Thriller auf höchstem Niveau
von Zaubermasu / Sandra Hennig, 28. Juli 2026
Ich mag die Bücher von Karin Slaughter sehr – temporeich, spannend; all das, was einen guter Thriller ausmacht. Der erste Teil der North Falls Reihe hat mich schon sehr begeistert, weil Sheriff Emmy Clifton und ihre *Polizistenfamilie* einfach einen ganz großen Reiz dieser Reihe ausmacht, aber auch der Fall war psychologisch und hat so eine tolle Atmosphäre verbreitet. Nun war ich dementsprechend gespannt, auf Tödliches Verderben und bin direkt mit dem Lesen gestartet :
Emmy sieht sich mit dem Fall einer ermordeten Polizistin konfrontiert und der bringt sie an ihre Grenzen : nicht nur, dass sie immer noch unter dem Tod ihres Vaters leidet, nun hat sie auch gerade ihre Mutter zu Grabe getragen. Ihre totgeglaubte Schwester Jude mischt das Familienleben auf und wird gleichzeitig für Emmy eine große Hilfe bei ihrem Fall.
Das Familienkonstrukt der Cliftons ist so toll von Karin Slaughter dargestellt – das ist so authentisch und reißt mich total mit. Sehr gefallen hat mir, dass Emmys Schwester Jude hier mitgemischt hat und Emmy in dem Fall zur Seite steht, obwohl deren persönliche Verbindung schwieriger Natur ist.
Der Fall ist komplex und wird mit einem ziemlich hohen Spannungsbogen von Karen Slaughter geschrieben, was zur Folge hatte, dass ich das Buch kaum aus der Hand legen konnte.
Für mich ist Karin Slaughter eine Meisterin des Thrillers und das hat sie dieses Mal aufs Neue bewiesen : ein Thriller der mitreißt und dessen Atmosphäre den Leser / die Leserin einfach nicht mehr los lässt.
Ein absolutes Highlight und von mir gibt es dafür eine absolute Empfehlung !
Das Buch Tödliches Verderben – North Falls 2 von Karin Slaughter ist am 28. Julia 2026 bei Harper Collins erschienen.
Rezension zu:
Spannender und unblutiger Provence Krimi
von Ameland, 28. Juli 2026
In einer Steinhütte im Luberon wird eine tote Frau gefunden, die vor kurzem ein Kind geboren hat. Seine Ermittlungen führen Capitaine Malbec zu und in die bekannten Ockerbrüche von Roussilon.
Ich mag diese Krimi-Reihe, die mich in die schöne Landschaft der Provence entführt. Da die Krimis unblutig sind, kann ich zwischen den Ermittlungen und neuen Erkenntnissen die landschaftlichen und auch die kulinarischen Beschreibungen genießen. Stellenweise liest sich das Buch wie ein Reiseführer, was nicht zuletzt daran liegt, dass Ralf Nestmeyer Reisebuchautor für Frankreich ist und sich in der Provence bestens auskennt.
Wer jetzt glaubt, der Krimi sei langweilig, der irrt sich gewaltig. Es hat fast bis zum dramatischen Ende gedauert bis ich dem Mörder auf die Spur kam. Auch die eingeschobenen Kapitel mit den Gedanken und Beweggründen des Täters waren diesbezüglich wenig hilfreich, haben mir aber gefallen.
Capitaine Malbec arbeitet mit einem engagierten Team zusammen, das ihn tatkräftig unterstützt. Das ist auch notwendig, da er gleichzeitig zwei Frauen liebt und diese Beziehungen neben den Ermittlungen nicht vernachlässigen möchte. Leider hat er trotzdem immer noch Zeit äußerst schmackhafte Speisen zu sich zu nehmen. Leider, weil mir allein die Beschreibungen beim Lesen das Wasser im Mund zusammenlaufen ließen.
In Sachen Klima ist das Buch topaktuell, denn die Provence ächzt unter der Trockenheit und einer Hitzewelle, überall droht Waldbrandgefahr. Während meiner Lektüre brennt es in diesem Jahr schon an diversen Stellen in Frankreich.
Rezension zu:
Erkenne dich selbst?
von HEYN Leserunde, Manfred Kohl, 28. Juli 2026
Seebauers Roman surft schon erfolgreich durch die Medien - Gut für den Verkauf, aber das Marketing verspricht mehr als das Buch hält.
Ja, schnörkellose und leicht lesbare Prosa.
Ja, originelle Geschichte mit feinem Humor.
