Ein verfluchter Buchladen, ein viel zu attraktiver Pirat und Sarkasmus ohne Ende.
von April1985 , 7. September 2026
Worum geht es?
Prinzessin Tandy hat eigentlich genug von ihrem königlichen Alltag. Reisen, Bälle, Eröffnungszeremonien und Kleider, die zwicken – vor allem bleibt dabei viel zu wenig Zeit zum Lesen.
Als sie ausgerechnet dazu verflucht wird, in einem Buchladen zu leben, bis sich ihr wahrer Herzenswunsch erfüllt, klingt das deshalb zunächst eher nach einem Traum als nach einer Strafe. Endlich Bücher. Ruhe. Zeit zum Lesen. Na ja. Fast. Da wären noch Sasha, eine ziemlich leidgeprüfte Teenagerin mit Drachenflügeln, ein verdächtig attraktiver und bücherstehlender Pirat und Tandys Eltern, die der festen Überzeugung sind, dass natürlich irgendein Prinz den Fluch ihrer Tochter brechen muss. Also schicken sie kurzerhand die Prinzen der umliegenden Reiche vorbei.
Denn was könnte der Herzenswunsch einer Prinzessin schon anderes sein als ein Prinz? Oder vielleicht doch eher ein sexy Pirat?
Meine Gedanken:
Ich liebe und feiere den vor Sarkasmus triefenden Humor dieses Buches.
Tandy mit ihrer spitzen Zunge und dieser herrlich trockenen Art, die absurdesten Situationen einfach festzustellen, hat mich immer wieder zum Lachen gebracht. Überhaupt liest sich Cursed for Good für mich wie ein Comedy-Märchen für Erwachsene.
Die Geschichte weiß ganz genau, welche Klischees sie bedient – und macht daraus einen Teil ihres Charmes.
Da gibt es Sasha, die depressive und vom Leben genervte Teenager-Drakonin. Einen sexy Piraten mit verboten gutem Aussehen, dessen Hemd natürlich einen Tick zu weit offen steht. Und selbstverständlich mehrere Prinzen, deren Kuss der wahren Liebe Tandys Fluch doch bestimmt brechen wird.
Märchenklischees? Absolut. Aber bitte mit ordentlich Sarkasmus serviert.
Vom Humor her musste ich tatsächlich immer wieder an Assistant to the Villain denken – und genau den habe ich ebenfalls gefeiert.
Tandy – Prinzessin wider Willen:
Tandy ist herrlich unkonventionell. Sie ist hilfsbereit, etwas zu gutgläubig und lässt sich dadurch gleich zu Beginn nicht nur verfluchen, sondern fällt anschließend auch noch einem Diebstahl zum Opfer. Dabei passt sie überhaupt nicht in dieses klassische Bild der Prinzessin, die nur darauf wartet, von einem hübschen Prinzen gerettet zu werden. Ganz im Gegenteil. Tandy scheint mit ihrem Fluch eigentlich ziemlich zufrieden zu sein.
Ein Buchladen voller Geschichten, keine königlichen Pflichten und endlich genug Zeit zum Lesen? Ich verstehe ehrlich gesagt vollkommen, warum sie es mit der Fluchbrechung nicht besonders eilig hat. ????
Ein Märchen für große Kinder:
Was ich besonders mochte, ist dieses Gefühl, das die Geschichte vermittelt. Man muss keine Angst haben, dass gleich etwas furchtbar Schlimmes passiert. Man muss keine komplizierten politischen Systeme verstehen oder sich hundert Namen merken. Man kann sich einfach in diese märchenhafte, magische Welt fallen lassen und eine gute Zeit haben. Ein bisschen wie früher als Kind – nur dass die Protagonisten inzwischen ebenfalls erwachsen geworden sind.
Auch die Magie passt perfekt dazu. Sie ist erstaunlich praktisch veranlagt. Putzen? Zauber. Waschen? Zauber. Aufräumen? Natürlich gibt es auch dafür Magie. Warum kompliziert, wenn man einfach zaubern kann?
Genau diese kleinen Details machen die Welt gemütlich und verspielt, ohne dass das Magiesystem irgendwelche großen Erklärungen braucht.
Romance & Chemie:
Die Romance entwickelt sich eher langsam und passt dadurch gut zum restlichen Cozy-Gefühl der Geschichte. Das große Feuerwerk ist es nicht – und mit einem von fünf Flammen bleibt der Spice sehr zurückhaltend. Die Chemie zwischen Tandy und dem Piraten hat für mich dafür deutlich besser funktioniert. Da ist dieses spielerische Knistern, die Neckerei und genau die richtige Portion „du gehst mir auf die Nerven, aber leider bist du viel zu attraktiv“. Mit vier von fünf Funken war die Chemie für mich klar spürbar, ohne dass die Romance die ganze Geschichte übernimmt.
Wohlfühlbuch statt großes Abenteuer:
Ich bin ohne große Erwartungen an Cursed for Good herangegangen. Ich wollte Spaß. Ich wollte eine schöne Zeit. Und genau das habe ich bekommen. Für mich ist das ein richtiges Wohlfühlbuch. Ich habe meine Erwartungen an die Geschichte angepasst – und nicht verlangt, dass die Geschichte mir irgendetwas beweisen muss.
Sie möchte kein episches Fantasyabenteuer sein. Sie möchte unterhalten. Zum Schmunzeln bringen. Ein bisschen romantisch sein. Und einem für ein paar Stunden das Gefühl geben, in einem verzauberten Buchladen leben zu dürfen. Und darin ist sie richtig gut.
Ein bisschen weniger hätte gereicht:
Ganz ohne Kritik komme ich allerdings nicht aus. Im zweiten Drittel hat sich die Geschichte für mich etwas gezogen. Da die Handlung insgesamt eher überschaubar ist und das Buch stark von seinen Figuren, dem Humor und dem Setting lebt, gab es Stellen, an denen ich mir etwas mehr Tempo gewünscht hätte. Ein bisschen Straffung hätte der Geschichte hier gutgetan.
Das hat meinen Spaß insgesamt aber kaum getrübt. Dafür mochte ich Tandy, den Humor und diese ganze absurde Märchenwelt einfach zu gerne.
Wie klang die Geschichte?
Ich habe Cursed for Good als Hörbuch gehört und hatte damit eine wirklich gute Zeit. Die deutsche Hörbuchfassung wird von Yeşim Meisheit gesprochen.
Für mich war die Geschichte sehr stimmig gelesen. Ich konnte ihr problemlos folgen und habe der Sprecherin einfach gerne zugehört.
Gerade bei einem Buch, das so stark von Tandys trockenem Humor, Sarkasmus und den teilweise völlig absurden Situationen lebt, ist das ziemlich wichtig.
Die Stimme hat für mich gut zu diesem leichten, märchenhaften Ton gepasst und mich angenehm durch die Geschichte getragen.
Was bleibt?
Cursed for Good war genau das Buch, das ich in diesem Moment gebraucht habe.
Ein verfluchter Buchladen. Eine Prinzessin, die eigentlich überhaupt nicht gerettet werden möchte. Eine depressive Drakonin. Mehrere Prinzen, die pflichtbewusst zum Fluchbrechen antreten. Ein viel zu attraktiver Pirat. Und jede Menge trockener Humor.
Im zweiten Drittel hätte die Geschichte für mich etwas schneller sein dürfen, aber das ist am Ende nur ein kleiner Kritikpunkt.
Ich wollte Spaß – und den habe ich bekommen.
Für mich ist Cursed for Good ein wunderbar leichtes Wohlfühlbuch, bei dem man sich einfach zurücklehnen, den Alltag vergessen und für ein paar Stunden wieder in ein Märchen fallen lassen kann. Nur diesmal mit erwachsenen Figuren, Sarkasmus und einem Piraten, dessen Hemd offenbar wirklich keine weiteren Knöpfe gebraucht hätte. ????????☠️
Bewertung: ???????????????? / 5
Spice:???? / 5
Chemie: ✨✨✨✨ / 5
Atmosphäre: ???????????? / 5
Sprecherleistung: ????️????️????️????️ / 5
Vier Eulen für ein Comedy-Märchen voller Bücher, Magie, Klischees und genau der richtigen Portion Sarkasmus.
