig, und blind für die Intrige seiner Frau und eines seiner Stellvertreter, die das vereinte Königtum stürzen wollen. Während der Glaube des Königs ins Wanken gerät und die Moral seines Volkes schwindet, versammeln sich Feinde vor den Toren Israels. Der Besuch einer mysteriösen Königin lässt Salomon gerade rechtzeitig zu seiner einstigen Haltung zurückfinden, damit er seine Seele retten kann - aber es ist zu spät, um sein Königreich zu schützen.

Jemand, der dem König einst treu ergeben war, ist zurückgekehrt, um Anspruch auf die Krone Israels zu erheben - und Salomons Imperium in Stücke zu schlagen.

Daphne Nikolopoulos ist Journalistin, Autorin, Herausgeberin und selbsternannte moderne Nomadin, die den größten Teil der letzten zwei Jahrzehnte damit verbracht hat, die Welt zu bereisen. Als ehemalige Reiseschriftstellerin und Abenteurerin hat sie entfernte Flecken auf sechs Kontinenten besucht, von denen viele ihre Romane inspiriert haben. Sie besitzt eine besondere Leidenschaft für Wüsten und das Nomadenleben und hat viel Zeit bei den verschiedenen Stämmen in Afrika und Asien verbracht.

Der zehnte Heilige, ihr Debütroman in einer Reihe von archäologischen Krimis, gewann 2012 die Goldmedaille der Florida Book Awards. Ihr zweiter Roman, The Riddle of Solomon (Buch 2 der Sarah Weston Chroniken, dt. Titel: Das Rätsel Salomons) wurde im Juni 2013 veröffentlicht.

Daphne wurde in Athen, Griechenland, geboren und zog im Teenageralter in die USA. Obwohl Englisch nicht ihre Muttersprache ist, wurde sie eine preisgekrönte Autorin und einflussreiche Herausgeberin. Sie ist Chefredakteurin der Palm Beach Illustrated, einer hoch angesehenen regionalen Zeitschrift und Redaktionsleiterin der Palm Beach Media Group.

Daphne ist ein aktives Mitglied der Authors Guild and International Thriller Writers. Sie lebt mit ihrer Familie in Süd-Florida.

Textauszug

Kapitel 2

Die Nacht senkte sich rasch über die Ebene von Jesreel. Basemat saß auf einem abgenutzten Teppich auf dem Boden ihres Gefängniszeltes, die Knie an die Brust gezogen. Sogar im Frühling war der Atem der Nacht eisig, wenn er über die offene Ebene blies. Ein Schauder lief ihr über den Rücken, gleichwohl eine Antwort auf die Kälte wie auf das Schicksal, das sie erwartete.

Obwohl sie ihr Trost gespendet hätte, nahm sie die Decke nicht, die für sie ins Zelt gelegt worden war. Sie erkannte die raue Webart der Wolle, in verblassendem Blau und Violett gestreift und an den Enden mit Fransen besetzt, als die Arbeit ihres Volkes. Sie fragte sich, welches Haus Scheschonqs Männer geplündert und von wessen Bett sie sie genommen hatten. Sie stellte sich vor, wie die Bewohner - der Qualität ihrer Stoffe nach zu urteilen einfache Menschen - aus ihrem Haus getrieben wurden, wenn sie überhaupt überlebten, aus ihren Städten stieben wie Ameisen, verängstigt und allem beraubt. Für sie war die gestohlene Decke ein Symbol des Leids jener Menschen und sie ließ sie liegen, denn sie anzunehmen hätte sich wie Verrat angefühlt.

Für eines war sie dankbar: Ihre Fesseln waren zerschnitten worden. Sie schob den langen Trompetenärmel ihres Kleides nach oben und betrachtete die blutige Haut ihrer Handgelenke, die von der Jute aufgescheuert worden war. Sie brannte nicht mehr als die Erniedrigung, eingesperrt zu sein.

Das Zelt ihrer Gefangenschaft war kaum groß genug, dass vier Menschen Schulter an Schulter aufrecht darin hätten stehen können. Es war aus gewebtem Ziegenhaar gefertigt, das zu einem breiten Tuch zusammengenäht und mit hölzernen Pflöcken in der Erde gesichert war. Ein Olivenholzzweig hielt die Decke in der Höhe. Eine schwache Flamme, die in einer tönernen Lampenschale brannte, flackerte über die Zeltwände und warf lange Schatten ins Halbdunkel.

Basemat hörte, wie sich ein Mann vor ihrem Zelt räusperte, und begriff, dass sie bewacht wurde. Ihre Züge verhärteten sich. Das vereitelte ihren Plan, das Zelt im Dunkel der Nacht zu verlassen und nach ihrer Tochter zu suchen. Sie war entschlossen, Anas Leben zu retten, selbst wenn es sie das eigene kosten würde. Der Gedanke, dass ihr geliebtes Kind in den Händen dieses Ungläubigen war, entfachte einen Zorn in ihr, den sie nicht kannte. Wut und Gewalttätigkeit entsprachen nicht ihrer Art. Aber sollte es soweit kommen, dann würde sie den Ägypter eher ausweiden, als zuzulassen, dass er ihrer Tochter die Unschuld raubte.

Sie holte tief Luft, um ihren Zorn zu bändigen. Sie durfte nicht den Kopf verlieren. Sie stand auf und ging zum Stoff, der den Zelteingang bedeckte. Durch einen Spalt spähte sie zum Himmel hinauf. Der Vollmond hing tief am Horizont. Sie blickte nach Osten, teilte den Stoff ein wenig und hoffte, ihre Bewegungen blieben unentdeckt.

Es war die Hoffnung eines Narren. Der Wachmann bemerkte sie unverzüglich und richtete seinen Speer auf sie. Er bellte etwas in einem Dialekt, den sie nicht kannte. Er war ein großer Mann von beträchtlichem Umfang, in dessen Augen ein mordlüsterner Schimmer lag.

Sie wich nicht zurück. "Ich habe großen Durst. Ich möchte einen Becher Wasser haben."

Er stieß seinen Speer in die Luft und drängte sie, wieder hineinzugehen.

Sie blieb standhaft und starrte ihm in die Augen, zwei nachtschwarze Murmeln, die bar jeglicher Intelligenz schienen. "Bring mir Wasser."

Seine Speerspitze berührte ihre Rippen. Er stieß weitere Worte aus. Als sie sich noch immer nicht rührte, drehte er den Speer.

Sie hörte das Leinen ihres Kleides reißen und verspürte ein Stechen. Sie blickte nach unten und sah Blut, das langsam aus der Fleischwunde sickerte. "Du bist gottlos", zischte sie auf Hebräisch.

"Er führt nur Befehle aus", sagte eine Männerstimme aus den Schatten.

Basemat war überrascht, im feindlichen Lager Hebräisch zu hören. Sie

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