Am Anfang kippt man in die Geschichte hinein, aber sie verliert dann an Spannung, wird fad und versucht dann am Ende mit "memento mori" einen überraschenden Effekt.
Was bleibt? Was nimmt man mit?........
Rezension zu:
Unterhaltsam und informativ
von manda, 28. Juli 2026
Der Autor beschreibt seine lebenslange Sehnsucht nach einem Leben in den Vereinigten Staaten nach seinem Jahresaufenthalt in Kalifornien als Teenager, und später speziell nach New York. Mit einer Green Card ausgestattet, wagt der Illustrator irgendwann voller Erwartungen den Sprung über den großen Teich. Nur um bald herb enttäuscht zu werden, weil mit der Zeit mehr oder weniger alle seine Erwartungen samt und sonders zu Bruch gehen.
Lakonisch schildert Oliver Weiss die sprichwörtliche Oberflächlichkeit der Amerikaner, die ja jeder irgendwie kennt, der schon mal in den USA gewesen ist; weniger bekannt, speziell in der angeblich so großartigen Stadt NYC, sind für mich die eindrücklichen Schilderungen der prekären Wohnverhältnisse mit Tag und Nacht die Musik laut aufdrehenden Nachbarn - und das für Mieten, die ein Vielfaches solcher Kosten in Berlin betragen. Aber auch die Großkotzigkeit seiner amerikansichen Künstlerkollegen beginnt an seinen Nerven zu zerren, ebenso wie ihr Beharren darauf, dass man sich im Land der angeblich "unbegrenzten Möglichkeiten" als Zeichner nicht etwa frei entfalten dürfe, sondenr sich im Gegenteil aus Gründen des "Brandings" einschränken müsse – was sich jedem künstlerisch Aktiven (wie mir selbst) doch eigentlich als unzumutbar gelten soltle. Doch seine Kollegen haben sich damit arrangiert.
In der Sache hart, im Stil jedoch äußerst unterhaltsam, schildert der Autor seinen Weg in die Abgründe der Stadt und des neuen Heimatlandes - und spürt bald, dass er hier nicht reinpasst. Erinnert im Stil an die Leichtfüßigkeit von Max Goldt oder Maxim Biller, aber auch Florian Illies fällt mir hier ein (besonders mit seinem hervorragenden, kaum bekannten Buch "Ortsgespräch").
Rezension zu:
Schwierige Beziehungen
von peedee, 28. Juli 2026
Was macht man, wenn man Tochter einer berühmten Hollywood-Familie ist? Entweder mischt man bei diesem Zirkus ebenfalls mit oder zieht sich vollkommen zurück. Colette „Coco“ Barrington hat sich für den Rückzug entschieden und lebt als Hundeausführerin in Bolinas, Nordkalifornien. Ihre Mutter und Schwester meinen, sie sei ein Hippie und verschwende ihr Leben. Als sie auf Hund und Haus ihrer Schwester Jane aufpasst, lernt sie Leslie Baxter – den berühmten Schauspieler – kennen, der vorübergehend bei Jane wohnt. Sie fühlen sich gleich zueinander hingezogen. Doch dies hat keine Zukunft, oder?
Erster Eindruck: Ein stimmungsvolles Cover – gefällt mir sehr gut.
Die Originalausgabe erschien 2009 unter dem Titel „One Day at a Time“.
Coco hat mir gefallen. Sie hat ihren Weg gefunden und liebt ihr Leben mit ihrem Hund am Strand von Bolinas. Ihr ist bewusst, dass sie den Job als Hundeausführerin nicht ewig machen kann und wird, aber im Moment ist es das Richtige für sie – und erst noch lukrativ. Jane, ihre Schwester, ist eine berühmte Filmemacherin, und hält überhaupt nichts von Cocos Leben. Sie sei eine Versagerin. Das denkt wohl auch die Mutter, eine berühmte Bestsellerautorin. Oje, das ist ja ein sehr ermutigendes Umfeld! Nein, ernsthaft, das fand ich so abschätzig, wie sich die beiden Frauen benommen haben. Nur was sie sagen, zählt etwas! Leslie Baxter findet für einige Zeit Unterschlupf in Janes Haus. Er muss sich vor seiner verrückten Ex-Freundin verstecken. Als berühmter Schauspieler hat er schon einige Marotten und Verrücktheiten erlebt, aber nicht so etwas wie mit seiner Ex-Freundin. Coco ist ganz anders als alle Frauen, die er bisher kennengelernt hat. Sie kennt den Hollywood-Zirkus, ist aber nicht beeindruckt.
