Spannender Krimi
von ytheyrr, 31. Oktober 2026
„Niemals geht man so ganz“ von Andreas Izquierdo ist der zweite Band der Reihe rund um den Trauerredner Mads Madsen. Schon das auffällige orangefarbene Cover hat mich neugierig gemacht. Ich habe den ersten Band nicht gelesen, aber das Cover passt gut zum ersten Band.
Die Geschichte spielt in Glücksburg an der Ostsee. Mads Madsen wird Zeuge, wie eine Frau ins Meer springt. Er versucht die geheimnisvolle letzte Botschaft zu entschlüsseln und stößt dabei auf viele Geheimnisse.
Der Schreibstil gefällt mit gut, Andreas Izquierdo schreibt flüssig und mit viel Humor. Die kurzen Kapitel gefallen mir ebenfalls.
Die Charaktere sind alle sehr sympathisch. Besonders Mads gefällt mir sehr gut.
Für mich ist dieses Buch ein unterhaltsamer, spannender und lustiger Krimi. Auch ohne den ersten Band gelesen zu haben, kann man der Handlung gut folgen. Ich kann das Buch allen empfehlen, die gerne Krimis lesen.
Rezension zu:
Trauer hat viele Gesichter
von askyfullofpages, 30. Oktober 2026
Triggerwarnung: Das Buch behandelt Tod, Trauer und den Verlust der Mutter. Bitte schaut beim Lesen gut auf euch.
Was für eine wundervolle Idee, eine Krähe als Trauerbegleiterin einziehen zu lassen!
Mit „Trauer ist das Ding mit Federn“ ist Max Porter ein außergewöhnliches Buch gelungen. Irgendwo zwischen traurig und herrlich skurril. Eine so vielseitige Geschichte, die berührt, eigenwillig ist und einen zum Schmunzeln bringt.
Ein Papa und seine Söhne haben die Mama verloren. Was macht man, wenn die Wohnung voller Erinnerungen ist? Wenn sich die Welt weiterdreht, obwohl sie für einen selbst stehen geblieben ist, und der Alltag nur mehr unwirklich erscheint?
Plötzlich zieht eine Krähe ein, ein ungebetener Gast. Sie ist laut. Sie ist frech. Sie ist unberechenbar. Und sie hat nicht vor, so schnell wieder auszuziehen. Sie bleibt so lange, wie die Familie sie braucht.
Erzählt wird abwechselnd aus der Perspektive von Dad, den Jungs und der Krähe. Ich habe noch nie so einen Schreibstil gelesen. Er ist ganz eigen. Ungewohnt. Für mich aber sehr gelungen und er hat mir richtig gut gefallen. Das Buch brilliert durch raffinierte Wortspiele und eigensinnige Anspielungen.
Am interessantesten ist natürlich die Krähe. Sie ist ein unglaublich talentierter Tausendsassa. Krawallmacherin. Trösterin. Therapeutin. Für mich persönlich steht sie für die Trauer selbst, die ungefragt einzieht und sich auch nicht so schnell wieder vertreiben lässt. Max Porter beschreibt sie als Freundin, die einen das Unaussprechliche sagen lässt.
Das Buch zeigt, dass jeder auf unterschiedliche Art und Weise trauert. Der Papa verarbeitet die Trauer ganz anders als seine Söhne. Und doch muss jeder für sich den eigenen Weg finden. Trauer kommt in Wellen und ist nie ganz abgeschlossen. Max Porter sagt, Trauer sei so individuell wie ein Fingerabdruck. Das trifft es für mich genau.
Ich glaube, nach einem Verlust ist man nie mehr derselbe Mensch wie davor. Es gibt ein Davor und ein Danach. Da der Tod meiner Mama jetzt ein halbes Jahr her ist, kann ich sagen, dass ich das Buch sehr interessant und absolut lesenswert finde. Bei einem ganz frischen Verlust ist es aber vielleicht noch nicht das Richtige. Mit etwas Abstand kann es dafür umso mehr geben.