Rezension zu:
Bourbon, Small-Town-Vibes und zwei Menschen, zwischen denen es lichterloh brennt.
von April1985 , 5. September 2026
Worum geht es?
Im verschlafenen Fiasco, Kentucky, rankt sich ein dunkles Geheimnis um die Familie Foxx: Jede Frau, die sich in einen der drei Brüder verliebt, stirbt.
Für Grant Foxx ist das mehr als nur ein Gerücht. Nachdem seine Geliebte Fiona ermordet wurde, hat er sich aus dem Polizeidienst zurückgezogen und arbeitet nun in der Bourbon-Brennerei seiner Familie. Er hat sich geschworen, nie wieder zu lieben.
Dann taucht Laney Young auf. Eine Fremde mit einer gefährlichen Vergangenheit, die unter keinen Umständen preisgeben darf, was ihr passiert ist. Grant spürt sofort, dass sie etwas verbirgt und versucht, sie auf Abstand zu halten.
Nur leider funktioniert das überhaupt nicht.
Denn zwischen Grant und Laney knistert es vom ersten Moment an.
Meine Gedanken:
Ah. Ich hab’s geliebt.
Western-Romance-Vibes sind einfach eines meiner Guilty Pleasures und vielleicht bin ich hier auch ein kleines bisschen voreingenommen. Aber Bourbon and Lies war wirklich genau meine Mischung.
Einnehmende Charaktere mit Ecken und Kanten, eine wildromantische Kulisse, Spannung durch den Suspense-Anteil und dieses lodernde Inferno zwischen den Protagonisten – mehr brauche ich manchmal gar nicht.
Dabei fand ich besonders schön, dass sich die Geschichte nicht nur auf die Romance verlässt. Unter der gemütlichen Oberfläche von Fiasco liegt ständig etwas Bedrohliches. Laney ist auf der Flucht, Grant trägt seine eigene tragische Vergangenheit mit sich herum und man weiß die ganze Zeit: Irgendwann wird das alles eskalieren.
Romance zum Wohlfühlen – aber eben nicht ohne Gefahr.
Willkommen in Fiasco, Kentucky:
Ich habe mich in Fiasco unglaublich schnell wohlgefühlt.
Besonders erfrischend fand ich das Setting rund um die Bourbon-Destillerie. Mal keine klassische Ranch, sondern eine Familienbrennerei mit ganz eigenem Flair.
Cowboys sucht man auf der Bourbon Ranch zwar vergeblich und auch Grant trägt keinen Hut – trotzdem hatte die Geschichte für mich genau dieses herrliche Wild-West-Feeling. ????
Dazu kommen die romantischen Ausritte, die Landschaft und versteckte Wasserfälle. Ich habe mich in diesen Szenen regelrecht verloren.
Genau das liebe ich an solchen Geschichten: Wenn ein Setting nicht einfach nur Hintergrund ist, sondern zu einem Ort wird, an dem ich mich selbst gerne für eine Weile verlieren möchte.
Und Fiasco?
Da würde ich definitiv noch einmal vorbeischauen.
Grant & Laney:
Die beiden sind einfach hot zusammen.
Es knistert wirklich von der ersten Begegnung an. Beide haben ihre Päckchen zu tragen und teilen schwere Schicksale. Dadurch wirken ihre Schutzmauern nicht künstlich, sondern nachvollziehbar. Und gerade weil beide eigentlich gute Gründe hätten, sich voneinander fernzuhalten, macht die Anziehung zwischen ihnen umso mehr Spaß.
Laneys Geheimnis steht allerdings lange zwischen ihnen. Sie darf auf keinen Fall preisgeben, was mit ihr passiert ist, weil sie glaubt, damit andere Menschen in Gefahr zu bringen. Und genau hier liegt vielleicht mein einziger wirklicher Kritikpunkt. Ab einem gewissen Punkt konnte ich nicht mehr ganz nachvollziehen, warum Laney sich Grant weiterhin nicht öffnet.
Laney. Bitte. Sag es ihm doch einfach. ????
Aber ganz ehrlich? Bei allem, was die Geschichte für mich sonst richtig gemacht hat, kann ich hier wirklich ein Auge zudrücken. Denn die Chemie zwischen den beiden? Die habe ich von Anfang bis Ende gespürt.
Suspense & Geheimnisse:
Auch der Suspense-Anteil hat mich richtig gut unterhalten.
Durch Laneys Vergangenheit weiß man von Anfang an, dass irgendwann etwas passieren wird. Selbst in den romantischen und gemütlichen Momenten bleibt deshalb dieses unterschwellige Gefühl von Gefahr. Man wartet regelrecht darauf, dass alles aufeinanderprallt. Wann kommt der große Showdown?
Und genau deshalb habe ich bis zuletzt mitgefiebert.
Ich mochte besonders, dass die Spannung die Romance nicht verdrängt. Beides läuft nebeneinander und ergänzt sich richtig gut.
Für mich war das genau die richtige Mischung aus Herzklopfen und Nervenkitzel.
Die Foxx-Familie:
Nicht nur Grant und Laney haben mich für sich eingenommen.
Auch die anderen Figuren rund um die Familie und die Bourbon Ranch habe ich ziemlich schnell ins Herz geschlossen.
Da entsteht genau diese Art von Found Family, bei der man nach dem ersten Band eigentlich noch gar nicht wieder gehen möchte.
Die Foxx-Brüder machen neugierig, die Menschen rund um die Farm fühlen sich schnell vertraut an und ich freue mich jetzt schon darauf, noch mehr Zeit mit ihnen zu verbringen.
Fiasco hat mich definitiv noch nicht zum letzten Mal gesehen.
Wie ließ es sich im Original lesen?
Ich habe Bourbon and Lies im englischen Original gelesen und bin damit wunderbar zurechtgekommen.
Victoria Wilders Schreibstil ist erfrischend leicht und herrlich unkompliziert. Man fliegt geradezu durch die Seiten.
Trotzdem gehen dabei für mich keine Details verloren. Die Landschaft, die Destillerie, die Ausritte, die versteckten Wasserfälle und die kleinen Momente zwischen den Figuren konnte ich direkt vor mir sehen.
Gerade wenn du dich bisher vielleicht noch nicht so richtig an englische Romance herangetraut hast, fand ich dieses Buch sprachlich sehr angenehm.
Leicht zu lesen und trotzdem atmosphärisch – genau so mag ich das.
Was bleibt?
Bourbon and Lies war für mich einfach ein richtig gutes Gesamtpaket.
Eine verschlafene Kleinstadt, Western-Flair, eine Bourbon-Destillerie, ein spannender Suspense-Anteil, einnehmende Charaktere mit Ecken und Kanten und zwei Protagonisten, zwischen denen es von Anfang an lichterloh brennt.
Dazu kommt eine Found Family, auf deren Geschichten ich mich jetzt schon freue.
Laneys langes Schweigen hat mich irgendwann ein bisschen genervt, aber ganz ehrlich?
Bei diesem Gesamtpaket drücke ich gerne ein Auge zu.
Ich habe mich in Fiasco wohlgefühlt, Grant und Laney geliebt und bin nur so durch die Seiten geflogen.
???????????????????? / 5
Spice: ???????????????? / 5
Chemie: ✨✨✨✨✨ / 5
Atmosphäre: ???????????????????? / 5
Fünf Eulen für Bourbon, Western-Flair, Spannung, Found Family und zwei Menschen, bei denen aus Knistern ziemlich schnell ein kleines Inferno wird. ????????????
Rezension zu:
Drachen, Hexenjagd-Vibes und eine Welt, in der Angst zur Waffe wird
von April1985 , 29. August 2026
Worum geht es?
Vingard ist eine der letzten Bastionen der Menschheit. Drachen gelten als tödliche Bedrohung, denn der Drachenfluch verwandelt Menschen in willenlose Bestien. Mit 18 müssen sich deshalb alle Einwohner einem Tribunal stellen. Durch verschiedene Prüfungen soll herausgefunden werden, ob jemand den Fluch in sich trägt – und wer betroffen ist, wird eliminiert.
Isola hat bereits als Kind einen Drachenangriff überlebt. Seitdem gilt sie als Reinkarnation von Valor, dem großen Retter und Drachentöter. Doch während alle in ihr die Erlöserin sehen, fürchtet Isola selbst, genau das zu sein, was die Kirche vernichten will.
