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Im Nebel der Erinnerung
von Shilo, 9. Juni 2026

Lucy hat es im Leben nicht leicht. Als sie nach einem Unfall ohne Erinnerung auf einem schottischen Schloss aufwacht, bleiben viele Fragen offen. Gerade das hat neugierig gemacht, denn nach und nach kommen Dinge ans Licht, die vieles in einem anderen Licht erscheinen lassen.
Die Geschichte spielt in den 1920er Jahren und greift mit den Magdalenenheimen ein bedrückendes Thema auf. Trotzdem besteht das Buch nicht nur aus schweren Momenten. Immer wieder gibt es Menschen, die Lucy unterstützen und ihr helfen, ihren Weg zu finden. Besonders die Szenen mit Lady Mae O’Malley haben der Geschichte Wärme gegeben.
Nicht alles wird sofort erklärt. Die Antworten kommen nach und nach ans Licht, wodurch die Neugier bis zum Schluss erhalten bleibt. Lucy wächst einem mit der Zeit ans Herz und ihre Suche nach den verlorenen Erinnerungen wurde nachvollziehbar beschrieben.
Neben den ernsten Themen gibt es immer wieder Augenblicke, die Mut machen. Genau diese Mischung hat das Lesen angenehm gemacht. Nach der letzten Seite blieb das Gefühl zurück, die Figuren ein gutes Stück ihres Weges begleitet zu haben. Sehr gerne vergebe ich für dieses Buch 5 Sterne.

Rezension zu:
Humorvoll, herzlich und nah am Leben
von Shilo, 8. Juni 2026

Manche Geschichten fühlen sich schon nach wenigen Seiten vertraut an. Nicht, weil viel passiert, sondern weil die Menschen darin wirken, als könnte es sie wirklich geben. Genau das macht dieses Buch besonders. Zwischen Rentenbeginn, alten Wünschen und der Sehnsucht nach einem vertrauten Ort entsteht eine Geschichte, die oft zum Schmunzeln bringt und dabei trotzdem leise Themen anspricht.
Marie möchte zurück nach Köln, doch ihr Mann Willi sieht vieles deutlich nüchterner. Aus diesem Gegensatz entstehen immer wieder Szenen, die humorvoll sind und gleichzeitig zeigen, wie unterschiedlich Vorstellungen vom Älterwerden sein können. Die Wortwechsel wirken lebendig und manchmal herrlich stur. Gerade das macht sie glaubhaft.
Mit Kurt kommt neue Bewegung hinein. Auch die Kneipe und selbst der kleine Igel sind weit mehr als bloße Nebensachen. Sie verändern Stimmungen, bringen neue Gedanken ins Spiel und sorgen dafür, dass eingefahrene Wege plötzlich nicht mehr ganz so fest wirken. Diese kleinen Einfälle geben der Geschichte etwas Eigenes.
Beim Lesen entsteht nach und nach das Gefühl, Menschen zu begleiten, die ihre Macken haben, an Gewohntem festhalten und trotzdem noch Träume mit sich tragen. Das wirkt angenehm bodenständig. Die Geschichte bleibt leicht, ohne belanglos zu werden, und verbindet Humor immer wieder mit ruhigeren Momenten.
Besonders schön ist, dass nicht große Ereignisse im Mittelpunkt stehen. Viel wichtiger sind die Figuren, ihre Gespräche und die Frage, ob Wünsche irgendwann zu spät kommen oder vielleicht eben doch nicht. Dadurch fühlt sich vieles nah am Alltag an.
Am Ende bleibt ein warmer, humorvoller Roman mit kölschem Gefühl, liebenswerten Figuren und der Erinnerung daran, dass Veränderungen auch später im Leben noch möglich sind. Dafür gebe ich sehr gerne 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Rezension zu:
Was lange verborgen blieb
von Shilo, 8. Juni 2026