Eine ganz klare Leseempfehlung für alle, die außergewöhnliche Bücher lieben und sich mit dem Thema Trauer auf eine ganz neue Art auseinandersetzen möchten.
Vielen herzlichen Dank an Kein & Aber für das Rezensionsexemplar. Meine Meinung bleibt davon wie immer unbeeinflusst.
Rezension zu:
Ein grosses Abenteuer
von peedee, 30. Oktober 2026
Petronella Apfelmus, Band 14: Lea und Luis Kuchenbrand sind ganz aufgeregt, denn ihr Vater nimmt an einem grossen Backwettbewerb teil, der in England stattfindet, und die ganze Familie reist mit. Als Apfelhexe Petronella Apfelmus erfährt, wohin die Kinder fahren, weiss sie, dass sie auch nach England reisen muss, da in der Nähe des Herrenhauses eine furchteinflössende Hexe wohnt. Da schlechtes Wetter ist, kann sie nicht mit ihrem Besen reisen… Ausgezeichnet illustriert von SaBine Büchner.
Erster Eindruck: Wie gewohnt ein detailreich farbig gestalteter Einband und im Innern viele Schwarz-Weiss-Zeichnungen – sehr schön.
Dies ist Band 14 der Reihe, kann aber unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden. Wer aber einmal Fan von Petronella geworden ist, wird auch ihre früheren Abenteuer miterleben wollen.
Die Kuchenbrands werden nach England reisen und dort in einem alten Herrenhaus wohnen. Aufregend! Nicht nur für die Kinder, sondern auch für Petronella. Wieso? Nun ja, sie weiss, dass dort die Hexe Molly Melon wohnt. Und diese ist keine nette Hexe. Nein, überhaupt nicht! Ihre drei Schlangen auf dem Kopf können Mensch und Tier versteinern!
Alarm beim Mühlteich: Es herrscht eine Algenplage! Die Apfelmännchen sind besorgt, dass den Fischen der Sauerstoff ausgeht. Petronella muss sofort ein Elixier brauen, das die Morchelalgen vertreibt. Und danach muss sie dringend für ihre Reise nach England packen. Ihr Freund Lucius, der Hirschkäfer, wird sie begleiten. Es wird für beide ungewohnt sein, denn sie reisen mit dem Flugzeug, und nicht mit dem Besen. Petronellas Schwestern, die Wetterhexen, haben ihr gesagt, dass das Wetter zu schlecht sei. Es ist witzig, wie Lucius sich so verkleinert, dass er als Brosche an Petronellas Bluse angebracht werden kann.
Ein grosses Abenteuer für Gross und Klein. Hach, die Geschichte mit Petronella war wie immer viel zu schnell ausgelesen – 5 Sterne.
Rezension zu:
Eine wundervoll magische, liebevolle und humorvoll-ernste Geschichte
von nessabo, 30. Oktober 2026
Das war ein absoluter Hörgenuss. Lisa Hrdina hat den Figuren ein ganz tolles, authentisches Profil gegeben - ich hätte ihr einfach ewig zuhören können. Durch die fantastische Sprecherin haben die Figuren exakt den mal leicht ulkigen, mal ungefiltert-ernsten Charakter bekommen, der einfach absolut zu ihnen gepasst hat.
Und auch sonst hat Annika Büsing hier ein fantastisches, unterhaltsames Werk mit liebenswerten Figuren, besonderer Sprache und aktueller Thematik geschrieben. Der Sprachstil ist geprägt von einer ungefilterten Schnauze, vor allem zwischen Marie und Magisch. Mir hat das richtig gut gefallen - die Autorin hat sich mit diesem Text ihren Lesenden geöffnet und so hatte ich an keiner Stelle das Gefühl, dass mir der Zugang fehlte.