Während des Tribunals wird ausgerechnet Lucan, der Sohn des Vikars, zu einem wichtigen Verbündeten. Doch kann sie ihm wirklich vertrauen?
Meine Gedanken:
Die Welt war für mich ganz klar eine der größten Stärken von Dragon Cursed. Vingard ist grausam, streng und von Angst geprägt. Gesetze und Glaubenssätze bestimmen den Alltag und schon kleine Abweichungen können tödliche Folgen haben. Dazu kommen Drachen, der geheimnisvolle Drachenfluch und eine spannende Sigillenmagie, die aus Ätherlicht geschöpft wird.
Besonders stark fand ich die Rolle der Kirche. Gnadenritter, Inquisitoren und das Tribunal erzeugen eine beklemmende Stimmung. Immer wieder musste ich dabei an historische Hexenjagden denken: Das vermeintlich Böse muss gefunden und ausgelöscht werden, damit die eigene Seite weiterhin als die Gute dastehen kann.
Die letzte Bastion der Menschheit:
Vingard wirkt mittelalterlich angehaucht und gleichzeitig wie eine dystopische Gesellschaft. Es gibt klare Regeln darüber, was geglaubt werden darf, was erlaubt ist und wer darüber entscheidet, was Wahrheit ist.
Wissenschaft und Forschung haben in diesem System kaum Platz. Das bekommt auch Isolas Mutter zu spüren, die Drachen erforscht und dafür einen hohen Preis zahlt.
Und genau hier beginnt die Geschichte Fragen aufzuwerfen, die ich besonders spannend fand:
Warum darf Isola ihre Mutter nicht mehr sehen? Was versucht das Tribunal zu verbergen? Und was steckt wirklich hinter dem Drachenfluch?
Intrigen, Machtspielchen, Lügen und Täuschungen sind in dieser Welt allgegenwärtig.
Die Prophezeiung:
Für alle anderen scheint Isolas Rolle längst festzustehen. Sie ist die Retterin. Die Erlöserin Vingards. Die Reinkarnation Valors.
Zumindest ist das die Geschichte, die die Kirche aus ihr gemacht hat.
Für mich fühlte sich Isola deshalb häufig wie eine Marionette des Vikars an. Nach außen ist sie mutig und stark, innerlich dagegen vollkommen zerrissen.
Was, wenn sie gar keine Erlöserin ist? Was, wenn sie selbst verflucht ist?
Dieser Gedanke könnte ihr zum Verhängnis werden. Gleichzeitig spürt man, dass etwas in ihr schlummert, das sie selbst noch nicht vollständig versteht. Gerade diese Unsicherheit hat sie für mich zu einer spannenden Protagonistin gemacht.
Lucan:
Lucan ist der Sohn des Vikars und zunächst schwer einzuschätzen. Man weiß nicht genau, warum er Isola beobachtet, was er wirklich weiß und auf welcher Seite er steht.
Während des Tribunals wird er jedoch zu einem wichtigen Verbündeten. Und schnell wird deutlich, dass hinter ihm mehr steckt, als man anfangs vermutet.
Gerade dieses Misstrauen zwischen den beiden funktioniert gut, weil man auch als Leser nie ganz sicher sein kann, wem in Vingard überhaupt zu trauen ist.
Slow-Burn-Romance:
Die Romance zwischen Isola und Lucan entwickelt sich sehr langsam und nimmt im Vergleich zur Fantasyhandlung nur wenig Raum ein. Für Young Adult fand ich das absolut passend.
Ich mochte, dass sich die Beziehung vorsichtig entwickelt und die eigentliche Handlung nicht überlagert. Gleichzeitig hätte ich mir zwischen den beiden etwas mehr Funkensprühen gewünscht.
Die Romance war für mich stimmig – aber das große Knistern hat noch gefehlt.
Handlungsverlauf & Ende:
Die Handlung ist geprägt von Intrigen, Machtspielchen, Lügen und Täuschungen. Allerdings braucht die Geschichte für meinen Geschmack etwas, bis sie wirklich Fahrt aufnimmt.
Gerade der Einstieg ist ruhiger. Sobald die Deadly Trials beginnen, zieht das Tempo aber deutlich an. Die Prüfungen nehmen einen großen Raum ein und sorgen für einige der spannendsten und nervenaufreibendsten Momente des Buches.
Auch an Twists mangelt es nicht. Einige haben für mich gut funktioniert, andere konnte man als aufmerksamer Leser schon relativ früh erahnen. Deshalb hat mich das Ende nicht völlig überrascht.
Es kam ungefähr so, wie ich es erwartet hatte – natürlich inklusive Cliffhanger.
Wie klang die Geschichte?
Ich habe Dragon Cursed als Hörbuch gehört.
Die Sprecherin hat grundsätzlich eine angenehme Stimmfarbe und ich konnte ihr gut folgen. Gerade für längere Hörsessions war das sehr angenehm.
Ganz überzeugen konnte mich die Interpretation trotzdem nicht. Mir war sie stellenweise etwas zu eintönig.
Gerade weil Vingard so bedrohlich ist und das Tribunal mit so viel Angst, Gefahr und Misstrauen verbunden ist, hätte ich mir mehr Dynamik und stärkere Unterschiede in der Sprechweise gewünscht.
Die düstere Atmosphäre kam dadurch für mich nicht immer so intensiv an, wie sie hätte wirken können.
Angenehm zu hören – aber emotional hätte da für mich noch mehr drinstecken dürfen.
Was bleibt?
Dragon Cursed hat mich vor allem mit seiner Welt bekommen.
Eine letzte Bastion der Menschheit. Drachen als tödliche Bedrohung. Ein Fluch. Eine Kirche, die über Wahrheit und Leben entscheidet. Tribunale, die an Hexenjagden erinnern. Und eine junge Frau, die als Retterin verehrt wird, während sie selbst fürchtet, genau das zu sein, was alle vernichten wollen.
Die Geschichte braucht etwas, bis sie richtig Fahrt aufnimmt, aber spätestens mit den Deadly Trials wird es deutlich spannender. Intrigen, Machtspiele und einige Twists halten die Handlung in Bewegung, auch wenn manche Enthüllungen für mich etwas vorhersehbar waren.
Die Slow-Burn-Romance fügt sich angenehm ein und nimmt nicht zu viel Raum ein. Für Young Adult fand ich das sehr passend, auch wenn ich mir etwas mehr Funken gewünscht hätte.
Diese Mischung aus Fantasy, Dystopie, Religion, Macht und Angst hat für mich richtig gut funktioniert.
???????????????? / 5
Atmosphäre: ???????????????? / 5
Chemie: ✨✨✨ / 5
Sprecherleistung: ????️????️????️ / 5
Vier Eulen für eine düstere Drachenfantasy mit Hexenjagd-Vibes, spannenden Trials und einer Welt, in der die größte Gefahr vielleicht nicht nur von den Drachen ausgeht.
Rezension zu:
Wie ein Ghibli-Film zwischen Bubble Tea, Sonnengeistern und gesellschaftlicher Schieflage
von April1985 , 29. August 2026
Worum geht es?
Rainshadow City ist eine Stadt voller Gegensätze. Während am Kaiserhof Reichtum und Privilegien herrschen, kämpfen viele Menschen außerhalb des Palastes gegen Armut, Korruption und Ungerechtigkeit.
Mittendrin leben Toshiko, Jun und Mei – Wahlgeschwister, die sich selbst zu einer Familie gemacht haben und als Rainshadow Orphans für Gerechtigkeit kämpfen. Gleichzeitig versucht Theo, der auf illegalem Weg in die Stadt gekommen ist, irgendwie zu überleben, während Haru als Sohn der Kaiserin in einer vollkommen anderen Welt aufwächst und eine besondere Verbindung zu magischen Sonnengeistern entwickelt.
Als Toshiko dem Anführer der Lucky Crows eine geheimnisvolle Drachenperle stiehlt, beginnen sich ihre Geschichten miteinander zu verweben – und plötzlich steht weit mehr auf dem Spiel als nur ihr eigenes Überleben. Die Geschichte spielt innerhalb eines eng gefassten Zeitraums und führt die verschiedenen Perspektiven zunehmend zusammen.
Meine Gedanken:
Ein Buch wie ein Ghibli-Film? Bin ich dabei!
