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Cover MATTHEW CORBETT und die Hexe von Fount Royal (Band 1)

MATTHEW CORBETT und die Hexe von Fount Royal (Band 1)

Roman

von Robert McCammon; Übersetzt von: Nicole Lischewski

Erschienen 2017 bei Luzifer Verlag
Sprache: Deutsch
516 Seiten
ISBN 978-3-95835-198-1

Kurztext / Annotation

Geht eine Hexe in Carolina um? Das zumindest glauben die Bewohner der kleinen Stadt Fount Royal. Ihr Name ist Rachel Howarth, eine Fremde - wunderschön und mutig. Kein Wunder, dass sie von manchen Einwohnern gehasst wird und den meisten zumindest suspekt vorkommt.

Der fahrende Friedensrichter Isaac Woodward und sein scharfsinniger Gerichtsdiener Matthew Corbett sollen ihr den Hexenprozess machen. Die Beweise sind erdrückend: In ihrem Haus finden sich okkulte Hinweise, sie weigert sich, die Worte des Herrn zu sprechen, und Zeugen berichten von unaussprechlichen Dingen, die sie mit dem Leibhaftigen selbst begangen haben soll.

Aber Matthew zweifelt an den Anschuldigungen. Gibt es so etwas wie Hexerei wirklich? Und wenn Rachel tatsächlich wie ein Dämon durch die Nacht fliegen kann, wieso hat sie sich dann nicht längst selbst aus dem Gefängnis befreit?

In Fount Royal gehen noch weitaus rätselhaftere Dinge vor. Wer ermordete Rachels Ehemann? Wer wäre imstande, eine ganze Stadt zu paralysieren? Und wer würde davon profitieren, wenn die Hexe verbrannt würde?

Es tobt tatsächlich ein Kampf zwischen Gott und Teufel, zwischen Gut und Böse in dieser Stadt, und selbst die Unschuldigen sind nicht länger sicher. Schon bald muss sich Matthew Corbett mit Herz und Hirn dem wahrhaftigen Bösen stellen, das in Fount Royal umgeht ...

'... eine herausragende Geschichte, fesselnd und voller Spannung ...' [Stephen King]

Robert McCammon ist der Autor der New York Times Bestseller Boy's Life und Gone South, sowie zahlreicher anderer von Kritikern hochgelobter Romane. Mehrere Millionen Exemplare seiner Bücher befinden sich im Umlauf. Robert McCammon ist für sein Lebenswerk mit dem Bram Stoker Lifetime Achievement Award ausgezeichnet worden und hat außerdem den Grand Master Award der World Horror Convention und den World Fantasy Award erhalten.
Er lebt in Alabama.

Textauszug

Kapitel 1

Die Stunde kam, zu der die Reisenden bemerkten, dass die Nacht sie einholen würde und ein Unterschlupf gefunden werden musste.

Für Frösche und Sumpfhühner war es ein herrlicher Tag gewesen. Den Menschen jedoch hatten sich die tief hängenden grauen Wolken und der kalte Regen wie Ketten um die Seele gelegt. Der Mai sollte dem Kalender und allen Vorhersagen nach ein gnädiger, wenn auch kein fröhlicher Monat sein; dieser Mai jedoch war wie ein dünnlippiger Geizhals dahergekommen, der die Kerzenflammen in der Kirche ausdrückt.

Regelrechte Wasserfälle strömten durch die starken Äste, die sich in vierzig Fuß Höhe über der Straße ineinander verflochten. Die Blätter uralter Eichen und Ulmen, und auch die Nadeln der hohen Kiefern, waren finster statt grün, und die mächtigen Stämme von Moos und braunen Klumpen eines Pilzes gefleckt. Zu sagen, dass sich unter diesen Ästen eine Straße befand, war eine freizügige Verwendung des Wortes: Es handelte sich um ein fäulnisfarbenes matschiges Loch, das dem Nebel entstieg und auch wieder im Nebel verschwand.

"Weiter, weiter", rief der Kutscher den beiden Kleppern zu, die sich abmühten, den Wagen gen Süden zu ziehen. Ihr Atem dampfte und die mageren Flanken zitterten beim Kampf mit den schweren Holzrädern im Schlamm. Der Kutscher hielt eine kleine scharfe Peitsche griffbereit, doch entschied sich dagegen, Gebrauch von ihr zu machen. Die Pferde, die ihm mitsamt des Wagens von den städtischen Stallungen in Charles Town überlassen worden waren, taten ihr Bestes. Hinter der ungehobelten Kiefernholzplanke, die den Reisenden ab und zu Splitter in den Hintern trieb, standen unter der braunen durchweichten Sackleinenplane des Wagens zwei nicht zueinander passende Schrankkoffer, eine Reisetasche und eine Perückenschachtel. Alle vier Gepäckstücke wiesen Narben und Schrammen auf, die auf rüde Transportmethoden hindeuteten.

Über ihnen grollte Donner. Die Pferde strengten sich an, ihre Hufe aus dem Matsch zu ziehen.

"Na los, schneller", rief der Kutscher ohne die geringste Leidenschaft. Er knallte halbherzig mit den Zügeln, die er in seinen durch graue Stoffhandschuhe geschützten Händen hielt. Dann saß er wieder kommentarlos da, während Regentropfen von den gerollten Rändern seines schwarzen schlammbespritzten Dreispitzes fielen und seinen rabenfarbigen Wollmantel noch mehr durchnässten.

"Soll ich übernehmen, Sir?"

Der Kutscher warf einen Blick auf seinen Mitreisenden, der ihm anbot, die Zügel zu halten. Selbst mit lebhaftester Fantasie ließen sich zwischen den beiden kaum Ähnlichkeiten finden: Der Fuhrmann war fünfundfünfzig Jahre alt, sein Passagier gerade über zwanzig. Der ältere Mann war grobknochig und hatte ein gerötetes Gesicht mit Hängebacken, in dem dichte, borstig-graue Augenbrauen wie ein Schutzwall über tief liegenden eisblauen Augen herausragten, die so freundlich wie zündfertige Kanonenrohre dreinschauten. Ein höflicher Engländer hätte seine Nase vielleicht als gut proportioniert bezeichnet. Ein freimütiger Holländer würde eher dazu neigen, einen Bluthund in der Ahnenlinie dieser Nase zu vermuten. Auch das Kinn des Fahrers war fest umrissen: Ein quadratisches Bollwerk mit einer Kerbe, in der eine kleine Musketenkugel Schutz suchen konnte. Üblicherweise war sein Gesicht durch peinlich genaues Rasieren glatt und sauber gehalten, aber an diesem Tag zeigte sich sein grau melierter Bartwuchs.

"Ja", murrte er. "Danke." Er übergab die Zügel wie schon so oft in den letzten Stunden, während der sie sich bei dieser Pflicht abgewechselt hatten, und rieb sich die Finger, bis er sie wieder fühlen konnte.

Das lange, hagere Gesicht des jüngeren Mannes hatte mehr Kerzenschein als Sonnenlicht zu sehen bekommen. Er war dünn, aber nicht gebrechlich - eher sehnig wie ein zähes Klettergewächs. Er trug kantige Schuhe, weiße Strümpfe, olivgrüne Kniebundhosen und über einem einfachen weißen Leinenhemd eine kurz

Beschreibung für Leser

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