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Ist ein Frieden für immer möglich?
von rewareni, 28. Juli 2026

Nervös und nicht wissend was sie erwartet, reist die 30 jährige Anna Zaugg, Schweizer Außenministerin und Mutter dreier Kinder, zu ihrer ersten internationalen Friedenskonferenz nach Dubai. Es werden noch 9 weitere in den folgenden Jahren in verschiedenen Stätten
folgen, wo sie schon bald neue Frauen treffen und mit ihnen Freundschaften schließen wird. Es sind die ersten Jahre, wo es keinen Krieg mehr auf der Welt gibt. Ein tödliches Virus, das von Männern erschaffen wurde und dafür gedacht war den Feind zu vernichten, hat nämlich so gut wie alle Jungen und Männer dahin gerafft und plötzlich mussten die Frauen nicht nur ihr eigenes, sondern auch das Leben aller anderen Menschen auf der Welt neu ordnen und strukturieren.
Der Roman ,,Weltfrieden“ zeigt ein Szenario auf, wie es sein könnte, wenn Frauen an der Macht sind. Der Autor Daniel Rose spielt dabei mit den Gedankengängen seiner Leser auf eine ganz besondere Art und Weise.
Es ist eine Geschichte der leisen Worte, wo die Stille zum Nachdenken anregt, da er immer wieder schöne und fast schon philosophisch angehauchte Sätze einfließen lässt, wo man als Leser inne halten und auch für sich selbst Gedanken dabei finden kann, die einen berühren.
Ob oder wie die Welt nur mit Frauen funktionieren kann oder ob sie eine bessere wäre kann man natürlich nicht sagen. Aber in der Geschichte funktioniert es, da für sie alle Menschen gleich sind und jeder wichtig ist. Jedes Kind hat Zugang zur Schulbildung, jede Frau kann das tun was sie gerne möchte, egal ob sie in die Forschung gehen möchte, oder Wissenschaftlerin sein möchte. Dabei hat der Autor auch immer wieder Frauen aus der früheren Geschichte erwähnt, die tatsächlich gelebt haben und die großes geleistet haben, aber deren Erfolge von den Männern nicht anerkannt wurden oder sie im Verborgenen weiter gearbeitet haben.
Der Ablauf der Geschichte mit den 10 Reisen verläuft im Grunde immer nach den selben Schema ab, wo für mich mit der Zeit ein wenig die Konzentration nachgelassen hat. Nach der Eröffnung der Konferenz und einer Rede, treffen sich später die Frauen immer in einer landestypischen Sauna, wo sie den Tag ausklingen lassen. Da hätte ich mir ein wenig Abwechslung gewünscht, dass z.b einmal eine Bergwanderung statt findet oder ein gemeinsames Picknick an einem Waldsee....
Die Geschichten, die die Teilnehmerinnen erzählen sind zumeist berührend und erschütternd, aber sie zeugen davon, dass für niemanden in dieser neuen Welt aufgeben eine Option ist, denn sie wissen, dass sie gemeinsam vieles schaffen können.
Die Gedankengänge von Anna ob ihres Sohnes Jonas gehen einem nahe beim Lesen, da sie ständig damit rechnen muss, dass eines Tages das Virus auch ihm das Leben kosten wird und so genießt sie jeden Augenblick, den sie mit ihm verbringen kann. Dabei schafft es der Autor, dass selbst in traurigen Momenten ein Humor zu spüren ist, der die Geschichte für den Leser leichter macht und man sich einen Weltfrieden nur wünschen kann.

Rezension zu:
Ist ein Frieden für immer möglich?