Und tatsächlich war genau das für mich die größte Stärke von The Rainshadow Orphans.
Naomi Ishiguro hat eine faszinierende Welt geschaffen, in der sich Alt und Neu miteinander vermischen. Traditionen treffen auf futuristische Technologien, Sonnengeister auf Bots und Kaiserpaläste auf Bubble Tea. Diese Gegensätze funktionieren erstaunlich gut zusammen und geben Rainshadow City einen ganz eigenen Charakter.
Besonders stark fand ich dabei die gesellschaftliche Ebene. Zwischen dem prunkvollen Kaiserhof, den Lucky Crows und den Menschen, die jeden Tag ums Überleben kämpfen, wird die enorme Kluft zwischen Arm und Reich immer wieder sichtbar. Korruption, politische Ungerechtigkeit und die Frage, wer in einer Gesellschaft überhaupt eine Stimme bekommt, ziehen sich durch die Geschichte. Genau dadurch war die Welt für mich nicht nur hübsche Kulisse, sondern hatte wirklich etwas zu erzählen.
Und ja: Während des Lesens habe ich mir tatsächlich meinen ersten Bubble Tea gegönnt. ???? Wenn ein Buch das schafft, muss die Atmosphäre schon irgendetwas richtig gemacht haben.
Die Rainshadow Orphans:
Auch die kleine Gruppe rund um Toshiko, Jun und Mei mochte ich richtig gerne.
Sie sind nicht durch Blut miteinander verbunden, sondern haben sich gegenseitig als Familie gewählt. Diese Found-Family-Dynamik hat für mich wunderbar funktioniert.
Ich konnte mit ihnen mitfiebern und fand besonders spannend, wie sich die verschiedenen Handlungsstränge nach und nach annähern. Theo startet zunächst vollkommen außerhalb ihrer Gruppe und trotzdem merkt man immer stärker, dass seine Geschichte mit ihrer verbunden ist.
Dieses langsame Zusammenlaufen der einzelnen Wege hat mir richtig gut gefallen.
Auch Harus Perspektive bringt noch einmal eine ganz andere Seite Rainshadow Citys hinein. Plötzlich betrachtet man dieselbe Welt nicht nur von unten, sondern auch aus der Nähe des Kaiserhofs.
Eine Welt zwischen Tradition und Zukunft:
Für mich bleibt das Worldbuilding ganz klar das Highlight.
Diese Mischung ist ungewöhnlich: futuristische Technik, traditionelle Strukturen, Magie, Geisterwesen und eine Stadt, deren soziale Unterschiede man beinahe an jeder Straßenecke spürt.
Das Buch wird offiziell als Mischung aus japanischer Folklore, Ghibli-artiger Fantasy und Cyberpunk beschrieben – und genau dieses Gefühl hatte ich beim Lesen auch. Rainshadow City fühlt sich gleichzeitig alt und futuristisch an. Und gerade dadurch wollte ich immer wieder wissen, was sich hinter der nächsten Ecke dieser Stadt verbirgt.
Ein Einstieg mit etwas Geduld:
Ganz reibungslos war mein Leseerlebnis allerdings nicht.
Gerade am Anfang musste ich erst einmal herausfinden, wer eigentlich wer ist und wie die einzelnen Figuren miteinander verbunden sind. Durch die verschiedenen Perspektiven bekommt man zwar einen breiten Blick auf Rainshadow City, aber bis ich alle Charaktere richtig eingeordnet hatte, brauchte es etwas Zeit und Geduld.
Auch später bringt der Roman einige Längen mit. Es gab Passagen, in denen die Geschichte für mich deutlich langsamer wurde und ich mir etwas mehr Tempo gewünscht hätte. Gerade bei einem Buch mit 640 Seiten merkt man solche ruhigeren Abschnitte natürlich umso stärker. Die deutsche Ausgabe umfasst tatsächlich 640 Seiten.
Trotzdem hat mich die Welt immer wieder zurückgeholt. Denn selbst wenn die Handlung zwischendurch etwas durchhängt, wollte ich Rainshadow City nicht verlassen.
Was bleibt?
The Rainshadow Orphans war für mich vor allem eines: eine außergewöhnliche Reise in eine faszinierende Welt.
Die Mischung aus futuristischen Elementen und Tradition, Magie und Technik, Kaiserhof und Untergrund hat mich richtig begeistert.
Dazu kommt eine sympathische Found Family, deren einzelne Geschichten sich immer stärker miteinander verweben, und eine Handlung, die neben all der Fantasy auch gesellschaftskritische Fragen zu Macht, Armut, Korruption und Ungerechtigkeit aufwirft.
Der Einstieg braucht etwas Geduld und auch später gibt es einige Längen.
Aber die Welt? Die ist hängen geblieben. Und manchmal reicht genau das, damit ich wissen möchte, was noch in ihr steckt.
???????????????? / 5
Vier Eulen für eine ungewöhnliche Mischung aus Ghibli-Vibes, Cyberpunk, Found Family und Gesellschaftskritik – mit einer Welt, die für mich eindeutig der Star der Geschichte ist. ????????????
Rezension zu:
Eine düstere Reise voller Gefahren
von April1985 , 28. August 2026
Worum geht es?
Das Fulcrum beginnt zu zerbrechen und Dämonen dringen immer weiter in die Welt der Sterblichen vor. Mittendrin lebt Sorrel, eine Waise und Ausgestoßene, deren ungewöhnliche Fähigkeiten sie ihr ganzes Leben lang von anderen Menschen getrennt haben. Als sie erfährt, dass ausgerechnet sie auserwählt wurde, die Krone der Königin zurückzubringen und damit vielleicht ihre Welt zu retten, beginnt eine gefährliche Reise durch die Badlands.
Sorrel weiß allerdings selbst nur zu gut, dass sie keine klassische Heldin ist. Deshalb sucht sie Schutz bei Merc, einem gefürchteten und undurchschaubaren Söldner. Sein Preis? Eine Nacht mit ihr. Und genau mit dieser Vereinbarung beginnt eine Reise durch eine Welt voller Dämonen, Geheimnisse und Verrat.
Meine Gedanken:
Ich hatte mich nach dem Klappentext wirklich auf diesen Reihenauftakt gefreut. Die Idee klang spannend und auch die Welt, die J. R. Ward hier erschaffen hat, konnte mich grundsätzlich überzeugen. Düster, gefährlich und kreativ. Überall lauern Bedrohungen und durch das Journey-Trope reist man gemeinsam mit Sorrel und Merc durch diese Welt. Das mochte ich eigentlich sehr, weil man dadurch nicht nur das Reich, sondern gleichzeitig auch die beiden Protagonisten Stück für Stück kennenlernt.
Leider hat genau diese Reise für mich aber auch einige Längen mitgebracht. Ich habe mich mehrmals dabei ertappt, wie meine Gedanken abgeschweift sind und ich mich wieder bewusst in die Geschichte zurückholen musste.
Sorrel & Merc:
Sorrel fand ich grundsätzlich spannend. Sie ist eine Ausgestoßene, gezeichnet von ihrer Vergangenheit und eine Heilerin mit magischen Fähigkeiten. Eigentlich eine Figur, mit der ich sehr gut hätte mitfühlen können. Nur leider zerfließt sie für meinen Geschmack stellenweise fast in ihren eigenen Selbstzweifeln. Natürlich kann ich nachvollziehen, woher diese Unsicherheit kommt, aber irgendwann hätte ich mir einfach etwas mehr Entwicklung und Selbstvertrauen gewünscht.
Und dann ist da Merc. Söldner, gefürchtet, verschlossen, undurchschaubar. Eigentlich genau der Typ Figur, bei dem ich normalerweise sofort aufmerksam werde. Leider hat er sich bei mir mit seiner ersten großen Forderung direkt selbst aus dem Rennen genommen. Was er von Sorrel als Bezahlung für seinen Schutz verlangt, fand ich einfach unpassend. Diese Vereinbarung konnte ich bis zum Schluss nicht wirklich nachvollziehen und sie hat es mir schwer gemacht, Merc später als möglichen Book Boyfriend zu sehen.
Wo war das Knistern?