Lange Zeit scheint Rosa mit ihrer Vergangenheit Frieden geschlossen zu haben. Doch ein alter Fund in der Familie bringt Erinnerungen zurück, über die jahrzehntelang geschwiegen wurde. Ab diesem Moment drängt sich die Frage auf, was damals geschehen ist und weshalb die Wahrheit so lange verborgen blieb.
Die Geschichte wechselt zwischen der Gegenwart und den Jahren des Zweiten Weltkriegs in Italien. Gerade diese Rückblicke haben die meiste Spannung erzeugt. Stück für Stück wird klar, in welcher Lage Rosa damals war und warum eine Entscheidung aus dieser Zeit ihr ganzes weiteres Leben geprägt hat.
Besonders gut gefallen haben mir die Szenen an der Amalfiküste. Der Garten, den Rosa über viele Jahre gepflegt hat, ist eng mit ihren Erinnerungen verbunden. Dadurch entsteht eine ruhige Stimmung, die sich durch das ganze Buch zieht. Vieles wird nicht direkt ausgesprochen, sondern zeigt sich erst nach und nach in Gesprächen und Erinnerungen.
Die Figuren wirken dabei angenehm menschlich. Niemand ist nur gut oder nur schlecht. Gerade Rosa macht Fehler, trägt Schuld mit sich herum und versucht trotzdem, ihren Weg zu finden. Das hat sie für mich greifbar gemacht.
Nicht ganz überzeugt hat das Erzähltempo. Vor allem in der Mitte wiederholen sich manche Gedanken und Erinnerungen etwas zu oft. Dadurch verliert die Geschichte zeitweise an Schwung. Auch einige Entwicklungen waren früh zu erahnen.
Trotzdem blieb das Interesse bis zum Schluss erhalten. Vor allem die Verknüpfung von Familiengeschichte und Vergangenheit hat dafür gesorgt, dass die Geschichte nicht einfach nur erzählt wird, sondern Fragen aufwirft. Was hätte man selbst getan? Wie lange kann ein Geheimnis verborgen bleiben? Und was passiert, wenn die Wahrheit schließlich doch ans Licht kommt?
Am Ende bleibt ein Roman, der eher leise Töne anschlägt und gerade dadurch wirkt. Keine Geschichte voller großer Wendungen, sondern eine über Menschen, Erinnerungen und Entscheidungen, die noch Jahrzehnte später ihre Spuren hinterlassen.
4 Sterne und eine Leseempfehlung.

Rezension zu:
Bewegend, aber stellenweise etwas distanziert
von Shilo, 6. Juni 2026

Zwischen den Frauen dieser Familie liegt viel Nähe, aber auch vieles, das nie offen ausgesprochen wird. Gerade diese stillen Spannungen geben der Geschichte eine besondere Stimmung. Manche Szenen wirken nah und ehrlich, andere bleiben dagegen etwas auf Distanz. Dadurch entsteht beim Lesen ein gemischtes Gefühl aus Interesse, Mitgefühl und gelegentlicher Ernüchterung.
Besonders eindrücklich sind die Passagen über das Leben der Frauen in verschiedenen Zeiten. Der Verlust der Männer durch die Kriege, die Erwartungen an Töchter und Mütter und später auch der Konflikt um ein uneheliches schwarzes Kind zeigen deutlich, wie sehr Herkunft und gesellschaftliche Vorstellungen ein Leben prägen können. Dabei wird nie laut erzählt, sondern eher ruhig und beobachtend.
Gleichzeitig zieht sich das Buch stellenweise spürbar in die Länge. Einige Gedanken und familiäre Spannungen wiederholen sich, wodurch der Lesefluss manchmal stockt. Manche Figuren bleiben emotional schwer greifbar, obwohl ihre Geschichte eigentlich viel Stoff für Nähe bietet. Gerade im Mittelteil fehlte dadurch stellenweise die Verbindung zu einzelnen Entscheidungen und Reaktionen.
Trotzdem hat das Buch starke Momente. Vor allem die Mischung aus Familiengeschichte und deutscher Vergangenheit wirkt gut recherchiert und glaubwürdig. Es entsteht das Bild mehrerer Frauen, die auf sehr unterschiedliche Weise versuchen, ihren Platz im Leben zu finden. Nicht jede Szene berührt gleich stark, aber manche bleiben lange im Kopf.
Insgesamt ist es ein ruhiger Roman mit ernsten Themen und vielen familiären Brüchen. Nicht alles konnte mich emotional vollständig erreichen, doch die Geschichte hinterlässt dennoch Eindruck und zeigt, wie lange Konflikte und Verletzungen innerhalb einer Familie weiterwirken können.
3 Sterne