Was mich vor allem begeistert hat, war neben der liebevollen Figurengestaltung die politische Ebene. Es dreht sich viel um rassistisch „besorgtes“ Gedankengut gerade in ländlichen Gebieten, aber auch um waschechte Nazis, die gewaltvoll gegen andere vorgehen. Maries Bruder Andi ist das schwarze Schaf der Familie und hat explizit auch ihren linken Freund Magisch im Visier.
Die Geschichte ist klar antifaschistisch, zentral geprägt durch Marie und Magisch, aber er lässt auch Raum für die gemischten Gefühle der Protagonistin, die diese angesichts ihres Nazi-Bruders hat. Als ihm ein persönliches Schicksal widerfährt, ist er immer noch ein gewaltbereiter Nazi und das wird auch nicht entschuldigt, aber eben auch ihr am Boden zerstörter Bruder. Die damit einhergehende Zerrissenheit und Trauer war pointiert und greifbar umgesetzt.
Ich fand das einfach sehr gut geschrieben, politisch nicht vereinfachend, aber doch deutlich positioniert. Die Sprache ist mit ihrer Direkt- und Ungehobeltheit vielleicht nicht für alle etwas, aber ich habe sie geliebt. Immer wieder wird auch die Leserin angesprochen, was mir ebenso gut gefallen hat. In die ehrliche, erwachsene Beziehung zwischen Magisch und Marie habe ich mich natürlich auch ein wenig verliebt und sie einfach unglaublich gern begleitet.
Ein ganz toller Roman, der Ernst mit Leichtigkeit, Herzenswärme und Gemeinschaft verbindet - das alles in einem sehr passenden Ruhrpott-Setting. Als Hörbuch perfekte Unterhaltung, aber ich bin mir sicher, dass Annika Büsing auch im geschriebenen Wort abliefert.
Rezension zu:
Tatsächlich … romantisch
von S., 30. Oktober 2026
Den locker- leichten Schreibstil von Abby Jimenez mag ich. Es ist unterhaltsam und amüsant, was sie so über kochunfähige Schwestern, schwiegersohnvernarrte Väter und pubertierende Neffen zu berichten weiß. Man ahnt, wo die Story hinführt und freut sich auf das wie.
Allerdings nicht all zu lange. Es wird übersüss kitschig und ist wohl der Weihnachtszeit geschuldet, dass viel Zuckerguss aufgetragen wird.
Einige originelle Ideen heben die Laune dann doch wieder, die Familien der Protas bieten viel Erstaunliches. Honig herstellende Geisterjäger … .
Abby Jimenezˋ Figuren sind besonders, ungewöhnlich. Aber liebenswert. Die drei beschriebenen Paare haben einige gemeinsame Bezugspunkte, gern würde man die Paare der ersten beiden Erzählungen näher kennenlernen.
In drei Kurzgeschichten mit einigen Illustrationen wird also Weihnachtsstimmung verbreitet. Seelenbalsam.
Wer gern kocht: im Anhang finden sich interessante Rezepte.
Rezension zu:
Beständig
von clematis, 30. Oktober 2026
„Der Baum“ erzählt die Geschichte vom alten Gruber Michel. Schnörkellos und nah am Leben, so wie es nur Tommie Goerz kann.
Melancholisch, nachdenklich, aber ohne Bitterkeit erinnert sich der Michel an früher, daran, was er als Kind, in seiner Jugend, und später als Erwachsener, erlebt hat. Mehr als fünfzig Jahre liegen einschneidende Erlebnisse zurück, holt ihn schlussendlich die Vergangenheit wieder ein. Aber der Michel blickt nicht traurig zurück. Was vorbei ist, ist vorbei, die Erinnerungen leben nicht nur in einer alten Kiste, sondern auch in seinem Gedächtnis und nicht zuletzt in seinem Herzen weiter. Nach außen hin scheint der Wirt ein „gstandenes Mannsbild“ zu sein, wie aber sieht es tief in seinem Inneren wirklich aus? Beständig harrt er an seinem Platze aus, gleich einem Baum, der starke Wurzeln gebildet hat. Das Ende überrascht und erübrigt so manche Frage, die sich zuvor gestellt hat.