Das Buch wird ausdrücklich als Slow-Burn-Romantasy beworben und die offizielle Beschreibung stellt die zunehmende Leidenschaft zwischen Sorrel und Merc stark heraus. Genau deshalb habe ich die ganze Zeit auf dieses Gefühl gewartet. Auf Spannung, auf Blicke, auf dieses „Ihr zwei solltet euch wirklich nicht näherkommen.“ Aber? Nichts.
Wo war der Spice? Wo war das Feuer? Wo war überhaupt das Knistern?
Ich habe es einfach nicht gespürt. Dass Slow Burn langsam ist, stört mich überhaupt nicht. Im Gegenteil. Ich liebe es, wenn eine Beziehung sich über viele kleine Momente aufbaut. Aber dafür muss zwischen den Figuren eben trotzdem etwas in der Luft liegen. Hier war für mich leider nicht einmal ein Funke.
Twists & Schreibstil:
Ganz verloren hat mich die Geschichte trotzdem nicht. Es gibt einige gute Wendungen und Momente, die mich wieder stärker aufhorchen ließen. Gerade wenn neue Informationen ans Licht kommen, zeigt sich, wie viel Potenzial eigentlich in dieser Welt steckt.
Und J. R. Wards Schreibstil mochte ich ebenfalls. Herrlich unkompliziert. Man kommt sprachlich gut durch die Geschichte und muss sich nicht durch unnötig komplizierte Formulierungen kämpfen. Das hat gerade bei einem Buch mit so viel eigener Welt und Magie definitiv geholfen.
Was bleibt?
Crown of War and Shadow hatte für mich viele Zutaten, die eigentlich genau mein Beuteschema sind: eine düstere Welt, Dämonen, Magie, eine gefährliche Reise, eine Auserwählte, ein geheimnisvoller Söldner und eine Romance, die sich langsam entwickeln soll.
Die Welt hat für mich funktioniert – die Beziehung leider nicht.
Sorrel und Merc konnten mich beide nicht vollständig für sich einnehmen und vor allem die Vereinbarung zwischen ihnen hat mich bis zuletzt gestört. Dazu kamen einige deutliche Längen. Die guten Twists und der angenehm unkomplizierte Schreibstil haben dafür gesorgt, dass ich die Geschichte trotzdem gerne beendet habe.
Aber das Gefühl, unbedingt wissen zu müssen, wie es weitergeht? Das ist leider ausgeblieben. Deshalb werde ich die Reihe vermutlich nicht weiterverfolgen.
???????????? / 5
Drei Eulen für eine kreative, düstere Welt mit spannenden Ansätzen – bei der mir zwischen all den Gefahren leider das wichtigste Feuer gefehlt hat.
Rezension zu:
Die Lerche und ihre zwei Könige
von April1985 , 25. August 2026
Worum geht es?
Nach der Schlacht von Fyremas ist Rhyas Welt aus den Fugen geraten.
Caeldera liegt in Trümmern, Freunde sind verletzt oder tot, und Penn zieht sich immer weiter von ihr zurück, während ihn sein Wunsch nach Rache beherrscht.
Ein Schicksalsschlag führt Rhya schließlich an den geheimnisvollen Water Court. Dort muss sie lernen, ihre Magie besser zu verstehen — und trifft auf König Soren von Llŷr. Er ist so anders als Penn. Doch je mehr Soren ihr über die Magie und die Verbindung zwischen ihnen zeigt, desto stärker beginnt Rhya zu hinterfragen, was sie wirklich will und welche Rolle sie im kommenden Krieg spielen soll.
Meine Gedanken:
Nachdem ich Penn im ersten Band als ziemlich schwierig empfunden hatte, war ich ehrlich gesagt etwas nervös vor der Fortsetzung. Vor allem davor, wie sich seine Beziehung zu Rhya weiterentwickeln würde.
Und was soll ich sagen?Warum habe ich dieses Buch nicht schon früher zur Hand genommen? Wenn ich am Ende eines Buches sofort nachsehe, wann Band 3 erscheint, sagt das eigentlich schon alles.
Kleiner Spoiler zur Veröffentlichung: erst Februar 2027.
Nein. Mein Herz blutet. Für Rhya. Für Soren. Für Penn. Für meine gebrochene Seele. ????
Band 1 war für mich schon großartig — trotz meiner Probleme mit Penns Verhalten. Band 2 setzt noch einmal einen drauf.
Der Anfang:
Der Einstieg war für mich noch etwas langgezogen.Ich brauchte ein bisschen, bis die Geschichte wieder richtig Fahrt aufgenommen hat. Aber mit Rhyas Reise zum Water Court verändert sich alles. Und dann war es plötzlich da: das Knistern. Das Flirren in der Luft. Der Banter. Die Spannung.
Gänsehaut. Ab diesem Punkt hatte mich das Buch komplett.
Rhya & Soren:
Rhya und Soren haben für Herzklopfen gesorgt.Punkt. Ihre Dynamik funktioniert für mich unglaublich gut. Die Wortgefechte. Die humorvollen Momente. Die Spannung zwischen ihnen. Und diese Szenen, in denen eigentlich gar nicht viel passiert — und trotzdem fühlt sich alles plötzlich viel zu heiß an. Können spicy Szenen auch ohne Körperkontakt entstehen? Definitiv.So hot. ????
Gerade weil vieles über Blicke, Worte und Spannung funktioniert, war die Chemie zwischen den beiden für mich permanent spürbar.
Die Lerche und ihre zwei Könige:
Ich bin eigentlich kein Fan von Liebesdreiecken. Wirklich nicht.
Und trotzdem hat dieses hier für mich funktioniert. Vielleicht gerade deshalb, weil ich es nie wie ein klassisches Love Triangle wahrgenommen habe.
Rhya, Soren und Penn fühlen sich nicht wie drei Figuren in einem künstlich aufgebauten Beziehungskonstrukt an. Jede Verbindung hat ihre eigene Geschichte. Ihre eigene Dynamik. Ihr eigenes Gewicht.
Rhyas Geschichte kennen wir bereits.
Soren lernen wir hier erst richtig kennen — und in ihm steckt so viel mehr, als ich zunächst vermutet hätte. Und Penn?
Der ist natürlich auch noch da. Weniger präsent. Aber trotzdem ständig irgendwie spürbar. Eine tragische Randfigur, deren Sorgen einen fast mit erdrücken. Und genau deshalb macht er es mir nach wie vor nicht leicht.
Soren:
Ach, Soren. Er hat mich komplett überrascht.
Ich mochte seine ruhige, geheimnisvolle Art und vor allem, wie viel mehr hinter ihm steckt, als man zunächst vermutet. Mit jedem Kapitel durfte ich eine neue Seite von ihm kennenlernen. Und je mehr ich erfahren habe, desto mehr wollte ich wissen.
Er ist nicht einfach nur „der zweite König“.
Er ist eine eigene, spannende Figur mit Geschichte, Verantwortung und einer ganz anderen Art, Rhya zu begegnen.
Und genau diese Unterschiede zu Penn machen die Dynamik so interessant.
Krieg & Spannung:
Natürlich besteht The Sea Spinner nicht nur aus Romance. Efnisien ist weiterhin auf dem Vormarsch und hinterlässt Leid und Zerstörung. Gerade im letzten Drittel zieht die Geschichte noch einmal massiv an.
Spannend. Nervenaufreibend. Unberechenbar. Ab diesem Punkt konnte ich das Hörbuch kaum noch stoppen.
Die politischen und magischen Konflikte rücken wieder stärker in den Vordergrund und plötzlich greift vieles ineinander, was zuvor vorbereitet wurde
Und dieses Ende … Ich bin entsetzt. Ich bin zerstört. Ich liebe es. Ich hasse es. Es ist großartig. Und es schreit förmlich nach The Realm Reaper.
Dieses Ende hat mich emotional wirklich auseinandergenommen. Nicht auf die Art, bei der ich denke: „Ja, irgendwann lese ich weiter.“ Sondern: ICH MUSS WISSEN, WIE ES WEITERGEHT. Und jetzt soll ich bis Februar 2027 warten? Unverschämt.
Wie klang die Geschichte?
Ich habe The Sea Spinner als Hörbuch gehört und Rebecca Veil hat mich wieder richtig gut durch diese Welt getragen.
Ihre Stimme ist sanft, einnehmend und passt für mich wunderbar zu Rhya. Gerade in emotionalen oder ruhigeren Szenen mochte ich ihren Ton sehr. Aber auch die Spannung im letzten Drittel funktioniert durch ihre Erzählweise richtig gut.