Rezension zu:
Eine besondere Reise ins Jahr 1910
von Shilo, 4. Juni 2026

Die Karolinenhöhe ist kein Ort, an dem alles seinen gewohnten Gang geht. Schon kurz nach Idas Ankunft wird deutlich, dass hier andere Vorstellungen vom Leben gelten als in der Welt, die sie aus Berlin kennt. Für sie beginnt ein neuer Abschnitt, der viele Veränderungen mit sich bringt.
Die junge Krankenschwester kommt aus einfachen Verhältnissen und möchte sich etwas Eigenes aufbauen. Dabei läuft nicht alles geradlinig. Gerade das macht ihre Geschichte so glaubwürdig. Ida muss Entscheidungen treffen, zweifelt, macht Fehler und sucht ihren Platz in einer Umgebung, die ihr zunächst fremd erscheint.
Die Naturheilanstalt auf der Karolinenhöhe hat beim Lesen schnell mein Interesse geweckt. Die dort vertretenen Ideen unterscheiden sich deutlich von dem, was damals als selbstverständlich galt. Vieles wirkt aus heutiger Sicht ungewohnt, manches erstaunlich modern. Dadurch hebt sich das Buch angenehm von vielen anderen historischen Romanen ab.
Sehr gelungen sind die Einblicke in das Leben jener Zeit. Ob in der Anstalt oder in Baden-Baden selbst, überall zeigen sich die Unterschiede zwischen gesellschaftlichen Erwartungen und dem Wunsch nach persönlicher Freiheit. Ohne lange Erklärungen entsteht nach und nach ein lebendiges Bild der Jahre vor dem Ersten Weltkrieg.
Auch die Menschen, denen Ida begegnet, tragen die Geschichte. Einige wachsen schnell ans Herz, andere sorgen für Konflikte. Besonders spannend ist dabei die Frage, welchen Weg Ida für sich wählen wird. Ihre Beziehung zu Carl spielt eine wichtige Rolle, drängt sich aber nie zu sehr in den Vordergrund.
Großen Eindruck hat bei mir hinterlassen, wie selbstverständlich die damaligen Grenzen für Frauen dargestellt wurden. Viele Möglichkeiten, die heute normal erscheinen, waren damals keineswegs selbstverständlich. Genau deshalb wirken Idas Wünsche und Hoffnungen umso nachvollziehbarer.
Das Buch erzählt seine Geschichte ohne Hast. Statt großer Überraschungen stehen die Figuren und ihr Alltag im Mittelpunkt. Dadurch entsteht eine ruhige Atmosphäre, die gut zur Handlung passt.
Zurück bleibt ein Roman mit einem besonderen Schauplatz, interessanten historischen Einblicken und einer Hauptfigur, deren Weg gerne begleitet wurde. Die Geschichte wirkt stimmig, authentisch und bleibt auch nach der letzten Seite noch eine Weile im Kopf. 5 Sterne.

Rezension zu:
Sehr lesenswert
von Shilo, 3. Juni 2026

Ein alter Verdacht, ein berühmter Name und viele offene Fragen. Mehr braucht es nicht, um neugierig zu werden. Und genau daraus entwickelt sich diese Geschichte.
Im Buch geht es um die Vermutung, ob Hans Christian Andersen mit dem dänischen Königshaus verbunden war. Sicher ist das nie geklärt worden. Genau dieses offene Thema zieht sich durch alles hindurch und macht die Handlung interessant.
Die Erzählweise bleibt ruhig. Vieles läuft eher leise ab, ohne große Zuspitzungen. Man bekommt ein Gefühl für die Zeit und die Menschen darin, ohne dass lange Erklärungen nötig sind.
Immer wieder geht es um die Frage, was wirklich stimmt und was vielleicht nur überliefert wurde. Das wirkt nicht künstlich aufgebaut, sondern eher wie ein langsames Zusammenfügen von einzelnen Gedanken und Spuren. Und das hält die Geschichte in Bewegung.
Die Figuren sind nah an der Zeit angelegt und wirken nicht überzeichnet. Manche Schicksale bleiben hängen, gerade weil sie nicht dramatisch ausgeschmückt werden.
Die Sprache ist schlicht gehalten. Keine komplizierten Wendungen, alles bleibt gut lesbar und klar.
Am Ende bleibt eine Geschichte, die nicht alles auflöst. Es geht mehr um die Möglichkeit einer anderen Wahrheit als um eine endgültige Antwort. Dafür gebe ich sehr gern 5 Sterne.