Mit seinem einzigartigen, so einfachen, aber gleichzeitig doch so eingehenden und bewegenden Schreibstil überzeugt Tommie Goerz ein weiteres, leider nunmehr letztes Mal. Umso mehr werden seine hervorragenden Werke (Im Tal, Im Schnee, diverse Krimis) im Gedächtnis bleiben. Der Baum, ein großartiger Roman über ein – auf den schnellen Blick – schlichtes Leben, hinter dem so viel mehr steckt. Klare Leseempfehlung für Menschen, die gerne weiter als nur bis zur Fassade blicken wollen.
Rezension zu:
Hexenverfolgung
von Petra, 30. Oktober 2026
Ein Cafe in Schottland, Isobel und Catriona servieren Kaffee, Tee und Tartes mit besonderen Kräutern die das Wohlbefinden steigern. Es fängt gemütlich an, Die Freundinnen sind wie Schwestern und im Grunde sind sie es auch. Denn sie sind weiße Hexen die sich untrennbar verbunden haben. Sie erleben Gefahren durch Hexenjäger und darüber hinaus. Was so friedlich angefangen hat, wird von Seite zu Seite immer düsterer, grausamer und am Ende ist es offen wie die Geschichte weitergeht.
Nirgendwo ist eine Information das es einen zweiten Band geben wird und wann. Das ist enttäuschend denn diese Hexengeschichte hat mir gefallen. zwar waren einige Szenen darin auf die ich hätte verzichten können, aber der Grundgedanke um weiße und schwarze Magie, Jahrhundert jahrealte Rivalitäten, um uralte Traditionen, Verrat und Verbundenheit war gut.
Rezension zu:
Tolle historische Fantasy!
von Cellissima, 30. Oktober 2026
Ich liebe in letzter Zeit cosy fantasy, bin bei "normaler" fantasy aber immer noch sehr schwierig und wählerisch. Hier sprach mich aber der Klappentext an: Die Geschichte spielt nämlich im Florenz des Jahres 1478. Eigentlich nicht meine Lieblingskulisse, aber als Liebhaberin historischer Romane wurde ich neugierig - sollte das das perfekte Buch dieses Genres für mich sein?
Auch der Rest klang gut:
Fünf magische Juwelen - eine tödliche Aufgabe - eine Liebe, die alles riskiert.
Ravenna wird von der mächtigen Familie Luni gefangen genommen. In ihrem Palast soll sie die Nachtflammen-Juwelen befreien - eine Aufgabe, an der mehrere Männer vor ihr gescheitert sind.
Der junge Saturnino Luni übt eine ganz besondere Wirkung auf sie aus - in seiner Nähe kann sie ihre Magie kaum kontrollieren.
Ravenna gerät in große Gefahr - und muss sich entscheiden, für wen sie arbeitet und wem ihr Herz gehört ...
Mir gefiel alles an diesem Werk - die Zeit, die Idee, was es bspw. mit den Lunis auf sich hat, allen voran Saturnino ... das sind ganz neue, tolle Ideen der Autorin. Mal keine 08/15-fantasy. Und sie spricht mit der Zeit, in der die Geschichte spielt, und ihren Ideen, auch Leser an, die fantasy vielleicht nicht zu ihren Lieblingsgenres zählen, die sich damit schwer tun, aber gerne geeignete Werke dieses Genres finden und lesen würden.
Schreibstil, Atmospäre, Handlung, Figuren, Gefühle, Magie, Spannung und Gefahr ... hier stimmte alles.
Man sollte vielleicht wissen, dass auch Graceless Heart nicht ohne spice auskommt, sodass es vielleicht nichts für junge Teenager, die das Genre mögen, ist. Mir hat es aber gefallen, es war stimmig, und ansonsten gibt es wirklich nichts auszusetzen.