Für mich war das wieder ein Hörbuch, bei dem die Stimme nicht einfach nur Text vorliest, sondern Atmosphäre schafft.
Was bleibt?
Die Lerche und ihre zwei Könige. Rhya. Soren. Penn. Eine Dynamik, von der ich vorher dachte, dass sie mich nerven würde — und die mich stattdessen komplett bekommen hat.
Der Anfang war für mich noch etwas langsam. Aber sobald Rhya den Water Court erreicht, zieht die Geschichte emotional und atmosphärisch enorm an.
Soren hat mein Herz erobert. Penn macht mir weiterhin das Leben schwer. Rhya steht zwischen zwei Welten, zwei Männern und gleichzeitig mitten in einem Krieg, der immer bedrohlicher wird.
Und dann dieses Ende. Mein Herz ist gebrochen — und ich brauche Band 3. Dringend.
???????????????????? / 5
Spice: ???????? / 5
Chemie: ✨✨✨✨✨ / 5
Atmosphäre: ???????????????????? / 5
Sprecherleistung: ????️????️????️????️????️ / 5
Fünf Eulen für Wasser, Feuer, Herzklopfen und ein Ende, das meine Seele genommen und irgendwo zwischen Rhya, Soren und Penn zurückgelassen hat. ????????????
Rezension zu:
Romeo und Julia mit Hexen - nur ohne das große Knistern
von April1985 , 25. August 2026
Bewertung: ???????????? / 5
Spice: 0 ???? / 5
Chemie: ✨ / 5
Vibes & Themen:
???? Witchy Fantasy · ???? verfeindete Hexenfamilien · ???? gefährliche Wälder · ⚔️ Magic Trials · ???? Romeo-und-Julia-Vibes · ???? verbotene Liebe · ✨ schwindende Magie · ????️ only one Bed · ???? only one Horse
Worum geht es?
Seit 150 Jahren stehen sich die Hexenfamilien Montparsson und Landeville feindlich gegenüber. Beide geben der jeweils anderen Familie die Schuld daran, dass ihre Magie immer weiter versiegt. Inzwischen geht es längst nicht mehr nur um Macht – ohne neue Magie droht beiden Familien der Tod. Ausgerechnet Iris Montparsson und August Landeville müssen deshalb gemeinsam zum Gallows House reisen und dort um Hilfe bitten. Allein würden sie die gefährlichen Wälder nicht überleben.
Nur wie soll man jemandem vertrauen, dessen Familie man sein ganzes Leben lang als Feind betrachtet hat? Und was passiert, wenn unter all dem Misstrauen plötzlich alte Gefühle wieder auftauchen?
Zwei verfeindete Hexenfamilien, eine gefährliche Reise und eine Fehde, deren Ursprung längst niemand mehr richtig zu kennen scheint.
Meine Gedanken
Ich war wirklich gespannt auf Death of a Witch. Der Klappentext klang vielversprechend und mit witchy Geschichten bekommt man mich normalerweise ziemlich schnell. Dazu die Anlehnung an Romeo und Julia.
Eigentlich genau die Zutaten, die bei mir funktionieren müssten.
Leider ist der Funke dieses Mal nicht übergesprungen. Mein größtes Problem war die Art, wie die Geschichte erzählt wird. Mir hat sprachlich die Atmosphäre gefehlt. Statt richtig in diese düstere Hexenwelt abzutauchen, fühlte sich das Buch für mich oft wie eine Aneinanderreihung von Ereignissen an.
Ich wollte zwar wissen, was als Nächstes passiert. Aber ich habe es nicht wirklich gefühlt.
Idee ???????????????? | Atmosphäre ????️????️ | Emotionen ???????? | Lesedrang ????????????
Iris & August
Auch zu den Figuren blieb bei mir leider eine gewisse Distanz.
Die Welt hätte Potenzial gehabt.
Die Familiengeschichte hätte Potenzial gehabt.
Und auch Iris und August hätten für mich viel intensiver funktionieren können.
Doch sowohl die Figuren als auch ihre Beziehungen blieben mir zu oberflächlich. Vor allem Iris hat mich zwischendurch wirklich zur Verzweiflung gebracht.
Warum miteinander reden, wenn man stattdessen einfach schweigen kann? ????
Kommunikation ist definitiv nicht ihre Stärke.
Sie hält lange an einer Fehde fest, deren Ursprung kaum jemand noch wirklich kennt, verschweigt wichtige Dinge und trifft Entscheidungen, die ich teilweise überhaupt nicht nachvollziehen konnte.
August konnte mich da etwas mehr für sich gewinnen. Bei ihm habe ich zumindest stellenweise Gefühle gespürt und konnte eine stärkere Verbindung aufbauen.
August hatte für mich mehr emotionale Tiefe – Iris leider vor allem sehr viele unausgesprochene Gedanken.
Iris ???????????????? | August ???????????? | Kommunikation ???? | Frust ????????????????
Romance & Chemie
Gerade bei einer Geschichte mit Romeo-und-Julia-Anleihen hatte ich auf eine intensive, vielleicht sogar tragische Romance gehofft. Doch genau hier hat mir etwas Entscheidendes gefehlt: das Knistern.
Ich habe die Chemie zwischen Iris und August kaum gespürt. Und ohne dieses Gefühl funktioniert für mich auch die verbotene Liebe nicht richtig. Wenn zwei Menschen eigentlich nicht zusammen sein dürfen, möchte ich dieses:
„Ihr solltet wirklich die Finger voneinander lassen – aber bitte tut es auf gar keinen Fall.“
Hier war ich emotional deutlich distanzierter.
Spice gibt es übrigens keinen.
Die Romance bleibt insgesamt sehr zurückhaltend und dürfte deshalb auch gut für jüngere Leser:innen funktionieren.
Romance ❤️❤️ | Chemie ✨ | Spice 0 ???? | Romeo-&-Julia-Vibes ????????
Geheimnisse & verschenktes Potenzial
Besonders schade fand ich eine Enthüllung in Teil 2 des Buches. Da kommt ein Geheimnis ans Licht, bei dem ich sofort dachte:
Okay. Jetzt wird es interessant.
Das hätte für mich richtig viel Potenzial gehabt. Für die Figuren. Für ihre Beziehung. Für die gesamte Fehde.
Und dann? Wird daraus viel zu wenig gemacht.
Gerade hier hätte ich mir gewünscht, dass Konsequenzen folgen, dass Fragen gestellt werden und dass endlich miteinander gesprochen wird. Stattdessen schweigt Iris weiter und trifft Entscheidungen, die mich eher frustriert als mitgerissen haben.
Da lag für mich so viel ungenutztes Potenzial.
Die Trials
Was für mich deutlich besser funktioniert hat, war der Abschnitt mit den Prüfungen.
Die Magic Trials haben endlich mehr Spannung in die Geschichte gebracht.
Hier hatte ich stärker das Gefühl, wissen zu wollen, wie die Figuren aus den Situationen wieder herauskommen. Die Gefahren und Herausforderungen haben der Handlung das Tempo gegeben, das mir zuvor teilweise gefehlt hatte. Und wahrscheinlich waren sie auch einer der Gründe, warum ich am Ende doch weitergelesen habe.
Trials ⚔️⚔️⚔️⚔️ | Spannung ⚡⚡⚡⚡ | Gefahr ????????????????
Warum habe ich trotzdem weitergelesen?
Trotz meiner Kritik habe ich das Buch nicht abgebrochen. Zum einen wollte ich schon wissen, wie alles ausgeht. Zum anderen wusste ich, dass es ein Einzelband ist. Und manchmal macht genau das einen Unterschied.
Wenn ich weiß, dass ich am Ende einen Abschluss bekomme, halte ich auch mal ein paar Längen mehr aus.
Das Finale wollte ich schließlich noch mitnehmen.
Was bleibt?
Death of a Witch hatte für mich eine richtig interessante Ausgangsidee. Verfeindete Hexenfamilien. Schwindende Magie. Eine gefährliche Reise. Trials. Und eine Liebesgeschichte mit Romeo-und-Julia-Vibes.
Eigentlich genau mein Beuteschema.
Leider haben mich weder Sprache noch Figuren emotional genug erreicht. Die Welt blieb mir zu oberflächlich, zwischen Iris und August fehlte mir die Chemie und einige Entwicklungen hätten für meinen Geschmack deutlich konsequenter verfolgt werden können.
Der Mittelteil mit den Trials war spannender und hat mich schließlich bis zum Ende getragen.
Eine nette, schnell lesbare Witchy Romantasy – aber für mich leider ohne den Zauber, den ich mir davon erhofft hatte.
Jüngeren Leser:innen, die eine unkomplizierte Hexen-Romantasy ohne Spice suchen und etwas Schnelles zum Wegsnacken möchten, könnte die Geschichte aber deutlich besser gefallen.
???????????? / 5
Spice: 0 ???? / 5
Chemie: ✨ / 5
Drei Eulen für eine spannende Grundidee mit Hexen, Fehde und gefährlichen Prüfungen – bei der mir leider Atmosphäre, Tiefe und vor allem das Knistern gefehlt haben. ????????
Rezension zu:
Wer bin ich und wer möchte ich sein?
von April1985 , 25. August 2026
Meine Gedanken
**Jahres-Highlight 2026.**
Ich bin immer noch begeistert davon, wie viel mir *Queen of Faces* gegeben hat.
Dieses Buch hat mich nicht nur unterhalten.
Es hat mich nachdenklich gemacht.
Es hat meinen Blick erweitert.
Und es hat Fragen aufgeworfen, die weit über die eigentliche Handlung hinausgehen.
Im Mittelpunkt stehen Geschlechterrollen, Identitätskonflikte und vor allem die großen Fragen:
**Wer bin ich?**
**Und wer möchte ich sein?**
Der Körper wird dabei beinahe zu einem Gefäß.
Und genau daraus entsteht eines der außergewöhnlichsten Konzepte, die ich seit Langem in einer Fantasygeschichte gelesen habe.
Ana:
Ana steckt seit einem tragischen Ereignis in ihrer Kindheit in einem männlichen Körper fest.
Und allein diese Ausgangslage gibt ihrer Geschichte unglaublich viele Ebenen.
Ana ist tough, willensstark und weiß sehr genau, was sie erreichen möchte.
Ihr großer Traum ist die Paragon Academy.
Doch sie gehört zu den Gramänteln und kommt aus armen Verhältnissen.
Noch dazu läuft ihr die Zeit davon.
Die Edgar-Hülle, in der sie lebt, ergraut immer weiter.
**Ihr Körper hat ein Ablaufdatum.**
Die Paragon ist deshalb nicht nur irgendein Studienplatz.
Sie ist Hoffnung.
Sie ist die Aussicht auf eine neue Hülle.
Auf eine Zukunft.
Auf Leben.
Und genau deshalb konnte ich Anas Entscheidungen so gut nachvollziehen.
Eine Welt kurz vor dem Umbruch:
Natürlich kommt alles anders.
Caimor ist in Aufruhr.
Revolution.
Rebellion.
Geheime Gruppierungen.
Menschen, die genug von einer Elite haben, die über ihr Leben bestimmt.
Und plötzlich geht es nicht mehr nur um Anas persönlichen Traum.
Die ganze Gesellschaft beginnt zu wanken.
**Und nirgendwo fühlt man sich wirklich sicher.**
Die Atmosphäre ist dicht, düster und permanent bedrohlich.
Das Gefühl, dass hinter jeder Entscheidung etwas Größeres lauert, zieht sich durch die gesamte Geschichte.
Found Family:
Und dann wären da die Figuren.
**Ich habe sie allesamt ins Herz geschlossen.**
Nach und nach entsteht eine Gruppe, die für mich ganz klar Found-Family-Vibes hatte.
Ein bisschen musste ich dabei tatsächlich an Leigh Bardugos Krähen denken.
Nicht, weil die Figuren Kopien wären.
Sondern wegen dieses Gefühls:
Eine Gruppe sehr unterschiedlicher Menschen.
Jede mit eigenen Geheimnissen.
Eigenen Motiven.
Eigenen Wunden.
Und trotzdem wachsen sie irgendwie zusammen.
**Genau solche Gruppen liebe ich.**
*Niemals ganz vertrauenswürdig – aber irgendwann trotzdem Familie.*
Wes, Nima & Korin:
Ach, Wes.
**Man hasst ihn. Man liebt ihn. Man misstraut ihm. Und eigentlich möchte man genau das nicht.**
Er war für mich einer der spannendsten Charaktere des Buches und ist definitiv zu einem meiner Lieblinge geworden.
Gerade weil man nie ganz sicher weiß, woran man bei ihm ist.
Und dann Nimah und Korin.
Zwei, oder sollte ich sagen drei weitere Seelen, die ich jetzt schon vermisse.
Die Charaktere sind überhaupt eine der ganz großen Stärken des Buches.
Sie sind greifbar.
Fehlerhaft.
Widersprüchlich.
Moralisch grau.
**Hier gibt es selten ein klares Richtig oder Falsch.**
Jede Figur verfolgt eigene Ziele.
Und selbst wenn ich nicht jede Entscheidung gutheißen konnte, konnte ich die Motivation dahinter verstehen.
Genau das macht ihre Handlungen so schmerzhaft.
Denn fast jede Entscheidung fordert einen Preis.
Moralisch grau – und genau deshalb so gut:
Was ich besonders geliebt habe:
Das Buch macht es einem nicht einfach.
Es gibt nicht die Guten auf der einen und die Bösen auf der anderen Seite.
Menschen handeln aus Angst.
Aus Liebe.
Aus Machtstreben.
Aus Verzweiflung.
Aus Überzeugung.
Und manchmal aus all diesen Gründen gleichzeitig.
**Man versteht Entscheidungen – und kann trotzdem unter ihren Konsequenzen leiden.**
Diese moralische Grauzone hat die Geschichte für mich unglaublich lebendig gemacht.
Sie zwingt dazu, selbst Stellung zu beziehen.
Und manchmal die eigene Meinung wieder zu ändern.
Magiesystem & Sprache:
Auch das Magiesystem ist gewaltig.
Ungewöhnlich.
Komplex.
Und gefährlich.
Die Idee von Hüllen, magischer Entwicklung und Identität greift so eng ineinander, dass sich Magie und gesellschaftliche Ordnung kaum voneinander trennen lassen.
Gerade am Anfang musste ich mich allerdings erst einmal in die Begrifflichkeiten einfinden.
Bezeichnungen wie **Alltag** für eine Rebellengruppe oder **Kodex** für magische Entwicklung waren zunächst ungewohnt.
Aber nach und nach ergibt alles Sinn.
Und irgendwann fühlt sich diese Sprache ganz selbstverständlich an.
**Das Worldbuilding verlangt Aufmerksamkeit – belohnt sie aber auch.**
Twists & Enthüllungen:
Und dann kommen die Twists.
**Was bitte waren das für Enthüllungen?!**
Gerade gegen Ende hat mir die Geschichte mehrfach den Boden unter den Füßen weggezogen.
Immer wenn ich dachte, ich hätte die Zusammenhänge verstanden, kam eine neue Information hinzu, die meinen Blick auf Figuren oder Ereignisse wieder verändert hat.
Dabei wirken die Wendungen nicht wie bloße Schockmomente.
Sie greifen ineinander.
Sie verändern Dinge.
Und sie sorgen dafür, dass man plötzlich zurückdenkt und sich fragt, was man vorher vielleicht übersehen hat.
**Genau so liebe ich Twists.**
Das Ende:
Nach all diesen Enthüllungen hätte ich mit einem völlig zerstörerischen Ende gerechnet.
Stattdessen hat mich das Finale überraschend geerdet.
Es fühlt sich nicht an wie ein endgültiger Abschluss.
Eher wie:
**eine Pause vor dem großen Knall.**
Ein Moment, in dem man kurz Luft holen darf.
Die Figuren dürfen stehen bleiben.
Wir dürfen stehen bleiben.
Und trotzdem weiß man:
Das hier ist noch lange nicht vorbei.
Genau dieses Gefühl fand ich unglaublich passend.
Was bleibt?
**Große Liebe.**
Mehr kann ich fast nicht sagen.
*Queen of Faces* hat mich auf so vielen Ebenen erreicht.
Als Fantasygeschichte.
Als Geschichte über Macht und Gesellschaft.
Als Geschichte über Identität und Geschlechterrollen.
Als Geschichte über Freundschaft, Zugehörigkeit und die Frage, wie sehr unser Körper eigentlich bestimmt, wer wir sind.
Dazu kommen ein außergewöhnliches Magiesystem, moralisch graue Figuren, eine Found Family, die ich nicht mehr loslassen möchte, ein düsteres Worldbuilding und Twists, die mich komplett erwischt haben.
**Dieses Buch hat nicht nur meine Erwartungen erfüllt – es hat meinen Blick erweitert.**
Und genau dafür liebe ich Geschichten.
/ 5 + Jahres-Highlight 2026
Fünf Eulen reichen kaum für eine Geschichte, die mich gleichzeitig begeistert, aufgewühlt und zum Nachdenken gebracht hat. Queen of Faces ist für mich ganz große Fantasy-Liebe. ✨
Rezension zu:
Tick. Tack. Diese Villa will dich nicht gehen lassen.
von April1985 , 16. August 2026
???? Hörbuch
Bewertung: ???????????????? / 5
Sprecher: Sascha Rotermund
Sprecherleistung: ????️????️????️????️????️ / 5
Worum geht es?
Doreen und ihre pubertierende Tochter Marina haben bisher nicht gerade das große Los im Leben gezogen. Das scheint sich zu ändern, als Doreen bei einer Zwangsversteigerung eine alte Villa in Leipzig-Gohlis zu einem unglaublichen Preis von € 100,00 ersteigert. Mit dem Einzug wendet sich plötzlich alles zum Guten. Doreens Geschäfte laufen besser und Marina feiert mit ihrer Musik Erfolge. Doch die Villa scheint für all das einen Preis zu verlangen.
Währenddessen sucht der Musiker Ethan in London nach dem Mörder seiner Mutter und stößt dabei auf eine unheilvolle Verbindung.
Meine Gedanken:
Holy shit. Was hab ich da gehört?
Markus Heitz kann nicht nur Fantasy – das beweist er hier definitiv.
Die Villa liefert eine geballte Ladung Spannung, Nervenkitzel und Horror. Und das Buch lässt sich damit nicht lange Zeit: Es wird schon relativ früh brutal und blutig.
Genau das hat für mich funktioniert. Das unterschwellige Grauen ist in der Villa ständig greifbar und mein Kopfkino lief beim Hören auf Hochtouren.
Dieses Hörbuch habe ich an einem Nachmittag einfach weggesnackt. ????
Besonders mochte ich auch den zweiten Handlungsstrang, der von Leipzig nach London führt. Während man immer tiefer in die Ereignisse hineingezogen wird, bleibt ständig eine Frage im Hinterkopf:
Wann laufen diese beiden Geschichten endlich zusammen?
Und natürlich wollte ich genau deshalb immer weiterhören.
Spannung ⚡⚡⚡⚡ | Horror ???????????????? | Sogwirkung ????????????????????
Charaktere:
Bei all dem Horror gibt es für mich allerdings einen Schwachpunkt: Die Figuren bleiben etwas blass.
Die vielen Horrorelemente und bedrohlichen Ereignisse stehen so stark im Vordergrund, dass Doreen, Marina, Ethan und die anderen Figuren für mich teilweise dahinter verschwinden.
Aber vielleicht braucht dieses Buch auch gar keine klassische Hauptfigur.
Denn die eigentliche Hauptdarstellerin ist für mich eindeutig: die Villa selbst. ????️
Figuren ???????? | Villa ????️????️????️ | Bedrohung ⚡⚡⚡
Horror & Gänsehaut:
Tick. Tack. Allein die Standuhr! Dieses regelmäßige Geräusch hat sich beim Hören regelrecht in meinem Kopf festgesetzt und passt perfekt zu dem unterschwelligen Grauen, das in der Villa ständig greifbar ist.
Ich mag okkulte Geschichten – und genau deshalb hat "Die Villa" bei mir einen Nerv getroffen. Wer Filme wie "The Conjouring' oder "The Shining" mag, dürfte verstehen, welches Feeling ich meine: ein Gebäude, mit dem etwas ganz und gar nicht stimmt, und die ständige Ahnung, dass hinter der nächsten Ecke etwas warten könnte.
Unterschwelliges Grauen trifft auf ziemlich handfesten Horror.
Dabei bleibt es nicht bei einer unheimlichen Stimmung. Die Geschichte wird brutal, blutig und teilweise ziemlich heftig – und genau diese Mischung hat für mich richtig gut funktioniert.
Okkultes ???? | Horror ???????????????? | Gänsehaut ???????????????? | Kopfkino ????????????????????
Wie klang die Geschichte?
Sascha Rotermund hat das richtig stark eingesprochen. ????️
Seine Stimme hat für mich hervorragend zur düsteren Geschichte gepasst und die ohnehin schon bedrohliche Wirkung noch verstärkt.
Gerade bei einem Buch, das so stark von Geräuschen, Spannung und Kopfkino lebt, kann die Sprecherleistung unglaublich viel ausmachen – und hier hat sie für mich definitiv funktioniert.
Das „Tick. Tack.“ der Standuhr werde ich so schnell nicht vergessen.
Sprecher ????️????️????️????️????️ | Sogwirkung ????????????????????
Was bleibt?
Die Villa hat mich nicht mehr rausgelassen.
Spannung, Okkultismus, Horror, zwei Handlungsstränge und eine Villa, die sich immer mehr wie ein lebendiges Wesen anfühlt – genau diese Mischung hat dafür gesorgt, dass ich das Hörbuch an einem Nachmittag einfach weggesnackt habe.
Die Figuren sind für mich zwar etwas blass geblieben, aber die Villa selbst, das Grauen und der Sog der Geschichte haben das für mich mehr als aufgefangen.
Hat mich die Villa gepackt? Definitiv.
Würde ich dort einziehen? Auf gar keinen Fall. ????
???????????????? / 5
Sprecherleistung: ????️????️????️????️????️ / 5
Vier Eulen für einen verdammt unheimlichen Nachmittag – und fünf Mikrofone für Sascha Rotermund. ????
Rezension zu:
Fühlt sich wie eine Umarmung an
von April1985 , 31. März 2026
Als ich 'Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand' gelesen habe, haben die Uhren tatsächlich für eine kurze Zeit aufgehört zu ticken. Die koreanische Autorin Baek Seungyeon hat leise Töne angeschlagen. Das Buch ist ruhig erzählt und hat eine entschleunigende Wirkung.
Der Inhalt in 5 Sätzen:
Das Schicksal meint es nicht gut mit Hyoyeong. Ihr Traum sich als Regisseurin zu verwirklichen platzt und die Beziehungen zu ihrer Schwester scheint eingefroren. Auch die Erwartungen ihrer Mutter scheint Hyoyeong nie zu erfüllen. Dann bietet ein alter Schulfreund Hyoyeong die Möglichkeit in seinem Briefladen in Seoul zu arbeiten. Ausgerechnet ihr, die es nicht schafft ihrer eigenen Schwester auf deren Briefe zu antworten.
Die Geschichte wird von den Einzelschicksalen, die unsere Protagonistin durch die zahlreichen Briefe erfährt, getragen. Zentrales Thema sind die Hoffnungen der Menschen, deren Träume und Ziele, aber auch Ängste im Leben. Schöne und traurige Momente gehen Hand in Hand. Während ihrer Zeit im Briefladen lernt Hyoyeong viel über sich selbst. Die Schicksale bewegen und berühren und bringen einen unweigerlich zum Nachdenken. In diesen Augenblicken scheint die Zeit tatsächlich stillzustehen.
Der Schreibstil der Autorin ist ruhig. Es schwingt eine gewisse Poesie mit. Dennoch war mir die Geschichte insgesamt zu zerrissen. Ich hatte das Gefühl, dass mir die Haupthandlung rund um Hyoyeong durch die vielen Einzelschicksale immer wieder entglitten ist.
Fazit:
Ein schöner Roman über Hoffnungen und Träume, der mich für ein paar Stunden in eine warme Decke gehüllt und sich wie eine Umarmung angefühlt hat. Definitiv eine Empfehlung, auch wenn das Buch wahrscheinlich nicht all zu lange nachhallen wird.
Rezension zu: