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Cover ALTE GEWOHNHEITEN STERBEN LANGSAM

ALTE GEWOHNHEITEN STERBEN LANGSAM

Actionthriller

von Ben Trebilcook; Übersetzt von: Peter Mehler

Erschienen 2019 bei Luzifer Verlag
Sprache: Deutsch
272 Seiten
ISBN 978-3-95835-459-3

Kurztext / Annotation

Ein letztes Mal zur falschen Zeit am falschen Ort. Jeder kennt ihn, einen der größten Actionhelden der 80er-Jahre, der seither in schöner Regelmäßigkeit immer wieder die Pläne von Terroristen und Ganoven durchkreuzt. In dieser Novellierung eines Drehbuchentwurfes für den sechsten und wahrscheinlich letzten Film des 'Stirb-Langsam'-Franchises lässt Autor Ben Trebilcook unseren Helden ein letztes Mal das tun, was er am Besten kann - den Lumpen den Tag versauen! 'Das ist die einzige Fortsetzung, die ich sehen will!' - Collider Movie Talk Joe Brady, Police Detective im Ruhestand, erhält eine Einladung nach Tokio. Die Oshiro-Corporation, ein mittlerweile weltweit operierender Hightech-Konzern, möchte ihn für seinen dreißig Jahre zurückliegenden Heldenmut auszeichnen, als Brady spektakulär eine Gruppe von Terroristen im New Yorker Oshiro-Tower ausschaltete. Nur zögernd, und begleitet von einem alten, meist übel gelaunten Freund, nimmt Brady die Einladung an. Allerdings scheint er ein Händchen dafür zu haben, immer wieder zur falschen Zeit am falschen Ort zu sein - denn es dauert nicht lange, bis man ihm einen Mord in die Schuhe schiebt, schießwütige Yakuza die in einem noch gigantischeren Wolkenkratzer stattfindende Gedenkfeier stürmen und zudem noch ein Gegenspieler auftaucht, der auf seltsame Weise mit Bradys Vergangenheit verbunden zu sein scheint. Ben Trebilcook, Drehbuchautor und erklärter STIRB-LANGSAM-Fan, schrieb 'Alte Gewohnheiten sterben langsam' ursprünglich als mögliches Drehbuch für einen geplanten sechsten und letzten Teil der Reihe. Befreundete Filmemacher, Produzenten, einschlägige Internetportale und vor allem die Fans der Filme waren von seinem Ansatz begeistert, einige der beliebtesten Charaktere der vorangegangenen Filme für einen großen Showdown noch einmal zusammenzubringen. Immer wieder wurde sein Drehbuch wurde als mögliche Basis für eine Fortsetzung gehandelt, nach aktuellem Stand jedoch zugunsten einer anderen Story wieder verworfen. Damit Fans der Reihe diesen alternativen Abschluss des vielleicht besten Action-Franchises der Welt doch erleben können, entschied sich Trebilcook, das Drehbuch in eine kleine Novelle umzuwandeln. Die Namen der Protagonisten mussten dazu verändert werden, aber es braucht nur wenige Sätze, bis kein Zweifel mehr besteht, wer da im blutigen Unterhemd ein letztes Mal durch ein Hochhaus stürmt.

Ben Trebilcook wuchs in London auf. Aufgrund starker familiärer Verbindungen nach New York, aber auch in London, kam er schon sehr früh mit der Welt des Polizei- und Geheimdienste in Verbindung, die einen wesentlichen Teil seiner literarischen Arbeit bestimmen. Über zwanzig Jahre arbeitete Ben in der Filmindustrie, hauptsächlich als Drehbuchautor. Darüber hinaus arbeitete er in London mit schwer erziehbaren und benachteiligten Jugendlichen zusammen.

Ben Trebilcook lebt in Essex, zusammen mit seiner Partnerin und ihrem gemeinsamen Sohn Finn.

Textauszug

Ich bin ein Berliner

Drahtige Hände vermischten Ruß und verbrannte Baumwurzeln in einer abgeschlagenen Schale. Die Hände gehörten einem fünfundfünfzigjährigen Japaner. Er trug eine olivgrüne Uniform und ein weißes Stirnband, das er sich fest um die Stirn gebunden hatte, und saß ruhig auf einer Tatami-Matte. Um ihn herum hockten noch einige andere Japaner, die alle etwa im selben Alter waren und die gleiche olivgrüne Kleidung trugen.