Knapp 700 Seiten - und ich habe jede einzelne gerne gelesen. Das war mein erstes, aber sicher nicht mein letztes Buch dieser Autorin!
Von mir eine klare Leseempfehlung, gerade auch für Leser, die fantasy nicht zu ihren Lieblingsgenres zählen und sich eher schwertun damit, passende Bücher dieses Genres zu finden.
Rezension zu:
Cowboys, Westernstadt-Kitsch und eine Haters-to-Lovers-Romance, bei der nicht nur verbal die Fetzen fliegen
von April1985, 30. Oktober 2026
Meine Gedanken:
Ein absolutes Guilty Pleasure.
Ja. Ich bekenne mich schuldig. Ich liebe Cowboys. Und ich liebe diesen herrlich kitschigen Charme von Westernstädten wie Pullman City, No Name City und wie sie alle heißen.
Kein Wunder also, dass ich mich in Bravetown ziemlich schnell wohlgefühlt habe.
Ich bin gedanklich die staubige Mainstreet entlanggeschlendert, habe mir die Shows angesehen, neue Freunde gefunden und sämtliche Attraktionen genossen.
Und irgendwann habe ich mich natürlich auch gefragt, ob diese Attraktionen vom Personal tatsächlich manchmal für etwas … privatere Vergnügungen zweckentfremdet werden.
Sagen wir einfach: Das Buch liefert darauf Antworten.
Und ich hatte riesigen Spaß damit.
Willkommen in Bravetown:
Für mich ist Bravetown ganz klar eines der Highlights der Geschichte. Eine komplette Westernstadt als Themenpark. Mit Cowboys, Banditen, Pferden, Saloons und inszenierten Schießereien. Ich bin dabei.
Natürlich ist alles ziemlich kitschig. Aber genau das gehört dazu.
Ich mochte dieses Gefühl, gemeinsam mit Esra durch den Park zu laufen und nach und nach die Menschen kennenzulernen, die dort arbeiten. Hinter den Rollen und Kostümen entsteht eine kleine Gemeinschaft, die für Esra immer mehr zu einem Ort wird, an dem sie tatsächlich ankommen kann.
Der Found-Family-Aspekt hat deshalb für mich richtig gut funktioniert.
Esra – laut, chaotisch und wunderbar wild:
Esra mochte ich richtig gerne. Sie ist chaotisch. Laut. Wild.Ein Freigeist.
Und gleichzeitig steckt hinter ihrer Art viel mehr, als man zunächst vielleicht vermuten würde.
Durch ihre chronische Erkrankung hat sie einen großen Teil ihrer Kindheit in Krankenhäusern verbracht. Auch deshalb wollte sie ursprünglich Medizin studieren.Doch irgendwann wird das Korsett aus Studium, Erwartungen und den Vorstellungen ihrer Eltern einfach zu eng.Also zieht sie die Reißleine.
Sie folgt ihrem Bruder nach Bravetown und beginnt dort eigentlich als Eisverkäuferin. Eigentlich. Denn schon beim Bewerbungsgespräch wird daraus plötzlich Annie Lou – die Jungfrau in Nöten, die sich Abend für Abend vom berüchtigten Ace Ryder entführen lässt.
Esra muss ihren Weg dabei gar nicht unbedingt erst finden. Vielmehr muss sie herausfinden, wie dieser Weg aussehen darf, wenn nicht ständig andere bestimmen, was richtig für sie ist. Und genau diese Seite an ihr mochte ich sehr.
Und dann ist da Noah…
Oder besser gesagt: Ace Ryder. Cowboy. Bandit.Brother’s Best Friend.
Und ziemlich grumpy, sobald Esra in seiner Nähe auftaucht.
Die beiden könnten unterschiedlicher kaum sein. Esra ist spontan, laut und bringt Chaos mit. Noah möchte Kontrolle. Was natürlich hervorragend funktioniert, als ausgerechnet Esra plötzlich seine neue Showpartnerin wird. Zumal es da noch ein winziges Problem gibt: Esra kann nicht einmal reiten. Beste Voraussetzungen also.
