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Tatsächlich … romantisch
von S., 30. Oktober 2026

Den locker- leichten Schreibstil von Abby Jimenez mag ich. Es ist unterhaltsam und amüsant, was sie so über kochunfähige Schwestern, schwiegersohnvernarrte Väter und pubertierende Neffen zu berichten weiß. Man ahnt, wo die Story hinführt und freut sich auf das wie.
Allerdings nicht all zu lange. Es wird übersüss kitschig und ist wohl der Weihnachtszeit geschuldet, dass viel Zuckerguss aufgetragen wird.
Einige originelle Ideen heben die Laune dann doch wieder, die Familien der Protas bieten viel Erstaunliches. Honig herstellende Geisterjäger … .
Abby Jimenezˋ Figuren sind besonders, ungewöhnlich. Aber liebenswert. Die drei beschriebenen Paare haben einige gemeinsame Bezugspunkte, gern würde man die Paare der ersten beiden Erzählungen näher kennenlernen.
In drei Kurzgeschichten mit einigen Illustrationen wird also Weihnachtsstimmung verbreitet. Seelenbalsam.
Wer gern kocht: im Anhang finden sich interessante Rezepte.

Rezension zu:
Mord nach Anleitung
von S., 29. Oktober 2026

Mord nach Anleitung
Denver Brady weiß genau, wie man mit Morden ungestraft durchkommt. Er gibt dafür ein Anleitungsbuch heraus. Ein makabrer Witz? Nein, Nachahmer gehen genau danach vor. Ein Schulmädchen wird ermordet. Detektive Sam, gerade noch dienstunfähig, setzt sich auf des Autors und seiner Anhänger Spuren.
Der Kriminalroman ist geschickt aufgebaut: Anleitungen und Persönliches der Mörders wechseln mit Sams Arbeit und Befinden. Mörder Brady: kalt, zynisch. Detektive Sam: kaputt, engagiert. Wer bleibt?
Sowohl die Auszüge aus dem Killer-Buch als auch die Arbeit von Sam und ihren Kollegen sind faszinierend beschrieben. Gefühlskalt der eine, perfiderweise mit einem fragwürdigen Humor ausgestattet; mit psychischen Problemen kämpfend die andere. Spannend, interessant und beeindruckend.
Rebecca Philipson zeichnet ihre Sam als verletzliche, dennoch einsatzbereite und für Gerechtigkeit sorgende Frau. Ihr wird es oft nicht leicht gemacht, traumatisierende Erlebnisse hinterlassen Spuren. Eine gelungene Frauenfigur.
Dramatische Twists nehmen den Leser mit, es bleibt spannend bis zum Schluss.
Kann ich absolut empfehlen!

Rezension zu:
Romantisch
von S., 27. Oktober 2026

Romantisch
Olive Haywood lebt im kleinen Städtchen Lower Whilby. Sie ist immer darauf bedacht, sich korrekt zu verhalten, anderen zu gefallen. Penetrant ordentlich und organisiert. Allerdings betrügt ihr Mann sie und verlässt sie für eine andere. Das ist peinlich. Schriftsteller Casey O’Leary hat nach einem Bucherfolg eine Schreibflaute. Seine Ex verschwindet mit einem Großteil seines Geldes, aber die 12jährige pubertierende Tochter bleibt bei ihm. Bei einer Buchlesung in kleinem Örtchen lernen sich Olive und Casey kennen. Sie kann ihn zunächst so gar nicht leiden. Kyra Grohs Schreibstil ist wunderbar locker, flockig und humorvoll. Ihre Charaktere haben Ecken und Kanten, sind nervig oder perfekt, mitunter etwas zu sehr problembehaftet, aber sympathisch. Unterhaltsam sind Kyra Grohs Bücher sowieso. Empfehlenswerte Wohlfühllektüre.

Rezension zu:
Im magischen Viertel
von S., 27. Oktober 2026

Im magischen Viertel
Es gibt ein verborgenes Viertel in Prag. Dorthin gelangen nur Menschen, die reinen Herzens sind und Hilfe brauchen. Die Bewohner sind liebenswert und helfen einander. Auch mit Magie. Einige sind von Geburt an damit gesegnet, andere erhielten Fähigkeiten durch besondere Abkommen. So auch Thea, die ihren Namen und ihr Herz weggegeben hat. So lebt und arbeitet sie in ihrer Apotheke, nicht glücklich, aber immerhin hoffend auf Erlösung und Liebe. Das Schicksal besteht aus Fäden, die manipuliert werden können. Das kommt mysteriös herüber.
Bis - ja, das Böse in Form von Regierungsvertretern kommt. Schikanen, Beschlagnahmungen und Zerstörungen folgen. Ab da wird es vorhersehbar, originell ist das nicht mehr. Mit Thea konnte ich partout nicht warm werden.
Die Idee von zauberkundigen Menschen in einem verborgenen und geschützten Teil einer besonderenStadt gefiel mir, bietet viel Potenzial. Mit einem gefälligerem Stil und spannenderen Abenteuern hätte es mir besser gefallen. Leider entstand eine wirre Melange aus Naivität, Zickigkeit, Lippen kauen, lebenden Kleidern, schwankender Logik und dem Heraufbeschwören düsterer Zeiten. Nicht meins.

Rezension zu:
Brückenschlösser
von S., 24. Oktober 2026

Brückenschlösser
Sooo verliebt und noch mehr enttäuscht ist Al von seiner Ex- Verlobten. Auch Podcasterin Melody hat mit der Liebe so ihre Probleme. Viele Dubliner und Touristen allerdings nicht. Sie hängen Liebesschlösser an eine bedeutende Brücke und gefährden damit deren Stabilität. Also weg damit …
Damit fängt eine ganz bezaubernde Geschichte an. Ob Melody Al von seiner zwanghaften Fixierung auf seine Ex befreien kann?
Cecilia Ahern stellt mit Al und Melody zwei sehr spezielle Charaktere vor. Sehr. Speziell.
Ihre Erfahrungen, Vorstellungen, Rachegedanken sind ungewöhnlich. Cecilia Ahern beschreibt ausführlich und sehr gut vorstellbar, was ihre Helden empfinden, lässt sie echt wirken und erlaubt dem Leser, Anteil an ihrem Leben zu nehmen. Zwei Menschen, anders und doch nicht einzigartig, erleben … das Leben.
Originell, gut ausgedacht, voller Romantik und gut zu lesen!

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Zartschmelzend
von S., 15. Oktober 2026

Es geht um Schokolade, natürlich. Was ist das Geheimnis von Lindt ( der Leser erfährt es ), Wissen um das Werk, um den Vertrieb, um Konkurrenz und viel mehr.
Die Familienmitglieder der Lindts und Sprünglis werden vorgestellt, auch einige ihrer Mitarbeiter, man erfährt Persönliches, kann sich die Menschen gut vorstellen.
Politische Belange spielen eine Rolle, ein gesellschaftliches Kaleidoskop wird ausgebreitet.
Der Leser kann mitten hinein ins Leben der Schokoladenfamilien schauen, sehr Persönliches wird geschildert: ein unterhaltsamer und interessanter Einblick in eine „süße“ Welt. Und noch ist die Geschichte um die leckere Schoggi nicht zu Ende, der Roman leider schon.
Gut geschrieben , sehr angenehm zu lesen.

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Kluftis Social Media
von S., 11. Oktober 2026

Kluftis Social Media
Wie schön, ein Ausflug mit der gesamten Familie inclusive der Schwester der Schwiegertochter. Die, mit dem für Kluftinger unaussprechlichen Namen.
Was passiert? Eine Wasserleiche, die Mikado nicht einmal influencern darf. Nein!
Überhaupt: social Media spielt eine große Rolle. Zu allen nervigen Zeitgenossen kommt Klufti zudem der hyperaufdringlich Maier mit ständig laufendem Handy in die Quere. Auch privat kommt noch eins drauf, der Kommissar tut mir richtig leid: seine Eltern sind unglaublich!
Klüpfel und Kobr haben wieder geliefert: das leicht verpeilte Altusrieder Urgestein Klufti ermittelt in gewohnt unterhaltsamer und dialektgefärbter Manier. Gemütlich, aber gründlich wird an der Aufklärung des Verbrechens gearbeitet. Schlitzohrigkeit inclusive.
Keiner kann es besser als Klufti, auch wenn der kein Fettnäpfchen auslässt.
Gewohnt unterhaltsam und empfehlenswert!

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17 Kinder
von S., 8. Oktober 2026

17 Kinder
Ein sehr interessanter Gedanke: anhand einer 19köpfigen Familie die Geschichte der BRD über viele Jahre zu begleiten.
Die Beziehung der Eltern beginnt Anfang der 50er Jahre. Natürlich gibt es Probleme: keine Wohnung, kein Geld, keine wohlhabenden Eltern. Und doch … viel Babyglück. Viele Fotos zeigen die Schnabels, mal einzeln, oft zu mehreren. Die Kinder berichten von Enge, Anderssein, Lärm, aber auch vom Selbständig-werden und Gemeinschaft.
Ihnen ist sogar in den 60ern der Kauf eines Eigenheims möglich. Mit neun Kindern.
Wohnungsbau, Selbstbedienungsgeschäfte, die „Fresswelle“ nach dem Krieg, spielen dort, wo kein Erwachsener ständig aufpasst - all das wird geschildert. Materielle Einschränkungen, klar, gibt es auch heute genug. Die Rolle der Eltern wird sehr unterschiedlich wahrgenommen. Besonders die Mutter ist sehr speziell. Glücklich waren wohl alle nicht wirklich. Aber: eine noch heute starke Gemeinschaft. Werte wie Verantwortungsbewusstsein, Pflichtgefühl, Leistungsbereitschaft und gegenseitige Unterstützung wurden vermittelt.
Ein Vergleich zu heute drängt sich natürlich auf. Der Leser mag urteilen.
Die Familienmitglieder haben viel zu erzählen, Interessantes, Authentisches.
Viele Fotos vermitteln den Zeitgeist und lassen die Schnabels lebendig werden.
Spannendes über eine sehr besondere und ungewöhnliche Familie.

Rezension zu:
Der Außenweltler
von S., 7. Oktober 2026

Der Außenweltler
Kannibalen, Kultisten und Schwarzmagier begegnen dem ganz gewöhnlichen Angestellten eines Schreibwarengeschäftes. Wie das? Er wacht unbekleidet in einem Heckenlabyrinth auf und soll eine Quest absolvieren. Kannibalen könnten ihn essen? Seine Daten: Jason Asano vom Volk der Außenweltler. Auf ihn warten also immer neue und total unerwartbare Herausforderungen. Fliegende Hamster oder angriffslustige Alraunen sind die geringsten. Die weiteren bizarren Herausforderungen kann man sich eigentlich nicht ausdenken, Shirtaloon kann es. Sein Jason begegnet interessanten, gut vorstellbaren Charakteren, bekommt oder verliert kreative Skills und Gegenstände.
Leider wird das häufig sehr ausführlich und dadurch ermüdend beschrieben. Sehr gelungen sind die Monsterkämpfe. Und Jasons Wandlung zu einer ganz besonderen Person. Seine Freunde, auch wenn anders, sind vorstellbar charakterisiert und sehr sympathisch.
Ganz anders als gewohnte Helden kämpft Jason in einer sehr besonderen Welt, die kreativ und spannend ausgedacht ist. Interessant und unterhaltsam.

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Tödliches Hotel
von S., 7. Oktober 2026

Tödliches Hotel
Es gibt viele Leute, die für Geld morden, foltern, aufspüren, verschleiern. Besonders in und rund um das Luxushotel Lucky Seven in Japan. Aber ganz schlecht ist es, wenn sich solche Leute gegenseitig in die Quere kommen. Jeder hier im Hotel hat einen wichtigen Auftrag und hält sich selbst für den/ die Schönsten, Schlauesten oder Cleversten. Slapstickartig wechseln die Szenarien, werden Lebensweisheiten abgesondert. Spannung wird konstant aufgebaut und jedes Mal, wenn die Ganoven vermeintlich kurz vor ihrem Ziel sind, gibt es einen Szenenwechsel. Geschickt gemacht. Das erhöht die Spannung. Als genauso geschickt erweist sich der jeweilige Blick in die Vergangenheit der Personen. Unglaubliches tritt zutage.
Teilweise etwas umständlich beschrieben, jedoch ist eine kontinuierliche Entwicklung zu verzeichnen. Ist man erst einmal in der Handlung angekommen, mag man diesen Thriller nicht mehr aus der Hand legen. Sehr anders, sehr spannend … .

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