Rezension zu:
Menschlich und berührend
von Shilo, 2. Juni 2026

Manche Geschichten leben nicht von großen Ereignissen, sondern von Menschen, die sich unerwartet begegnen. Genau das macht diesen Roman aus. Die Handlung entwickelt sich in ruhigem Tempo und zeigt, wie aus einer spontanen Entscheidung nach und nach etwas entsteht, das zwei Leben verändert.
Addie arbeitet nach vielen Jahren bei Armee und Polizei als Sicherheitskraft in einem Mietlager. Dort trifft sie auf den obdachlosen Jugendlichen Jonathan und bietet ihm einen Platz in ihrem Gartenschuppen an. Aus dieser ungewöhnlichen Situation entwickelt sich eine Verbindung, die beiden neuen Halt gibt. Dabei geht es um Vertrauen, um alte Belastungen und darum, wieder offen für das Leben zu werden.
Die Figuren wirken über weite Strecken glaubwürdig. Addie trägt vieles mit sich herum und hält andere Menschen lieber auf Abstand. Jonathan bringt nach und nach Veränderungen in ihr Leben, ohne dass dies übertrieben oder konstruiert wirkt. Gerade diese ruhige Entwicklung macht einen großen Teil des Reizes der Geschichte aus.
Vieles spielt sich in den kleinen Szenen des Alltags ab. Während Jonathan sich um den verwilderten Garten kümmert, verändert sich auch das Miteinander der beiden. Die Autorin beschreibt solche Momente einfach und unaufgeregt. Dadurch entstehen viele Situationen, die nachvollziehbar wirken und der Geschichte eine angenehme Nähe verleihen.
Das Buch spricht Themen an, die viele Menschen kennen. Einsamkeit, Verlust, Hoffnung und die Frage, ob ein Neuanfang noch möglich ist, ziehen sich durch die Handlung. Dabei wird nichts unnötig dramatisiert. Gerade diese zurückhaltende Art hat das Lesen angenehm gemacht.
Nicht alles konnte mich gleichermaßen fesseln. Einige Entwicklungen sind recht früh absehbar, und manche Abschnitte hätten etwas kürzer ausfallen dürfen. Dadurch verliert die Geschichte stellenweise etwas an Schwung. Für Leserinnen und Leser, die ruhige Romane mit Schwerpunkt auf zwischenmenschlichen Beziehungen mögen, dürfte das jedoch kaum ins Gewicht fallen.
Am Ende bleibt vor allem der Eindruck einer warmen und menschlichen Geschichte. Sie zeigt, dass manchmal schon eine einzige Begegnung genügt, um eine neue Richtung einzuschlagen. Auch wenn nicht jede Szene gleich stark ist, bietet der Roman viele schöne Momente und eine Botschaft, die lange nachwirkt.
Ein lesenswertes Buch über Vertrauen, Mitgefühl und die Chance, noch einmal neu anzufangen. Sehr gute 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