Schon bald fliegen zwischen den beiden die Fetzen. Die Schlagabtausche sind hitzig, die gegenseitige Genervtheit groß und beide wissen ziemlich genau, welche Knöpfe sie beim anderen drücken müssen. Grumpy x Sunshine trifft es hier wirklich ziemlich gut.
Und ich hatte unglaublich viel Spaß mit den beiden.
Wenn die Show plötzlich ein bisschen zu echt wird:
Eigentlich sollen Annie Lou und Ace Ryder auf der Bühne nur eine Rolle spielen. Sie wird entführt. Er gibt den gefährlichen Banditen. Das Publikum bekommt seine große Liebesgeschichte. Ende der Show.
Nur verschwimmen irgendwann die Grenzen zwischen dem, was gespielt ist, und dem, was tatsächlich zwischen Esra und Noah passiert. Und genau diese Entwicklung hat für mich richtig gut funktioniert.
Aus Genervtheit wird Spannung. Aus Wortgefechten wird Anziehung.
Und irgendwann stellt sich die Frage, ob die beiden wirklich noch so überzeugend schauspielern – oder längst etwas ganz anderes passiert.
Natürlich machen sie es sich gegenseitig nicht gerade einfach. Aber bei Haters to Lovers gehört das schließlich dazu.
Und irgendwann wird es ziemlich heiß:
Ab ungefähr der Hälfte legt das Buch beim Spice dann ordentlich zu. Und zwar nicht nur ein bisschen. Ziemlich oft. Ziemlich explizit. Und erstaunlich kreativ, wenn es darum geht, welche Orte in einem Western-Themenpark sich dafür offenbar eignen.
Ich musste dabei mehr als einmal grinsen. Aber wisst ihr was? Ich hatte immer noch Spaß. Sehr sogar.
Der Spice gehört hier einfach zu dieser etwas überdrehten, hemmungslosen Guilty-Pleasure-Stimmung des Buches.
Wer eine zurückhaltende Cowboy-Romance erwartet, dürfte deshalb vermutlich überrascht werden.
Bravetown ist offenbar nicht nur nach Feierabend ziemlich wild.
Mehr als nur Cowboys und Spice:
Was ich schön fand: Hinter all dem Humor, der Romance und dem Western-Kitsch steckt trotzdem eine Geschichte darüber, sich von Erwartungen zu lösen.
Esra muss sich fragen, welches Leben sie eigentlich selbst führen möchte. Nicht ihre Eltern. Nicht ihr Studium. Nicht die Menschen, die glauben zu wissen, was für sie das Beste ist. Sie selbst. Und Bravetown gibt ihr den Raum, das überhaupt erst herauszufinden.
Dazu kommen neue Freundschaften und dieses Gefühl, an einem völlig unerwarteten Ort Menschen zu finden, bei denen man einfach sein darf, wie man ist.
Dadurch hatte die Geschichte für mich neben all dem Spaß auch genug Herz.
Was bleibt?
The Brave and the Reckless war für mich wirklich ein absolutes Guilty Pleasure. Cowboys. Eine kitschige Westernstadt. Hitzige Wortgefechte.
Found Family. Ein grummeliger, sexy Bandit. Eine chaotische Annie Lou, die eigentlich gar nicht reiten kann.
Und später ziemlich viel Spice.
Muss man das alles wahnsinnig ernst nehmen? Nein. Sollte man das?Wahrscheinlich auch nicht.
Ich wollte nach Bravetown, über die Mainstreet schlendern, im Saloon vorbeischauen und mir ansehen, welches Chaos Esra als Nächstes verursacht. Und genau deshalb hat das Buch für mich funktioniert.
Wild, spicy, herrlich kitschig und einfach richtig unterhaltsam.