Weltfrieden

von D. Rose E-Book (EPUB) Zum Buch
Eine gefährliche Reise
von rewareni, 26. Juli 2026

Für die junge Japanologin Mirabell Molnar, sollte es im Jahr 1950 nur ein einfaches Tauschgeschäft werden, als sie mit einem Kriegshelm nach Japan reist und im Gegenzug einen seltenen Holzschnitt nach Berlin zurück bringen sollte. Ihr dortige Begleiter Herr Gassan kommt ihr von Beginn weg etwas seltsam vor und sie sollte recht behalten. Denn als sich ihr mitgebrachter Helm als Fälschung heraus stellt, wird sie von Gassan, der sich nun Toshiro nennt mit seiner Begleiterin, Kaede, deren Gesicht von einer großen Narbe entstellt ist, kurzerhand entführt. Aber nur um sie zu beschützen, denn nicht nur das CIA, sondern auch kriminelle Banden trachten ihr nach dem Leben, da Unmengen an japanischer Kriegsbeute versteckt ist, die gewisse Mächte unbedingt geheim halten wollen aber andere vermuten, dass Mirabell den Schlüssel zu diesen Verstecken besitzt. So beginnt eine Flucht, wo Mirabell fremden Menschen vertrauen muss, wenn sie am Leben bleiben möchte.
Der Autor, Meinrad Braun, entführt den Leser mit seinem Roman ,,Tokyo Lily“ in das Tokyo der Nachkriegszeit, wo er eine spannende Geschichte erzählt. Er hat dabei gut und vor allem bildhaft recherchiert, wo man immer wieder mit diversen Traditionen und Bräuchen der japanischen Kultur konfrontiert worden ist. So beschreibt er unter anderem, nicht nur wie die traditionelle Teezubereitung funktioniert sondern auch, wie aufwendig die Maskerade und die prachtvolle Kostümierung einer Geisha ist. Gerade zu Beginn ist man ein wenig überfordert, von den vielen Begriffen und Erklärungen über japanische Traditionen.
Man erfährt in der Geschichte viele Ereignisse aus der Kriegszeit, wo man gesehen hat, dass Menschlichkeit für viele ein Fremdwort war und so mancher nach Macht und Reichtum, jeden Skrupel hat fallen lassen. Selbst die Regierungen von den USA und Japan, haben nicht immer zum Wohl der kriegsgebeutelten Bevölkerung gehandelt, wo viel Unrecht nicht wieder gut gemacht worden ist. Am Ende des Romans findet man noch ein tolles Nachwort zum Hintergrund geschichtlichen Ereignisse.
Mirabell wird als selbstbewusste und nach Gerechtigkeit strebende junge Frau beschrieben, die für die damalige Zeit gewusst hat, was sie will. Es ist eine spannende und auch berührende Geschichte, wo sogar immer wieder ein kleiner spöttischer Humor durchblitzt.
Die drei Protagonisten Mirabell, Toshiro und Kaede setzen im Grunde ihr Leben für andere aufs Spiel, damit der geheimnisvolle Schatz nicht in falsche Hände fällt.
Manchmal tauchen für mich ein paar zu viele Charaktere auf, wo ich nicht immer gleich wusste, zu welcher ,,Partei“ diese jetzt gehören und wer dabei welches Spiel spielt.
Bis zum Schluss bekommt man Spannung, Verfolgungsjagden, freundschaftliche Beziehungen, Verschwörungen und viel Wissenswertes präsentiert.
Da Mirabell am Ende mit ihrem Wissen und Beweisen nicht zufrieden ist wie damit umgegangen wird, lässt vermuten, dass es vielleicht noch eine Fortsetzung gibt.