Die Männer wirkten alles andere als gesund, aber sie waren dankbar dafür, in ihrer dunklen, stickigen, unterirdischen Gefängniszelle überhaupt noch am Leben zu sein.

Das Schnarren schwerer, rostiger Metallscharniere ertönte. Das Geräusch sorgte für ein beunruhigendes Echo, das durch einen Korridor jenseits der eisernen Tür hallte.

Die wuchtige Zellentür schwang auf, begleitet von einem ohrenbetäubenden Quietschen der schlecht geölten Türangeln. Die inhaftierten Männer erschraken, winselten, und einige von ihnen pressten sich die Hände an die Ohren. Das Geräusch allein war für sie wie Folter.

Ein etwa einen Meter neunzig großer, europäisch aussehender Mann wurde von vier japanischen Wachen in die Zelle gestoßen. Auch er trug eine olivgrüne Uniform, nur dass sich diese in einem weitaus besseren Zustand als die seiner japanischen Zellengenossen befand. Der Europäer war ein muskulöser Mann, kräftig gebaut und stämmig wie eine Eiche. Er war etwa fünfzig Jahre alt.

Der Mann mit dem weißen Stirnband blickte dem Europäer tief in die Augen und ließ sich Zeit, aufzustehen. Dann streckte er ihm eine Hand entgegen. Ohne Zweifel eine Willkommensgeste.

Der Europäer sah auf die kleine Hand des Mannes hinunter und ergriff sie, drückte vorsichtig mit seiner großen Pranke zu und schüttelte sie. Obwohl er beinahe doppelt so groß wie die Männer um ihn herum war, fühlte er sich in ihrer Gegenwart klein, unbedeutend, verloren und schwach. Jetzt war er einer von ihnen. Ein Gefangener.

Mister Stirnband lächelte, wobei er eine Reihe verfaulter Zähne entblößte, und nickte mehrere Male mit dem Kopf. Er winkte den Europäer zu sich heran und deutete auf die Tatami-Matratze, während sich die anderen Männer setzten oder daneben stellten. Der Japaner war nur wenig älter als der Europäer, doch die Jahre der Gefangenschaft hatten ihren Tribut gefordert. Die Zeit war nicht besonders gnädig zu ihm gewesen.

Mit seinen tiefliegenden Augen sah sich der Europäer in der Zelle um. Er hatte Glück, dass er nicht den Kopf einziehen oder sich ducken musste. Die Zelle war gerade hoch genug, dass er aufrecht darin stehen konnte. Dann musterte er die Männer in der Zelle, die aus ihren Reisschalen aßen. Er starrte sie an, und eine schmerzhafte, noch junge Erinnerung ließ beinahe augenblicklich eine unbändige Wut in ihm aufsteigen.

Der Europäer stand vor der Volksbühne in Ost-Berlin und hielt die Hand seines fünf Jahre alten Enkelsohnes. Er war elegant gekleidet, und das aus gutem Grund.

Die Volksbühne war von dem ungarisch-jüdischen Architekten Oskar Kaufmann entworfen und zwischen 1913 und 1914 erbaut worden. Ihr Motto 'Die Kunst dem Volke' prangte lange Zeit an dem Gebäude. Es war als Theater für das einfache Volk gedacht gewesen, um der Arbeiterklasse den Zugang zu Kultur zu ermöglichen. Während des Zweiten Weltkrieges war die Volksbühne fast vollständig zerstört worden und musste in den Fünfzigerjahren neu aufgebaut werden.

Ein aschblonder, vor Freude strahlender Junge stand neben ihm, in Kleidern, die zum eleganten Auftreten seines Großvaters passten. Ehrfurchtsvoll blickte er zu der riesigen, hünenhaften Statur des Mannes hinauf. Ich bin so stolz auf dich, dachte er bei sich. Ich liebe dich so sehr. Sein Großvater war für ihn ein Held, ein Fels in der Brandung, sein Lehrmeister und tatsächlich wie ein Vater für ihn.

Denn als sein eigener Vater starb, hatte de

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