Ich habe schon viele Bücher von Danielle Steel gelesen. Für mich ist das vorliegende Buch eines der schwächeren Werke. Warum? Lange Zeit war es ruhig, wirklich sehr ruhig. Fast drei Viertel des Buches gab es Liebeteuerungen „en masse“. Und dann immer wieder: „Sie liebten sich“; „Sie liebten sich erneut“; gefolgt von „Sie liebten sich nochmals“. Nun ja, das Romantikerherz findet eine funktionierende Beziehung durchaus schön, aber mit der Zeit fand ich dies sehr ermüdend. Denn abgesehen davon, dass sich Coco und Leslie von der Aussenwelt abschotteten, passierte einfach nichts. Und ich meine nichts. Im letzten Viertel kam dann – zum Glück – noch Schwung in die Geschichte. Und nur aufgrund dieses letzten Viertels kann ich nun 3 Sterne vergeben.
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Nicht jeder Plot Twist überzeugt
von Verena, 28. Juli 2026
Wie so ziemlich alle habe auch ich den Hype-Roman 2026 gelesen: Yesteryear.
Irgendwann letztes Jahr habe ich zum ersten Mal von dem Roman gehört: Eine Tradwife-Influencerin wacht plötzlich in der Vergangenheit auf und muss das Leben führen, das sie online glorifiziert und mit dem sie jede Menge Geld verdient. Ich hab’s natürlich sofort vorbestellt.
Als die ersten Rezensionen erschienen, hatte ich das Gefühl, dass sich die Leser:innen in drei große Gruppen aufteilen: Menschen mit offensichtlich evangelikalem (oder anderweitig sehr konservativ religiösem) Hintergrund, die behaupten, an dem Buch sei einfach alles falsch; diejenigen, die sich dem Hype komplett angeschlossen haben; und die Enttäuschten. Ich gehöre zur letzten Gruppe.
Dass ich die Protagonistin furchtbar finden würde, war von Anfang an klar. Das war beim Konzept des Romans klar und für mich überhaupt kein Problem. Mein Problem war der große Plot Twist.
VORSICHT SPOILER
Ich mag es überhaupt nicht, wenn Romane psychische Erkrankungen oder psychische Probleme als großen Plot Twist nutzen, um zu erklären, warum Figuren so handeln, wie sie handeln. Im Fall von Yesteryear ist dieser Twist für mich nicht nur fragwürdig, sondern untergräbt auch das, was die Geschichte ursprünglich verspricht: Eine Tradwife Influencerin, die plötzlich das Leben führen muss, das sie selbst predigt.
Viele Leser:innen haben schon darüber diskutiert, dass Tradwives ein Produkt des Patriarchats sind und, aus einer übergeordneten Perspektive, ebenfalls dessen Opfer sind. Dem stimme ich vollkommen zu.
Aber! Die Art und Weise, wie der Roman den Plot Twist nutzt, nimmt Natalie jegliche Eigenverantwortung. Ja, sie wurde in einer restriktiven Religion erzogen und ihre Kindheit und ihr Umfeld haben sie geprägt. Trotzdem trifft sie bewusst die Entscheidung, genau dieses Leben zu führen. Und vor allem ermutigt sie andere (für Geld), dieses Leben zu führen (nur halt ohne das Geld, das sie verdient).
Der Plot Twist nimmt ihr diese Verantwortung wieder ab. Für mich war das der einfachste und zugleich unbefriedigendste Weg, sich mit Tradwives, dem Patriarchat und der Rolle von Frauen darin auseinanderzusetzen. Es wirkte fast so, als wollte die Autorin niemanden (Menschen mit ähnlichen religiösen Überzeugungen wie Natalie, also die Zielgruppe echter Tradwife-Influencerinnen) nicht gegen sich aufbringen. Ich habe mehr erwartet von Yesteryear.
Auf die Verfilmung freue ich mich trotzdem.
Rezension zu:
Ihr heutiges Horoskop: Fake-Dating könnte zu unerwarteten Nebenwirkungen führen
von C. P., 28. Juli 2026
Es ist aus! Brian macht mit Stella Schluss. Sie würde ihn nur ausbremsen, sagt er, das hat ihm schließlich auch Dr. Love in ihrer Kolumne bestätigt. Kurzerhand macht Stella besagte Dr. Love ausfindig, sie soll dafür sorgen, dass Brian sich umentscheidet und zu Stella zurückkehrt. Schließlich sind die beiden doch wie füreinander bestimmt. Nur dass sich Dr. Love als Stellas grumpy Kollege Rowan entpuppt. Diese Spaßbremse, die ihr ohne mit der Wimper zu zucken den letzten Kaffee in der Zeitungsredaktion wegnimmt.
Stella ist eine wahnsinnig liebenswerte Person. Sie kann sich in andere Leute hineinversetzen, weiß mit Menschen umzugehen und selbst die Hunde, welche sie regelmäßig ausführt, lieben sie. Statt einem Riesenziel vor Augen hat sie ihre vielen kleinen Jobs und Aufgaben, in denen sie völlig aufgeht. Etwas, was ihr Ex nicht versteht, sie stattdessen lieber für seinen selbstverschuldeten Frust verantwortlich macht. Letztendlich, man ahnt es bereits, steht Rowan auf Stella und will, dass sie mehr an sich (oder an ihn) denkt statt es immer nur anderen recht zu machen. Wobei es einen Grund für Stellas Verhalten gibt, welcher im Laufe des Romans deutlich wird.
Auf gewisse Weise ist das Liebesdreieck zunächst recht amüsant: Rowan will Stella, Stella will Brian, Brian will weg. Und irgendwann ändern sich die Prioritäten. Und trotzdem konnte mich Saskias erster Band der New York Love Times nicht ganz so catchen wie ihre sonstigen Romane. Für meinen Geschmack trat die Story zu lange auf der Stelle, enthielt zuviel Füllmaterial, wird vorhersehbar. Das Grundthema, dass Stellas Bedürfnisse stärker gewichtet werden sollten, gefällt mir sehr, nur Rowan wirkte manchmal eher wie ein Mansplainer und hat zuletzt ähnliche Fehler gemacht wie Brian. Das ist einfach nicht so überzeugend, mit dem Finger anklagend auf andere zu zeigen, selbst aber auch nicht besser zu sein. Stellas Umorientierung hin zu Rowan konnte ich da auch nicht so richtig fühlen, egal wie gut er aussieht. Stellas sonstige Charakterentwicklung empfinde ich hingegen als wunderbar gelungen. Und der Humor der Autorin kommt ebenfalls nicht zu kurz.
Interessant sind übrigens auch Marlow und Leto, welche in Band 2 die Hauptrollen übernehmen werden und hier als die besten Freunde von Stella und Rowan auftreten. Zwei Charaktere mit starkem Potential für knisternden Funkenflug.
Im Übrigen heißt die Zeitung, bei welcher Stella und Rowan arbeiten, zwar nicht wirklich New York Love Times sondern Sunset Gazette, doch das Cover ist optisch einfach zauberhaft.
Rezension zu:
Ist ein Frieden für immer möglich?
von rewareni, 28. Juli 2026
Nervös und nicht wissend was sie erwartet, reist die 30 jährige Anna Zaugg, Schweizer Außenministerin und Mutter dreier Kinder, zu ihrer ersten internationalen Friedenskonferenz nach Dubai. Es werden noch 9 weitere in den folgenden Jahren in verschiedenen Stätten
folgen, wo sie schon bald neue Frauen treffen und mit ihnen Freundschaften schließen wird. Es sind die ersten Jahre, wo es keinen Krieg mehr auf der Welt gibt. Ein tödliches Virus, das von Männern erschaffen wurde und dafür gedacht war den Feind zu vernichten, hat nämlich so gut wie alle Jungen und Männer dahin gerafft und plötzlich mussten die Frauen nicht nur ihr eigenes, sondern auch das Leben aller anderen Menschen auf der Welt neu ordnen und strukturieren.
Der Roman ,,Weltfrieden“ zeigt ein Szenario auf, wie es sein könnte, wenn Frauen an der Macht sind. Der Autor Daniel Rose spielt dabei mit den Gedankengängen seiner Leser auf eine ganz besondere Art und Weise.
Es ist eine Geschichte der leisen Worte, wo die Stille zum Nachdenken anregt, da er immer wieder schöne und fast schon philosophisch angehauchte Sätze einfließen lässt, wo man als Leser inne halten und auch für sich selbst Gedanken dabei finden kann, die einen berühren.
Ob oder wie die Welt nur mit Frauen funktionieren kann oder ob sie eine bessere wäre kann man natürlich nicht sagen. Aber in der Geschichte funktioniert es, da für sie alle Menschen gleich sind und jeder wichtig ist. Jedes Kind hat Zugang zur Schulbildung, jede Frau kann das tun was sie gerne möchte, egal ob sie in die Forschung gehen möchte, oder Wissenschaftlerin sein möchte. Dabei hat der Autor auch immer wieder Frauen aus der früheren Geschichte erwähnt, die tatsächlich gelebt haben und die großes geleistet haben, aber deren Erfolge von den Männern nicht anerkannt wurden oder sie im Verborgenen weiter gearbeitet haben.