Rezension zu:
Eine starke Fortsetzung
von Shilo, 2. Juni 2026

Manchmal bleiben Geschichten vor allem durch ihre Figuren im Kopf. Genau das passiert hier mit Renate, die wieder mitten in einem Leben steckt, das kaum ruhige Momente lässt. Beruf, Entscheidungen, Druck von außen, alles mischt sich durcheinander und wirkt trotzdem nicht überladen.
In der Klinik zeigt sich schnell, wie hart der Alltag für sie ist. Vieles läuft nicht fair ab, manches sogar ziemlich verletzend. Trotzdem bleibt sie bei den Patientinnen und versucht, ihren Weg nicht aus den Augen zu verlieren. Das wirkt oft leise, aber sehr konsequent.
Dann gibt es diese Konflikte im Hintergrund, besonders mit dem Vorgesetzten, die immer wieder Unruhe reinbringen. Nicht alles ist angenehm zu lesen, aber genau das macht es greifbar. Es gibt Stellen, an denen man automatisch weiterliest, weil man wissen will, wie sich das Ganze noch dreht.
Und dann ist da noch diese Frage nach dem Weg in die Zukunft. Amerika steht plötzlich im Raum, nicht als Nebensache, sondern als echte Möglichkeit. Das verändert die Stimmung in der ganzen Geschichte ein Stück weit, auch wenn nicht alles sofort entschieden wird.
Viel hängt an den Menschen selbst. Sie wirken nicht perfekt, eher echt und manchmal auch widersprüchlich. Genau dadurch trägt die Geschichte, ohne dass sie künstlich wirkt oder zu glatt wird.
Insgesamt ist auch dieser dritte Band eine gelungene Fortsetzung der Reihe. Die Verbindung aus persönlichen Herausforderungen, beruflichen Konflikten und den Veränderungen einer bewegten Zeit trägt die Geschichte bis zum Schluss. Renates Entwicklung bleibt interessant, und ihre Entscheidungen geben der Handlung zusätzlich Tiefe. Nach der letzten Seite bleibt vor allem der Eindruck einer starken Frau, die ihren eigenen Weg sucht und sich dabei nicht so leicht entmutigen lässt.
Am Ende bleibt ein ruhiger, aber starker Eindruck. Kein dramatischer Abschluss, eher dieses Gefühl, eine Entwicklung begleitet zu haben, die noch nicht zu Ende ist. 5 Sterne und eine Leseempfehlung.

Rezension zu:
Eine Geschichte mit Herz
von Shilo, 1. Juni 2026

Manche Geschichten leben nicht von großen Überraschungen, sondern von den Menschen, die sie erzählen. Genauso ist dieser Roman. Die Seiten begleiten Charlie zurück an einen Ort, den sie längst hinter sich lassen wollte, der sie aber nie ganz losgelassen hat. Zwischen einer kleinen Buchhandlung, alten Erinnerungen und ungeklärten Gefühlen entsteht eine ruhige, warme Geschichte, die von Freundschaft, Verlust und der Frage erzählt, ob man der eigenen Vergangenheit wirklich entkommen kann.
Bücher spielen von Anfang bis Ende eine wichtige Rolle. Die Buchhandlung ist dabei weit mehr als nur ein Ort der Handlung. Hier treffen Erinnerungen auf neue Möglichkeiten, und viele der schönsten Momente des Romans sind mit diesem besonderen Platz verbunden. Dadurch entsteht eine Stimmung, die zum Verweilen einlädt.
Charlie und August kennen sich seit ihrer Kindheit. Nach und nach wird deutlich, was zwischen ihnen geschehen ist und weshalb die Vergangenheit noch immer nachwirkt. Die Rückblicke auf die gemeinsamen Sommer fügen sich unauffällig in die Handlung ein und geben den Figuren zusätzliche Tiefe.
Charlie macht nicht immer alles richtig. Gerade das macht sie glaubwürdig. Manche Entscheidungen sorgen für Kopfschütteln, andere lassen verstehen, warum sie so lange auf Abstand gegangen ist. Auch August bleibt angenehm vielschichtig. Er wird nicht als perfekter Held dargestellt, sondern als Mensch mit eigenen Erfahrungen und Verletzungen. Das macht die Beziehung der beiden greifbar.
Liberty Beach entwickelt schnell seinen eigenen Reiz. Die Nähe zum Meer, vertraute Orte aus Kindertagen und die kleine Buchhandlung sorgen dafür, dass die Kulisse lebendig wirkt. Immer wieder entstehen Szenen, die ruhig erzählt sind und gerade deshalb lange im Gedächtnis bleiben.
Neben der Liebesgeschichte geht es auch um Verlust, Schuldgefühle und die Folgen früherer Entscheidungen. Trotzdem wirkt das Buch nie bedrückend. Zwischen den ernsteren Momenten bleibt genug Raum für Hoffnung und die Möglichkeit, einen neuen Anfang zu wagen. Dass sich manche Entwicklungen früh erahnen lassen, hat dabei kaum gestört. Wichtiger waren die Entwicklung der Figuren und die Frage, welchen Weg sie am Ende einschlagen würden.
Besonders in der zweiten Hälfte entfaltet die Geschichte ihre stärkste Wirkung. Die Figuren setzen sich mit Dingen auseinander, die lange unausgesprochen geblieben sind. Dadurch entstehen einige emotionale Momente, die nicht übertrieben wirken, sondern einfach zur Geschichte passen.
„Kein Sommer ohne August“ verbindet Freundschaft, Liebe und das Wiederfinden eines lange verlorenen Zuhauses zu einer stimmigen Geschichte. Die Figuren begleiten einen noch eine Weile über das Ende hinaus, und die besondere Atmosphäre rund um die Buchhandlung macht den Roman zusätzlich lesenswert. Eine Geschichte, die ruhig erzählt wird und gerade damit überzeugt. Dafür vergebe ich sehr gerne 5 Sterne.

Rezension zu:
Atmosphärischer Auftakt einer historischen Dilogie
von Shilo, 1. Juni 2026

England im Jahr 1861. Vivian stammt aus einer adligen Familie und verliebt sich ausgerechnet in Ross, den Stallmeister ihres Vaters. Gemeinsam fliehen sie nach Kanada, voller Hoffnung auf ein freies und besseres Leben. Auf der langen Überfahrt begegnen sie Colleen, die ebenfalls vor ihrem alten Leben davonläuft und ihre Zukunft viel vorsichtiger plant als die beiden. Schon diese ersten Kapitel zeigen, wie unterschiedlich die drei Figuren sind. Gerade das machte neugierig auf ihren weiteren Weg und sorgte schnell dafür, dass die Geschichte lebendig wirkte.
Sarah Lark erzählt die Reise nach Kanada ruhig und sehr anschaulich. Die Hoffnung auf Gold und ein besseres Leben zieht sich durch das ganze Buch, doch schnell wird klar, dass die Wirklichkeit oft härter ist als die eigenen Träume. Besonders die Zeit rund um den Weg zu den Goldfeldern in British Columbia wirkt glaubwürdig beschrieben und macht deutlich, wie gefährlich und unsicher dieses Leben damals war.
Gut gefallen hat mir vor allem, dass die Figuren nicht perfekt wirken. Vivian handelt manchmal unüberlegt, während Colleen vieles vorsichtiger angeht. Gerade dadurch fühlen sich ihre Sorgen, Hoffnungen und Enttäuschungen echt an. Manche Szenen wirken still und nachdenklich, andere wieder spannend oder bedrückend. Dadurch bleibt die Geschichte abwechslungsreich, ohne überladen zu sein.
Auch die Landschaften und das raue Leben in Kanada werden mit einfachen, klaren Bildern beschrieben. Beim Lesen entsteht oft das Gefühl, selbst mit den Figuren unterwegs zu sein. Gleichzeitig verliert sich die Geschichte nicht in langen Beschreibungen, sondern bleibt angenehm flüssig.
Besonders gelungen ist die Verbindung aus historischen Ereignissen, Abenteuer und persönlichen Schicksalen. Dabei steht nicht nur die Liebe im Mittelpunkt, sondern auch die Frage, wie viel Kraft ein Neuanfang verlangt. Dass der Roman auf realen historischen Geschehnissen basiert, macht vieles noch greifbarer.
Dieser erste Band der Dilogie bietet eine spannende Mischung aus historischem Roman, Reisegeschichte und Familiendrama. Nicht jede Entwicklung ist überraschend, doch die Figuren und die Atmosphäre sorgen dafür, dass das Buch bis zum Ende interessant bleibt. Ein gefühlvoller Roman über Hoffnung, Mut und den Wunsch nach einem besseren Leben, der neugierig auf die Fortsetzung macht. 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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