???????????????????? / 5
Fünf Eulen für Cowboys, Westernstadt-Kitsch, fliegende Fetzen und ein Guilty Pleasure, bei dem ich von Anfang bis Ende einfach eine verdammt gute Zeit hatte. ????????????
Rezension zu:
Cowboys, Westernstadt-Kitsch und eine Haters-to-Lovers-Romance, bei der nicht nur verbal die Fetzen fliegen
von April1985 , 30. Oktober 2026
Meine Gedanken:
Ein absolutes Guilty Pleasure.
Ja. Ich bekenne mich schuldig. Ich liebe Cowboys. Und ich liebe diesen herrlich kitschigen Charme von Westernstädten wie Pullman City, No Name City und wie sie alle heißen.
Kein Wunder also, dass ich mich in Bravetown ziemlich schnell wohlgefühlt habe.
Ich bin gedanklich die staubige Mainstreet entlanggeschlendert, habe mir die Shows angesehen, neue Freunde gefunden und sämtliche Attraktionen genossen.
Und irgendwann habe ich mich natürlich auch gefragt, ob diese Attraktionen vom Personal tatsächlich manchmal für etwas … privatere Vergnügungen zweckentfremdet werden.
Sagen wir einfach: Das Buch liefert darauf Antworten.
Und ich hatte riesigen Spaß damit.
Willkommen in Bravetown:
Für mich ist Bravetown ganz klar eines der Highlights der Geschichte. Eine komplette Westernstadt als Themenpark. Mit Cowboys, Banditen, Pferden, Saloons und inszenierten Schießereien. Ich bin dabei.
Natürlich ist alles ziemlich kitschig. Aber genau das gehört dazu.
Ich mochte dieses Gefühl, gemeinsam mit Esra durch den Park zu laufen und nach und nach die Menschen kennenzulernen, die dort arbeiten. Hinter den Rollen und Kostümen entsteht eine kleine Gemeinschaft, die für Esra immer mehr zu einem Ort wird, an dem sie tatsächlich ankommen kann.
Der Found-Family-Aspekt hat deshalb für mich richtig gut funktioniert.
Esra – laut, chaotisch und wunderbar wild:
Esra mochte ich richtig gerne. Sie ist chaotisch. Laut. Wild.Ein Freigeist.
Und gleichzeitig steckt hinter ihrer Art viel mehr, als man zunächst vielleicht vermuten würde.
Durch ihre chronische Erkrankung hat sie einen großen Teil ihrer Kindheit in Krankenhäusern verbracht. Auch deshalb wollte sie ursprünglich Medizin studieren.Doch irgendwann wird das Korsett aus Studium, Erwartungen und den Vorstellungen ihrer Eltern einfach zu eng.Also zieht sie die Reißleine.
Sie folgt ihrem Bruder nach Bravetown und beginnt dort eigentlich als Eisverkäuferin. Eigentlich. Denn schon beim Bewerbungsgespräch wird daraus plötzlich Annie Lou – die Jungfrau in Nöten, die sich Abend für Abend vom berüchtigten Ace Ryder entführen lässt.
Esra muss ihren Weg dabei gar nicht unbedingt erst finden. Vielmehr muss sie herausfinden, wie dieser Weg aussehen darf, wenn nicht ständig andere bestimmen, was richtig für sie ist. Und genau diese Seite an ihr mochte ich sehr.
Und dann ist da Noah…
Oder besser gesagt: Ace Ryder. Cowboy. Bandit.Brother’s Best Friend.
Und ziemlich grumpy, sobald Esra in seiner Nähe auftaucht.
Die beiden könnten unterschiedlicher kaum sein. Esra ist spontan, laut und bringt Chaos mit. Noah möchte Kontrolle. Was natürlich hervorragend funktioniert, als ausgerechnet Esra plötzlich seine neue Showpartnerin wird. Zumal es da noch ein winziges Problem gibt: Esra kann nicht einmal reiten. Beste Voraussetzungen also.