Der Ablauf der Geschichte mit den 10 Reisen verläuft im Grunde immer nach den selben Schema ab, wo für mich mit der Zeit ein wenig die Konzentration nachgelassen hat. Nach der Eröffnung der Konferenz und einer Rede, treffen sich später die Frauen immer in einer landestypischen Sauna, wo sie den Tag ausklingen lassen. Da hätte ich mir ein wenig Abwechslung gewünscht, dass z.b einmal eine Bergwanderung statt findet oder ein gemeinsames Picknick an einem Waldsee....
Die Geschichten, die die Teilnehmerinnen erzählen sind zumeist berührend und erschütternd, aber sie zeugen davon, dass für niemanden in dieser neuen Welt aufgeben eine Option ist, denn sie wissen, dass sie gemeinsam vieles schaffen können.
Die Gedankengänge von Anna ob ihres Sohnes Jonas gehen einem nahe beim Lesen, da sie ständig damit rechnen muss, dass eines Tages das Virus auch ihm das Leben kosten wird und so genießt sie jeden Augenblick, den sie mit ihm verbringen kann. Dabei schafft es der Autor, dass selbst in traurigen Momenten ein Humor zu spüren ist, der die Geschichte für den Leser leichter macht und man sich einen Weltfrieden nur wünschen kann.
Rezension zu:
Krimi trifft Literatur
von annamichalea, 28. Juli 2026
Mit den typischen Diogenes Covern habe ich lange gehadert, aber in letzter Zeit werden sie immer besser. So finde ich auch dieses Cover sehr gelungen. Die Szene, die Farbgebung und die fehlende action spiegeln auch das Buch sehr gut wider.
Thriller mag ich kaum noch lesen, daher freute ich mich auf einen neuen Kriminalroman. Mehrere Bände sogar, wie sich nach Recherche herausstellte. Dennoch war ich sehr zwiegespalten. Das Buch lässt sich gut lesen, bei manchen Längen musste ich einfache quer lesen. So gibt es einige Seiten, in denen D. C. Smith vor Schülern aus seiner Zeit bei der Drogenfahndung und der Sitte berichtet. Informativ, auch typisch für seinen Charakter, aber langatmig.
Was mir fehlt ist ein gewisser Esprit. Ich möchte einen Kriminalroman, der ohne Blut und ohne extreme Sprache den Leser einfach mitzieht. Dazu fehlt es in diesem Buch an Geschwindigkeit und Witz.
Aber möchte man einen Kriminalroman auf Literaturniveau, dann ist man hier richtig
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Ein Buch, dass sich die Autorin von der Seele schreiben musste.
von annamichalea, 28. Juli 2026
Das Cover wirkt auf mich sachlich distanziert, das kleine Mädchen sehr verzweifelt, der Mann betrachtet es wohl Anhängsel. Nichts in der Körpersprache des Mannes weist darauf hin, dass er das Kind überhaupt wahrnimmt. Ich frage mich zwangsläufig, wer hat das Foto aufgenommen?
Schon an der Widmung erkennt der Leser Sonya Walger hat das Buch auch für ihre Kinder geschrieben. Nur wer mit seinen Eltern im Reinen ist, kann das auch mit den Kindern sein.
Wie wichtig ihr das Buch ist sieht man auch daran, dass sie es gegen den Willen der Mutter, die sie sehr wertschätzt, veröffentlicht. Geschrieben wohl auch in der Zeit der Coronabeschränkungen, zumindest die Idee ließ sich da eher umsetzen.
Zuerst dachte ich der Schreibstil, der wie eine Aufzählung auf mich wirkt, sei dem geschuldet, dass sie über die Vergangenheit ihrer Eltern nur aus Erzählung darüber schreiben kann. Quasi die Bausteine zusammen setzt. Aber sie behält es durchgehend bei, was mir nicht gut gefällt. Das Lesen emfpinde ich von Sprachbild eher mühsam. Inhaltlich ist es schon interesant und immer wieder kommen Stellen, die mich zum weiterlesen animieren.
Mein Vater erträgt jeden Schmerz, solange es sein eigener ist. Meiner ist ihm unerträglich oder auch der Satz : Wenn wir nicht darüber reden ist es auch nicht passiert.
Eine sehr schwierige Vater Tochter Beziehung, bei der sie sucht und er nicht geben kann.
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