Rezension zu:
Ein perfides Katz-und Mausspiel
von rewareni, 23. Juli 2026

Majorin Gisela Reinhardt und ihr Kollege Max bekommen es nicht nur mit einem Toten zu tun, sondern auch mit der Entführung der jungen Mariella, wo bei Gisela gleich die Alarmglocken schrillen, da sie das Fotos der Entführten an einen früheren Fall erinnert. Damals hatte der Täter, der nur ,,Kussmund“ genannt wurde, eine junge Frau grausam verstümmelt und konnte aber der Polizei entwischen. Auch dieses Mal scheint es so, als ob der Täter immer einen Schritt voraus ist und zeigt, dass er technisch versiert ist und Gisela immer wieder an der Nase herumführt. Als eine junge Kellnerin verschwindet und kurz darauf verstörende Bilder auftauchen wissen die Ermittler, dass sie nicht mehr viel Zeit haben, wenn sie den Täter stoppen wollen um noch schlimmeres zu verhindern.
Der Thriller ,,Der Fall Kussmund“ zeigt ein Katz-und Mausspiel zwischen den Ermittlern und dem Täter, der scheinbar immer einen Schritt voraus ist und weiß, wie er speziell Gisela demütigen kann, die schon vor Jahren an einem Fall gescheitert ist und Kussmund fliehen konnte.
Der Autor Mart Schreiber zeichnet dabei ein verstörendes und sadistisches Bild des Täters, wo manche Szenen unter die Haut gehen. Was mich ein wenig gestört hat war, dass man von Beginn weg mit ,,Kussmund“ konfrontiert war, aber man erst auf den letzten Seiten erfahren hat, warum er so genannt wird. Dadurch hatte ich immer das Gefühl, dass mir eine Vorgeschichte fehlt.
Gisela als Charakter ist auch nicht immer leicht zu verstehen, da sie gerade gegenüber ihrem Partner sehr widersprüchlich denkt und handelt. Einmal geht er ihr auf die Nerven, dann überlegt sie ob sie nicht eine Affäre mit ihm anfangen soll und kaum kommt eine neue Kollegin ist sie schon eifersüchtig.
Interessant war, wie einfach es scheinbar heutzutage ist sich in fremde Handys und Accounts einzuloggen und wie man in dem Roman gesehen hat, wie hilflos das Opfer dabei ist, wo selbst die Polizei nicht wirklich dabei helfen kann.
Schade ist, dass wichtige Personen, wie z.b. Mariellas Freund Jonathan am Ende nicht mehr auftauchen oder dass man erfährt, warum Kussmund die Taten wirklich begangen hat. Auch das Schicksal der entführten Frauen lässt der Autor offen, wo ich mir schon ein paar Ergänzungen dazu gewünscht hätte.
Die Ermittler haben scheinbar nicht immer mit dem nötigen Biss gearbeitet und es hat einige Szenen gegeben, wo das Treffen in einem Restaurant viel Platz eingenommen hat. Dabei geben sie selber zu, dass sie viel früher auf die richtige Spur hätten kommen sollen.
Im Großen und Ganzen ist es ein solider Thriller, den man leicht lesen kann und wo man als Leser speziell bei Themen wie Sicherheit im Internet oder Bildschirm- und SIM Sperre am Handy mehr Aufmerksamkeit schenken sollte.

Rezension zu:
Eine abgefahrene Geschichte
von rewareni, 22. Juli 2026

Was haben ein übelriechender Serienkiller, ein erfolgloser Schauspieler und ein Einbrecher Proll gemeinsam? Ganz einfach, sie stammen aus der Feder von Matthias Krause und wer seine Romane kennt, kann schon erahnen, was auf einem zu kommt.
In der Thriller Satire ,, Liebe mit der Brechstange“ trifft man auf Roman, der als Schauspieler eine Rolle spielen muss, die ihm einiges abverlangt. Hinzu kommt die selbsternannte Regisseurin Cheyenne, die man manchmal gerne an die Wand klatschen würde ob ihrer arroganten und süffisanten Art. Da hat der Autor wieder einmal gezeigt, dass der Humor bei ihm nicht zu kurz kommt.
Mit Jordan hat er einen Gegenspieler zu Roman erschaffen, der einfach köstlich ist. Einmal ein knallharter Einbrecher, der gerne seine Fäuste sprechen lässt und dann bei einer Tortenschlacht zu einem kleinen Kind wird.
Auch wenn diese Szenen humorvoll sind, weiß man bei Matthias Krause, dass es so nicht bleibt. Der Mix zwischen Humor und Spannung ist gepaart mit brutalen Kämpfen, wo das Blut in Strömen fließt, wo heftige ,,Turnübungen“ im Bett betrieben werden, egal ob mit einer Frau oder einem Mann und wo sonst noch verschiedene Düfte und Gerüche auftauchen, die man sich lieber nicht vorstellen möchte.
Es ist ein Vergnügen den Protagonisten bei ihren chaotischen Zusammenkünften zuzusehen, wo ich mich wieder über den Auftritt des Lachsmannes gefreut habe, aber nicht, weil er so herrlich stinkt und die Beschreibungen von ihm so ekelhaft sind, sondern weil ich seinen trockenen Humor einfach liebe.
Es ist eine wilde Geschichte wo auch ein leiser Horror durchzieht, wo es stellenweise ein knallharter Thriller ist, wo keiner verschont wird, der nicht spurt und gerade dieser besondere Mix macht es aus, dass man als Leser gut unterhalten wird.
Als besonders Goodie bekommt man in der Taschenbuchausgabe noch ein zusätzliches Bad End geliefert.
Wer sich also traut einmal einen etwas spezielleren Roman zu lesen, wo man sich nicht ekeln darf oder vor Scham errötet, der wird sicher bei der Geschichte gut unterhalten werden.

Rezension zu:
Liesel und der Fotograf
von rewareni, 13. Juli 2026

Als am 8. Dezember 1881 in Wien am Ringtheater ein verheerendes Feuer ausbricht, das viele Menschenleben fordert, gelingt es Ludwig Ganghofer gerade noch rechtzeitig die Schauspielerin Lolo von Trotta zu retten. Ihre Karriere ist zerstört und ihr Ruf seit einem skandalträchtigen Treffen mit dem hawaiianischen König sowieso längst ruiniert. Als einige Zeit später eine Tänzerin aus dem Gefolge der Schwester des Königs stirbt, stellt sich die Frage, ob es eine Verbindung zu Lolo gibt. Kaiserin Sisi schickt ihre Kammerdienerin Liesel und den Hoffotograf Angerer in einer geheimen Mission nach Brünn und Prag, wo die beiden schon bald auf zwielichtige Gestalten treffen. Dass die beiden auch immer wieder in gefährliche Situationen geraten, macht es ihnen nicht leicht mit ihren Ermittlungen, wo es sogar auch einige Tote gibt. Zurück in Wien weiß Liesel, dass ihr nur wenig Zeit bleibt, um einen weiteren Mord zu verhindern.
Der Autor Tom Sacher, den man auch als Michael Seitz kennt, hat mit seinem historischen Roman ,,Der Fotograf der Kaiserin - Funke einer neuen Zeit“ eine spannende, informative und vor allem eine humorvolle Geschichte geschrieben rund um Liesel und dem Fotografen zur Zeit am Hof von Kaiserin Sisi.
Auch wenn man den ersten Teil nicht kennt, kann man problemlos der neuen Geschichte folgen. Der Autor verbindet in seinem Roman tatsächliche Ereignisse, sowie historische Personen mit einer fiktiven Geschichte. Zu Beginn im Namensregister sind historisch verbürgte Personen mit einen Sternchen gekennzeichnet, wo man als Leser eine große Hilfe bekommt.
Da war es manchmal trotzdem nicht immer leicht alle auseinander zu halten, wo so mancher Protagonist unter einem falschen Namen sein Unwesen getrieben hat.
Wie der Autor dabei die Kaiserin mit ihren bekannten Spleens beschrieben hat, hat mir gut gefallen. Das Thema zwischen der Gas Lobby und der neuen Errungenschaften der Elektrizität zieht sich durch die ganze Geschichte, wo diese wichtig für die Handlung ist, weil es dabei immer wieder zu spannenden und auch gefährlichen Szenen gekommen ist.
Liesel als Protagonistin ist einfach herrlich, die als Analphabetin und einfache Kammerdienerin mehr Menschenverstand und Herz besitzt, als so manch Adeliger. Sie kann schnell kombinieren, wie bei den Erklärungen wie Elektrizität funktioniert, welche Gefahren dabei entstehen können, und hatte dabei einen besseren Durchblick als ich zeitweise.
Die Szenen wo sie von einem Fettnäpfchen ins andere tappt und sie mit ihrem losen Mundwerk immer wieder an einer Bestrafung durch die Kaiserin entgeht, sind einfach köstlich. Auch im wienerischen Dialekt gesprochene Dialoge, passen gut in die Geschichte hinein. Mit dem Fotografen hat Liesel einen kongenialen Partner, der stets an ihrer Seite ist.
Sehr gut hat der Autor auch herausgearbeitet, die damaligen Standesdünkel die in adeligen Kreisen geherrscht haben, wo auch der Besuch der hawaiianischen Familie bei vielen ein Skandal war.
Man taucht gut in die damalige Zeit ein, wo der Humor nicht zu kurz kommt und wo dieser mit einer spannenden Geschichte, vielen Morden und Reisen durch Brünn, Prag und Wien einen lesenswerten und unterhaltsamen Roman bietet.

Rezension zu:
Kurzgeschichten
von rewareni, 12. Juli 2026

Zwielicht 23, das Magazin für Horror und unheimliche Phantastik bietet dieses Mal 16 Geschichten, wo man sich in gewohnter Manier gruseln und auch schmunzeln kann.
Es gibt auch wieder einige Geschichten, die sehr berührend sind, betroffen machen und es ist interessant dabei, wie man daraus eine spannende oder unheimliche Geschichte schaffen kann. Wie sich dabei die Protagonisten rächen oder sich einfach dann ihrem Schicksal ergeben.
Mir gefallen dabei immer wieder die unterschiedlichen Ideen, wenn es wie bei der Geschichte von Thorsten Küper ,,Vom tiefen Meer unter der Treppe“ eine besondere Vater- Sohn Beziehung gibt, wo man als Leser selber mitleiden muss. Selbst die bereits 1906 erschienene Geschichte ,,Der Sandwanderer“ von Fergus Hume zeigt, dass eine alte und klassische Gruselgeschichte noch immer einen besonderen Reiz versprüht.
Generell gibt es auch in diesem Band einige Geschichten von längst verstorbenen Autoren, die wunderbare und unheimliche Beiträge liefern, wo Algernon Blackwood mit seiner Geschichte ,,Der Dachboden“ trotz traurigem Ende, eine glückliche Mutter zurück lässt.
Erwähnenswert ist aber auch eine witzige, humorvolle und bitter böse Gruselgeschichte von Karin Reddemann wo ,,So eine wunderschöne Pflanze“ man wohl doch nicht zu Hause haben möchte.
Der bunte Mix aus Spannung, Humor, Traurigkeit und Gänsehautgefühl passt perfekt in die Zwielicht Reihe.
Am Ende findet man wieder einige interessante Artikel wie Kannibalismus oder Vampire und runden somit die Ausgabe toll ab.
Die Innenillustrationen sind von Adrian van Schwamen, die einen zusätzlichen Kick geben und Björn Ian Craig hat wieder einmal ein tolles Titelbild beigesteuert.
Wer also gruselige, humorvolle, blutige und geisterhafte Kurzgeschichten mag, wird mit Zwielicht 23 seine Freude haben.

Rezension zu:
Geheimnisse
von rewareni, 2. Juli 2026

Die junge Soldatin Leola, die bereits in den Opalkriegen gekämpft hat, ist nun in der königlichen Opalgarde für Frieden und Ordnung zuständig, was nicht immer leicht ist, denn grausame Kreaturen, die Wendiskaren, greifen immer wieder an und auch mit den eingeborenen Yacaris kommt es immer wieder zu Konflikten. Kaum kann sie sich von einer schweren Schlacht erholen trifft sie auf ihren Bruder Irvin, der als Gelehrter des Königreichs ein angesehener Mann ist, aber plötzlich unter Amnesie leidet und sofort von Offizieren in die Akademie zurück gebracht werden muss. Da Leola ihrem Bruder helfen möchte, lässt sie sich unter einem falschen Vorwand ins gefährliche Grenzland zu den Bergbaudistrikten versetzen. Gemeinsam mit Mustela, dem zutraulichen Hermelin, trifft sie auf andere Gardisten und Pioniere, wo sie bald schon merkt, dass sie nicht jedem vertrauen kann und so mancher ein falsches und vor allem gefährliches Spiel spielt.
Der Fantasy Roman ,, Leola Tochter des Opals“ sticht einem als Leser sofort mit einem künstlerisch gestalteten Farbschnitt auf, wo man schon auf die spannende Geschichte mit Steampunk Elementen gespannt ist.
Der Autor Rafael Wagner hat dabei Themen wie Freundschaft, Vertrauen oder Machtmissbrauch aufgegriffen. Vor allem werden aber auch die gegensätzlichen Kulturen zwischen den Yacari, die im Einklang mit der Natur leben, für die jeder Mensch, jedes Tier seine Lebensberechtigung hat, den Menschen des Königreichs Victoria gegenüber gestellt. Wo machthungrige Wissenschaftler und korrupte Offiziere alles daran setzen, dass es keinen Frieden geben kann.
Der Beginn hat spannend begonnen, wo ich aber mit der Zeit ein wenig Probleme bekommen habe, nicht nur wegen der Namen von Protagonisten, die es sehr viele gegeben hat, sondern auch deshalb, weil sich gut 2/3 des Romans mit verschiedenen Kämpfen und Auseinandersetzungen zwischen den einzelnen Gruppen beschäftigt haben.
Da habe ich doch immer wieder etwas den Überblick verloren welche Soldaten oder Pioniere zu welchen Offizier oder welchem Regiment gehören.
Schön waren immer die Szenen mit Mustela, die eine verlässliche und vor allem sehr treue tierische Begleiterin für Leola war und sogar am Ende noch eine wichtige Rolle spielt.
Eine zarte Liebesgeschichte ist gut eingebaut in die Handlung, sowie auch besondere Momente, wo Leola mit dem Opal im Gedanken vereint ist und auch die Yacardis, spüren wenn sie Hilfe braucht.
Das Ende bietet noch einige Überraschungen, wo Leola einiges über sich und ihre Familie erfährt. Das macht natürlich neugierig auf den 2. Band und man als Leser hofft, dass nun ruhigere und vor allem sichere Zeiten auf sie zu kommen.

Rezension zu:
Geheimnisse

Leola

von Rafael Wagner Taschenbuch Zum Buch
Ein neues Zeitalter hat begonnen
von rewareni, 28. Juni 2026

Für Hieronymus Hauptmann ist es ein Schock, als er erwacht und ihm jede Erinnerung darüber fehlt, warum er plötzlich in seiner Heimatstadt Paderborn in einer hoch technologisierten Umgebung lebt. Fremde Menschen, die ihn kennen, aber er sie nicht verunsichern ihn und dass aus Paderborn scheinbar ein europäisches Silicon Valley geworden ist, noch viel mehr. Flashbacks werfen ihn immer wieder Jahrzehnte zurück, wo er mit diesen Erinnerungen nicht viel anfangen kann. Als es zu mysteriösen Mordfällen kommt und plötzlich auch er um sein Leben fürchten muss, setzt er alles daran am Leben zu bleiben und kommt letztendlich hinter geheime Machenschaften und gefährlichen Experimenten, für die sogar er auch verantwortlich war.
,,Pader Valley“ entführt den Leser in eine Zukunftsvision, wo auch die Nanotechnologie eine nicht unbedeutende Rolle spielt.
Der Autor Dominik Gröpper beschäftigt sich in seiner Geschichte nicht nur mit fragwürdigen Experimenten, sondern auch mit kritischen Themen wie Rohstoffgewinnung im Kongo, wo die Menschen oftmals auch ihr Leben lassen.
Es gibt aber auch geschichtsträchtige Einschübe, wo man von Heinz Nixdorf über Steve Jobs und ihren Erfolgen auf dem computertechnischen Markt erfährt.
Die Kapitel wechseln sehr rasch von Ort zu Ort und auch zwischen den verschiedenen Protagonisten. Von diesen gibt es sehr viele und es dauert ein wenig, bis man alle zuordnen kann. Auch wenn es eine spannende und interessante Geschichte ist, bin ich nie richtig darin angekommen und es war mir auch stellenweise etwas zu verwirrend, wer jetzt wen verfolgt und warum.
Manche Handlungen von Protagonisten erfolgen sehr spontan und man landet gleich darauf wieder in einer neuen Szene.
Die wissenschaftlichen, nicht unbedingt ethnischen Experimente habe ich sehr spannend empfunden, aber auch etwas beängstigend, wenn man das menschliche Gehirn mit einer KI verbinden möchte und Nanobots im Körper gesteuert werden können.
Man bleibt lange im Dunkeln wer der Mörder ist und aus welchen Gründen er mordet und auch so manch andere Überraschung lässt dann den Roman noch gut ausklingen.

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Etwas andere Kurzgeschichten
von rewareni, 27. Juni 2026

In der Anthologie ,, Ein bisschen daneben ist auch ein Ort“ , Geschichten am Rande der Realität, bekommt man als Leser 56 teils ungewöhnliche Kurzgeschichten präsentiert. Der Autor Günter Schaden hat dabei auf höchstens 2-3 Seiten vielfältige Gedanken zu einer Geschichte zusammen gefasst. Man findet dabei alltägliche Erlebnisse, die man selbst vielleicht schon einmal erlebt hat oder Geschichten, die einen fantastischen Hintergrund haben.
Die Einteilung erfolgt in 6 verschiedenen Kapiteln, wo die Reihenfolge egal ist.
,,Welt und Alltag“ lässt unter anderem den Lockdown bei Heidi und dem Alm Öhi auf humorvoller Art und Weise als Tagebucheintrag in einem ganz anderen Licht erscheinen. Während ein Soldat in seinen letzten Minuten seines Lebens dem Leser an seinen Gedanken teilhaben lässt.
In ,,Menschen und Beziehungen“ wird man Zeuge welche Bedeutung ein kleiner einfacher Gegenstand für einen trauernden Menschen haben kann, während echte Freundschaft durch nichts zu ersetzen ist.
,,Ursprung und Schöpfung“ entführt den Leser in einige fantastische Geschichten, wo Gott es durch eine List seiner Frau es nicht schafft den Menschen zu formen, aber auch in einer märchenhaften Geschichte rund um Rapunzels Garten muss ein Karotten Diebstahl gekonnt aufgeklärt werden.
Bei ,,Technik und Zukunft“ kann man miterleben, dass es manchmal auch in der Zukunft nicht nur schöne Momente zu erleben gibt, aber dafür kann man im Katzenkitzelkonservatorium so einiges lernen.
Wenn man beim Kapitel ,,Tiere und Spiegelwesen“ gelandet ist, erfährt man, dass es gar nicht leicht ist, einem Tausendfüßler Handschellen anzulegen und es auch die Tauben im Märchen leid sind, ständig die schlechten Linsen heraus picken zu müssen.
Im letzten Kapitel ,,Rituale und Rückkehr findet man nicht nur eine sehr moderne und eigenwillige Art und Weise wie man in einem Beichtstuhl seine Sünden los werden kann, sondern auch wie schwer es sein kann, dass der See der Tränen scheinbar manchmal nie leer wird.
Es ist eine bunte Mischung, die der Autor in seinen Geschichten zusammen gefasst hat, wo man humorvolle und skurrile genauso findet, wie berührende oder zum Nachdenken anregende. Auch wenn es Geschichten gegeben hat, wo es nicht immer leicht war zu verstehen, warum der Autor diese ausgewählt hat, haben mich die meisten gut unterhalten und als kleiner Snack für Zwischendurch sind die Geschichten bestens geeignet.

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Die Gerechtigkeit wird siegen
von rewareni, 13. Juni 2026

Selbst noch nach Jahren nagt der ungeklärte Mord ihrer Tochter Madeleine an Dolly und als sie in das Haus ihres verstorbenen Großvaters zieht, hofft sie, ein wenig Ruhe zu finden. Der kleine Ort Hardegg im Waldviertel scheint dafür wie geschaffen. Doch als eines nachts in ihrem alten Baumhaus ein seltsames Licht erscheint mit einer geisterhaften Erscheinung eines kleinen Mädchens, das sogar ihrer Tochter ähnlich sieht, hält sie das für ein Zeichen und entdeckt kurz darauf ein Kindergrab von einer verstorbenen Melanie Schweiger. Von nun an beginnt sie unangenehme Fragen zu stellen, wo so mancher Dorfbewohner nervös wird. Einzig bei Hermine, der Schwester der ebenfalls getöteten Melanie findet sie ein offenes Ohr und so haben beide nur ein Ziel, nämlich den Mörder beider Mädchen zu finden.
,,Dies irae- Tage des Zorns“, ist ein Waldviertler Mystery Krimi aus der Feder des Autors Adrian Schmelzenbart.
Darin bekommt man als Leser geisterhafte und mysteriöse Erscheinungen präsentiert wo man immer wieder spürt, wie gequälte Seelen nicht zur Ruhe kommen und auf Erlösung hoffen.
Dafür ist Dolly zuständig, die gerade zu Beginn für mich nicht immer sympathisch rüber gekommen ist mit ihrer ruppigen und aufbrausenden Art. Aber dadurch hat sie das Leben der Dorfbewohner so aufgemischt, dass man vieles über die Menschen erfahren hat und man erlebt hat, wie ein Ort ,,schweigen“ kann. Mit ihren Methoden ist sie dabei oft unkonventionell und handelt oft scheinbar aus der Situation heraus ohne wirklich an die Folgen zu denken. Als perfekte Partnerin hat ihr der Autor Hermine zur Seite gestellt, die von allen nur ,,die Verrückte“ genannt wird, die immer wieder lateinische Worte vor sich her murmelt und die Menschen ihr lieber aus dem Weg gehen. Dass diese aber auch ihre eigenen Ziele verfolgt und dabei Dolly immer wieder manipuliert, merkt diese zu Beginn nicht.
Passend dazu hat auch der Autor die Kapitelüberschriften in Latein verfasst, mit einem deutschen Text darunter.
Besonders charmant habe ich die paar ,,humorvollen“ im österreichischen Dialekt verfassten Dialoge empfunden, wo man sich wunderbar die kauzigen Bewohner vorstellen konnte.
Es ist keine Wohlfühlgeschichte da Dinge ans Tageslicht kommen, die erschüttern und betroffen machen. Es hat zwar bei mir ein wenig gedauert, bis ich in die Geschichte hineingekommen bin da mir gerade zu Beginn die vielen verschiedenen Andeutungen wer, was gemacht haben könnte und wer aller verdächtigt wird, etwas verwirrt haben, aber mit der Zeit haben sich alle Puzzleteile dann zu einem Gesamtbild zusammen gefügt.
Das Ende ist zwar traurig, aber die Gerechtigkeit hat gesiegt und die Kinderseelen finden endlich ihren verdienten Frieden.


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