Schon bald fliegen zwischen den beiden die Fetzen. Die Schlagabtausche sind hitzig, die gegenseitige Genervtheit groß und beide wissen ziemlich genau, welche Knöpfe sie beim anderen drücken müssen. Grumpy x Sunshine trifft es hier wirklich ziemlich gut.
Und ich hatte unglaublich viel Spaß mit den beiden.
Wenn die Show plötzlich ein bisschen zu echt wird:
Eigentlich sollen Annie Lou und Ace Ryder auf der Bühne nur eine Rolle spielen. Sie wird entführt. Er gibt den gefährlichen Banditen. Das Publikum bekommt seine große Liebesgeschichte. Ende der Show.
Nur verschwimmen irgendwann die Grenzen zwischen dem, was gespielt ist, und dem, was tatsächlich zwischen Esra und Noah passiert. Und genau diese Entwicklung hat für mich richtig gut funktioniert.
Aus Genervtheit wird Spannung. Aus Wortgefechten wird Anziehung.
Und irgendwann stellt sich die Frage, ob die beiden wirklich noch so überzeugend schauspielern – oder längst etwas ganz anderes passiert.
Natürlich machen sie es sich gegenseitig nicht gerade einfach. Aber bei Haters to Lovers gehört das schließlich dazu.
Und irgendwann wird es ziemlich heiß:
Ab ungefähr der Hälfte legt das Buch beim Spice dann ordentlich zu. Und zwar nicht nur ein bisschen. Ziemlich oft. Ziemlich explizit. Und erstaunlich kreativ, wenn es darum geht, welche Orte in einem Western-Themenpark sich dafür offenbar eignen.
Ich musste dabei mehr als einmal grinsen. Aber wisst ihr was? Ich hatte immer noch Spaß. Sehr sogar.
Der Spice gehört hier einfach zu dieser etwas überdrehten, hemmungslosen Guilty-Pleasure-Stimmung des Buches.
Wer eine zurückhaltende Cowboy-Romance erwartet, dürfte deshalb vermutlich überrascht werden.
Bravetown ist offenbar nicht nur nach Feierabend ziemlich wild.
Mehr als nur Cowboys und Spice:
Was ich schön fand: Hinter all dem Humor, der Romance und dem Western-Kitsch steckt trotzdem eine Geschichte darüber, sich von Erwartungen zu lösen.
Esra muss sich fragen, welches Leben sie eigentlich selbst führen möchte. Nicht ihre Eltern. Nicht ihr Studium. Nicht die Menschen, die glauben zu wissen, was für sie das Beste ist. Sie selbst. Und Bravetown gibt ihr den Raum, das überhaupt erst herauszufinden.
Dazu kommen neue Freundschaften und dieses Gefühl, an einem völlig unerwarteten Ort Menschen zu finden, bei denen man einfach sein darf, wie man ist.
Dadurch hatte die Geschichte für mich neben all dem Spaß auch genug Herz.
Was bleibt?
The Brave and the Reckless war für mich wirklich ein absolutes Guilty Pleasure. Cowboys. Eine kitschige Westernstadt. Hitzige Wortgefechte.
Found Family. Ein grummeliger, sexy Bandit. Eine chaotische Annie Lou, die eigentlich gar nicht reiten kann.
Und später ziemlich viel Spice.
Muss man das alles wahnsinnig ernst nehmen? Nein. Sollte man das?Wahrscheinlich auch nicht.
Ich wollte nach Bravetown, über die Mainstreet schlendern, im Saloon vorbeischauen und mir ansehen, welches Chaos Esra als Nächstes verursacht. Und genau deshalb hat das Buch für mich funktioniert.
Wild, spicy, herrlich kitschig und einfach richtig unterhaltsam.
???????????????????? / 5
Fünf Eulen für Cowboys, Westernstadt-Kitsch, fliegende Fetzen und ein Guilty Pleasure, bei dem ich von Anfang bis Ende einfach eine verdammt gute Zeit hatte. ????????????
Rezension zu: